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Lackqualität der verschiedenen Farben

Hallo zusammen,
mir ist aufgefallen, dass beim MY die Farben Weiß und Rot als „Multi Coat“ Lackierung angegeben werden, Schwarz hingegen ohne Zusatz einfach nur als „Solid Black“, Blau und das dunkle Silber als „Metallic“. In meinem Fall geht es nur um Weiß oder Schwarz. Weiß jemand, ob die Multi Coat Lackierung Vorteile gegenüber der „einfachen“ schwarzen Lackierung hat? Werden da mehr Farbschichten aufgetragen, was ja der Zusatz „Multi Coat“ vermuten ließe?
Freue mich auf eure Antworten :blush:

Vorab, ich bin kein Experte, da wäre sicher @Michael_Scharnberg geeigneter für eine Expertenmeinung. Aber ich habe mich zumindest belesen :stuck_out_tongue:

Weiß ist ein Mehrschichtlack, bestehend aus zwei weißen Lackschichten (schön zusehen an den Steinschlagreparatursets von z.B. Jührs, diese bestehen aus 3 Flaschen). Der einzige Vorteil den ich sehe, ist die Optik. Er sieht in der Sonne wirklich schön aus und durch die maximalen Kontraste zu den schwarzen Anbauteilen und Felgen bei 20" sehr gelungen wie ich finde. Weiß ist übrigens nicht automatisch der günstigste Lack wie die kostenlose Basislackierung vermuten lässt. Nur in den USA und Europa ist weiß die Basisfarbe, in China ist es schwarz (auch wenn unsere MY’s aus China kommen). Ein weiterer Vorteil den ich sehr wichtig finde: gegenüber den deutlich dunkleren Blau, Grau und Schwarz ist der Weiße deutlich weniger empfindlich für Mikrokratzer, oder besser gesagt man sieht es nicht so (technisch macht es ja keinen Unterschied). Und Teslas werden auch leider gerne mal mehr oder weniger stark mikroverkratzt ausgeliefert.
Ich liebe schwarze Lacke, aber gerade der Unilack (ohne die ablenkenderen Metallicpartikel) ist nur mit großem Aufwand optisch kratzerfrei zu halten, ggf. bietet sich hier sogar eine Keramikversiegelung nahezu an, wenn man denn Wert auf einen perfekten Alltagslack legt.

Der Nachteil von Mehrschichtlack liegt meines Erachtens in der mangelnden Reparaturfreundlichkeit, hier braucht man Lackierereien die wissen was Sie tun, speziell wenn dieser Lack (wie teilweise aus den USA) nicht wirklich deckend aufgetragen wurde. Aber beim MY aus China sieht die weiße Lackqualität an meinem Modell wirklich tadellos aus.

Was die Lackdicke angeht meine ich, dass es egal ist ob Mehrschichtlack oder normaler Metaliclack oder sogar solid Black, die sollten alle eine ähnliche Stärke aufweisen und der deutliche Großteil der Lackdicke geht eh auf die Stärke des Klarlackes (den es natürlich auch für Solid Black gibt, nicht wie einige wenige behaupten dass ein Unilack kein Klarlack besitzt)

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Klasse, vielen Dank für die ausführliche und fundierte Antwort. Die Argumentation zur Empfindlichkeit des scharzen Unilacks würde ich so unterschreiben. Metallic oder Perleffektlacke sind da unempfindlicher, weil sie eine gewisse optische „Unruhe“ bieten. Vorteil ist hierbei natürlich auf der anderen Seite das einfache Ausbessern von Steinschlägen. Mein Freund der Gebäudereinigermeister sagt übrigens, dass Weiß am einfachsten zu pflegen ist und er sollte es ja wissen :wink:. Er fährt auf jeden Fall nur weiße Autos. Nachdem ich mittlerweile sowohl weiße als auch schwarze Autos gefahren bin, stimme ich ihm zu. Zwar sind die Insekten auf Weiß natürlich deutlich auffälliger aber nahezu alle anderen Verschmutzungen, insbesondere Salzwasser im Winter, sind auf Schwarz wesentlich dominanter.
Das alles ändert natürlich nichts daran, dass ich Schwarz nach wie vor sehr schön finde, allerdings bisher immer nur Metallic oder Perleffekt hatte.
Beim MY tendiere ich aktuell zu Weiß, werde das aber am Wochenende noch ausführlich mit meiner Frau besprechen.

