Ab in den Norden

Erfahrungen und Fotos zu elektrischen Langstreckenfahrten...

Re: Ab in den Norden

von Rkronemann » 27. Dez 2019, 21:54

Cool, mal sehen ob ich meinen Sohn nächstes Jahr dafür begeistern kann. Dann ist er auch 21 :D .

Am 7.Januar bin ich eh wieder in Stockholm.

Gute Heimreise und guten Rutsch
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Re: Ab in den Norden

von wega64 » 28. Dez 2019, 20:14

Hallo,
so ging es heute weiter:

Tag 8 28.12.2019: Alta / Norwegen - Narvik / Norwegen
Start um 8:40h mit Ankunft um 18:40h
Etappenlänge: 470 km
Wetter: Abfahrt bei -6 Grad, am Meer dann um die 0 Grad. In der zweiten Etappenhälfte dann Anstieg auf +6 Grad und dann wieder + / - 0 Grad. In Narvik dann +4 Grad. Bei der Abfahrt war noch leicht bewölkt ab ca. mitte der Etappe dann bedeckt und die letzten 200 km kann das Wetter nur noch als schrecklich bezeichnet werden. Teilweise starker Wind mit Schneeschauern bei +1 Grad und dann wieder starker Regen (teilweise auch bei -1 Grad)

Die ersten 7 Tage hatten wir eigentlich mehrheitlich perfektes Reisewetter – heute hatten wir für beinahe 200 km ein absolutes Sauwetter (anders kann ich das nicht mehr ausdrücken).
Schneegestöber und starker Wind ist ja hier im Norden noch erwartbar. Der Regen auf die vereisten Strassen war aber grenzwertig und wir hatten mehrmals Blitzeis. Auch leichte Änderungen beim Strompedal haben den Wagen zum rutschen gebracht.
Einmal haben wir angehalten und uns an einen (vorsichtigen) Norweger im Konvoi eingeklinkt. Glücklicherweise kam uns sehr bald ein Strassenräumfahrzeug entgegen das Split gestreut hat. Die letzten 70 km sind wir mit 40 – 50 km/h unserem Ziel entgegen geschlichen – der Scheibenwischer fast permanent auf maximaler Geschwindigkeit.
Das wichtigste – wir sind ohne Schaden und Gesund angekommen. Auf eine Wiederholung dieser Verhältnisse in den nächsten Etappen würde ich aber gerne verzichten.

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Erkenntnis 1 des Tages: Auch mit langsam Fahren kommt man ans Ziel.

Erkenntnis 2 des Tages: Elche stehen nicht nur auf den Strassen herum, man findet sie auch in Hauseinfahrten (zuerst habe ich ihn für eine Statue gehalten die sich jemand aus Jux in den Garten gestellt hat, wir sind dann zurück gefahren um es genauer an zusehen, es war dann doch eine lebende Elchkuh)

Erkenntnis 3 des Tages: Elche sind scheu – man sollte ihnen nicht zu nahe kommen sonst haben sie Stress (werde ich das nächste mal berücksichtigen)

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Morgen geht es nach Mo I Rana - ich baue auf euch das ihr uns die Daumen für besseres Wetter drückt!

Gruss

Werner
Zuletzt geändert von wega64 am 1. Jan 2020, 21:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ab in den Norden

von Wipkingen » 28. Dez 2019, 22:50

Toller Bericht! :) In Mo i Rana waren wir diesen Herbst auch für eine Nacht. Haben dort im Hotel „Babettes Hotell“ übernachtet. Super freundliche Staff und EVs können gratis an der Schuko geladen werden sofern der Platz vor der Garage frei ist.
Wurden via Tesla-Björn auf das Hotel aufmerksam! :D

Weiterhin gute Fahrt! :) Musstest du nie Schneeketten montieren?
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Re: Ab in den Norden

von wega64 » 28. Dez 2019, 23:03

Hallo Wipkingen,
für Mo I Rana haben wir schon das dortige Scandic Hotel gebucht - aber trotzdem danke für den Tipp!
Schneeketten habe ich nur für mein allererstes Auto vor 30 Jahren gehabt.
Seit dem stelle ich mich auf den Standpunkt:
Wenn ich nicht ohne Schneeketten an einen Ort kommen kann, dann soll es halt nicht sein.

