Abstellen bei SOC <10% entlädt sich der Akku auf 0% in 6h

Hallo zusammen.

Model S 100D Bj 12.2017 Km: Stand 105.000km

Der Tesla besitzt die ersten originalen Akku. Update bei Tesla wurden für CCS, MCU und Antriebswellen gemacht.

Zum Problem.
Mein Fahrprofil ist 2x die Woche 690km. Das schaffe ich mit 1-2x laden, je nach Aussentemperatur.
Wie gewohnt bei diesen Strecken, erreicht man das Ziel mit möglichst wenig SOC. Seit 6 Monaten beobachte ich, dass bei Ankunft Ziel und nicht sofortigen einstecken, der Akku sich anschließend selbst entlädt. Vollständig bis 0% und weit darunter.
Fahrzeug wird abgeschlossen und kein Wächter ist aktiviert. Er verliert unabhängig von Temperatur und Tageszeit anschließend 2% pro Stunde. Bis zu einem Akkustand, bei der er 2h (220V/1Phase) benötigt um wieder auf 1% zu kommen.

Ich habe Tesla kontaktiert per Service Tool. Dort hieß es ich soll den Vorgang reproduzieren, man würde per Remote den Vorfall auswerten.

Ergebnis war ein Kostenvoranschlag zum Aklemmen der HV und 12V Batterie über 100€. Für ein Hard-Reset. Ich habe mit denen abgeklärt, dass ich(Mechaniker) dazu selbst in der Lage bin. Gesagt - getan. Verhalten unverändert. Bei Ankunft Selbstentladung bis 0%. Anschließend wieder mit Tesla in Kontakt getreten, was der nächste Schritt wäre. Aussage: Wechsel des „Hauptcomputers“. Ich gehe davon aus das die MCU gemeint ist.

Jetzt die Frage - hat jemand davon bereits gehört oder sowas beobachten können? Gibt es Ideen?

Der Akku ist noch in der Garantie - wäre ein Fehler im Akku denkbar? ZBsp. das ein oder zwei Pakete tiefer als der Rest entladen ist und nach dem Abstellen das Balancing die falschen Werte korrigiert? Korrosionsschaden am Akku selbst?
Den Akku selbst beobachte ich seit einiger Zeit mit Scanmytesla und kann in einem Paket eine immer niederigeren Stand der Spannung als bei allen anderen, sowie die immer höchste Temperatur erkennen. Vielleicht normal, vielleicht ein Indiz.

Mit Scanmytesla kann ich Verhalten und Entladung nach dem abschließen nicht mehr tracken, da der OBD deaktiviert wird nach dem absperren.

Nik von Niks Garage habe ich das Problem an der Hotline 2x beschrieben und warte seitdem auf Antwort. Da ich keinen Rückruf für das Problem erhalte, besteht die Möglichkeit, dass dort dieses Problem auch nicht bekannt ist. bzw. die Bücher für soetwas zu voll sind. Aus diesem Grund hoffe ich auf euer Schwarmwissen, bevor ich zu Tesla gehe und die mir die MCU wechseln um dann zu merken, dass mein Problem nicht behoben ist. Der Akku hat noch bis 12.2017 Garantie.

Danke für die Beachtung.

Christian

PS: Ergänzung bei Abstellen von 30% und höher, verliert der Tesla ca 1-2% am Tag. Normales Verhalten.

Hallo,
ich würde mal den Strom an der 12V Batterie messen.
Evtl.siehst du da einen erhöhten Stromverbrauch und kannst dann weiter suchen…

Sehr gute Idee - der Ruhestrom ist da gut messbar - Danke für diese Idee.

Bei mir hat die beinahe 8 Jahre alte 12V Batterie auch für eine Entladung von etwa 1% pro Tag gesorgt. Seit dem Tausch ist alles ok.
https://teslawissen.ch/so-laesst-sich-der-tesla-stromverbrauch-im-stand-reduzieren/#12-volt-batterie-als-ursache-fuer-stromverbrauch

Danke für den Hinweis. Bei mir sind es 2% pro Stunde. Heisst - ich komme Abends mit 6% an und habe 6h später den Tesla (Tief-) entladen.

Also du meinst wohl 12.2027 :blush:
Ich tippe auch auf die 12V. Durchmessen, oder was passiert mit dem SOC wenn du die 12V nach dem Parken abhängst dass sie nicht geladen werden kann?

Korrekt - diese Angabe war ein Tippfehler.

Auch die 12v abzuklemmen wäre eine Idee - dazu aber meine folgenden „Berechnungen“.

Pro Stunde verliere ich 2% * Kapazität des 100D Akkus wären das 0,9*2 also pro Stunde ca 1,8kwh. Was über die 12V eine sehr Hohe Abgabe wäre. Wäre der DC/DC Wandler dazu in der Lage? Wobei der auch eine Ursache sein könnte.

