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eckige Form

Hallo,

die eckige Form des Cybertrucks erstaunt mich doch sehr. Wie sind eure Einschätzungen:

  • CW Wert: leidet er stark unter der Dachkante? Kennt sich jemand gut genug mit der Strömungslehre aus um das beurteilen zu können?
  • einfachere Produktion: ich vermute, dass die geradelinigen Formen auch oder besonders wegen einer einfacheren Produktion so gewählt wurden. Es fällt auf, dass der Cypertruck preislich sehr attraktiv dargestellt wurde, wie kann Tesla das erreichen? Vielleicht weil die Form und Materialwahl (Stahl statt Alu) sehr viel günstiger zur Herstellung ist als konventionelle Formen?

Den Preisvorteil wird er erzielen können, weil das Fertigungsknow-how bereits intern da ist in Form von Space X. Die nutzen Edelstahl ja seit Jahren für ihre Raketen und haben diverse Innovationen in dem Bereich auf den Weg gebracht.

Tatsaechlich erst seit einem Jahr fuer starship

An sich war ich vor der Präsentation bereit gleich zu bestellen - nun bin ich erstmal enttäuscht oder gar geschockt von der extrem eckigen Form und Designsprache.
Vielleicht gewöhn ich mich noch an die Form.
Oder hofft Elon auf einen Militär -Auftrag?
Mancher bisheriger Hummer-Fan wird sich vielleicht angesprochen fühlen.
Im Moment ist mir das Design zu martialisch.
Schade!

Martialisches Design, mega Reichweite… Da muss ordentlich Batterie verbaut sein. Mich würden 200kWh nicht wundern. Anders kann ich mir die 500m gegenüber den 620m des Roadsters nicht erklären. Macht bei einem so großen Fahrzeug, dass mit Quad auf der Heckklappe, oder sogar mit großem Wohnanhänger gefahren werden soll auch Sinn.

Es wird keinen Preisvorteil geben, wenn genau das gleiche Blech genommen wird, wie für die Raumfahrtanwendung der BFR.

Das „Problem“ ist, dass das Stahlblech hierfür zertifiziert sein muss (bspw. EASA oder FAA) und das wird so sein. Luftfahrtzertifizierte Bauteile, wie eine Schraube, kosten mindestens das dreifache (grob über den Daumen gebrochen), wie das gleiche Bauteil aus dem Baumarkt.

  • Du kannst davon ausgehen dass an jeder harten Abrisskante (nicht nur am Dach) ordentliche Verwirbelungen und Unterdruckbereiche entstehen die den Widerstandsbeiwert in die Höhe treiben werden und dass die Karre eine aerodynamische Krücke werden wird.
    Die Frage ist halt, ob das für den US Markt und die dort gefahrenen Geschwindigkeiten so relevant ist.
  • Da wir hier von recht dickem Edelstahl sprechen der vermutlich nicht so einfach in einer Presse geformt werden kann, bin ich sehr gespannt wie Tesla das für den günstigen Preis rentabel schaffen möchte.

DAS frage ich mich auch die ganze Zeit. Edelstahl, fette Batterie, Panzerglas, Luftfederung, und der gleiche Preis wie ein Model 3?

Vor der Preisankündigung habe ich den preislich zwischen Model X und Roadster 2 angesiedelt gesehen. Als der Preis dann erschien, habe ich den Mund nicht mehr zu bekommen.

Dann die Ankündigung, dass das kleine und mittlere Modell ein Jahr VOR dem High End Modell kommen soll…glaube ich einfach noch nicht.

Ich habe keine Ahnung, wie das hinhauen soll.

Die eckige Form hat den Vorteil, dass es kaum ein Unterschied im Verbrauch macht, ob Du einen Hänger hinter hast oder nicht :mrgreen:

Hätte auch niemals mit so einem Design gerechnet und bin hin und hergerissen zwischen Faszination und Abneigung…

Die Zertifizierung und damit ein höherer Preis spielt nur eine Rolle wenn das Bauteil in ein Objekt (zb Rakete/Flugzeug) eingebaut wird, bei welchem Zertifizierung vorgeschrieben ist.