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Ich hatte vorher auch nur schwarze Fahrzeuge vor den Teslas, nun aber bereits der zweite in weiß, weil ich ebenfalls sehr gute Pflegeerfahrungen damit gemacht habe. Bei mir reicht oft nur eine Schaumlanze+Hochdruckwäsche ohne Schwamm (was ja wieder den Lack beansprucht) aus um das weiß so „okisch“ zu halten, das geht sehr schnell und auf den zweiten Blick ist der Wagen sauber, dass hatte ich leider bei schwarzen Fahrzeugen nie erreicht, hier musste ich immer wenigstens mit Bürste ran um einen optischen „ok“ Zustand zu erhalten. Wenn man für die Reinigung Zeit hat, ändert es natürlich nichts daran ob dunkel oder heller Lack.
Aber wie du so schön schreibst :flushed: die Insekten bringen mich an der großen weißen Nase (ohne Kühler wo sie sonst im Off verschwinden) um den Verstand :roll_eyes:

Nicht falsch verstehen, ich will nie wieder ein Auto mit Grillkrebs, der Kühlergrill ist ein Relikt aus einer anderen Zeit :sweat_smile:

Unter dem blauen Lack scheint eine weisse Grundierung zu sein. Stimmts?

wie ich schrieb, bin ich zwar kein Experte :slightly_smiling_face: dass müsste eigentlich die KTL Beschichtung sein, die man z.B. auch an den unlackierten Stellen im vorderen Kofferraum sehen kann und das ist eher eine Cremefarbe, aber im Kontrast zu Blau sieht das Richtung Weiß aus

Ja, würde sagen, das kommt hin. Also mindestens zwei Schichten.

also was die Lackdicke, auch bei den Mehrschichtlacken betrifft, muss ich leider sagen dass diese immernoch sehr dünn lackiert sind. Ich habe bis jetzt schon einige Kundenfahrzeuge vermessen und habe computergestützte Protokolle aus denen abzulesen ist, dass auch bei den Mehrschichten Lacken, um die 49µ als dünnste Stelle abzulesen ist.

Es ist also ziemlich egal ob man einen roten, weissen oder schwarzen vermisst. Die Lackdicken unterscheiden sich nur minimal

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wobei ich gerne mal den Lack des chinesischen M3/MY vermessen würde: Alleine an den Stoßstangen ist deutlich mehr weißer Lack vorhanden, aus den US Chargen ist die schwarze Grundfarbe des Kunststoff teilweise zu erahnen und somit wohl der Lackauftrag nicht sehr dick. Aber beim Chinamodell ist es meiner Ansicht nach ein völlig anderes Bild.

Ist es nicht! Ich habe schon zig China Modelle vermessen. Kein Schichtdicken Unterschied zu den US Fahrzeugen.

Die Lackierqualität ist besser, wenige bis keine Lackeinschlüsse, die allgemeine Verarbeitung der Fahrzeuge ist um Welten besser, aber die Lackdicke ist gleich.

Bitteschön. Hier ein Auszug aus einem Messprotokoll eines nagelneuen, deep blue Met. Model3 MIC. Türe vorne links hat beim Messpunkt 7 eine Schichtdicke von nur 53µ!

