Konzept für öffentliche Ladestellen

Öffentliche und private Lademöglichkeiten...

Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 17. Okt 2017, 21:02

Cupra hat geschrieben:Ich fände es am einfachsten wenn der Preis offen am Display steht, für alle gleich ist und einfach mittels RFID mit Kreditkarte gezahlt werden kann. Nicht für jede Region eigene Verträge, Karten etc..

Das ist weit entfernt von der heutigen Realität und dafür zukunftsorientiert, positiv, visionär. Weiter so! Von mir aus darf man auch mal spinnen und träumen. Wenn wir eine klare Vision haben, können wir uns immer noch überlegen, welche Schritte notwendig sind, um sie zu erreichen. Man sollte nicht damit anfangen, aufzuzählen, was alles nicht geht...

Berührungslose Zahlung per Kreditkarte bieten übrigens die Ladestationen vom "Energiedienst" u.a. in Lörrach an. Das ist also grundsätzlich möglich.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von egn » 17. Okt 2017, 21:08

Die Aussage ist nicht präzise. Du meinst dass sich Säulen mit niedriger Ladeleistung nicht amortisieren werden, dies unabhängig von AC oder DC.

Deiner Meinung nach können sich nur HPC mit mindestens 350 kW amortisieren. Da aber wohl die große Masse an Fahrzeugen keine 800 V Batterie haben werden, und auch nicht mit so hohen Strömen geladen werden können, werden sich auch diese Säulen kaum rentieren.

Ich bleibe dabei dass sich am ersten solche Lösungen wie in den norwegischen Parkhäuser rentieren werden. Die nutzen preiswerte Technik an stark frequentierten Plätzen. Verbunden mit einer einfachen (pauschalen) Abrechnung zusammen mit den Parkplatzkosten kann sich sowas amortisieren.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von tripleP » 17. Okt 2017, 21:09

Im Grunde genommen ists ja ganz einfach.
Ertrag muss grösser als der Aufwand sein :mrgreen:

Nur bei den wenigen E Fahrzeugen ist es nun mal Ertragsseitig schwierig und Aufwandseitig noch zu kompliziert, wenn ich da OSEs Berichte lese.

Idee:
Wenn in unserer Firma bei 30 Mitarbeiterfahrzeugen alle elektrisch unterwegs wären und sagen wir mal 10 davon vor allem da laden würden ab PV Anlage, dann wäre so ne Typ2 Säule innert Monaten amortisiert. Das schon bei CHF 0.15/kWh. (0.22 ist ab Netz).

PV Überschuss Schweiz ist chf ~0.06/kWh. Differenz also 9 Rp.
Typ 2 Säule fertig montiert: 3000 Chf.
33'000kWh müssen da durch dann ists amortisiert inkl. Leitung. Da kann man auch gleich 5 so Kisten montieren.

Nur ein mögliches Szenario.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 17. Okt 2017, 21:16

Diese Szenarien sind möglich und vereinzelt auch tolle Ideen! Mir geht es aber darum dass es hier ein Henne Ei Problem gibt. Hier wird einfach mal behauptet ohne auch nur ansatzweise mal den Taschenrechner anzuwerfen.

Norwegen hat ein paar Einwohner da geht das recht einfach. In den ländlichen Gegenden sieht es dagegen auch dort anders aus! Deutschland ist halt nicht Norwegen. Wir haben u.A. eine BAB.

Weder mein Roadster noch mein MS hatten eine DC Ladeinfrastruktur. Seit aber seit 2015 die SUCs wirklich flächendeckend vorhanden sind ist eine AC Infrastruktur wirklich nur noch Luxus.

Es ist unwahrscheinlich dass immer genau dort wo man hin will in einer akzeptablen Fußwegdistanz ein freier Lader vorhanden ist, der auch noch ein Preismodell bietet das zu meiner Nutzung passt.

Sicherlich ist die Verbreitung von unzählichen AC Ladepunkten ein guter Ansatz.. ich denke aber dass wir dazu viel zu spät dran sin.

Und auch ein 150kW Lader wird sich eher amortisieren als eine AC Säule auf einem öffentlichen Parkplatz.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von tripleP » 17. Okt 2017, 21:28

Das Problem ist zur Zeit auch der Einkaufspreis der DC Schnelllader. Kann doch nicht sein, dass eine Terra53 triple Säule ~30'000euro kostet. Aber so ist es nunmal zur Zeit in etwa (nur die Kiste, ohne Zubehör und installation).

Auch da kann man nun rechnen:
Sagen wir mal DC fertig montiert 50'000 Euro.
Kiste hält 5 Jahre, macht 10000 im Jahr.
1000 Unterhalt im jahr. Total also 11000.

Verkaufspreis euro 0.1/kWh über Einkauf.
--> 110'000kWh müssen durch jährlich.
Bei 50kWh/Ladung sind das 2200 Ladungen oder 6 täglich. Tönt jetzt nicht unrealistisch, vor allem wenn 200-300kW fliessen, künftig irgend wann.