Es gibt im Baumarkt idente Schrauben wie sie in gewissen Flugzeugen verbaut sind - zu einem geringeren Preis - einfach ohne Zertifikat.

Es handelt sich wohl um den gleichen hochfesten Stahl, der auch für die SpaceX Raketen genommen wird. Der ist so hart, das er nur geknickt und nicht gepresst werden kann.

Bei entsprechender Stückzahl ist die Anschaffung einer Maschine die diese Bleche fertigt überhaupt kein Problem. Der CT ist wie das Model 3 ein Fahrzeug was in sehr grossen Stückzahlen gefertigt werden wird. Wenn Teslas Kalkulation aufgeht sind die 200’000 Vorbestellungen nur ein kleiner Tropfen. Bei den Vorbestellern werden sich eher wenige Pickup Fahrer befinden. Die kann man erst abholen wenn das Fahrzeug beim Händler steht und man es gleich mitnehmen kann.

Zielmarkt ist USA und Kanada. Für andere Märkte werden die Stückzahlen deutlich geringer ausfallen. Ob es eine Homologation für Europa geben wird ist auch noch unklar. Ein Versprechen in diese Richtung gab es bisher nicht. Die Hürden sind ja in Europa deutlich höher.

Die Luftfahrt-Zertifizierung ist wegen Tests und 10 Tonnen Papierkram eine einmalige Investition. Dort werden diese Kosten natürlich auch umgelegt, aber die Stückzahlen sind oft so klein das der Stückpreis so hoch ist. Selbst die 737 ist über Jahrzehnte zusammen nur auf 10000 Stück gekommen. Deswegen fliegen Airbus und Co. ja teilweise mit dem Arbeitsspeicher einer Schreibmaschine durch die Gegend. Die Entwicklungskosten und der Stempel kosten zu viel.

Bei einem Auto mit vielleicht sechsstelligen Stückzahlen über mehrere Jahre liegt der „Aufpreis“ pro Stück deutlich geringer.
Außerdem würde er wahrscheinlich die Produktions-Infrastruktur von SpaceX an Tesla Motors leasen.

Ich denke eher, dass Elon vor hat, dass Space X von Tesla profitiert und nicht andersherum wie hier vermutet wird.
Jetzt sitzt zwar noch das „Edelstahl know how“ bei Space X (was aber auch überhaupt erst im Aufbau ist) aber wenn der Cypertruck tatsächlich in hohen Stückzahlen gebaut wird ist es andersherum.
Für Musks gewaltige Pläne in Sachen Raumfahrt wird auch eine Serienfertigung dort benötigt. Da kann dann Tesla helfen.

Zudem ist absehbar, dass Tesla mit dem Y hochprofitabel wird und sich deshalb auch so ein technisches Abenteuer mit dem Cybertruck leisten kann. Space X kann dagegen momentan aus eigener Finanzkraft nie und nimmer Elons Marspläne bewältigen. Höchstens Starnet hat zumindest das Potenzial viel Geld einzubringen.

Die Tatsache, dass man in Europa vorbestellen kann, kann man schon als Versprechen deuten…

Ich würde mich sehr freuen und denke auch, dass man das hinbekommen wird…

Einige Beiträge nach Cybertruck Sicherheit verschoben, da dort das Thema „TÜV-Experte“ schon diskutiert wird.

Noch etwas zur Gestaltung des Cybertruck im Vergleich zum Stand der Technik, heutiger Fahrzeugproduktion:

Warum werden Autos heute so gebaut, wie sie gebaut werden?

Die Zielanforderungen sind eine Mischung aus Sicherheit/Stabilität, geringer Masse, Herstellbarkeit und daraus folgenden Produktionskosten.



Am Beispiel einer Autotüre möcht ich festmachen, was Sicherheit und Stabilität bedeuten. Dazu ein Bild, wie sie aufgebaut ist:

Quelle: skoda-storyboard.com/en/mod … h-dveri-1/

Das Grundprinzip ist, mit einem geringstmöglichen Materialanteil, die größtmögliche Steifigkeit zu erreichen. Das Zauberwort hier heißt: Flächenwiderstandsmoment. Sinnbildlich bedeutet das, eine Tür, die so dünn wie Papier wäre, sehr schnell einer flächigen Belastung nachgibt, wohingegen ein Papiertubus oder -quader weit höhere Beanspruchungen aufnehmen kann.

