Ionity: Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz

Öffentliche und private Lademöglichkeiten...

Re: Ionity: Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz

von stelen » 3. Okt 2018, 21:01

Äh Moment, bei den Zahlen die hier genannt werden könnte man sich den "Spaß" die Säulen aufzustellen doch gleich sparen. Rechnen wir doch einfach mal: Mein PHEV-SuFF braucht bei meiner Fahrweise auf der reinen Autbahnstrecke etwa 9L E10 zu 1,60, mit einem Diesel würde ich vmtl. auf 7L zu 1,30 kommen.

Macht also 14,40 € für 100km mit dem Benziner oder 9,10 € für 100km mit dem Diesel.

Mit der Horrorzahl von 1,36€/kwh und geschätzten 25kwh/100km mit einem E-Tron käme ich dann ja auf 34€ für 100km nur für den Strom. Selbst wenn man nun argumentiert, daß das ja nicht so oft vorkäme (bei mir schon) bleibt das dann doch trotzdem ein finanzieller Irrsinn unter diesen Randbedingungen (Vielfahrer mit großem Fahrzeug) ein E-Auto zu betreiben.

Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, das die solche Totgeburten an die Autobahnen pflastern.
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Re: Ionity: Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz

von Hendrik » 3. Okt 2018, 21:10

@Grobi: Verschwinden würde ionity ja nur, wenn sie komplett von fastned oder anderen komplett überrollt werden würden. Halte ich für unwahrscheinlich und selbst falls das passieren sollte, würde ich eher vermuten, dass ionity dann einfach versuchen würde fastned aufzukaufen.

Dass man Strom nicht gewinnbringend per Schnelllader für 25 Cent pro kWH verkaufen kann sehe ich auch so. Ionity kann aber genau wie Tesla auf Quersubventionierung setzen.
Außerdem: Wenn fastned davon ausgeht, dass sie mit 35 Cent pro kWh auskommen, dann müsste ionity das ja auch etwa hinbekommen. ionity hat ja gegenüber fastned & Tesla auch noch den Vorteil, dass sie gerade den kapitalintensiven Ausbau mit deutlich niedrigeren Zinsen finanzieren können.

Abrechnung pro kWh als Basis und dann ggf. Zeitgebühren oder Blockiergebühren wie bei Tesla halte ich insgesamt für ein sinnvolles Preismodell. Komplette Flatrate war sinnvoll, als Tesla gestartet ist, wird jetzt aber auch von Elon Musk nicht mehr als nachhaltig angesehen. Stimme seiner Argumentation voll zu:
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Re: Ionity: Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz

von Grobi » 3. Okt 2018, 22:06

stelen hat geschrieben:Äh Moment, bei den Zahlen die hier genannt werden könnte man sich den "Spaß" die Säulen aufzustellen doch gleich sparen. Rechnen wir doch einfach mal: Mein PHEV-SuFF braucht bei meiner Fahrweise auf der reinen Autbahnstrecke etwa 9L E10 zu 1,60, mit einem Diesel würde ich vmtl. auf 7L zu 1,30 kommen.

Macht also 14,40 € für 100km mit dem Benziner oder 9,10 € für 100km mit dem Diesel.

Mit der Horrorzahl von 1,36€/kwh und geschätzten 25kwh/100km mit einem E-Tron käme ich dann ja auf 34€ für 100km nur für den Strom. Selbst wenn man nun argumentiert, daß das ja nicht so oft vorkäme (bei mir schon) bleibt das dann doch trotzdem ein finanzieller Irrsinn unter diesen Randbedingungen (Vielfahrer mit großem Fahrzeug) ein E-Auto zu betreiben.

Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, das die solche Totgeburten an die Autobahnen pflastern.


Deswegen halte ich nur Teslas Ansatz für sinnvoll:
Der hohe Anschaffungspreis quersubventioniert das Superchargernetz.

Das ist wie beim Skifahren:
Leihausrüstung wäre für fast alle Touristen günstiger, zumindest bei Ski, aber das macht kaum jemand.

