Konzept für öffentliche Ladestellen

Öffentliche und private Lademöglichkeiten...

Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 5. Mär 2018, 15:38

Wenn ich am Flughafen jemanden bringe oder hole, schließe ich nicht für 20 Minuten das Kabel an, auch nicht an 22 kW. Wenn ich hingegen morgens zum Kunden fliege und Abends zurück komme, habe ich für 100 km Strom gebunkert. Und wenn ich eine Woche weg bin, ist das Auto eh voll, bevor ich es wieder abhole. Jenseits von einem Service, dem ich meinen Autoschlüssel aushändigen müsste, damit sie mein Auto anschließen und auch wieder trennen und ggf. auch noch umparken, scheint mir das Angebot am Flughafen Frankfurt eine nahezu ideale Lösung zu sein, zumal sie gleich mal 16 Parkplätze ausgestattet hat. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass sie das bei entsprechender Nachfrage auch auf 50 oder 500 Parkplätze ausbauen werden.

Dein Kommentar lässt sich also wie folgt zusammenfassen: "Blah! Blub." Aber es ist natürlich wichtig, dass Du Deinen Senf losgeworden bist. Ich hoffe, es geht Dir jetzt besser.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 5. Mär 2018, 16:06

Richtig @Volker... So sah mein Wunsch auch aus, zumindest an Flughäfen etc. 3,7kW an jedem Parkplatz. Abrechnung aber nicht nach Zeit.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 5. Mär 2018, 16:13

OS Electric Drive hat geschrieben:Richtig @Volker... So sah mein Wunsch auch aus, zumindest an Flughäfen etc. 3,7 kW an jedem Parkplatz. Abrechnung aber nicht nach Zeit.

Strom ist in Frankfurt bei den regulären Parkgebühren inklusive. Auch hier denke ich, fairer geht es nicht. Parkgebühren an Flughäfen sind natürlich ein ganz eigenes Thema...
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Grobi » 5. Mär 2018, 16:31

Volker.Berlin hat geschrieben:Genau so geht m.E. laden am Flughafen:
Am Frankfurter Flughafen sind weitere 16 Stellplätze mit Lademöglichkeiten (3,7 kW) geschaffen worden. Vorerst können Elektroautos dort kostenlos geladen werden. Einen Parkschein müssen E-Auto-Fahrer allerdings weiterhin ziehen. [...]

https://www.electrive.net/2018/03/03/fr ... keiten-an/


Nein , sehe ich komplett anders.
Ich nenne das "Schildbürgerstreich".

Was haben langsame Lader an einem Flughafen zu suchen?
Am Flughafen ist Parkraum extrem begrenzt, deswegen ist parken dort so unglaublich teuer. Dann ist nämlich der Anreiz da, den Parkraum so schnell es geht wieder frei zu machen, damit der nächste dort parken kann.
In Frankfurt kostet Parken derzeit 32 Euro am Tag. :o

Wie soll denn mit solchen Schnarchladern ein kommerzieller Anbieter jemals Geld verdienen? So ein Lader braucht Durchsatz/viele Kunden am Tag, wie jedes Business mit dem man Geld verdienen will.

Oder soll damit gar kein Geld verdient werden?: OK, wer diesen sozialistischen Ansatz vertritt, der kann das Elektroauto schon dann beerdigen, bevor es überhaupt mal in ansehnlichen Stückzahlen auf den Markt drängt.
Aber genau das scheint hier mal wieder zu passieren: Die Säulen kommen von irgend einem "Förderprogramm", bezahlen tut es der Steuerzahler, verdient werden braucht ja nichts mit diesen Säulen. Die deutschen Automobilhersteller lachen sich ins Fäustchen: Baut ihr mal schön die Säulen auf, unsere E - Auto Kunden kommen dann dort vorbei und laden ihren Gratis - Strom...
Eine Dienstleistung wird aber nur dann dauerhaft Bestand haben, wenn der Anbieter UND der Kunde davon etwas haben.
Gut, in der DDR hat es 40 Jahre gedauert, die mussten aber auch einen langen Stacheldraht ums Land bauen...

So wird es eine Weile gut gehen mit den Ladesäulen am Flughafen, dann ist die Förderung vorbei, dann kracht alles zusammen wie ein Kartenhaus.

Volker.Berlin hat geschrieben:Strom ist in Frankfurt bei den regulären Parkgebühren inklusive. Auch hier denke ich, fairer geht es nicht. Parkgebühren an Flughäfen sind natürlich ein ganz eigenes Thema...


Warum ist das "fair"? Und für wen?
Jemand nimmt eine Dienstleistung in Anspruch (aufladen), zahlt aber nicht dafür?
Wer zahlt denn den Strom / Installation / Abrechnung / Betrieb? In dem Falle derzeit noch der Steuerzahler oder die anderen Kunden, nehme ich an. Aber wer zahlt es, wenn das Förderprogramm ausgelaufen ist?