Gruss

Werner
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Re: Ab in den Norden

von wega64 » 29. Dez 2019, 20:03

Hallo,

Tag 9 29.12.2019: Narvik / Norwegen - Mo I Rana
Start um 8:55h mit Ankunft um 18:15h
Etappenlänge: 580 km
Wetter: Abfahrt bei 6 Grad und Regen. Die Temperatur ist dann auch permanent über 0 geblieben. Meist so um 3 Grad. Die erste Etappenhälfte war mehrheitlich nur leichter Regen oder sogar trocken. In der zweiten Hälfte der Etappe hat es dann wieder geschüttet, teilweise auch heftiger Schneeregen.

Heute haben wir unsere erste Fähre gebraucht. Die war maximal zu ¼ gefüllt. Neben den paar PKW's am Bug musste ein LKW im Heck dann das Gegengewicht bilden. Während der Fahrt kamen wir an vielen zugefrorenen Seen vorbei, an deren Oberfläche das Regenwasser stand.
Die zweite Etappenhälfte heute war sehr ähnlich zu der Gestern mit zwei wichtigen Unterschieden: die Temperatur blieb heute im Plus und der norwegische Strassendienst hat reagiert und intensiv Split gestreut.
Dadurch war es heute nicht ganz so extrem wie gestern – wir sind die letzten 100 km aber wieder mit so durchschnittlich 40 km/h gefahren. So 30 km hinter einem Lastwagen – bis der dann irgendwann seinen Laster in eine Parkbucht gestellt hat weil im immer wieder in leicht überhöhten Kurven sein Anhänger zur Kurveninnenseite begonnen hat weg zu rutschen.

Nach dem wir dann an diesem LKW vorbei gefahren sind, sahen wir auch andere LKW's in Parkbuchten auf vermutlich besseres Wetter oder den Strassendienst warten.

Tipp für alle Model 3 Besitzer die auch im Winter nach Norwegen wollen - es wird je nach Wetter, gesplittet. Ich würde Kotlappen montieren um den Lack im Schwellerbereich zu schonen - da scheint das Model 3 ja eine Schwäche zu haben.

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Erkenntnis 1 des Tages: Am Morgen beim Frühstück haben wir direkt auf die komplett vereiste Garagenausfahrt des Hotels geblickt über die das Regenwasser hinunterlief. Vor meinem geistigen Auge sah ich uns schon die komplette Strecke mit 40 km/h fahren. Zum Glück kommt es meistens anders, als man denkt (es waren dann nur die letzten 100 km die wir mit 40 km/h gefahren sind).

Erkenntnis 2 des Tages: Norwegische LKW Fahrer beherschen ihr Handwerk aber wissen auch wenn nichts mehr geht.

Morgen geht es nach Trondheim - gemäss Wetterbericht soll es nicht mehr Regnen.

Gruss

Werner
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Re: Ab in den Norden

von wega64 » 30. Dez 2019, 21:32

Hallo,
eigentlich müsste ich mittlerweile den Titel umbenennen - zurück in den Süden :)
So war es heute:

Tag 10 30.12.2019: Mo I Rana / Norwegen - Trondheim / Norwegen
Start um 8:55h mit Ankunft um 18:20h
Etappenlänge: 470 km
Wetter: Abfahrt bei 6 Grad und starkem Regen und Wind. Die Temperatur blieb dann auch in dem Bereich. Die letzten 170 km liess der Regen dann nach und es gab sogar trockene Phasen.

