10 Jahre MX P100D 2016 - quo vadis?

Mein Model X wird 10. Davon 5 Jahre bei mir.

Taugt das für einen individuellen Bericht über Langzeiterfahrung? Vielleicht noch nicht.

Zu wenig Kilometer. Zu wenig Ladezyklen.

Es geht mir nicht um Glaubenssätze. Wer meint er muss belehren - zum Beispiel über den Unterschied zwischen „verziehen“ und „verwinden“ - darf das weiter gern.

Ubi es? Wo stehen der Falcon ich ich heute?

Rein geografisch in Portugal. Wobei Portugal und Wartung wohl Thema eines eigenen Threads sein könnte.

Diese Tage durchläuft mein MX ein größeres Paket an präventiv-Wartung. Er war in Berlin in der EV Clinic. Und steht jetzt bei den Kollegen in Lübeck. Fahrwerk, Karosserie und ein paar „Gimmicks“.

Warum der Aufwand und warum jetzt?

Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder mal überlegt, das Fahrzeug zu verkaufen. Es nie übers Herz gebracht. Lange Strecken reisen - besonders außerhalb Deutscher Autobahnhektik - ist einfach ein Genuss. So wurde der MX auch ein wenig zum gern angenommenen Hobby. Nein. Kein Glaubensbekenntnis.

Nun ist die Entscheidung gefallen. Es gibt wenig Berichte über echte Langzeiterfahrung. Also treten wir einfach mal an, die zu sammeln. Die kommenden 10 Jahre.

Meine Erfahrungen bisher? Es verschleißt einiges, was in den Foren hier tapfer beschrieben und noch tapferer diskutiert wird. Querlenker, Antriebswellen. Dazu ein Lagerschaden an einem Kompressor. Nebst Spänen im Kühlkreislauf. Die LDU. Zwei mal. Wobei die auf Garantie getauscht wurde. Korrosion am (bei mir noch versenkbaren) Spoiler. Korrosion am Frunk und den Falzen der FalconDoors. Auch dafür gabs Garantie. Eine neue Rückfahr-Kamera.

Und natürlich die Hardware-Upgrades im Cockpit. Inklusive des Radio-Moduls. Ein Luxus den ich gern mit genommen habe.

Der Bekanntenkreis stellt an dieser Stelle meist die Frage nach dem Akku. Der liegt sowohl nach Tesla wie auch nach ABRP noch bei 96%. Bin kein „Akku-schoner“. Wo ein Stecker ist, da wird geladen. Wenn eine lange Strecke ansteht, dann auch bis 100%. Zum Balancen bleibt er auch einmal im Jahr bei über 90% für einige Tage im Tiefschlaf am Netz. bin seit etwa 15 Jahren „Elektro-Modellflieger“. Die Erfahrungen dort decken sich ganz gut mit denen aus meinem MX. Sollte der Akku sterben - steht wohl auch der MX. Das wird Teil der privaten Langzeit-Beobachtung werden.

Werde unregelmäßig weiter berichten…

11 „Gefällt mir“

Schöner Bericht, der Lust macht das MX, welches ich gerade bestellt habe, auch 10 Jahre und länger zu pflegen.

Ein paar kurze Fragen:

  1. Wie viele km hat das MX auf dem Buckel?

  2. 96% sind unfassbar, das ist die 1. Batterie? Und worauf führst du das zurück? Mehrere Tage bei 90% angesteckt lassen?

  3. Welche Arbeiten lässt du jetzt machen? Und welches Zubehör lässt sich für dich beim MX nicht wegdenken?

Lg

quizm

1 „Gefällt mir“

Wow, nicht schlecht! Mein 6 Jahre altes Model 3 LR steht nach 120.000 km und ca. 50% SuC bei 87%.

Wie viele km hat dein Falcon runter?

Ich schliesse mich dem Bericht an und kann eine sehr ähnliche Langzeiterfahrung teilen. Aktuell stehen 265000 km auf dem Tacho und der Wagen ist seit neun Jahren als Neuwagen bei mir im Einsatz.

In den ersten ein bis drei Jahren habe ich den Akku noch brav geschont. Danach dann mit wachsender Gelassenheit und viel Freude auf der linken Spur unterwegs. Später habe ich weniger auf den Akku geachtet, viel Supercharger, viel Autobahn in Deutschland, einfach fahren und geniessen.

