Konzept für öffentliche Ladestellen

Öffentliche und private Lademöglichkeiten...

Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Wim » 27. Feb 2018, 10:58

@volker.berlin
vielen dank für den link!

spannend, wie da (auf technischer argumentationsbasis) die hohen gesamtkosten argumentiert werden. für mich steht da zwischen den zeilen der ruf nach dem steuergeldverwaltendem staat, dem dann an einer zweiten stelle sofort die "ex-mineralöl-jetzt-strom-steuer" als einnahmequelle (ja auch wieder aus der tasche des steuerzahlers) als mohrrübe vor die nase gehalten wird.

naja, halt VDA ... :D

@osed
ich preise den herrn!!! auf seite 107 dieses themas kannst selbst du dich zu einer unterteilung der ladesäulen (in "ikea&co", "parkhaus" und "profitcenter") hinreißen lassen :D
wer an jeder teslasäule noch andere stecker sehen möchte, der setzt sich sicherlich auch dafür ein, dass phev beim tanken auch strom ziehen können und rewe ihre eigenmarke nur anbieten darf, wenn sie auch die eigenmarken von edeka&co ins regal stellen
 
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von egn » 27. Feb 2018, 11:07

OS Electric Drive hat geschrieben:Ich empfinde es als wirklich sehr spannend, was so manch Elektronaut für Ideen hat.


Denke nicht im Problemen. Denke in Lösungen. (Goethe) :roll:
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 27. Feb 2018, 11:40

Wim hat geschrieben:@osed
ich preise den herrn!!! auf seite 107 dieses themas kannst selbst du dich zu einer unterteilung der ladesäulen (in "ikea&co", "parkhaus" und "profitcenter") hinreißen lassen :D


Hier wurde halt das Parkhaus mit dem Parkticket oder IKEA eben als DIE Lösung verkauft und das sehe ich nicht. Dass das in Einzelfällen funktionieren kann mag ja sein, ob das großflächig funktioniert sehe ich eben nicht. Und wenn ich mir das Argument anhöre dass jemand der schon 10.000€ für nen Ladepunkt ausgibt sich dann keine Sorgen über den Strom machen soll, sagt doch alles.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von harlem24 » 27. Feb 2018, 13:34

Ansonsten vielleicht eine Lösung wie Ubitricity es anbietet, da sind die lokalen Kosten minimal, weil nämlich nur eine Dose gesetzt werden muss.
Alles andere ist im Kabel. Eventuell nicht 100% komfortabel, aber da kann man wahrscheinlich noch was optimieren.
Hat halt den Charme, dass man nur wenig Aufwand betreiben muss, da reicht ne Säule, zwei Kabel und die Dosen.
 
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 27. Feb 2018, 14:55

harlem24 hat geschrieben:Ansonsten vielleicht eine Lösung wie Ubitricity es anbietet, da sind die lokalen Kosten minimal, weil nämlich nur eine Dose gesetzt werden muss.

Das ist eine schöne Idee, aber die "Dose" ist auch bei Ubitricity nicht so billig, wie man sie gern hätte. Aus einer wirklich billigen Dose könnte ja jeder einfach Strom klauen. Es braucht also mindestens ein Schütz und ein wenig Intelligenz zur Authentifizierung. Ich möchte sogar bezweifeln, dass die Dose ohne eigene Kommunikation (GSM, WLAN, LAN) auskommt. Unterm Strich ist die Ubitricity-Dose nach meiner Kenntnis etwa 1/2 so teuer, wie ein günstiger Typ 2-Ladepunkt, aber nicht etwa 1/10 so teuer (was man eigentlich gern hätte). Die Kosten für die Bereitstellung des Stroms (Netzanbindung, Unterverteilung, Kabel ziehen) sind natürlich eh dieselben wie bei jeder anderen Ladebox oder Ladestation.

Mein Fazit zu Ubitricity ist: Für die relativ geringe Ersparnis lohnt es sich nicht, den Standard über Bord zu werfen und allen Usern proprietäre Kabel aufzuzwingen. Es hätte einen gewissen Reiz, wenn die OEMs die Intelligenz, die jetzt im Kabel steckt, direkt im Auto verbauen würden. Damit könnte ich mich anfreunden, aber das machen die nicht. Daher würde ich persönlich nicht (mehr) auf Ubitricity setzen.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Hein Mück » 27. Feb 2018, 16:14

Volker.Berlin hat geschrieben:... sogar bezweifeln, dass die Dose ohne eigene Kommunikation (GSM, WLAN, LAN) auskommt.

Ich bin ja nur Laie, aber das ist der Punkt, den ich bei den vielen Vorschlägen irgendwie vermisse. Muss so ein Ladepunkt nicht irgend eine Möglichkeit haben, eine Autorisierung vorzunehmen? Ist WLAN hinreichend in einem Parkhaus? Was kostet denn z. B. so ein GSM-Online-Service nebst Wallbox-Hardware oder geht das auch über das Stromnetz (bieten da die Netzanbieter was?)? Ist eine SMS-Kommunikation hinreichend oder ist es erforderlich, dass so eine Station ferngewartet wird?