Schau mal hier (ich hoffe der Link funktioniert):

Eventuell hilft diese Info.
Ich führe dieses verzögerte Laden typ. zweimal/Jahr durch. Dann lernt das BMS die untere und obere Grenze neu einzuschätzen.

Ich vermute dass das eher an der Temperatur des Akkus und der Berechnung des BMS liegt.

Der Akku verliert keinen Strom, aber wenn er kälter ist, kann man weniger Strom entnehmen.

Wenn das so ist, sollte der Effekt bei wärmeren Außentemperaturen weniger stark ausfallen.

Übrigens kommt bei mir immer eine Meldung, dass man den Wagen bei niedrigeren Temperaturen nicht unter 10% SoC stehen lassen soll, mit dem Hinweis: Bitte sofort laden.

Es kann also durchaus sein, dass das kein Fehler ist.

Danke Papmobil.
Dein Link beschreibt mein Problem exakt - und zum ersten Mal lese ich bei jem. anderen darüber.

Ein Aber gibt es leider. Für meine wöchentlichen Reisen von 690km lade ich den Akku auf 80% und starte kurz vor der Reise den Akku auf 100% zu laden. Sodass ich immer mit 96-99% lade, bis zu dem Moment, wenn ich starte. Sehr selten, alle 4-8 Wochen kommt es vor, dass der Akku die 100% erreicht. Somit wäre er nach oben kalibriert. Und das recht regelmäßig. Bei Ankunft und nicht laden, habe ich regelmäßig die Kalibrierung nach unten. Weil es nicht nach Handbuch abläuft, sicherlich nicht zu 100% perfekt, aber fahre ich den Tesla nie im 70-80% Bereich und nur auf reiner Langstrecke.

Ich fahre den Tesla auch regelmäßig in den Bereich von 0-3% SOC bei Ankunft Ziel oder laden. 2-3x pro Woche kommt das vor. Was auch bedeutet das der Bereich unter 7% korrekt berechnet wird und es keine „Sprünge“ in der Restreichweite gibt.

Danke Eiky.
Temperatur kann ich zu 99% ausschließen - trotzdem danke für den Tipp. Ich habe bewusst die ersten warmen Tage abgewartet und kann das Verhalten aus dem letzten Spätsommer, durch den Winter und auch jetzt in den ersten warmen Tagen wieder bestätigen. Es verändert sich nichts.

Für mich ergibt sich so das Problem, dass mein Ziel immer eine Lademöglichkeit benötigt oder ich mit über 10%, oder auf Nummer sicher 20% ankommen muss. Was manchmal nervt und unnötig Zeit braucht, bzw. auch so nicht gedacht ist.

Doch, genau so ist es gedacht:

Du gibst im Navi ein, dass Du mit 20% ankommen möchtest. Dann wird ein zusätzlicher Ladestopp eingeplant, was auch den Vorteil hat, dass der Akku bereits warm ist, was wiederum Zeit spart.

Hallo Maboko.
Danke für deine Nachricht, aber dem widerspreche ich. Es liegt nicht im Sinne eines jeden E-Auto Fahrers, dass Ziel mit 20% zu erreichen.
Ich durfte und darf weitere Teslas besitzen und keiner hat dieses Verhalten. Jeder kann und konnte mit unter 7% abgestellt werden und hatte nach 12h noch annähernd diesen Wert.
Nach meiner Einschätzung liegt ein techn. Defekt vor.

Zeig doch mal einen Screenshot der BMS Daten von SmT, wenn Du ihn mit 6% abstellst.

Ich meine, dass Du das Teil natürlich schon arg stresst mit 2x pro Woche gegen 100% laden und auf nahezu 0% entladen. Ich tippe auf ein Pack, wo bereits eine/mehrere Zelle bei tiefer Entladung deutlich an Spannung verlieren. Tesla wird Dir sagen, dass Du das Fz in der Regel nur auf 10% runter fahren und beim Laden nicht über 90% gehen solltest. Ausnahmsweise kann man mal tiefer entladen und bis 100% hoch gehen, aber nicht so oft, wie Du es tust.

Ich hatte ein vergleichbares Problem. Nach Tausch der 12V Batterie war es gelöst. Ich kann es technisch nicht erklären, es gibt aber im „Vampire Drain Thread“ eine gute Erklärung, wenn ich mich recht erinnere.

Hast Du mal Geschaut, ob „Summon Standby“ Aktiviert ist?

Mein 2019 P100D hat dieses Verhalten auch. Das hat der auch schon gemacht als er neu war. Wenn ich nach Langstrecke leer irgendwo ankomme hat der Akku um die 40 Grad. Kühlt der dann ab rechnet das BMS mit weniger Kapazität vermutlich. 7 Prozent hat meiner schon in wenigen Stunden verloren. (Und ich habe sonst keine Probleme mit Vampire Drain). Solange der Akku warm ist kann man die Energie auch entnehmen. Bin schon auf 1 Prozent runter gefahren ohne Probleme. Für mich war das bisher keine Einschränkung. Weil ich fahr niergends hin wo ich mit 10 Prozent oder weniger abstelle ohne zu laden. Lange Rede kurzer Sinn. Ich dachte bisher das Verhalten ist so normal.

