Regensensor

Technische Probleme und deren Lösung...

Re: Regensensor

von Panzerkeks85 » 20. Mai 2019, 11:44

Was ich einfach nicht in meinen Kopf kriege ist, dass Tesla es nicht hinkriegt, gewisse Basics anständig zu implementieren, gerade bei Dingen die in meinen Augen absolut sicherheitsrelevant sind. Gerade doch, wo Tesla seine Autos als extrem "fortschrittlich" und "sicher" vermarketet.

Man muss es einfach sagen, dass Model 3 ist nur in gewissen Bereichen fortschrittlich, in einigen Punkten ist es absolut vorsintflutlich.
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Re: Regensensor

von cer » 20. Mai 2019, 12:29

Am Beispiel Regensensor wird deutlich, dass Tesla einen anderen Ansatz verfolgt als andere Hersteller.
Man hätte von einem Zulieferer einen funktionierenden Regensensor einbauen können, und alle wären zufrieden gewesen. State of the Art halt.

Tesla hat sich aber entschieden, für diese eine Funktion KEINE redundante Sensorik einzubauen, sondern mit der vorhandenen AP-Sensorik eine neue, auf Bildauswertung basierende Lösung zu entwickeln. Da das physikalisch möglich ist, wird es halt umgesetzt, unabhängig davon, wie schnell es in der Praxis den aktuellen Standard erreicht. Gleichzeitig beinhaltet dieser Weg das Potential, irgendwann viel besser zu werden als der State of the Art.

Das nennt man Grundlagenforschung, und im Bereich Software (und umso mehr, wenn Deep-Learning-Systeme dahinter stehen) braucht man dafür Realwerte. Ein Tesla ist weniger ein Auto, sondern er besteht aus Hard- und Software – und letztere wird kontinuierlich verbessert.

Mit Verlaub: Wenn man einen Tesla erwirbt, weiß man, dass so etwas so läuft. Tesla ist nicht daran interessiert, schnell irgendeine »anständig implementierte Lösung« (was in deinen Worten eigentlich nur: »funktionierende Lösung« heißt) hinzustellen, sondern Tesla will das theoretische Optimum (maximal intelligente Steuerung mit minimaler – bzw. ohne zusätzliche – Hardware) ermöglichen. Dass auf dem Weg dorthin Kompromisse gemacht werden ist weithin bekannt.

Ein Regensensor ist nicht sicherheitsrelevant. Es gibt jederzeit die Möglichkeit mit Tipp-Wisch die Scheibe frei zu kriegen. Nervt vielleicht, stellt aber keine Gefährdung dar.

Und, wie gesagt: Je nach Quelle ist die Software inzwischen in vielen Situationen besser als der normale Regensensor (ich kenne kein Auto, in dem er so funktioniert, wie ich das erwarten würde) und in bestimmten Situationen – zur Zeit noch – schlechter. Aber das Potential, dass er in allen Fahrzuständen besser funktioniert als der Standardsensor ist halt nun mal da. Und Tesla will sich das erarbeiten. Bisherige Kunden haben diese Vorgehensweise überwiegend mitgetragen.
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Re: Regensensor

von GoElec » 20. Mai 2019, 12:52

Ich mach’ das immer so, das sich mich vorher über das angebotene Produkt und seine Eigenschaften informiere, ehe ich eine kostenpflichtige Willenserklärung abgebe.

Ich habe durchaus vorher recherchiert. Ist ja schließlich Teil des Spaßes. ;) Aus meiner Sicht ist aber die Berichterstattung zu Tesla unausgewogen, so dass es schwierig ist, sich ein genaues Bild zu machen. Ist ja auch meine Motivation hier zu schreiben. :)
Da gibt es diejenigen, die das Auto über den Klee leben, von “perfekt” reden und auch keine Kritik zulassen (siehe z.B. der Thread über “So sähe ein perfektes Model 3 aus”).
Und dann gibt es wieder Berichte mit total dämlicher Kritik. Ich erinnere mich an das Video, bei dem das Model 3 an den falschen Stecker beim Supercharger angeschlossen wurde und dann beschwert man sich, dass dass Laden nicht funktioniert. Da gehe ich schon von Absicht aus. :evil:

Tja, auch wenn ich mich wiederhole, da hast du wahrscheinlich das falsche Auto gekauft.

Fakt ist für mich, dass das Model 3 unausgewogen ist.

Das Auto erledigt manche Dinge erstklassig (z.B. die Fahrerkonfiguration ist aus meiner Sicht toll gelöst mit Speicherung von Sitz- und Lenkradposition und vielen Einstellungen; ja, das können andere inzwischen auch aber Tesla war Vorreiter).
Dafür sind andere Dinge unterdurchschnittlich. Eben jener Regensensor, die Regelung des TACC, ...

Tja, auch wenn ich mich wiederhole, da hast du wahrscheinlich das falsche Auto gekauft.