Warum kaufen Leute sich privat einen BMW oder einen Mercedes, obwohl die in der Anschaffung doppelt so teuer sind wie ein Ford oder Hyundai? Oder anders gefragt: Würde der BMW Fahrer an der Tankstelle nicht ziemlich dumm da stehen und für einen Volltrottel gehalten werden, wenn er Benzin in sein Auto füllen würde, was das doppelte vom "Ford Benzin" kosten würde? Da würde er ja jedesmal dran erinnert werden, wie unvernünftig sein Kauf doch war. Beim Kaufpreis ist ihm das egal, den zahlt er nur einmal...
 
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Re: Ionity: Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz

von Spidy » 5. Okt 2018, 16:17

Interview mit Paul Entwistle von Ionity.

https://youtu.be/TV42c-RM_hM?t=103
 
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Re: Ionity: Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz

von tripleP » 5. Okt 2018, 18:23

Grobi hat geschrieben:
Ich persönlich halte den Preis von 1,36 Euro für äusserst knapp kalkuliert, ist wohl eine Mischkalkulation, eigentlich müsste es teurer sein...
Alleine schon diese Wasserkühlung, die geplant ist wird doch absurd teuer werden.


Völliger Quatsch.

1.36/kWh wird sich nie etablieren. Klar, kann man versuchen zu verlangen, wird sich aber nicht durchsetzen.
Wenn Ionity solche Preise verlangen will, schade. Glaub ich aber nicht, dass ein taycan oder etron Käufer so viel zahlen muss.
Vielleicht ein Tesla Fahrer ;) Gut möglich. Aber der hat ja auch seine Supercharger.

Ist ja nicht schwierig auszurechnen, das der Marktpreis deutlich tiefer liegen wird als 1.36/kWh ;) Abgesehen davon, heute manchmal sogar gratis :!:

Nehmen wir mal eine 175er Säule (heute 100'000 Euro all In installiert, Tendenz natürlcih weniger in Zukunft!) und Fahrzeuge wie Etron, Ipace, EQC, Taycan, etc, etc..
Alle 2h kommt ein Fahrzeug laden, 60kWh, resp. 70kWh inkl. Ladeverlusten (30Min Ladevorgang). Das 8x täglich. Gibt im Jahr schon satte 200'000kWh. Bei 0.33/kWh = 66'000.00 Euro im Jahr Umsatz. Da bei Einkaufspreisen um 0.1/kWh und noch etwas Wartung.

Also bitte. Da sind sogar Preise weit unter 0.3 absolut denkbar, resp. Preise wie zu Hause.
Natürlich unter 2 Bedingungen:
- Schnellladefähige Fahrzeuge
- Viele davon
Model S P85D 04/15. Model X90D 12/16.
PV 23kWp, Batterie 18kWh, Intelligente Steuerung PV/Haus/Heizung/Ladestationen.
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Re: Ionity: Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz

von einstern » 7. Okt 2018, 10:57

Spidy hat geschrieben:Interview mit Paul Entwistle von Ionity.

https://youtu.be/TV42c-RM_hM?t=103

Danke fürs Teilen.
Hörenswert!
Heißt der Mensch wirklich Ent-Whistle? :D

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Nicht 50 kw.
2014 PV 50 kWp
2015 S85D
2016 WB 22kW und Boden-PV
2019 WP 13kW Erdwärme (statt Heizöl)
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Re: Ionity: Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz

von Wuseln » 7. Okt 2018, 18:27

Hendrik hat geschrieben:ionity hat ja gegenüber fastned & Tesla auch noch den Vorteil, dass sie gerade den kapitalintensiven Ausbau mit deutlich niedrigeren Zinsen finanzieren können.

Sorry, it’s not really sustainable at volume production & doesn’t incent optimal behavior. We probably should have ended this earlier.



