Konzept für öffentliche Ladestellen

Öffentliche und private Lademöglichkeiten...

Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 10. Okt 2017, 18:18

Südstromer MS85 hat geschrieben:Klar kostet es in der TG vom Verteilerkasten zwei Lolos 50 Meter entfernt anzuschließen. Soll das aber das Thema hier sein?

Zwei Lolos sind schön und gut, aber es geht um flächendeckende Infrastruktur. Wenn Du 50 Lolos aufstellst, können die nicht alle im Radius von 3 Metern um Deinen Verteilerkasten herum stehen.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von einstern » 10. Okt 2017, 20:44

Noch einmal zur Dialektik AC vs. DC...
In diesem Thread wird weitgehend von einer statischen Sachlage ausgegangen. Realistisch wäre die Einbeziehung der technischen Entwicklungen und die Bedeutung für die unterschiedlichen Ladesäulen. Leider ist genau das etwas schwierig zu überblicken.

Ich denke, dass die anspruchsvollere DC Ladesäule im höheren Maße von den Neuerungen insbesondere durch elektronische Bauelemente profitieren wird als die AC Ladesäule. Zwar wird die DC immer aufwendiger bleiben, aber dagegen gewichten sich die in diesem Thread gelisteten systemischen Vorteile.

Ich gehe davon aus, dass innerhalb 2 Jahren DC Wallboxen auftauchen mit < 100 € pro 1kW. Die teuerste Baugruppe bleibt das Kabel.

Wie gesagt, Blick in die Zukunft. Die Momentaufnahme sieht anders aus. AC ist König.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Südstromer MS85 » 10. Okt 2017, 21:06

Volker.Berlin hat geschrieben:Zwei Lolos sind schön und gut, aber es geht um flächendeckende Infrastruktur. Wenn Du 50 Lolos aufstellst, können die nicht alle im Radius von 3 Metern um Deinen Verteilerkasten herum stehen.

50 Lolos? Installier doch erstmal 4x doppellolos und dann schau mer mal. Allein die Beleuchtung der TG zieht schon 10x mal mehr. Im Ikea zieht die Gastro mehr als ein Supercharger am Tag. man man man...
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 10. Okt 2017, 21:53

Es überrascht mich immer noch, aber das Muster wiederholt sich: Ausgerechnet Leute, die schon lange elektrisch fahren, die also früh die Zeichen der Zeit erkannt haben und mutig einen ungewöhnlichen Schritt getan haben, ausgerechnet diese Leute haben die allergrößten Schwierigkeiten damit, sich eine Welt vorzustellen, in der elektrisch betriebene Autos die Normalität sind. Die Pioniere der Emobilität haben sich in ihrer Nische eingerichtet und sich mit den Gegebenheiten arrangiert. "Ich bin schon immer mit einer CEE-Dose klar gekommen, warum sollte irgendjemand jemals etwas anderes brauchen?"

Diese Pioniere, und Südstromer MS85 ist da nur ein herausstechendes Beispiel unter vielen, die sich auch in anderen Threads finden, propagieren die Emobilität -- einerseits. Andererseits argumentieren sie so, als würde die Emobilität für immer eine Nische bleiben und als wären alle E-Auto-Nutzer heute und in Zukunft altgediente Pioniere. Exponentielle Entwicklungen entziehen sich der menschlichen Vorstellungskraft, Horst hat darüber mal ein schönes Video gemacht. Und wer glaubt, dass phantasiebegabte Menschen sich eine Vorstellung von der Zukunft machen können, der muss sich nur den alten Blade Runner nochmal ansehen. Nein, ich meine nicht die Idee der Replikanten und die dystopische Vision einer Stadt, in der es immer regnet. Ich meine 15" Röhrenmonitore mit großen grünen Pixeln und futuristische, aber schnurgebundene Telefonapparate... im Jahr 2019! ;)

CEE-Dosen oder "4 Lolos und dann sehen wir mal" als Vorschlag für ein zukunftsfähiges Konzept für das Laden im öffentlichen Raum kommt mir vor wie ein 15" Grünmonitor im Jahr 2019.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von RedArrow » 10. Okt 2017, 22:02

@Volker.Berlin Top! :)

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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von UTs » 11. Okt 2017, 00:44