Aber da fallen sicher noch weitere Aufwände an.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 17. Okt 2017, 21:35

... und dann ist noch nichts verdient, dann hat man gerade mal ne schwarze Null.

So, nachdem wir jetzt zum hundertsten Mal die Probleme gewälzt haben, wollen wir jetzt auch nochmal über die Möglichkeiten sprechen?
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von tripleP » 17. Okt 2017, 21:46

Volker.Berlin hat geschrieben:... und dann ist noch nichts verdient, dann hat man gerade mal ne schwarze Null.

So, nachdem wir jetzt zum hundertsten Mal die Probleme gewälzt haben, wollen wir jetzt auch nochmal über die Möglichkeiten sprechen?


Leg los wir warten gespannt, ich hab mögliche probleme und möglichkeiten genannt ;)
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 17. Okt 2017, 22:04

Keine Ahnung, vielleicht wurde auch schon alles gesagt. Ich hoffe einfach, dass sich vielleicht noch andere zu Wort melden als diejenigen, deren Meinung auf den letzten paar Dutzend Seiten bereits zur Genüge dargelegt wurde. Was alles nicht geht oder sich nicht rechnet, wissen wir nun, aber das bringt uns halt auch nicht wirklich weiter.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 17. Okt 2017, 22:18

Ich bin immer noch derselben Meinung wie zu Beginn des Threads: Jeder Parkplatz (mehr oder weniger) sollte eine Lademöglichkeit bieten, und sei es nur 3,7 kW. Weniger macht keinen Sinn, weil es erstens dann doch zu langsam geht und zweitens das Laden dann auch ineffizient wird. Zurzeit sind unsere Fahrzeuge überwiegend Stehzeuge (mir ist bekannt, dass es Ausnahmen und Gegenbeispiele gibt und ich will selbstverständlich auch Schnelllademöglichkeiten haben). Zeit zum Laden ist genug, man muss sie nur nutzen! Das wird sich erst mit Level 5 und autonomen Taxis ändern...

Zugleich würde eine große "Verbundenheit" der E-Auto-Flotte zum Netz signifikante Möglichkeiten zur Regelung der Netzlast schaffen und somit einen größeren Anteil an Wind und Sonne im Strommix ermöglichen. Dazu brauchen wir meines Erachtens nicht mal V2G. Lediglich netzdienlich gesteuertes Laden hochskaliert auf alle parkenden Fahrzeuge würde uns schon entscheidend weiterbringen. Regelenergie ist sehr teuer, vielleicht steckt da sogar ein Geschäftsmodell drin?

Ob induktives Laden den Durchbruch bei der Akzeptanz bringt? Jedenfalls würde induktives Laden grundsätzlich sogar während der Fahrt funktionieren, also "unendliche" Reichweiten ermöglichen...

Hätten unsere Altvorderen vor hundert Jahren nur darauf geguckt, wie Straßenbeleuchtung sich amortisiert, dann wäre es in unseren Städten heute noch dunkel!
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von sustain » 17. Okt 2017, 22:44

Auch ich bin nach wie vor meiner Meinung von Seite 1 hier. Im Prinzip müssen Lademöglichkeiten zu den Wahrscheinlichkeiten der Standzeiten geschaffen werden. Je länger ein Auto eh steht je weniger Leistung ist nötig.

1) In der Stadt an den Strassen mind. 3,6 kw so viel wie geht, quasi an jeder Laterne. Reicht um über Nacht wieder genügend Reichweite zu haben und ist einfacher realisierbar mit aktueller Infrastruktur als die gleiche Menge 11-22kW.
2) in Einkaufsstrassen, an Restaurants wo man eher 2 -3h steht 11-22kW AC oder bis max. 50kW DC (siehe Ikea, Aldi Süd etc.)
3) in Hotels wo man eher leer ankommt aber länger steht 11-22-kW AC Destination Charging
4) an vielfrequentierten Punkten wie z.B. Einkaufszentren wo man eher nicht so lang steht, schnellere Gleichstromlader 20kW-100kW(wenns mal eng wird kann man dort jederzeit ran)
5) an Autobahnen, genau das was Tesla macht, hier gehts um hohe Leistung, kurze Standzeiten

Alle die zuhause laden können haben eh kein Problem, brauchen außer den SuC´s eigentlich wenig bis gar keine öffentliche Ladesäulen.

Vieles davon wir heute im Prinzip schon genau so gemacht, nur eben noch zu wenig. Eine Möglichkeit zum Laden wann immer das Auto steht. Für große Städte wie z.B. Berlin ist 1) eine Voraussetzung damit E-Mobilität eine Chance in der Breite hat. Wenn niemand mehr zum Laden fahren muss weil so gut wie jeder Standplatz eine Steckdose hat kann jeder auch ohne Tiefgarage ein E-Auto fahren ohne den Stress zu haben einen Ladeplatz zu finden, parken wie bisher, anstecken, Feierabend. Ein weiter Weg, ich weis.
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