Ein andere Punkt ist das ausgewählte Material, überall wo Kräfte aufgenommen werden müssen, kann ich entweder ein sehr dicken aber schwachen Werkstoff nehmen oder aber einen sehr starken, von dem eine dünne Materialstärke genausoviel aufnehmen kann. Hier gilt es in Lastpfaden zu denken: wo werden Kräfte eingeleitet und wo werden sie aufgenommen.

Oben kann man die präparierte Beifahrertüre sehen, man erkennt das Innenblech, das Außenblech, die Verstärkung von der hinteren, unteren Ecke hin zur Mitte zwischen den Scharnieren, sowie die senkrechtere Verstärkung hinter dem Türgriff.
Diese stützen zum einen das hintere Türeck (Dreieck) zu den Scharnieren ab, zum andern bieten sie Steifigkeit im Falle eines Seitenaufpralls und können entsprechend ihrer Verformung Energie absorbieren.



Nun zum Punkt Materialauswahl:


Quelle: dasisthartmann.de/mercedes- … ohbau.html

Warum gibt es diesen bunten Materialmix, der immer mehr zunimmt?

Kurzgesagt: Weil jedes Material seine Vor- und Nachteile hat. Klüger sind wir jetzt aber trotzdem nicht.

Konkret bedeutet dass, dass Aluminium zwar nur ein Drittel der Masse von Stahl hat aber gleichzeitig auch nur ein drittel so fest ist. D.h. wie oben schon beschrieben, brauche ich um die selbe Last zu tragen, dreimal mehr Aluminium, als Stahl, wo wir theoretisch wieder bei der gleichen Masse liegen würden.
Wenn ich aber intelligent jeden Werkstoff nach seiner Lastgrenze hin einsetze, kann ich auf der einen Seite hochfeste Strukturen aus dünnen und damit leichten (im Verhältnis) Bauteilen realisieren, auf der andern Seite, kann ich überall da, wo ich keine großen Lasten habe, auch Werkstoffe verwenden, die zwar im Vergleich schächer aber auch leichter sind.

Kompletter Rohbau, ohne Klappen:

Quelle: blog.mercedes-benz-passion.com/ … glc-coupe/



Aus diesen Erkenntnissen ist es daher nur schwer nachzuvollziehen, warum der Cybertruck ein Edelstahlblech an eine Stelle nimmt, welche eigentlich strukturell nicht belastet wird, weshalb Masse verbaut wird, die keinen Nutzen bringt und daher nur Kosten verursacht.

Im Vergleich wieder zum Model 3:

Dort wäre niemand auf die Idee gekommen, eine derart schwere und stabile Türe zu verbauen (und noch darauf einzuschlagen), da das Model 3 sehr kosteneffizient hergestellt werden muss und zum andern, auch sparsam sein soll.

Daher muss ich sagen, dass man zurecht kritisch sein darf, gegenüber dem, was präsentiert wurde.

Trenne Materialkosten und Fertigungskosten.

Ja, Edelstahl ist teurer

Nein, die Fertigung von Edelstahlblechen ist wesentlich kostengünstiger und schneller da das Tooling massiv einfacher ist und das lackieren ganz weg fällt.

Der Wahre Unterschied liegt aber im Design. DAS muss man dem Kunden verkaufen. Denn da gibt es relativ wenig Möglichkeiten bei dem Konzept. Wenn der das schafft sehe ich noch ganz andere Autos die so gebaut werden. Selbst bei Kleinwagen. Wenn man die Fahrzeuge dann noch sehr Haltbar macht sind sie letzten Endes auch noch drastisch günstiger.

Damit meine ich günstiger wie:

TCO nach 1 Mio. km
TCO nach 2 Mio. km
TCO nach 3 Mio. km

usw.

Wobei Edelstahl in etwa das doppelte kostet, im Vergleich zu normalem Stahlblech. Daher sehe ich darin auch keinen nennenswerten Mehrwert.

Hinzukommt, dass verzinkte Bleche heute Stand-der-Technik sind, sodass nennenswerte Korrosion selten geworden ist.