Bin nun auch endlich das Thema Subwoofer-Nachrüstung im RWD angegangen.
Subwoofer - Steg MT9:
Schnell reingeschraubt und kein Stauraumverlust. Das Gehäuse ähnelt stark dem Originalwoofer, ist aber nicht komplett identisch, da es direkt ein normales rundes 8"-Chassis aufnimmt ohne Adapter. Nicht billig, aber mit 430€ (masori.de + 25€ Newsletter-Gutschein + 5% Skonto) auch gar nicht mehr so weit weg von einem gebrauchten Originalwoofer (200 - 250€), der auf jeden Fall ein vernünftiges Chassis braucht (ab 100€) + Adapter, und dann muss man schon wieder aufpassen, dass das ganze von der Bautiefe und der Abstimmung zueinander passt. Das einzig blöde am Steg: der verbaute Stecker ist unbrauchbar, bzw. das passende Gegenstück nicht im Lieferumfang enthalten und auch nirgendwo aufzutreiben. Keine Ahnung was sie sich dabei gedacht haben… Ich habe den Stecker abgeschnitten und direkt mit vernünftigem Lautsprecherkabel vercrimpt.
Endstufe - Kicker Key 500.1:
Sehr kompakt und effizient, und kommt vor allem mit der erhöhten Spannung der Lithium-Bordbatterie ab MJ22 klar (16V statt 12V). Der Kicker ist 1-Ohm-stabil, so dass man die Doppelschwingspule des Steg MT9 mit 2x2 Ohm in Parallelschaltung betreiben kann für volle 500W Ausgangsleistung. Darüber hinaus bietet der Kicker auch noch einen integrierten DSP, der den nichtlinearen Frequenzgang des Werkssystems korrigieren kann. Ich hab den Verstärker mit einem gedruckten Halter wie beim originalen Premium-Soundsystem vor den Subwoofer gehängt. Die STP-Files dazu gibt es hier: Free Downloads - RWAudio
Stromversorgung:
Strom kommt direkt vom DC-DC-Wandler unter der Rücksitzbank, angebunden mit 16mm² und M8-Ringöse plus 60A-Sicherung. Masse befindet sich direkt unterm Rücklicht in unmittelbarer Nähe der Endstufe. Da der Tesla den DC-DC offenbar relativ streng überwacht, liest man hier häufig von Problemen, wenn dort zuviel Leistung gezogen wird. Mit dem effizienten Kicker hatte ich dahingehend aber noch keine Schwierigkeiten, also keine Fehlermeldungen etc.
Türwoofer-Abgriff:
Das Signal für den Subwoofer muss von den vorderen Türwoofern abgegriffen werden, weil nur diese das entsprechende Frequenzspektrum bekommen. Beide Lautsprechersignale liegen gut erreichbar direkt an der MCU im Beifahrerfußraum an, es muss lediglich die Blende unter dem Handschuhfach abgebaut werden. X171 ist der unterste Stecker an der MCU, Pinbelegung und Kabelfarben sind wie folgt (gilt für Model 3 RWD mit AMD Ryzen ab Ende 2021):
X171 Pin 3 Türwoofer links + WH
X171 Pin 4 Türwoofer links - RD
X171 Pin 5 Türwoofer rechts - RD
X171 Pin 6 Türwoofer rechts + TN
Die Lautsprecherkabel für die Türwoofer sind auch daran zu erkennen, dass sie einen etwas größeren Querschnitt haben als die restlichen Leitungen des Steckers.
Da ich den originalen Kabelbaum des Tesla nicht beschädigen wollte, habe ich mir einen EV-Offer-Kabelbaum für die Aktivierung der beim RWD ungenutzten Hochtöner in A-Säule und Spiegeldreieck inkl. Subwoofer-Output besorgt. Der wird einfach mit Originalsteckern zwischengeschleift. Ich verwende hier allerdings nur den Zwischenstecker für den Abgriff der Türwoofer, den Rest des Kabelbaums habe ich abgezwickt, da mich die planlose Parallelschaltung der ungenutzten Hochtöner auf die Dashspeaker elektrisch nicht überzeugt (ich habe mich dazu schonmal detailliert hier ausgelassen). Von dem Zwischenstecker aus muss man dann nur noch zwei verdrillte Aderpaare an der Beifahrerseite entlang nach hinten in den Kofferraum verlegen. Damit hält sich der Eingriff in die Fahrzeugelektronik in Grenzen, und der Umbau kann allein durch das Entfernen des Zwischensteckers und Abklemmen des Verstärkers spurlos rückgängig gemacht werden.
DSP-Setup:
Für die Einmessung des DSP müssen über das Werkssystem Testtöne abgespielt werden, die auf der Kicker-Website heruntergeladen werden können. Diese fahren den kompletten Frequenzbereich ab, der Kicker analysiert dann das Signal, das tatsächlich bei ihm ankommt und zieht den Frequenzgang entsprechend wieder gerade. So rechnet der Kicker aus dem vom Werkssystem verbogenen Frequenzspektrum wieder das originale Quellsignal zurück inkl. der tiefen Frequenzen, die vom Werkssystem gerne abgesenkt werden um die papierdünnen Serienlautsprecher nicht zu überlasten.
Klang und Fazit:
Nach Einmessung und noch etwas manuellem Feintuning der Hoch- und Tiefpässe fügt sich der Sub sehr harmonisch in das ansonsten solide Standard Audiosystem ein. Die Bassfrequenzen habe ich über den Tesla-Equalizer vor der Einmmessung etwas zurückgeregelt um die Türwoofer zu entlasten und die Türpappen bei hohen Pegeln nicht unnötig in Vibration zu versetzen. Den Druck liefert jetzt der Subwoofer im Heck, und da geht jetzt richtig was! Macht wirklich Spaß. Da ich fast täglich 2h pendel ist es für mich schon jetzt eine der besten Modifikationen am ganzen Auto. Ich bereue eigentlich nur, dass ich mir nicht schon viel eher Zeit für den Umbau genommen habe.
Kosten:
430€ Subwoofer Steg MT9 (masori.de + 25€ Newsletter-Gutschein + 5% Skonto)
200€ Kicker Key 500.1 Monoblock (Amazon Angebot)
70€ EVOffer Kabelbaum mit Subwoofer-Output (nicht unbedingt nötig, wenn man kein Problem damit hat in den originalen Kabelbaum zu schneiden)
30€ 3D-Druck-Halter für den Verstärker
60€ Kleinkram (Kabel, Ringösen, Sicherungshalter, Dämmung)
All-In also knapp 800,- € plus zwei gemütliche Abende in der Garage. Für mich hat es sich definitiv gelohnt.