Das Auto habe ich akzeptiert. ;-)

Nur das viele “später wird das alles super” ohne Anerkennung des aktuellen Zustandes finde ich anstrengend.

Beim Fernlichtassistent bin ich übrigens der Meinung, dass dieser grundsätzlich besser werden kann als die Konkurrenz, weil die Hardware quasi die gleiche ist, Tesla aber den Vorteil des Fleetlearnings hat. Ich bekomme jedoch mehr und mehr den Eindruck, dass Tesla gar nicht das Ziel hat, Funktion hochqualitativ darzustellen, sondern das Engineering Team eher auf neue Features fokussiert.
 
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Re: Regensensor

von blarch » 20. Mai 2019, 13:29

Mit Ausnahme der Fehlfunktionen im Tunnel, finde ich den Regensensor gleichwertig zu meinen bisherigen Fahrzeugen von VW oder Audi. In Tunnels mit sektionalen Lichtquellen (hoffe man versteht was ich damit meine) reagiert der Regensensor aber auf das durch die Bewegung flackernde Licht und schaltet den Scheibenwischer ein.

Der TACC finde ich hingegen auch sehr gewöhnungsbedürftig. Teilweise bremst er ohne erkennbaren Grund ab. In schmalen Strassen mit geparkten Fahrzeugen funktioniert er nicht. Allerdings habe ich gesehen, dass es da eine Einstellung im Menü gibt ... evtl. liegt es auch daran.
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Re: Regensensor

von hog42 » 20. Mai 2019, 14:30

Das mit dem sich vorab informieren ist so eine Sache. Auch ich habe englische wie deutsche Foren gelesen sowie vor der Bestellung das englischsprachige Benutzerhandbuch durchgelesen. Ich schätze, dass ich mich überdurchschnittlich informiert habe. Ja, ich bin sogar im Sommer 2018 ein Model 3 in der Schweiz selbst gefahren.

Die Informationen sind leider sehr widersprüchlich. Für die einen ist AP super und das Beste, was je erfunden wurde und für andere ist AP ein Gimmick. Ja, was soll man den glauben?

Ich kann nur für mich sprechen und da sieht mein Fazit nach gut 3'000km so aus:

Zum manuell Fahren ist es ein super Auto, sehr effizient und es macht Spass.
All die so fortschrittlich gepriesenen Automatikfunktionen sind unausgereift und funtkionieren ausserhalb eines engen "Idealfensters" nicht. Vieles wird als Beta bezeichnet, so z.B: auch TACC. Aber bei einer Funktion, welche die Konkurrenz seit Jahren leidlich gut anbietet, gehe ich auch bei einer Beta-Version von einem zumindest in der Basis funktionierenden Feature aus. Zumal ich bereits den vollen Betrag überwiesen habe und nicht wie es korrekt wäre, eine Option mit Anzahlung und Schlusszahlung bei voller Funktion.

Im einzelnen:
  • Scheibenwischer (viel zu wenig sensitiv und das manuelle Einstellen am Touch Screen grenzt an "Fahren mit Ablenkung"). Mein Benz von 2004 hatte eine bessere Automatik und die Intervalle konnten blind und schnell verstellt werden
  • Abblendautomatik (eher Blendautomatik, die leichteste Strassenbiegung genügt, um die Funktion zu beeinträchtigen, und wehe, es stehen Kurvenmarkierungsschilder rum. Die werden in bester Diskomanier angeblinkt)
  • Klimatisierung (die Logik, wann geheizt und wann gekühlt wird, erschliesst sich mir nicht. Vor zwei Tagen lief auf den ersten 500m die Heizung volle Pulle um dann abrupt auf Kühlung umzustellen)
  • TACC (viel zu ruppige Eingriffe ohne irgendwelche Verkehrsintelligenz mit dazwischengestreuten Phantombremsungen)
  • EAP (hält sich leidlich in der Spur, mehr nicht. Funktioniert wie ein alter Tempomat ohne Intelligenz; Einstellen und dann wird ohne Berücksichtigung anderer Verkehrsteilnehmer stur die Spur gehalten. Spurwechesl werden nur zu gerne abgebrochen)
Mir scheint, dass all die Funktionen an der Fuzzy-Logik kranken. Klare Systemzustände (zu schnell, zu kalt ...) werden gut erkannt und korrigiert. Nähert sich der Zustand dem Sollwert, wird masslos weiterreguliert. 0.5 Grad zu kühl in Innenraum = Heizung voll rauf und prompt um 0.3 Grad über die Solltemperatur geschossen also gleich die Kühlung anwerfen um dann das Spiel von vorne zu beginnen. Die Kurvenschilder spielen den selben Streich mit der Abblendautomatik. Das reflektierte Fernlicht wird als Gegenverkehr wahrgenommen und das Auto blendet ab. Sogleich meldet die Kamera "alles frei, bitte Volllicht" und das Blinken beginnt. Dabei wird das in der Kurve entgegenkommende Auto geflissentlich ignoriert und ich werde zurecht als Idioten hinter dem Steuer wahrgenommen.
Das selbe mit TACC: Das Solltempo wird viel zu lange gehalten um dann stark abbremsen zu müssen. Kaum ist die Spur vermeintlich frei, wird wieder voll beschleunigt. Die Innenraumkamera interpretiert wohl das Kopfnicken des Beifahres als Zustimmung....
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Re: Regensensor

