Konzept für öffentliche Ladestellen

Öffentliche und private Lademöglichkeiten...

Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 25. Aug 2017, 09:21

olbea hat geschrieben:1. Vernünftigen Mengen
2. Verlässlich
3. Mit einer guten Verteilung
4. Barrierefrei
Selbst 350 KW Lader werden nicht immer helfen, da in absehbarer Zeit nicht alle mit >100 kWh Akkus durch die Gegend ballern werden.
Wir brauchen also einen vernünftigen Mix.
Du hast gerade mit den 350 KW Ladern zu tun und siehst diese als Lösung für alles an. (So kommt es bei mir an).
Ich bin bei Schnellladern auch dafür, daß die Ladeleistung steigt und hätte lieber heute wie morgen eine Ladeleistung von 350 KW. Aber bis das die Akkus aushalten, das dauert noch. Besonders im nicht Luxusbereich.
Und wenn alle erst mal kapiert haben, wie toll es ist, das Auto währen des Parkens ganz magisch alleine laden zu lassen, dann braucht es nicht so viele Schnelllader. Wichtig ist nur, daß man nicht kompliziert mit einem selbst mitgebrachten Kabel hantieren muss und auch nicht ein Kartenspiel an Ladekarten dabei haben muss. Parken, Stecker rein, fertig. Dann braucht es auch keinen quatsch wie induktives laden.


Zu den o.g. Punkten bin ich voll bei Dir... Und bis vor kurzem habe ich auch noch so gedacht... Bis ich diese Massen an Autos mal genauer betrachtet habe. Es wird einfacher sein und zwar viel einfacher punktuell Schnelllader aufzustellen die das Bedürfnis Mobilität befriedigen als Millionen von Ladepunkten die aller verwaltet werden wollen, wo mal nichts funktioniert weil die Sonne zu lange drauf scheint (Ludwigsburg) oder wieder einer "Gschwind" drauf parkt. Zudem wird es für günstige Autos unerlässlich sein die AC Ladeleistung zu reduzieren, 1kW kostet eben Geld (ca. 100€) Bei DC Ladestationen macht es also auch keinen Sinn mehr einen AC Lader mit sich herumzufahren. Es kommen nun die ersten DC Lader für zuhause und ich denke für 1000€ könnte man da bald bei 7kW sein!
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von egn » 25. Aug 2017, 09:54

Wenn der Lader aus dem Fahrzeug verschwindet dann kann man auch nicht mehr an der normalen Steckdose aufladen, außer man schleppt dann doch wieder einen externen DC-Lader herum.

Der AC-Lader ist nicht wirklich teuer. Er verwendet im Prinzip die gleiche Technik wie ein Wechselrichter und diese kosten heute kaum mehr als 100 Euro/kW. Und der DC-Lader ist ja nichts anderes als der AC-Lader, nur dass der Stecker zum Auto nach dem Lader statt vor dem Lader sitzt.

Ein großer Kostenfaktor sind wahrscheinlich auch die Stecker, Buchsen, Kabel und die Lizenzkosten.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 25. Aug 2017, 10:13

Leistungselektronik kostet Geld und mit 100€/kW hat man einen guten Anhaltspunkt. Ich denke bei 3,7kW wird man eher bei 150€ liegen und bei 22kW eher unter 100€. Der AC Lader könnte vermutlich auf 3,7kW fallen. Um zur Not noch laden zu können. Ich bin mir sehr sicher, dass AC Ladung zur absoluten Ausnahme werden wird wenn ich den Preissturz bei DC Ladern betrachte...
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von olbea » 25. Aug 2017, 10:28

Dann geht aber ein Vorteil verloren. Eigentlich jeder findet es genial/cool/toll, daß man ein Elektroauto an jeder Steckdose laden könnte.
Aber DC-Only Laden wäre bestimmt in toll für neue Steuern.
Und die DC Lader für zu Hause wären ja Destination Charger. Diese müssten also auch gemanagt werden.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 25. Aug 2017, 10:34