+1
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 11. Okt 2017, 06:32

Danke @Volker, ein toller Beitrag... Im Übrigen bin ich genau mit dieser Überlegung "was wäre wenn" zu der Änderung meiner Ansicht gekommen. Das heißt im Übrigen nicht dass es richtig ist was ich meine!
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Bender » 11. Okt 2017, 07:33

Ich sags nochmals, die AC/DC geschichte ist meiner Meinung nach Off-Topic, da ich erst dann auf ein AC Ladegerät im Auto verzichten kann, wenn auch private und halböffentliche Ladestationen ausschliesslich DC haben. Ansonsten brauche ich AC noch. Von mir aus auch im UMC falls die Technologie das in der Grössenordnung mal her gibt.

Das die öffentlichen Ladestellen in mittlerer Zukunft nur noch DC sind, kann ich mir durchaus vorstellen. Hier geht es ja dann, um Ladeplätze wo das Laden im Vordergrund steht.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Joe-EV » 11. Okt 2017, 09:27

Volker.Berlin hat geschrieben:Ihr redet echt aneinander vorbei. OS Electric Drive hat die Hypothese, dass es für AC-Ladestationen kein funktionierendes Geschäftsmodell gibt. ...

Ja, die Hypohese hat er und vetritt sie in mehreren Foren sehr konsequent, ohne anderslautende Argumente zu berücksichtigen. Dazu wird mit falschen Zahlenansätzen operiert, AC künstlich verteuert, DC schöngerechnet und Nutzerinteressen (Laden in der Fläche) ausgeblendet. Warum auch immer.

Geschäftmodelle beim AC-Laden in der Flächen werden halt nicht über den Stron gerechnet. Na und?!? Das ist doch bei vielen anderen Sachen auch so. Die erprobten, in anderen Ländern funktionierenden Möglichkeiten blendet OSE konsequent aus.

Wenn ich dan so etwas lese, kann ich nur mit den Augen rollen:
Eberhard hat geschrieben:Ein PFC-Lader ist kein einfaches Schaltnetzteil sondern mit der Komplexität und der geforderten Netzverträglichkeit eher mit einem WR vergleichbar.

Die "einfachen Schaltnetzteile" haben alle heute ein PFC-Glied und es gibt massig Anleitungen, wie man diese Teile zum Lader umfunktioniert. Dass das 3,6kW-Lademodul im (alten) BMW i3 im Einkauf <100€ kostete, wurde im GoingElectric durchgekaut. Davon würde bei 11kW als Standardlader die dreifache Stückzahl von den Herstellern verbaut. In Asien bei einphasigem Stromnetz mehrere in Reihe, bei uns halt parallel auf die Phasen verteilt. So wie es VW beim neuen eGolf macht.
Heute gerade einmal fünfstellig später also sechsstellige Stückzahlen /Jahr dieser billigen Lademodule bei einem Konzern wie VW mit all seinen Tochtermarken. Die Teile müssen nur den verbauten Akku laden - nicht wie eine DC-Lösung zu allen EV auf dem Markt kompatibel sein - also sinnvollerweise 150-350kW bis 800V, was eine DC-Ladesäule schon bringen sollte. Auch wenn da in der Realität oft eAutos mit <60kWh-Akku und höherem Ladestand bei <50kW laden werden ...

DC-Lader mit niedrigen Ladeleistungen im öffentlichen Raum ? Den "BuisnessCase" im Vergleich zu "strunzdummen AC-Typ2-Steckdosen" würde ich gern sehen, wenn die Betreiber auch noch die Ladetechnik mitbezahlen sollen! Der Rest ist ja absolut identisch.
Stückzahlen im Dutzend /Hundert gegenüber Millionenstückzahlen für die Lademodule ...

Eberhard hat geschrieben:Dann nehmen wir doch mal an, 10.000 Ladepunkte bis 22kW zu 1Mio eAutos. Da macht es mehr Sinn 1DC Ladesäule aufzustellen anstatt 100DC Lader in Autos zu verbauen. Auch für die private Garage wäre es sinnvoller einmal €3000 für 10kW DC auszugeben anstatt 2x€2500 für 11kW AC bei schon 2 eAutos.
Tja, wenn Milchmädchen rechnen... :roll:
Zum Einen reden wir doch wohl über eine Ablösung der derzeitigen PKW - also von ca. 40Mio. Stück in D und einer disruptiven Entwicklung mit dem Aus für Verbrennungsmotorneuzulassungen bis 2030 - oder früher. Zum anderen hat das BMVI gerade die Förderung von 12.000 neuen AC-Ladestellen beschlossen.
Die 1.000 DC-Ladesäulen werden dringend zusätzlich (!) vor allem an AB und Reiserouten gebraucht!
Also Argumentation bitte mit Realität abgleichen!

