Konzept für öffentliche Ladestellen

Öffentliche und private Lademöglichkeiten...

Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von volker » 16. Aug 2017, 08:47

Volle Zustimmung.

Der Konflikt zwischen "Laden" und "Parken" beim Destination Charging muss zu Gunsten des Parken aufgelöst werden. Mit anderen Worten: wenn das Auto länger parkt, als es lädt, darf das kein Problem werden. Daraus folgt:
1. Die Ladeleistung kann eher niedrig sein - 11kW reicht.
2. Es müssen viele Ladepunkte bereit gestellt werden. Idealerweise immer einer mehr, als gerade E-Autos parken.
3. Um den elektrischen Anschlusswert in sinnvollen Grenzen zu halten, ist ein Lastmanagement nötig.

Bei einem weitgehend elektrischen Verkehr (BEV und PHEV) sind genügend Fahrzeuge unterwegs, die gerade keinen Strom brauchen. Als Endziel kann man 25% der Parkplätze mit Ladepunkten planen. Warum nicht 100%? Weil bis dahin die Autos von alleine zum Laden fahren.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von olbea » 16. Aug 2017, 08:49

@Volker.Berlin, das sehe ich auch so.
Ich war letztens in Berlin und musste in der Tiefgarage Alexanderstraße laden.
War echt blöd, da es ein zeitabhängiger Tarif ist.
Ich kam gegen 22:00 an. Das Auto wäre in 2-3h voll gewesen. Dann einen passenden Zeitpunkt zum laden zu finden war nicht einfach. Der Terminplan war vollgestopft (Messe). Somit habe ich nicht über Nacht laden können, und auch nicht wollen.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Mathie » 16. Aug 2017, 08:51

Volker.Berlin hat geschrieben:22 kW an (fast) jedem Parkplatz und ggf. mit Lastmanagement geregelt wären ideal, sind aber unrealistisch. Der Teil "an (fast) jedem Parkplatz" scheint mir weitaus wichtiger, als die Ladeleistung. Wenn ich beides zusammen nicht haben kann, finde scheinen mir viele Ladestationen mit geringer Ladeleistung (und ohne Beschränkungen bei der Nutzungsdauer) hilfreicher und praxisgerechter, als wenige Ladestationen mit relativ hoher AC-Ladeleistung.

Hinzu kommt, dass viele Fahrzeuge die 22 kW gar nicht nutzen können. Meine persönliche Glaskugel sagt, dass der Trend zu 11 kW geht, aber man darf natürlich anderer Meinung sein.

Das alles gilt nur für AC ("Destination Charger"). Dass es daneben auch noch eine ausreichende Anzahl DC Schnellladestationen geben muss, an denen selbstverständlich nicht geparkt wird, setze ich dabei voraus.

Und damit ist alles gesagt und wir können den Thread schließen ;-)

Lademöglichkeiten an Parkplätzen sind das, was für die allgemeine Verbreitung der E-Mobiltät in meinen Augen fehlt. Derzeit erfordert E-Mobilität für Menschen ohne eigenen Parkplatz (zu Hause oder bei der Arbeit) mit Lademöglichkeit einen erheblichen Enthusiasmus. Die Laternenparker, die ihr Auto mal hier mal da abstellen und wenn sie abends später heimkommen auch länger nach einem Parkplatz suchen müssen, brauchen Parkplätze, wo sie das Auto denn auch länger stehen lassen können als ausschließlich während des Ladevorgangs. Das geht nur, wenn es genug Parkplätze mit Lademöglichkeit geben wird. Dort reicht dann auch eine geringe Ladeleistung.

Gruß Mathie
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von UTs » 16. Aug 2017, 09:00

Für mich gibt es im wesentlichen 3 unterschiedliche Anforderungen:

1) Schnelllademöglichkeit bei Langstrecke mit Einschränkung den Platz nur während der Ladezeit zu benutzen
2) möglichst schnelle Lademöglichkeit bei Kurzaufenthalten (1-2 Stunden) mit Einschränkung den Platz nur während der Ladezeit zu benutzen
3) genügend Parkplätze mit Lademöglichkeit. Hier reichen, falls finanziell sonst nicht machbar, auch niedriger Ladeleistungen.

Punkt 3) ist sicher auch sehr interessant, wenn der Stromanbieter in Abhängigkeit von der Zeit die Ladeleistung steuern kann um z.B. Stromspitzen zu glätten.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von elrond » 16. Aug 2017, 09:11

UTs hat geschrieben:Für mich gibt es im wesentlichen 3 unterschiedliche Anforderungen:

1) Schnelllademöglichkeit bei Langstrecke mit Einschränkung den Platz nur während der Ladezeit zu benutzen
2) möglichst schnelle Lademöglichkeit bei Kurzaufenthalten (1-2 Stunden) mit Einschränkung den Platz nur während der Ladezeit zu benutzen


Ich habe den Eindruck, dass man sich bislang vor allem um diese Punkte gekümmert hat.