Viele Antworten, eine einzige, die richtig ist:

Zu dem hier:

An den Sinn dieser Methodik soll glauben, wer es glauben will. Nach der dritten Ladung ist wieder alles beim alten. Was daran ein echter Benefit sein soll, weiß ich nicht.

Das ist mit Sicherheit der Fall, aber grundsätzlich einmal nicht als Defekt zu werten. Ein Akku ist nach 8 Jahren und 100.000km einfach hinsichtlich des einen oder anderen Bricks degradiert, der eine mehr, der andere weniger. Es ist völlig logisch, dass man das Fahrzeug mit warmem Akku (und da ist es nur eine Frage kleiner Abweichungen, ob es 0°C oder 15°C Außentemperatur hat) mit 6% SoC irgendwann nicht mehr abstellen soll.
Das kann im Extremfall dazu führen, dass es man es überhaupt völlig lahmlegt.

Der Effekt der Reduzierung des SoC bei niedrigen %-Werten tritt auch bei neueren Akkus auf, und begründet sich in der bei höheren Temperaturen größeren entnehmbaren Energiemenge. Das ist physikalisch Fakt, und nur, weil geringe Mengen vom BMS nicht sofort angezeigt werden, heißt das nicht, dass ein um 20°C abgekühlter Akku die selbe Energiemenge enthält. Das kann er nicht.

Wie stark dieser Abfall ist, hängt davon ab, wie groß die Zelldifferenzen in diesem SoC Bereich sind. Das können mitunter auch 30-50mV sein, und es ist für Alter und Laufleistung ganz normal.

Deshalb ist das

auch völlig korrekt, zumindest eine Reduzierung um 20km. Die habe ich genauso, wenn ich das Auto mal mit 50-60km RRW stehen lasse, dann sehe ich am nächsten Morgen 30-40km. Aus diesem Grund mache ich das einfach nicht, und wenn ich schon mit 10% nach Hause komme, dann stecke ich eben noch für eine oder zwei Stundenan, je nachdem welche Ladeleistung verfügbar ist.

Wenn die 12 Volt dafür sorgt, ist das Problem eines größeren VD permanent evident, unabhängig vom SoC.

1% ist für alle MS vor Palladium nicht nur normal, sondern ein guter Wert. Das können bis zu 2, 3% pro Tag ohne Defekt sein. Im Durchschnitt sind es meiner Schätzung nach (aus dem VD Thread) eher 1,5%/Tag.

Ich kann nur sagen, wie es ist. Vorher immer diese rund 1 % Verlust pro 24h, jetzt nach dem Tausch der 12V Batterie auch nach 72h noch immer die gleiche Prozentzahl wie vorher. Und ich habe es mehrmals über mehrere Tage getestet.

Es scheint daher auch Model S (vor Palladium) zu geben, die das können. Ich habe allerdings auch sonstige Einstellungen auf Stromsparen eingestellt (z.B. kein automatisches Ausfahren der Türgriffe).

Aufgrund der Konstruktionsweise der Model S (sowie auch aller anderen Elektrofahrzeuge) ist das unmöglich.
Beim Model S wird auch eine völlig gesunde 12V Batterie alle 12-24 Stunden geladen. Man kann den Verbrauch natürlich durch bestimmte Maßnahmen reduzieren, aber weniger als durchschnittlich 20-40 Watt hat keines.
Ich kann aus der Entfernung nicht nachvollziehen was du genau in welchen Zeiträumen wie oft gemessen hast, aber wenn du innerhalb mindestens einer Woche die zurückgelegte Strecke vom realen Verbrauch auf den typischen Verbrauch zurückrechnest, und die RRW addierst, müssen dir auf die nach dem Laden angezeigte RRW zwischen 20 und 30km fehlen.
Kein Ladegerät angehängt, versteht sich.

Anmerkung: Ich mache das an sich fast jeden Tag, aus reinem Interesse, und stelle fest, dass gelegentlich 1-2 Tage fast kein Drain angezeigt wird, und dann plötzlich ein Sprung von 10-15km auftritt. Ich hatte noch nie über mindestens eine Woche (das ist bei mir in etwa der Laderhythmus) weniger als 3, eher 4-8km/Tag, je nach Jahreszeit.

Die 12V wird sogar alle 7-9h nachgeladen. Ist schon möglich, dass sich in den ersten Wochen die Überwachung der 12V noch nicht neu ausgerichtet hat und aufgrund der anliegenden Spannung und errechneter Rest-Kapazität die 12V nicht nachlädt, oder so kurz, dass es die HV nicht kümmert. Das wird sich aber nach einer ersten Zeit wieder normalisieren. Das man schlicht alles, was Ruhestrom verbrauchen kann ausschaltet, ist sicher hilfreich.