Mit 3,7kW kann man an jeder Steckdose laden. Aktuell sind halt andere Lösungen gefragt um E-Mobilität ermöglichen. Was aber nun sehr greifbar geworden ist sind Ultra Schnelllader und das wird die E-Mobilität zum Durchbruch bringen. Ich fahre seit 6 Jahren EV und habe nur selten verlässlich E-Tankstellen vorgefunden die vom Tarif auf meine Bedürfnisse gepasst haben. Ich würde gerne auch mal wieder bei Langstrecken eben nicht dort essen wo ein SUC ist sondern wo es mir schmeckt! Und Tanken und Essen einfach nichts miteinander zu tun haben. Das wird so kommen, anders wird nichts passieren..
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von r.wagner » 25. Aug 2017, 10:39

egn hat geschrieben:Wenn der Lader aus dem Fahrzeug verschwindet dann kann man auch nicht mehr an der normalen Steckdose aufladen, außer man schleppt dann doch wieder einen externen DC-Lader herum.

Der AC-Lader ist nicht wirklich teuer. ....


Ist der AC Lader im Fahrzeug nicht eigentlich ein DC Lader, wenn man ihn extern hätte? Wenn der nicht teuer ist, wäre ein externer DC Lader auch nicht teuer, richtig? Er müsste nur kleiner und handlicher werden (ala "Lade-Ziegel" oder UMC). Dann könnte man im Zubehörhandel DC-Ladeadapter in jeder Stärke nachkaufen. Ein Ausfall eines Onboard-Laders kann es dann nicht mehr geben, da nicht vorhanden. Und jeder kauft sich die Ladeleistung nach Geldbeutel und Bedarf. Denn DC sollten die Fahrzeuge ja ordentlich Leistung vertragen.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 25. Aug 2017, 10:42

Genau... So sehe ich das auch!
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von olbea » 25. Aug 2017, 10:43

OS Electric Drive hat geschrieben:Zu den o.g. Punkten bin ich voll bei Dir... Und bis vor kurzem habe ich auch noch so gedacht... Bis ich diese Massen an Autos mal genauer betrachtet habe. Es wird einfacher sein und zwar viel einfacher punktuell Schnelllader aufzustellen die das Bedürfnis Mobilität befriedigen als Millionen von Ladepunkten die aller verwaltet werden wollen, wo mal nichts funktioniert weil die Sonne zu lange drauf scheint (Ludwigsburg) oder wieder einer "Gschwind" drauf parkt. Zudem wird es für günstige Autos unerlässlich sein die AC Ladeleistung zu reduzieren, 1kW kostet eben Geld (ca. 100€) Bei DC Ladestationen macht es also auch keinen Sinn mehr einen AC Lader mit sich herumzufahren. Es kommen nun die ersten DC Lader für zuhause und ich denke für 1000€ könnte man da bald bei 7kW sein!


Ich denke es ist einfacher, viele Parkplätze mit geringer Ladeleistung auszustatten. Dabei ist es (mir) egal ob AC oder DC.
Du bekommst einfach nicht genug Strom durch die Leitungen um mit Schnellladern, zu akzeptablen Preisen, ein Geschäft zu machen. Die Autos stehen eh zu über 90% der Zeit rum.
Wenn ich die Wahl habe, >50 Cent pro kWh am Schnelllader oder 30 Cent am Destination Charger (z.B. im Hotel oder eine Mall) was glaubst Du mache ich? Selbst bei 30 Cent am Schnelllader und 50 Cent am Destination Charger würde ich gleich handeln.
Ich stelle mich bestimmt nicht 10 oder 20 Minuten neben den Schnelllader. ;)
Ich lade dort, wo ich sowieso parke. Das ist DER Vorteil der Elektromobiität. Diesen Vorteil sollten wir erhalten und möglichst ausbauen, aber bitte nicht leichtfertig zerstören.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von r.wagner » 25. Aug 2017, 10:54

OS Electric Drive hat geschrieben:
OS Electric Drive hat geschrieben:
r.wagner hat geschrieben:[Vision]
das beste Laden ist gar nicht Laden. Ich denke, dass die Lösung (in einigen Jahren von heute - klar!) so aussieht, dass das Auto sich selbst um die Energieversorgung kümmert - völlig transpartent. Sei es durch induktive Parkplätze oder Fahrspuren oder als autonomes Fahrzeug. Es wird nicht mehr Aufgabe des Fahrers bzw. der transportierten Person sein, sich darüber irgendwelche Gedanken machen zu müssen.
[/Vision]


Das ist so wahrscheinlich wie die Eröffnung des BER 2015. Solche Investitionen wird es nicht geben...