Bei den Reparaturen das Übliche: Fahrwerk, Heizung, 12V Batterie und die klassischen Verschleissteile. Wartung ungefähr alle zweieinhalb Jahre mit allen Flüssigkeiten, solide und unspektakulär.

Eine Akkuwartung steht in den kommenden Wochen an. Gegen einen kompletten Ersatz des X habe ich mich bewusst entschieden. Nicht weil das Auto kein Top Fahrzeug ist, ganz im Gegenteil. Sondern weil es über all die Jahre genau das gemacht hat, was es sollte und es heute noch macht. Es wäre fast schade, ihn einfach abzulösen. Sollte irgendwann eine Akku Reparatur nötig werden, würde ich das sehr wahrscheinlich machen. Dafür hat er mich zu lange zuverlässig begleitet.

Wenn es irgendwann doch ein neuer wird, dann vermutlich ein Model Y. Ganz pragmatisch, weil ich meine alten Dachgepäckträger ehrlich gesagt manchmal vermisse. Bis dahin gilt aber: Der X bleibt. Fahren, geniessen und weiter Kilometer sammeln, solange es geht.

3 „Gefällt mir“

Hi, unserer wird nächstes Jahr 10.
7 Jahre und 280000km beim Schwager und jetzt 2 Jahre und 50000km bei uns.
Akku wurde nicht geschont kam bei 80000 neu also 250000 drauf und 86% SoH.
Für uns als 6 Sitzer ein tolles Auto und mit der hohen Anhängelast sehr praktisch.
Wir haben als Zweites Fahrzeug einen MY LR.
Jeder hat seine Vorzüge, Reisen eindeutig MX, Fahrspaß MY.

Lg Philipp

2 „Gefällt mir“

Hallo quizm,

Ich bin bei 140TKm. Was nicht viel ist. Stand eine ganze Zeit “nur rum”.

Das ist tatsächlich noch die erste Batterie.

Was für mich als Zubehör nicht wegzudenken ist? Das MCU2-Upgrade hat die Usability verbessert. Deutlich. Sonst fehlt mir nichts. Finde das Konzept noch immer rund.

Was ich jetzt konkret habe machen lassen bzw machen lasse? Lebenserhaltende und -verlängernde Maßnahmen. Akku auf Feuchtigkeit prüfen & abdichten. Um mit dieser LargeDriveUnit alt werden zu können, das UpgradeProgramm der EV-Clinic. Simmerring tauschen, Lager tauschen. So soll die LDU dann für die restlichen Jahre standfest sein.

Klimatisch gehts bei mir etwas rund. Salzhaltige feucht Luft im Winter. Tatsächlich saufen wir die Tage eher ab, als das die Luft nur feucht wäre.
Dazu hohe Temperaturen im Sommer. Abgesehen von aufarbeiten hätte ich ihn gern am Ende in einem weißen Folienkleid.
Und weil ich bequem bin soll auch noch der Frunk-Öffner, der Bewegungssensor hinten und eine Lärmdämmung dazu.

LG
Sven

Ich habe eine eigene Theorie, warum die P90-P100 Akkus aus der Anfangszeit teils noch so gut da stehen. Ist aber nur eine Annahme.
In Deinem Model 3 ist soweit ich verstehe ein anderer Akku verbaut.

Mein MX wurde mit 90KWh im Brief ausgeliefert. Es gab dann von Tesla die Option, per Gutachten und Software-Upgrade auf 100KWh “upzugraden”.

In Analogie zu “Flat-Rated-Engines” im Strahlflugzeugbau scheinen die ersten P90-Akkus überdimensioniert und per Software downrated gewesen zu sein. Sonst wäre das “Upgrade” nicht möglich gewesen. Der 85er Akku sah wohl anders aus.
Dazu würden mich die Erfahrungen anderer 2016er P100D MX Fahrer interessieren. Habe keine Referenzen.

Die Kollegen der EV-Clinic meinten im Gespräch, das eben diese Akkus bei rund 90% ein deutliches Plateau zeigen würden. (Ich hoffe, ich zitiere Sie grad richtig, Herr Behrend).

Mal sehen, wie es weiter geht.

Doof wird am Ende nur sein, das der Formfaktor der “alten Zellen” nicht mehr hergestellt wird.
Auf dem weiteren Weg einfach einen “neuen” Akku einzubauen wird ohne einen Daniel-Düsentrieb-Tüftler wahrscheinlich schwer werden.

1 „Gefällt mir“