Bye Thomas
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 27. Feb 2018, 16:34

Powerline Communication (PLC) funkioniert gut in abgeschlossenen Bereichen, zum Beispiel in einem Stockwerk eines Gebäudes (je nach Topologie der Stromversorgung). Regional oder gar überregional gibt es sowas nicht. Wenn im Parkhaus eine ganze Batterie von Ladestationen installiert wird, sind die typischerweise per Kabel angeschlossen. PLC wäre denkbar, aber normalerweise verwendet man dedizierte Datenkabel. PLC kommt nur da zum Einsatz, wo der Aufwand für die nachträgliche Installation von Datenkabeln unverhältnismäßig ist. Da bei der Installation von Ladestationen sowieso Kabel gezogen werden müssen (nämlich die Stromkabel), fällt das zusätzliche Datenkabel kostenmäßig nicht ins Gewicht. An einer zentralen Stelle werden dann alle Ladestationen eines Parkhauses oder eines Parkdecks ins Internet gebracht -- das kann sein per DSL, TV-Kabel, LTE, whatever.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 27. Feb 2018, 16:49

Ich persönlich finde Gefallen an der Installation bei Bechtle. Dort sind die Ladesäulen analog zu Tesla SuC nur verlängerte Steckdosen zur zentralen Einheit. Das macht die Wartung auf jeden Fall viel einfacher und hat auch sonst sehr gute Vorteile was die Lesitungsverteilung etc angeht. Zudem ist auch die Messung mittels Vorgaben zum Eichamt einfacher und besser verwertbar.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Wim » 27. Feb 2018, 18:58

@osed

OS Electric Drive hat geschrieben:
Wim hat geschrieben:@osed
ich preise den herrn!!! auf seite 107 dieses themas kannst selbst du dich zu einer unterteilung der ladesäulen (in "ikea&co", "parkhaus" und "profitcenter") hinreißen lassen :D


Hier wurde halt das Parkhaus mit dem Parkticket oder IKEA eben als DIE Lösung verkauft und das sehe ich nicht. Dass das in Einzelfällen funktionieren kann mag ja sein, ob das großflächig funktioniert sehe ich eben nicht. Und wenn ich mir das Argument anhöre dass jemand der schon 10.000€ für nen Ladepunkt ausgibt sich dann keine Sorgen über den Strom machen soll, sagt doch alles.


ich habe eigentlich immer dich als verfechter einer "muss für alles gehen und trifft auf alles zu"-lösung wahrgenommen. solche "ikea"-ladelösungen werden genauso ihren platz finden wie kostenloses parken vor dem supermarkt neben kostenpflichtigen parkhäusern ihre daseinsberechtigung haben.


mein orakle zum thema "profitcenter"-ladestellen ist so ungefähr:

die anbieterseite des e-auto-marktes ist erst im entstehen. hier wird es noch viel bewegung geben.
autohersteller, die keinen alttechnologieballast haben, sind in ihrer produktgestaltung freier als die angestammte autoindustrie (mit rücksichten auf aktienkurs, dividende, boni ...).
entweder rettet sich die angestammte autoindustrie durch ihr selbstverschuldetes jammertal oder sie geht ein.
langfristig werden autos elektrisch betrieben werden.

die entwicklung im pkw-angebot wird dahingehen, dass die ladekapazitäten (sprich mögliche reichweite) immer höher werden und die schnellladefähigkeit weiter zunehmen wird. es wird sich in europa mittelfristig etwas einpendeln, dass (ähnlich wie bei jetzigen pkw) eine reichweite von 800km und eine ladezeit (inkl. bezahlvorgang) von 5...10minuten abbildet (oder auf einem anderen nievau aber in einer solchen duplizität).

wenn der markt dann genug autovielfalt anbietet, wird der käufer an der kasse entscheiden.

wenn es preislich hinhaut: auch der eigenheimbesitzer (ein-auto-haushalt) mit eigner ladeinfrastruktur wird sich wohl für ein auto entscheiden, was ihn unproblematisch in den jahresurlaub fährt. auch wenn sein täglicher streckenbedarf bei nur 40...50km liegt (fahrt zur arbeit). allein aus sicht der EINEN urlaubsfahrt im jahr, wird er sich ein fahrzeug zulegen, welches sehr schnell ladbar ist. aus käufersicht werden wir uns in der masse immer irgendwo bei 70...80% des technisch machbaren bewegen. (der AB-linksfahrende-terminplan-abarbeiter braucht eh reichweite, reichweite, reichweite inkl. schnelladung.)

was bedeutet das nun für die "profitcenter"-ladeinfrastruktur?

große anbieter (z.b. stromanbieter) werden keine flächendeckenden strukturen aufbauen, bevor sich am automarkt nicht deutlich tendenzen (wo geht es technisch hin, wie sieht der zeitstrahl aus) darstellen. sie müssen nicht befürchten zu spät zu kommen. sollte in der strasse xy bereits jetzt ein schnarchlader von irgendjemanden stehen, ist es für große firmen, die irgendwann in den markt wollen wohl umsetzbar, den dann üblichen, nachgefragten ladepunkt 100m weiter zu errichten.
vor dem hintergrund eines "tankvolumens" von 800km-reichweite und einer schnelladefähigkeit von 5...10minuten, werden sich auchtankstellenartige ladeparks (erst an den fernstrecken, aber auch innerstädtisch) herausbildung (schon aus dem grunde, sehr gebündelt die benötigte energie örtlich bereitzustellen)

bleibt die frage: wie lange wird es bis dahin dauern? keine ahnung! geht es sehr schnell, dann ist jede jetzt errichtete "profitcenter"-ladeinfrastruktur vor erfolgter abschreibung pleite. schafft es die angestammte autoindustrie viele hybride in den markt zu drücken, verlängert sich die überlebenszeit der jetzigen schnarchladepunkte.

ich halte das ganze für ganz großes kino (in zeitlupe) und freue mich (fast täglich) über die neuen änderungen, wendungen, ankündigungen und urteile. wenn ich soviel popcorn essen würde ....
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 27. Feb 2018, 19:54

In London macht man jetzt Nägel mit Köpfen:
:arrow: https://www.electrive.net/2018/02/26/wa ... tallieren/
Der Londoner Stadtbezirk Wandsworth hat beschlossen, mehr als 700 neue Ladepunkte für E-Autos an Straßenlaternen zu installieren. [...]
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