Eberhard hat geschrieben:Hinzu kommt die Kommunikationsfunktionen mit dem DC laden. Das Fahrzeug kann Ladezustand und Lastbedarf übermitteln und das Ladesystem steuert selbst.

Ach, wieder das Argument, dass sich AC nicht regeln lässt? Da frage ich mich, ob meine Beiträge und Links überhaupt gelesen werden. Das ist alles schon mehrmals durchgekaut. Der Vorteil bei CCS liegt in der PowerLine-Kommunikation bei großen, leistungsstarken Ladesäulen /Ladeparks, die sich so vom Netzbetreiber aus der Ferne steuern lassen. Für die heimische Garage ist Powerline eher teurer als das Typ2-PWM-Signal und die Regelung durch den Netzbetreiber sicher wenig relevant ...

Eberhard hat geschrieben:Daher hat OSE und JB Straubel Recht.

Jawoll! zumindest wenn man unrealistische Annahmen trifft! Eine DC-Ladelösung für 11kW wird nie preiswerter sein, als entsprechende Bordlader als Standard. Die Technik ist ja identisch, egal ob man die Teile im Auto oder außerhalb in der Säule verbraut - siehe Tesla.
Nur Stückzahlen und Kosten sind es nicht, da es nur wenige Autobkonzerne mit hohen Stückzahlen für die Bordladermodule gibt ...

Eberhard hat geschrieben:AC Laden ist nur eine vorübergehende Erscheinung bis die DC-Ladeinfrastruktur eine bestimmte Ausbaustufe erreicht hat.

Das beißt sich dann mit dem naheliegendem Argument, dass berührungsloses /induktives Laden zukünftig stärker kommen wird. Denn dafür ist ein Bordlader Voraussetzung, der dann auch problemlos mit AC an Typ2 betrieben werden kann. Es muss also auf jeden Fall Ladetechnik im Auto verbaut werden - zusätzlich zur CCS-Combo2-Ladedose!

Mod. Note: Einige Zitate waren falsch zugeordnet, gefixt.
Zuletzt geändert von Joe-EV am 11. Okt 2017, 10:16, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Joe-EV » 11. Okt 2017, 09:39

UTs hat geschrieben:In dem Moment, in dem mobile GleichstromLadeStationen bezahlbar werden, ist der direkte AC Anschluss am Auto unnötig.

Der "Moment" ist beim Vergleich mit einem 11kW-Bordlader als Standard ab Werk verbaut also am "St.-Nimmerleins-Tag".
AC-Ladetechnik wird ja für induktives Laden im Auto weiterhin verbaut werden müssen, zumindest für ca. 3kW.
Trotz DC-Buchseninlet am Auto (derzeit meist aufpreispflichtig) und DC-HPC ...

UTs hat geschrieben:Diejenigen, die dann weiterhin an Drehstrom oder 230 V laden wollen, kaufen sich dann einfach so eine Ladestation für wenig Geld.

Klar doch. Welche Nachlässe bei Einzelkäufen erwartest Du denn so? Im Vergleich zu Millionenstückzahlen von Gleichteilen bei den Autokonzernen?

UTs hat geschrieben:Im Grunde genommen gibt es beim Tesla etwas ähnliches heute schon: wer an einer 32 A Drehstromsteckdose mit voller Leistung laden möchte, muss sich ja auch eine entsprechende mobile Ladestation kaufen.
:?: Meinst Du die Tesla-Wallboxen inkl. Lastmanagement für 500€, die sogar teilweise verschenkt werden?
Oder meinst Du die mobilen Ladeboxen, die für CEE-Ladung gebraucht werden? Die müssen dann, wenn es keinen Bordlader mehr gibt, ja die Ladetechnik zusätzlich noch enthalten. Das wird (abgesehen von Platz und Gewicht) bei geringen Stückzahlen nicht gerade preiswerter, oder?- siehe Link oben.
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