Ladestation beim Netzbetreiber anmelden?

Öffentliche und private Lademöglichkeiten...

Re: Ladestation beim Netzbetreiber anmelden?

von Guillaume » 2. Mär 2017, 10:51

Frage: Wie sieht das eigentlich mit Bestandschutz aus hinsichtlich der geplanten VDE-Änderungen?
Ich habe seinerzeit (Anfang 2015) beim Netzbetreiber (Westnetz) tel. nachgefragt, wie hoch mein EFH abgesichert ist und ob ich meine 22kW-Ladestation anmelden muss. Nach einigem Hin-und-Her kamen dann die Antworten: 63A und Nein.

Kann der Netzbetreiber über die VDE die 22kW-Ladestation im Nachhinein meldepflichtig machen bzw. den Betrieb untersagen?
Oder geht es hierbei nur um Neuinstallationen? Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass im Handumdrehen mal eben in jedem Haushalt ein "Schieflastschutz" installiert wird aufgrund solch einer Änderung?
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Re: Ladestation beim Netzbetreiber anmelden?

von past_petrol » 2. Mär 2017, 11:37

Guillaume hat geschrieben:Kann der Netzbetreiber über die VDE die 22kW-Ladestation im Nachhinein meldepflichtig machen bzw. den Betrieb untersagen?
Oder geht es hierbei nur um Neuinstallationen? Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass im Handumdrehen mal eben in jedem Haushalt ein "Schieflastschutz" installiert wird aufgrund solch einer Änderung?


Das Thema Bestand ist noch nicht klar - diese Frage haben wir uns auch gestellt. Ich werde in diesem Jahr - auch wg. der ZOE, noch eine Veränderung vornehmen.

Ich gehe davon aus, dass bei Inkrafttreten, die ganze Suppe über allen gleichsam ausgegossen wird. Man kann das auch relativ einfach anhand des Stromverbrauches der letzten Jahre ermitteln. BEV Haushalte stehen da hervor.
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Re: Ladestation beim Netzbetreiber anmelden?

von past_petrol » 2. Mär 2017, 11:43

volker hat geschrieben:
Ich dachte, die Heizung hängt am DC-Hochvoltnetz. Wenn man vorheizt und das Auto hängt am Kabel, müsste der Bordlader die zur Heizung erforderliche Leistung ins DC Bordnetz speisen.
Ich habe schon beobachtet, dass der Tesla Bordlader den Strom pro Phase hochfährt mit mehreren Sekunden Abstand. Bei Doppellader erst der Masterlader, dann der Slave. Da entsteht zu keinem Zeitpunkt eine Schieflast >16A.



Die Heizung kratzt auf jeden fall mehrere Sekunden lang die 3,7 kVA Schallmauer einphasig und zweiphasig jeweils auf jeder Phase. Das ist bei mir so. Jetzt muß ich direkt nochmal nachschauen, wie lange das so sein darf. Man darf ja auch nicht vergessen, dass es immer schon irgendeine Last auf irgendeiner Phase gibt. Insofern kommt man da relativ schnell auch in Richtung 4,6 kVA.

Zunächst beginnt die Heizung auch on shore autark - für so 30-60s. Dann wird die AC-Lader eingeschaltet. Steht man daneben, merkt man, wie der Schütz in das Wallbox anzieht und dann geht es phasenverteilt los wie beschrieben...

Ich schaue mir das jeden Morgen beim Frühstück per app über den SMA Energy Meter an - real time. Genau aus dieser Diskussion - mich interessiert, was morgens im Haus abgeht und wie das dann aussieht, wenn man den Wagen vorheizt. Morgen kommt die ZOE - dann wird die durchgemessen - auch bei der Vorklimatisierung. Werde berichten. L3 ist bei uns Erdegeschoss und da hängt ne Menge Haustechnik drauf - Heizung und alle Server. Auf L3 reissen wir jeden morgen die 3,7 kVA und auch die 4,6 kVA einphasig...
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Re: Ladestation beim Netzbetreiber anmelden?

von past_petrol » 2. Mär 2017, 11:49

Nachtrag zum zeitlichen Verhalten:

Zugrunde wird der gemittelte 1-Minuten-Effektivwert gelegt. Die Unsymmetriebegrenzungseinrichtungen reagieren tlw. im Bereich von 100ms je nach Schieflastlage.