...

Das war die Zeit der Gründer, wo Bosch und Siemens, Daimler und Co entstanden... Diese Zeit ist längst vorbei, da konnte man Atomkraftwerke bauen, Stromautobahnen und ganze Fluren bereinigen... Versuch das heute mal...

Das ist eine andere Zeit... Massive Eingriffe wird es nicht mehr geben... Dazu ist die Verschuldung viel zu hoch .. Und es dauert viel zu lange...Hunderte verschiedener Systeme... Das ist einfach nicht realistisch...

Realistisch ist aber, dass man einen Container kaufen kann, idem ein Fetter Akku, Fette Lader ein Trafo eine Messung und Abrechnung drin ist und den kann man quasi überall aufstellen wo es 20kV gibt... Das ganze ginge dann vermutlich für sagen wir mal 300.000-500.000€€ über den Tisch... 300kWh Akku und 4*350kW Lader... Ein 800kVA Trafo und gut ist...


Das wäre eher eine Evolution als "ganze Fluren bereinigen" aus meiner Sicht. Autobahnen müssen immer wieder erneuert werden => Einbau von Induktionsstrecken. Parkplätze werden verändert, Parkhäuser und Tiefgaragen neu gebaut,... Auch unsere heutige komplette "Benzinversorgungsinfrastuktur" ist nicht von heute auf morgen entstanden. Darum schrieb ich ja "Vision".

Auch ich sehe, dass es gerade hier in Mitteleuropa immer schwerer wird Änderungen durchzukriegen. Das liegt an vielen Dingen. Führt aber zu Trägheit und Verlust der Marktführerschaft. Ohne Möglichkeit neue Dinge angehen zu können, gäb es Tesla nicht, keine Hyperloop Initiative, keine boring Company und kein Space X.

Wenn neue Innovationen hier "nicht kommen werden", da "es viel zu lange dauert" (siehe BER), sehe ich uns alle hier den grossen Kulturen folgen, die es alle nicht weiter als zu einem gewissen Punkt geschafft haben um dann von innovativeren abgelöst zu werden.

So genug OT.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von OS Electric Drive » 25. Aug 2017, 11:36

[quote="olbea")

Ich denke es ist einfacher, viele Parkplätze mit geringer Ladeleistung auszustatten. Dabei ist es (mir) egal ob AC oder DC.
Du bekommst einfach nicht genug Strom durch die Leitungen um mit Schnellladern, zu akzeptablen Preisen, ein Geschäft zu machen. Die Autos stehen eh zu über 90% der Zeit rum.
Wenn ich die Wahl habe, >50 Cent pro kWh am Schnelllader oder 30 Cent am Destination Charger (z.B. im Hotel oder eine Mall) was glaubst Du mache ich? Selbst bei 30 Cent am Schnelllader und 50 Cent am Destination Charger würde ich gleich handeln.
Ich stelle mich bestimmt nicht 10 oder 20 Minuten neben den Schnelllader. ;)
Ich lade dort, wo ich sowieso parke. Das ist DER Vorteil der Elektromobiität. Diesen Vorteil sollten wir erhalten und möglichst ausbauen, aber bitte nicht leichtfertig zerstören.[/quote]

Wenn Du das denkst dann mache ein Geschäft daraus. Es ist aber leider eben nicht so. Wie viele Parkplätze hat das Breuningerland und der IKEA in LB? 3000 das Breuningerland und Ikea bestimmt nochmals so viele... Wie viele müssen denn auf EV umgestellt werden? 6000 Parkplätze sagen wir 50% wären 3000 Stück *11kW (sonst lohnt sich das ja nicht) macht 33MW Leistung.. Wenn man dann 3MW (was vermutlich deutlich mehr ist als IKEA selbst verbraucht zur Verfügung hat so könnten 3000 Autos nur mit 1kW laden...

Zudem, warum soll Ikea das machen? Da gibt es Leute die das können und das wird deren Speizalgebiet sein... Und was wenn, am Schnelllader gegen 12 Uhr die kWh nur 18Ct kostet? Die aktuellen Preise bei den DC liegen bei >50Ct und das wird eher zunehmen als weniger werden. Irgendwann muss man was verdienen damit.
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