Fahrzeugsoftware V10.1 2019.36

Die Messungen von Kumasasa fand ich sehr interessant, weil daraus hervorgeht, dass ausschließlich die SM, die beim M3 im Heck sitzt, zum Bremsen genutzt wird. Nun habe ich mal das gemessene Drehmoment von Vorder- und Hinterachse meines Raven-MS auf das „scan my tesla“-Display gelegt und während der Fahrt beobachtet. Mein Verdacht wurde bestätigt:

Tesla nutzt zur Rekuperation ausschließlich die Synchronmaschinen (falls vorhanden), das M3 rekuperiert also mit dem Heckmotor, das Raven-MS mit dem Frontmotor.

Eine Ausnahme habe ich bereits gefunden. Da dieses Verhalten zwar für höchste Effizienz sorgt, für die Fahrdynamik aber kritisch wäre, scheint die Lastverteilung abhängig vom Lenkwinkel zu sein. In Kurven war an beiden Achsen negatives Drehmoment sichtbar. Ich vermute, dass die ASM auch in weiteren Situationen (z.B. Gleiten) genutzt werden, konnte das aber noch nicht testen.

Sehr gut war weiterhin erkennbar, warum bei der Kumasasa-Messung elektrische Leistung für die ASM benötigt wurde. Wie zuvor schon geschrieben, fällt die Leistung für die Leerlauferregung der ASM an. Meine Vermutung, warum die ASM erregt bleibt, ist mindestens unvollständig, da die Möglichkeit zum raschen Wechsel der Lastverteilung beim Bremsen wesentlich wichtiger ist als die Möglichkeit, rasch beschleunigen zu können. Die Spekulationen, dass dies der Erwärmung durch entgegengesetzt arbeitende Maschinen diene, sind falsch, denn das Drehmoment der ASM liegt ziemlich genau bei 0 Nm. Ist die Maschine nicht erregt, sieht man hingegen das erwartbare, leicht negative Drehmoment durch das Mitnehmen des Läufers.