M3 Ladetechnik NICHT bidirektional / für V2G ausgelegt

Technische Informationen zum Model 3...

Re: M3 Ladetechnik bidirektional / für V2G ausgelegt

von CityEL » 22. Mai 2020, 19:50

rscheff hat geschrieben:Leistungshalbleiter lackiert man nicht )
Bei den da vorherrschenden Spannungen ist das obligatorisch. Die Kühlflächen natürlich nicht.
 
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Re: M3 Ladetechnik bidirektional / für V2G ausgelegt

von ensor » 22. Mai 2020, 19:55

In den Kommentaren vom Follow-Up Video von Ingineerix hat der ursprüngliche Reporter Marco Gaxiola ja schon zugegeben, dass er bei der Analyse einen Fehler gemacht hat.

Marco Gaxiola war ja genau derjenige, der im Electrek Bericht als Quelle für die Bidirektionalität zitiert wurde. War also einfach mal wieder ein Schnellschuss und leider keine neuere Hardware.

https://youtu.be/UkRk2OQI7RE
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Re: M3 Ladetechnik bidirektional / für V2G ausgelegt

von sustain » 22. Mai 2020, 20:36

maboko4711 hat geschrieben:Meine 2c dazu:

Ganz unabhängig davon, ob das M3 AC mäßig bidirektional ausgelegt ist oder nicht:

Die vielen MWh an Batteriekapazität in den nachts geparkten M3 lassen sich in einer V2G Kopplung am Besten zur Netzglättung nutzen.
Damit meine ich, dass der Energieversorger überschüssige Energie bei Bedarf gegen ein vertraglich geregeltes Entgelt in das Auto einspeisen und zu Spitzenzeiten aus dem Auto entnehmen darf (innerhalb von vom Fahrer definierten Grenzen). Der Entnahmepreis muss etwas höher als der Einspeisepreis sein, damit der Fahrer entschädigt wird für die Zirverfügungstellung seiner Batterie. Ob das via AC oder über DC passieren kann, wird man sehen. Vielleicht wird es dann ja 11 oder 22 kW DC Ladestationen mit CCS Anschluss und integriertem Rundsendemodul zu erschwinglichen Preisen geben...


So funktioniert der Regelenergiemarkt nicht. Das ist um einiges komplexer, du dürftest dein Auto u.A. nicht mehr bewegen wenn du da dran teilnehmen wollen würdest, es gibt aber noch einige weitere Hürden. Den Autoakku als eine persönliche Erweiterung einer Powerwall einzusetzen, erscheint mir deutlich realistischer als Einsatzgebiet.
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Re: M3 Ladetechnik bidirektional / für V2G ausgelegt

von sustain » 22. Mai 2020, 20:50

rscheff hat geschrieben:
krriel hat geschrieben:Ja schon klar, aber bei einem Mosfet oder Diode ist das eher unüblich. Die gibt es dann höchstens mit anderer Bezeichnung für den Automobilbereich (andere Specs wegen Temperaturen/Erschütterung gefordert). Aber sei es drum ist wohl auch nicht ganz einfach zu erkennen da die Platine lackiert ist.


Leistungshalbleiter lackiert man nicht - da will man keinen zusätzlichen Wärmewiderstand...

Alles hier zu sehen:

https://youtu.be/lXokJEzXwaI

und

https://www.youtube.com/watch?v=lXokJEzXwaI&t=2s

Die Chips sind auch markiert (SiD600, inkl. QR-Code bei 3:41 für die Dioden, und SiM99 inkl. QR Code bei 4:10), anscheinend gelasert in das Metallgehäuse. Den QR-Code habe ich nicht decodiert, im 1. Video; im 2. Video werden die Bauteile durchgemessen.

Es soll sich allerdings um einen Lader der Mitte/Ende 2018 gebaut worden ist, handeln.

Von Sandy Munroes Videos geht andererseits ja auch schon hervor, dass das Batterypack intern zw. M3 und MY "ident" aber verbessert ist - und wir alle wissen, das bei Tesla ständig running changes kommen, da wird nicht unnötig auf den Modelwechsel zu Jahresende gewartet.

Wenn die alten Bauteile aufgebraucht sind, wird das in der Basisfunktion idente, aber verbesserte Einzeilteil gleich ins nächste vom Band laufende Auto eingebaut (einige davon hat Sandy bzgl Mechanik und NVH auch gezeigt, wo es keinen Sinn macht, das M3 aktuell andere Teile nutzt als M3, er es aber mit seinem frühen M3 vergleichen hat...