von CarlosTT » 20. Mai 2019, 14:51

Ich stelle zumindest beim NoA eine erhebliche Verbesserung von 8.5 auf 12.1.2 fest.
Bin zum Modell 3 Treffen ein Mix von Autobahn und Landstraße gefahren und auf den ca. 300km Autobahn war NoA richtig gut. Was nur stört, ist die zu lange Wartezeit bis er beim Spurwechsel rauszieht und die unsinnige Regelung, daß er auf eine schnellere Spur wechseln will, obwohl er das Limit schon fährt (ist für mich auch nach amerikanischer Logik irgendwie blödsinnig). Ich hab dann den automatischen Spurwechsel ausgestellt, da selbst 'sanft' den obigen Effekt zeigte.
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Re: Regensensor

von Moddi » 20. Mai 2019, 15:16

Aber das Potential, dass er in allen Fahrzuständen besser funktioniert als der Standardsensor ist halt nun mal da.

Ich sehe nicht, wo dieses Potenzial herkommen soll. Nach meinem Verständnis funktioniert der "Regensensor" im Tesla über die Kamera, d.h. er muss aus dem Bild das Vorhandensein von Tropfen auf der Scheibe ableiten. Ein dedizierter Regensensor leitet diese Information ebenfalls ab, verwendet aber seine eigene, konstante Lichtquelle und deren Brechung. Damit wäre selbst bei idealem Lichteinfall von außen maximal Gleichstand möglich. Super hoch auflösende Kameras könnten Nässe vorausschauend erkennen (also den Tropfen in der Luft bevor er die Scheibe trifft) was dann in der Tat "besser" wäre - aber dazu dürften die verbauten Kameras um Größenordnungen zu schwach sein.
 
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Re: Regensensor

von pollux » 20. Mai 2019, 15:16

Ich freue mich wenn ich das alles hier alles lese :D

Wir alle haben ein Auto, das nur noch besser werden kann. So was hatte ich früher noch nie ;)
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Re: Regensensor

von GoElec » 20. Mai 2019, 15:26

cer hat geschrieben:Tesla hat sich aber entschieden, für diese eine Funktion KEINE redundante Sensorik einzubauen, sondern mit der vorhandenen AP-Sensorik eine neue, auf Bildauswertung basierende Lösung zu entwickeln.

Das ist keine redundante Sensorik (weil nicht ebenbürtig) und bisher ist es unbewiesen, dass damit jemals der State of the Art erreicht wird.

cer hat geschrieben:Das nennt man Grundlagenforschung.

Und alle Tesla Fahrer sind Versuchskarnickel?
Für absolut neue Features (z.B. Spurwechselempfehlung) mag man das noch verzeihen, für Basics nicht. Es wäre die weitaus sinnvollere Methode gewesen, einen normalen Regensensor einzubauen und parallel über die Kamera zu lernen. Wenn die Kameralösung die gleiche Güte erreicht hätte, könnte man den normalen Regensensor wegrationalisieren.

hog42 hat geschrieben:Aber bei einer Funktion, welche die Konkurrenz seit Jahren leidlich gut anbietet, gehe ich auch bei einer Beta-Version von einem zumindest in der Basis funktionierenden Feature aus.

Das bringt es doch auf den Punkt!
Tesla bringt viele Betafunktionen auf den Markt. Teils sind diese absolut wegweisend, teils nicht mal halb so gut wie bei anderen Herstellern.
 
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Re: Regensensor

von hog42 » 20. Mai 2019, 16:27

Wieder zum origianlen Topic zurück.

Statt neue Games auf das Model 3 zu bringen, welche notabene extrem schlecht zu steuern sind, könnte Tesla einen Quick Win realisieren.

Irgendwo im Wischeralgorithmus wird ein Threshold-Paramter sein. Könnte ich diesen beeinflussen über z.B. low | mid | high wäre schon viel geflickt. Und wenn das Ganze dann noch über den Wischerhebel funktionieren täte, wäre es noch viel besser. Denn auch mein Threshold ist von der Verkehrssituation abhängig. Alleine unterwegs auf der Landstrasse darf ruhig etwas zurückhaltend gewischt werden. In der Stadt mit blendendem Gegenverkehr dann gerne oft, damit ich die dunkel gekleideten Fussgänger und Radfahrer nicht übersehe. Und da mein Model 3 richtig autonomes Fahren sowieso nicht erleben wird, könnte das UI schon etwas fahrerorientiert gestaltet werden.
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