Logisch, momentan dürften die paar Ladestellen bei tausenden anderen Parkplätzen kaum ins Gewicht fallen.
Aber wie ist denn die langfristige Planung? Jeder zweiter Parkplatz mit kostenlosen Strom? Und diejenigen die dann nicht laden, zahlen den mit? Also auch der E - Autofahrer, der zu Hause aufgeladen hat? ? Warum sollte er dann noch so doof sein, und zu Hause laden? Wenn es am Flughafen kostenlos Strom gibt? Und wer mit der S -Bahn anreist, zahlt auch den Strom den die Autos laden mit?
Zuletzt geändert von Grobi am 5. Mär 2018, 16:46, insgesamt 1-mal geändert.
 
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von TommyP. » 5. Mär 2018, 16:37

Grobi hat geschrieben:Ich nenne das "Schildbürgerstreich".

Ich nenne es Service.
Ich fahre heute z.B. zu einem Kaufland mit kostenloser Säule. Und gehe dort einkaufen, statt woanders. Das lädt natürlich schneller, will ja auch nicht den ganzen Tag dort verbringen...
Langzeitparker am Airport nehmen ein Hotel mit Parkplatz oder einen Parkservice mit Shuttle.
Grüße aus der grünen Heide

Tommy

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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 5. Mär 2018, 16:39

Grobi hat geschrieben:In Frankfurt kostet Parken derzeit 32 Euro am Tag. :o
Wie soll denn mit solchen Schnarchladern ein kommerzieller Anbieter jemals Geld verdienen?

Die Frage hast Du Dir perfekt selbst beantwortet: Über die Parkgebühren. Bei einem Flughafen-Parkplatz-Betreiber darf man glaube ich ein gesundes Verständnis ökonomischer Zusammenhänge voraussetzen. Vielleicht hofft er ja, dass ich die von Dir zitierten 32 Euro lieber ihm gebe, statt dem Taxi-Unternehmer oder dem Billig-Park-Service, wenn er mich im Gegenzug mein Auto aufladen lässt? Ich weiß nicht, wie seine Rechnung aussieht, und es interessiert mich auch ehrlich gesagt nur mäßig. Reines Gutmenschentum ist als Motivation jedoch unwahrscheinlich.

Grobi hat geschrieben:Und wer mit der S -Bahn anreist, zahlt auch den Strom den die Autos laden mit?

Mir ist nicht bekannt, dass von Nutzern öffentlicher Verkehrsmittel Parkgebühren erhoben werden.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Spürmeise » 5. Mär 2018, 17:05

Grobi hat geschrieben:Wie soll denn mit solchen Geeignetladern ein kommerzieller Anbieter jemals Geld verdienen? So ein Lader braucht Durchsatz/viele Kunden am Tag

Nein, was ein Parkhausbetreiber braucht sind niedrigere Bau- und Instandhaltungskosten durch weniger aggressive Autoabgase sowie weniger aufwendig zu bauende und unterhaltende Zwangsbelüftungsanlagen.

Am leichtesten erreicht man das mit vielen kostengünstigen, gleich mit dem Parktarif abgegoltenen einfachen Ladepunkten (die wegen der Stromkosten eben keine Supercharger sein dürfen), welche viele Kunden mit E-Autos anlocken.
Verbrennerfrei seit 1992: Mini-El City mit 159Wp PV zur DC-Ladung; 1999: 2,5kWp PV; 12/2013: Smart fortwo ED3. M3 CRI: #591xxx
 
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Grobi » 5. Mär 2018, 17:40

Volker.Berlin hat geschrieben:
Grobi hat geschrieben:In Frankfurt kostet Parken derzeit 32 Euro am Tag. :o
Wie soll denn mit solchen Schnarchladern ein kommerzieller Anbieter jemals Geld verdienen?

Die Frage hast Du Dir perfekt selbst beantwortet: Über die Parkgebühren. Bei einem Flughafen-Parkplatz-Betreiber darf man glaube ich ein gesundes Verständnis ökonomischer Zusammenhänge voraussetzen. Vielleicht hofft er ja, dass ich die von Dir zitierten 32 Euro lieber ihm gebe, statt dem Taxi-Unternehmer oder dem Billig-Park-Service, wenn er mich im Gegenzug mein Auto aufladen lässt? Ich weiß nicht, wie seine Rechnung aussieht, und es interessiert mich auch ehrlich gesagt nur mäßig. Reines Gutmenschentum ist als Motivation jedoch unwahrscheinlich.


Dem Argument kann ich nicht folgen.

Wenn Du deinen Tesla zu Hause komplett voll lädst, was kostet Dich das? 30 Euro in etwa?
Also wird es auch den Parkhausbetreiber/Ladesäulenanbieter mindestens genau so viel kosten, und in 24h wirst Du dort auch mit einem langsamen Lader deinen Tesla locker voll bekommen. Du kannst es also so drehen, dass Du dort umsonst parkst, und für das Laden nur so viel bezahlst, wie Du auch zu Hause bezahlen würdest.