Tür vorne rechts hat beim Messpunkt 1 eine Schichtdicke von nur 48µ!

wie schon in einem anderen Beitrag erwähnt, ist der Klarlack bei einem „normalen“ Lackbild etwa 20-40µ dick! Nur der Klarlack! Bei meinen Messungen hier wurde der Klarlack, der Decklack, der Füller und die Grundierung gemessen :wink:

Ich kann es leider nur immer wieder betonen wie wichtig es ist den Lack zu schützen. Sei es durch eine Keramikversiegelung oder Folie. Wobei die Folien auch nicht ewig halten und in den meisten Fällen nach 4 Jahren erneuert werden müssen…

Mein gezeigtes Protokoll ist nur als Anhaltspunkt gedacht weil gerade nach den China Modellen gefragt wurde. Ich habe es nur auf die schnelle heraus genommen. Es gibt noch genügend Protokolle die eine noch schlechtere Lackdicke zeigen. Wenn man sich alleine schon die Unterschiede ansieht von den einzelnen Bauteilen und deren Lackstärke…

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Die Lackdicke deckt sich mit meiner Messung (weiß, jedoch einfaches Meßgerät). Die China Lackierung ist gleichmäßiger. Für ein so einfaches Auto ist der Lackauftrag normal.
Sorry, das ist einfache Mittelklasse.
Der Lackauftrag aus den USA war bei weiß streifig, mies. Rot war 1A. Eigene Erfahrung eingener Fhz.

Weiß und Rot sind 3 Schicht Lacke. Blau kenne ich nicht.
Schwarz ist uni mit Klarlack, generell empfindlich.

Einfaches Auto? Normal? Mittelklasse?

Also ich habe in meiner beruflichen Laufbahn schon unzählige Autos vermessen. Ein Kleinwagen wie ein Abarth 595 Unifarbe hatte 200m Lackdicke, mein eigener Mustang bj2008 liegt nach vielen Politurprozessen immernoch bei ~140m

Und dann soll ein Mittelklasse Fahrzeug wie ein Tesla mit ~50m als Neuwagen im normalen Bereich liegen? Sorry aber das kann ich nicht nachvollziehen.

Ich habe Model S für ~100.000Euro vermessen und bei den Werten wird es einem Lackierer oder Aufbereiter einfach schwindelig. Bei einem Model S für knapp 100.000Euro, also da hört für mich leider Mittelklasse absolut auf :wink:

Vielleicht ist ein so dicker Lack ja gar nicht nötig. Wofür auch? Es macht nur mehr Gewicht.

Ist das Dein Ernst?

Das sind doch nur Gramm! Wozu dann überhaupt Lack? Es würde doch reichen das Blech einfach nur zu verzinken😁

Sorry, aber der Lack ist als Schutz gedacht und der Klarlack als Schutz der eigentlichen Farbe. Wenn der Klarlack zu dünn ist, kann man ihn nicht mehr polieren weil bei einer Politur immer Lack abgetragen wird.

Irgendwann ist der Klarlack komplett abgeschliffen, dann kann man ein Fahrzeug nicht mehr polieren. Der Schutz des Decklacks ist komplett weg.

Und bitte fragt jetzt nicht wozu man ein Auto polieren sollte😜

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Ok, verstehe. Ich hab mein letztes Auto eigentlich nie poliert. Aber ich verstehe schon den Sinn von Lack. (Obwohl das mit dem Verzinken bestimmt auch ganz schick und viel haltbarer wäre).
Die Frage ist doch, ob das Blech sofort zu rosten anfängt, wenn der Lack zu dünn wird. Bei den Plastikanbauteilen ist das sicher egal, und bei Alu-Teilen? Wenn das Blech aus gutem Stahl ist (wie Edelstahlspüle, oder Cybertruck), dann kann das ja auch nicht rosten.

also zum einen sind die Autos heutzutage alle verzinkt.

Blech rostet nicht, nur weil der Lack dünn wird. Wenn z.b. eine Stelle „durchpoliert“ wird (man spricht davon wenn der Klarlack komplett wegpoliert wurde), sieht die Stelle milchig aus und der Glanz ist weg. Der Klarlack bringt den Glanz und Schutz des Decklackes.

Die Dicke des Klarlackes hat nichts mit dem rosten der Blechteile zu tun. Alu rostet nicht.