UTs hat geschrieben:3) genügend Parkplätze mit Lademöglichkeit. Hier reichen, falls finanziell sonst nicht machbar, auch niedriger Ladeleistungen.

Punkt 3) ist sicher auch sehr interessant, wenn der Stromanbieter in Abhängigkeit von der Zeit die Ladeleistung steuern kann um z.B. Stromspitzen zu glätten.


Das hier fehlt m.E. fast noch komplett. Das wären dann Stationen mit einer Ladeleistung zwischen 3,7 und 11 kW, oder?

Kommen die anderen E-Autos eigentlich damit zurecht, wenn es hier ein von außen gesteuertes Lastmanagement gibt?
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von GeeFive » 16. Aug 2017, 09:17

sustain hat geschrieben:Für 30 min machen 11 oder 22kW eher nicht so viel Sinn.

Sehe ich, zumindest bei 22 kW, nicht so. 30 min an 22 kW bringt ca. 50 km. Das kann genau die Stecke in die Stadt und wieder raus sein.

Ansonsten sollten wir (in D) statt der schwachsinnigen LSV* lieber eine gesetzliche Vorgabe haben, dass E-Auto mit Akkus bis 200 km mind. einen 11-kW-Lader haben müssen, darüber mind. einen 22-kW-Lader.

*Eine LSV ist nicht grundsätzlich schwachsinnig; es könnten auch sinnvolle Dinge drinstehen.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von UTs » 16. Aug 2017, 09:19

@elrond:
Ja, ich würde aber sagen: ab 3,7 oder sogar 1 kW :-)
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von RC-TeslaS » 16. Aug 2017, 09:21

Das Thema treibt mich auch schon eine Weile um. Insbesondere wenn ich mir den Aufbau der 50kW-Schnellladeinfrastruktur ansehe, die meiner Meinung nach völlig am Bedarf vorbei ist, da sie für die Langstrecke einfach Faktor 2 zu schwach/langsam ist und für die Kurzstrecke bisher an den falschen Orten aufgebaut werden.

22kW/AC im öffentlichen Raum ist im Moment zwar das Mittel der Wahl, aber nur, weil es die beste Verbreitung hat. Ansonsten ist es für die eine Anwendung (Dauerparken mit Laden) zu schnell und für die Andere (Schnellladen um schnell weiter zu kommen) zu langsam. Ich lade dort nur, wenn es keine andere Möglichkeit (SUC oder Hausanschluss) gibt oder ich weiss, dass es genau zu meiner Aufenthaltszeit (also um die 3 Stunden) passt.

Ideal wäre es also zunächst diese zwei HAUPT-Bedarfsarten (Parken mit Laden und Schnellladen) abzudecken und dann evtl. noch eine Zwischenlösung für Grenzfälle anzubieten:

1. 3,7kW/AC an sehr vielen Dauerparkplätzen/Laternen um die Ladung über Nacht zu gewährleisten
2. 150kW/DC oder mehr mit 8 und mehr Säulen an Standorten entlang der Fernstraßen
3. 50kW/DC an typischen innerstädtischen Parkplätzen/Aldi etc., wo man typischerweise um die 30 min bis 1 Stunde Haltezeit hat

Wie man sieht leider genau das, was wir heute nicht öffentlich verfügbar haben!

Deshalb funktioniert Elektromobilität zur Zeit nur für einen Teil der Autofahrer.
Mein Nutzungsprofil funktioniert mit 22kW/AC Homecharging und SUC von Tesla in allen Lebenslagen perfekt, aber als Laternenparker mit einem 200km-Reichweite Auto kommt man meiner Meinung nach heute nicht gut klar.

Gruß RC
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von GeeFive » 16. Aug 2017, 09:24

volker hat geschrieben:[…] beim Destination Charging muss zu Gunsten des Parken aufgelöst werden [...] Es müssen viele Ladepunkte bereit gestellt werden. Idealerweise immer einer mehr, als gerade E-Autos parken […] 25% der Parkplätze […]

Und genau das funktioniert auch wieder nicht, weil (zumindest auf absehbare Zeit) nicht 25% der Parkplätze (z.B. in einer Stadt) E-Autos vorbehalten sein können. Also darf wieder jeder parken und damit sind wieder alle Ladepunkte von Verbrennern zugeparkt.
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Re: Konzept für öffentliche Ladestellen

von Volker.Berlin » 16. Aug 2017, 09:50

UTs hat geschrieben:@elrond:
Ja, ich würde aber sagen: ab 3,7 oder sogar 1 kW :-)

Es gibt technische Grenzen, unterhalb derer heutige Ladegeräte nicht mehr sinnvoll betrieben werden können. Alles unterhalb von 2,3 kW (Schuko 10 A) ist zumindest fragwürdig.
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