Das ist in etwa so, als ob Aldi jedem Kunden bei einem Einkauf über 10 Euro eine Tageskarte für den Nahverkehr anbietet, damit er auch zum Einkaufen kommt. Wieso sollten die das machen, wie sollte sich das für Aldi jemals rechnen? Dann kommen Leute zum Aldi, die dort vielleicht gar nicht einkaufen wollen, die aber eine Fahrkarte brauchen. So war es in der DDR, da haben die Hühnerfarmer zeitweise aus den Konsum -
Läden ihre eigenen Eier gekauft, um die dann ein zweites mal wieder zu verkaufen.

Macht keinen Sinn, oder?

Heute werden überall Preise verglichen. Wenn ich irgendwo etwas mitbezahlen muss, was ich gar nicht brauche, gehe ich dort nicht hin. Wenn ich irgendwo hin gehe, wo es etwas unter Wert zu kaufen gibt, dann wird das ein kurzes Vergnügen sein, weil der Anbieter schnell pleite sein wird...

Volker.Berlin hat geschrieben:Mir ist nicht bekannt, dass von Nutzern öffentlicher Verkehrsmittel Parkgebühren erhoben werden.


Der Flughafen Frankfurt bietet jetzt 32 neue Ladesäulen an. Das Laden ist dort kostenlos.
Wer bezahlt die also?
Die Parkgebühren für alle anderen sind ja deswegen nicht erhöht wurden, oder?
Also muss es JEDER Fluggast bezahlen.
Es sei denn, die Säulen sind zu 100% vom Staat finanziert.
Dann muss es JEDER Steuerzahler bezahlen.
Auch derjenige, der nie fliegt.
Einer muss es aber zahlen, da sind wir uns einig, oder?

Es geht ja nicht darum, dass es hier grosse Summen sind. Geld wird genug verpulvert.
Es geht aber darum, ob man Strohfeuer entfacht oder ob man sich überlegt, wie man eine zukunftssichere Ladeinfrastruktur schafft.
Ich stehe auf den Standpunkt, das geht nur marktwirtschaftlich. Anbieter müssen ein Interesse daran haben, zu investieren. Interesse werden sie nur haben, wenn sie etwas verdienen können. Alles andere ist Wunschdenken.
Wenn diese Anbieter noch nicht da sind, dann müssen die Autohersteller eben ran.
Tesla macht es ja vor, und das scheint mir daher das einzige funktionierende und nachhaltige Ladesystem weltweit zu sein.

Alles andere ist Flickschusterei und wird meiner Ansicht nach einerseits schnell wieder verschwinden, andererseits hemmt es private Investoren: Gegen so eine staatlich finanzierte , subventionierte Säule hat eben ein Anbieter keine Chance, der keine Förderungen abgreifen kann oder will. Warum soll er dann überhaupt anfangen?
Zuletzt geändert von Grobi am 5. Mär 2018, 17:55, insgesamt 1-mal geändert.
 
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 5. Mär 2018, 17:48

Ich komm nicht ganz mit. Was ist Dein Punkt? Der Parkplatzbetreiber ist zu dumm und wird deshalb pleite gehen und dann gibt es gar keine Parkplätze mehr am Frankfurter Flughafen? Ist das Deine Sorge? Ich verstehe nicht, worauf Du hinaus willst.

Und noch eine kurze Frage: Benutzt Du eine Flatrate? Handy? Internet? Pay-TV? Mittagsbuffet? Oder sogar zum Aufladen?

Ich denke, Du schüttest das Kind mit dem Bade aus. Die 16 x 3,7 kW bringen den Betreiber nicht um. Buche es einfach auf's Werbebudget. Wenn es irgendwann anfängt, ernsthaft Geld zu kosten, kann er sich immer noch ein anderes Abrechnungsmodell überlegen.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 5. Mär 2018, 18:16

Grobi hat geschrieben:Wenn ich irgendwo etwas mitbezahlen muss, was ich gar nicht brauche, gehe ich dort nicht hin. Wenn ich irgendwo hin gehe, wo es etwas unter Wert zu kaufen gibt, dann wird das ein kurzes Vergnügen sein, weil der Anbieter schnell pleite sein wird... [...]
Anbieter müssen ein Interesse daran haben, zu investieren. Interesse werden sie nur haben, wenn sie etwas verdienen können. Alles andere ist Wunschdenken.

Das ist mir alles zu platt. Meidest Du Hotels, die kostenloses WLAN anbieten? Oder einen Fernseher? Ich benutze den Fernseher nie! Hilfe, ich zahle für eine Leistung, die ich nicht in Anspruch nehme!

Und welches Interesse haben die Hoteliers, Investitionen in Fernseher und WLAN-Router zu tätigen...? Und wieso bieten sogar manche Hotels für Ihre Gäste eine kostenlose Ladestation an? Das ergibt doch alles keinen Sinn... :? grübel... grübel...
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