Steht aber alles noch nicht fest. Immerhin ist die Tendenz aktuell weg von 3,7 kVA hin zu 4,6 kVA dreiphasig max. bzw. < 4,6 kVA einphasig.

Insofern kann man allein mit der Heizung da durchaus schnell im roten Bereich landen, da ja die Grundlast auf jeder Phase nicht zu vernachlässigen ist...

so long...

;)
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Re: Ladestation beim Netzbetreiber anmelden?

von volker » 2. Mär 2017, 13:42

Ich hab den Ladestrom für zu Hause auf 13A gestellt, auch um die Lebensdauer des Laders zu erhöhen. Das sind 9KW verteilt auf 3 Phasen. Sollte also kein Problem sein hinsichtlich Schieflast, wenn die Ströme je Phase zeitlich versetzt hochgefahren werden.
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Re: Ladestation beim Netzbetreiber anmelden?

von Tho » 2. Mär 2017, 15:07

Wie soll denn dieser Schieflastschutz überhaupt umgesetzt werden?
Ich kenne genug Haushalte/Häuser, die haben noch nicht einmal einen Zählerschrank.
Und diese sind ohne Veränderungen bisher auch von allen Änderungen verschont geblieben. (Trotzdem schon CEE's für die Kreissäge im Keller oder Garage)
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Re: Ladestation beim Netzbetreiber anmelden?

von past_petrol » 2. Mär 2017, 15:27

Tho hat geschrieben:Wie soll denn dieser Schieflastschutz überhaupt umgesetzt werden?


So weit ich weiß, ist das alles noch nicht geklärt.

Es trifft einen, wenn man einen Speicher baut oder eine Ladestation installiert. Dann schlägt das zu. Es geht um Gleichzeitigkeitsfaktoren im Dauerlastbereich oberhalb von 3,7 oder eben 4,6 kVA. In normalen Haushalten kommt das so nicht wirklich vor.

Man erklärt dann eben einen Speicher oder eine Ladestation zu meldepflichtigen Einrichtungen und dann muß das Schieflastmanagement installiert werden. Wie hier eine technische Lösung aussieht, ist unklar. Installiert man es nicht, dann gibt es eben keinen Speicher oder keine Ladestation.

Man wird sehen...
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Re: Ladestation beim Netzbetreiber anmelden?

von holli » 2. Mär 2017, 20:01

past_petrol hat geschrieben:
Guillaume hat geschrieben:...
Das Thema Bestand ist noch nicht klar - diese Frage haben wir uns auch gestellt. Ich werde in diesem Jahr - auch wg. der ZOE, noch eine Veränderung vornehmen.

Ich gehe davon aus, dass bei Inkrafttreten, die ganze Suppe über allen gleichsam ausgegossen wird. Man kann das auch relativ einfach anhand des Stromverbrauches der letzten Jahre ermitteln. BEV Haushalte stehen da hervor.


Welche Änderungen genau ?
Ich frage, weil ich eine 22KW Ladestation habe und gerade ( Mai 2017 ) ein PV mit Speicher installieren möchte.
Ich möchte gerne reagieren, wenn ich sowieso gerade beim verändern bin, bevor ich ggfl. etwas übersehe.
Danke
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Re: Ladestation beim Netzbetreiber anmelden?

von past_petrol » 2. Mär 2017, 20:08

Ich werde zwei Ladepunkte setzen - mit lokalem Lastmanagement, damit beide Fahrzeuge unabhängig voneinander laden können und dabei eine einstellbare Gesamtleistung im Parallelbetrieb nicht überschritten wird. Damit lande ich im Bestand - was auch immer das bedeuten mag...
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Re: Ladestation beim Netzbetreiber anmelden?

von holli » 2. Mär 2017, 20:20

ok- ich denke, dass ich das verstehe.
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