Ionitys Refinanzierungskosten sind nicht wirklich niedriger, eine Querhaftung der Gesellschafter gibt es nicht. Daher ist die Refinanzierung auf die zukünftigen Cash Flows sowie den Wert der Standorte abzustellen; dafür gibt eine Bank kein wirklich billiges Geld.
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Re: Ionity: Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz

von smartgrid » 7. Okt 2018, 18:43

Spidy hat geschrieben:Interview mit Paul Entwistle von Ionity.

https://youtu.be/TV42c-RM_hM?t=103


Sehr interessantes Interview :!:
Spannend: min. 100 Standorte bis Ende 2018
Bei den Preisen hält man sich noch bedeckt, aber allein die Tatsache, dass man in der Aufbauphase den Strom nicht mehr kostenlos abgibt, sondern gegen eine Pauschale gibt die klare Marschrichtung vor, die immInterview mehrfach betont wurde: Profitabilität ist wichtig! Er hat auch betont, dass es sich bei 350 kw Schnellader um einen besonderen Premiumservice handelt, und dieser wird kosten.

Da CSS auch bei Marken verbaut werden wird, die nicht zum Konsortium gehören, gehe ich davon aus, dass man über hohe KWh Preise die Fremdlader möglichst fernhalten möchte, um die kostbare - weil wenig vorhandene - Infrastruktur den Konsortialmarken zur Verfügung stellen zu können. Diese wiederum werden zu Beginn einen subventionierten Preis bezahlen, der aber relativ schnell auslaufen wird, z.b. nach dem ersten Jahr. Achtung Geschäftsmodell: vermutlich kann man durch Abschluss eines Abovertrages diese Subvention verlängern.

Daher glaube ich weiterhin an einen hohen kWh Preis von 1 bis 1,50 Euro bei Ionity für alle Normallader, d.h. Konsortialmarkenfremd oder außerhalb des Subventionszeitraumes.
 
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Re: Ionity: Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz

von Wuseln » 7. Okt 2018, 19:40

smartgrid hat geschrieben:
Spidy hat geschrieben:Interview mit Paul Entwistle von Ionity.

https://youtu.be/TV42c-RM_hM?t=103



Da CSS auch bei Marken verbaut werden wird, die nicht zum Konsortium gehören, gehe ich davon aus, dass man über hohe KWh Preise die Fremdlader möglichst fernhalten möchte, um die kostbare - weil wenig vorhandene - Infrastruktur den Konsortialmarken zur Verfügung stellen zu können. Diese wiederum werden zu Beginn einen subventionierten Preis bezahlen, der aber relativ schnell auslaufen wird, z.b. nach dem ersten Jahr. Achtung Geschäftsmodell: vermutlich kann man durch Abschluss eines Abovertrages diese Subvention verlängern.

Daher glaube ich weiterhin an einen hohen kWh Preis von 1 bis 1,50 Euro bei Ionity für alle Normallader, d.h. Konsortialmarkenfremd oder außerhalb des Subventionszeitraumes.



Eine mögliche Exklusivität würde Sinn machen. Zum einen als Kaufanreiz für Kunden der Ionity-Gesellschafter, zum anderen zur Abgrenzung ggü. anderer Hersteller; gute, sinnvolle Standorte für Ladestationen (für Fernreisen) sind auch nicht unendlich vorhanden.
Der Abopreis müßte aber dann zumindest die Investitions-, Betriebs- und Refinanzierungskosten von Ionity abdecken. Falls nicht, müßten die Gesellschafter pro verkauftem Auto Ionity subventionieren (spätestens im JA 2019 zu sehen).
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Re: Ionity: Joint Venture der dt Hersteller für 350-kW-Netz

von tesla-andi » 8. Okt 2018, 18:50

Hätte ich kein Problem damit, den Kunden, die mit 350 kW laden wollen, auch mehr dafür zu verlangen. Shell Vpower kostet ja auch ein Vermögen und braucht eigentlich keiner. Wer meint doch, der soll halt dafür bezahlen.
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