Also zusammengefasst: Der Auslieferungszustand, sprich der dünne Lack auf den Fahrzeugen hat nichts mit Rost zu tun. Es geht darum dass der Klarlack mit der Zeit an Glanz verliert durch Umwelteinflüsse, durch Waschbetrieb (meistens in Waschanlagen wesentlich schneller da starke Chemie eingesetzt wird). Dann kommt hinzu dass mit der Zeit durch die Wäsche und evtl. durch andere Einflüsse der Klarlack zerkratzt. Microkratzer, die sehr fein im Klarlack sind, sieht vielleicht nicht jeder auf den ersten Blick. Dennoch sieht der Lack für das Auge milchig und trüb aus. Das sind einfach sehr viele kleinere, feine Kratzer die in der Summe eine milchige Stelle ergeben.

Bei diesem Foto der Frunkhaube eines Model S sieht man von oben links nach rechts unten einen deutlichen Grauschleier. Sowas bezeichne ich als „milchig“.

Am Kotflügel des gleichen Fahrzeuges erkennt man es ebenfalls sehr gut. Dieses Fahrzeug hat „nur“ etwa 60.000KM auf dem Tacho :wink:

Der Klarlack bei diesem Fahrzeug ist stark angegriffen. Und so sieht das ganze dann poliert aus:

Bitte entschuldigt, dass ich nicht genau die gleiche Stelle als Foto habe, aber ihr könnt mir glauben, die anderen Stellen sehen genauso aus. Ich habe leider nur Videos die das belegen…

Mit einem entsprechenden Lackschutz und der entsprechenden Pflege, wird genau das, was man oben auf den Fotos sieht, nicht passieren. Um sowas zu beseitigen muss allerdings poliert werden. Dabei wird eben Lack abgetragen. Wenn die Lackschicht jetzt ab Werk schon sehr dünn ist, kann man ab einem gewissen Punkt nicht mehr weiter polieren ohne Gefahr zu laufen, den Klarlack komplett abzutragen. Dann hilft nur noch ein Lackierer und das wird richtig teuer.

Ob jetzt jemand Wert darauf legt dass sein Fahrzeug schön aussieht, stark glänzt und einen gepflegten Eindruck macht, bleibt jedem selbst überlassen. Die Frage ist nur, warum man sich ein so schönes Fahrzeug kauft in so einer Preisregion und es dann nicht in einem optimalen, gepflegten und gut aussehenden Zustand hält!?

Als Bsp. sehe ich immer wieder Fahrzeuge mit Lederlenkrädern die noch nie eine Lederreinigung und Pflege gesehen haben. Diese sind total schmierig, speckig, klebrig nach 80-100.000KM. Der Besitzer legt entweder keinen Wert auf ein schön gepflegtes Lenkrad und Lederausstattung oder er weiss es einfach nicht. Ich finde das ekelig wenn ich jeden Tag ein speckiges, klebriges Lenkrad anfassen muss um mein Fahrzeug zu fahren. Dort könnte man jetzt auch sagen dass man sowas nicht braucht, also die Pflege. Nein, braucht man nicht, man kann auch so damit herum fahren. Manche, wie ich z.B., finden sowas aber ekelhaft da es sich dabei ja auch um Handschweiss, Fett und Schmutz handelt.

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Sind die Tesla denn aus Alu? Dachte das wäre auch nur « normales » Blech?

alle Türen und die Frunkhaube ist aus Alu beim Model3 :wink:

Beim Model S ist alles aus Alu

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Danke ich bin etwas schlauer. Nehm an beim MY ist es wie beim M3

Fände ich auch eklig. Allerdings habe ich schon verschiedene Neuwagen über 120.000km gefahren und da war der Lack am Ende immer noch ohne Grauschleier und das Lenkrad nicht klebrig. Außer Lappenwaschstraße mit anschließendem Saugen und Sidolin für die Fenster keine besondere Reinigung oder Pflege. Ist vielleicht eher eine Frage des Umgangs mit dem Fahrzeug.