Es ist also nicht komplett ausgeschlossen, dass das MY und aktuell produzierte M3 bi-direktionale Ladetechnik haben, aber jeder der sein M3 schon seit ~1 Jahr hat, wird das wohl noch nicht haben. D.h. Tesla kann nicht über Nacht 1 Mio Fahrzeuge als virtuellen Energiespeicher zur Netzstabilisierung aktivieren - nur ein paar 10 000 ;)


Zur Netzstabilisierung sind Autoakkus komplett ungeeignet. Das geht nur mit stationären Akkus (es gibt ausser Akkus natürlich noch diverse andere Möglichkeiten das Netz zu stabilisieren). Vereinfacht gesagt MUSS man Regelenergie vorhalten können, der Preis dafür wird vorab an einer Börse gehandelt. Fährt dann das Auto wenn die Regelenergie gerade gebraucht wird zahlt man Strafe. Das ist für beide Seiten unplanbar, dazu kommen diverse andere Probleme. Zum Beispiel ist es nicht egal wo das Netz stabilisiert werden muss usw. Den Regelenergiegedanken kann man getrost vergessen für Akkus die in Fahrzeugen verbaut sind. Der Markt dafür ist ganz anders strukturiert.
E Autos können dann laden wenn viel Strom im Netz ist, das macht der Tesla ja schon so(Einstellung "geplante Abfahrt", dann läd er zu den günstigsten Zeiten meist kurz nach 0 Uhr). Rückspeisung analog zu Powerwall ist auch einfach, fänd ich sehr gut. Das hat aber alles nix mit Regelenergie zu tun die für den Netzbetreiber sinnvoll wäre ;).
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Re: M3 Ladetechnik bidirektional / für V2G ausgelegt

von M3-75 » 22. Mai 2020, 20:54

Dann muß sich der Regelenergiemarkt eben anpassen, nichts ist in Stein gemeißelt, wenn es sinnvoll ist, warum denn nicht?
Die Welt dreht sich nicht für/um die Netzbetreiber.
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Re: M3 Ladetechnik bidirektional / für V2G ausgelegt

von sustain » 22. Mai 2020, 21:44

Das kann er schon rein aus technischen Gründen nur sehr bedingt. Regelenergie muss planbar/vorhaltbar sein sonst brechen die Netze zusammen ;).
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Re: M3 Ladetechnik bidirektional / für V2G ausgelegt

von CityEL » 22. Mai 2020, 21:45

sustain hat geschrieben:Zur Netzstabilisierung sind Autoakkus komplett ungeeignet.

Das geht nur im Schwarm von einem Regelleistungsanbieter zentral organisiert, der evtl. noch andere Regelleistungskraftwerke wie z.B. BHKWs vorhält. Alternative wäre eine hohe Redundanz vorzuhalten?
 
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Re: M3 Ladetechnik bidirektional / für V2G ausgelegt

von sustain » 22. Mai 2020, 21:59

CityEL hat geschrieben:
sustain hat geschrieben:Zur Netzstabilisierung sind Autoakkus komplett ungeeignet.

Das geht nur im Schwarm von einem Regelleistungsanbieter zentral organisiert, der evtl. noch andere Regelleistungskraftwerke wie z.B. BHKWs vorhält. Alternative wäre eine hohe Redundanz vorzuhalten?


Es gibt diese Schwarmnetzkraftwerke z.B. Next Kraftwerke, Grundbedingung fester Netzanschluss, Planbarkeit, mind. 400kWh. Es gibt 3 verschiedene Arten von Regelenergie. Man MUSS Regelenergie grundsätzlich vorhalten, Ausfallsicherheit garantieren über eine Absicherung von zusätzlicher Kapazität usw. es ist nicht so trivial wie man denken möge. Zudem wird entgegen vieler Annahmen gar nicht so viel Regelenergie benötigt, das kein Markt. Die großen Regelenergieakkus die in Deutschland betrieben werden sind mit Ach und Krach in der schwarzen Null, meistens fahren sie Verluste ein.
Regelenergie kann aber vieles sein was elektrische Leistung aufnehmen oder abgeben kann. Wirtschaftlich sind eher Prozesse die eh schon stattfinden wie z.B. ein Stahlwerk(die schmelzen meist nur Nachts weil da der Strom billig ist). Ein Akku im Auto wäre theoretisch bezahlt und könnten mit so einer Zweitnutzung wirtschaftlich sein, nur Autos fahren rum und ohne Planbarkeit funktionierts nicht. Powerwalls wären schon eher geeignet wenn die Kapa nicht so klein wäre. Anbieter wie NEXT brauchen so 20% für ihre Dienstleistungen, da machen kleine Akkus keinen Sinn.
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Re: M3 Ladetechnik bidirektional / für V2G ausgelegt

von CityEL » 22. Mai 2020, 23:19

Next Kraftwerke geht es wohl ganz gut, weil sie beim Leistungspreis fast alle anderen Anbieter unterbieten können und dann beim Arbeitspreis richtig abkassieren?
 
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Re: M3 Ladetechnik bidirektional / für V2G ausgelegt

von M3-75 » 23. Mai 2020, 09:16

Klar ist, das ein Schwarm von 1mio 11kw Autos keine 11GW planbar macht, aber 1GW würde mich nicht überraschen.

Im Schwarm muss nicht alles bis auf das letzte Watt durchgeplant sein, das ist einfach ein anderer Weg.

Es ist vollkommen wurscht, wenn einer ungeplant ausfällt und dafür 2 andere einspringen.
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