Das Tauwetter der letzten Tage hinterlässt seine Spuren:
- das meiste Eis auf den Strassen ist glücklicherweise weg geschmolzen
- bei vielen Flüssen sieht man das die Eisdecke aufbricht und Eisschollen die Flüsse hinunter treiben

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Zum Fahren war es heute ziemlich gut. Der starke Regen macht es in der Dunkelheit von der Sicht her schwierig aber die Fahrbahn hatte wieder (mehrheitlich) Grip. In den letzten 170 km konnte ich sogar wieder über grössere Strecken Autosteering akivieren.
Im Unterschied zu den beiden Vortagen war das Wetter auch in Trondheim dann so gut (natürlich noch Regen und Wind aber für Norwegen ganz in Ordnung) das wir das Hotel wieder verlassen haben um in einem nahegelegenen Restaurant gut zu essen.

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Erkenntnis 1 des Tages: Auch wenn das Wetter gleich schlecht (zumindest die ersten 2/3 der Etappe) war wie an den Vortagen, müssen die Fahrbahnverhältnisse nicht gleich bescheiden sein.

Erkenntnis 2 des Tages: Unsere grobe Fahrtrichtung muss stimmen – es gibt wieder einen Sonnenaufgang daher müssen wir uns wieder vom Norden entfernen.

Morgen geht es nach Oslo - dort bleiben wir dann über Silvester und haben am 1.1.2020 dann unseren ersten Ruhetag ohne Fahretappe.

Gruss

Werner
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Re: Ab in den Norden

von wega64 » 31. Dez 2019, 19:35

Hallo,
die letzte Etappe in Skandinavien lief so ab:

Tag 11 31.12.2019: Trondheim/ Norwegen - Oslo / Norwegen
Start um 8:50h mit Ankunft um 18:05h
Etappenlänge: 520 km
Wetter: Es wird wieder kühler: Abfahrt bei 2 Grad und Regen. Die Temperatur sank im Landesinneren dann noch bis auf -4 Grad. Knapp nach Trondheim lag Schnee (auch auf der Fahrbahn), im Landesinneren hat es in der Nach offensichtlich stark geschneit. Nach ca. 100 km waren die Strassen dann aber mehrheitlich schneefrei. In Oslo hat es dann wieder 0 Grad und beinahe wolkenlosen Himmel.

Die Etappe begann wie die letzten drei – mit Regen. Nach kurzer Fahrt setzte dann Schneefall ein.

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Das Schneeräumen stand bei diesem Supercharger Standort nicht auf der Priorität ganz oben:

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Nach ca. 100 km Fahrt hörte der Schneefall dann aber auf und die Wolkendecke begann auf zu reissen. Auf den dann schneefreien Strassen kam man auch wieder schneller vorwärts.

Nach einigen hundert Kilometern Wald konnten wir auch zwei junge Elche sichten – ich habe meine Lektion gelernt und mein Teleobjektiv eingesetzt. Trotzdem war es den Elchen anscheinend suspekt was da passierte und sie haben wieder das Weite gesucht.

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Eine richtig schöne Fahrt mit teilweise wieder tief verschneiten Landschaften – sogar die Sonne kam zum Vorschein und wir wurden gegen Abend (so 16h) mit einem wunderschönen Sonnenuntergang verwöhnt.

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Erkenntnis 1 des Tages: Elche sind wirklich sehr scheu!

Erkenntnis 2 des Tages: Alles wird gut!

Morgen haben wir den ersten Tag ohne geplanter Wegstrecke und bleiben in Oslo. Übermorgen geht es dann auf die Colorline Fähre von Oslo nach Kiel.

Euch einen guten Rutsch!

Gruss

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Re: Ab in den Norden

von Hardy/EV » 31. Dez 2019, 20:05

Beeindruckende Bilder, echt toll, danke. Da bekommt man Lust hinzufahren
 
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Re: Ab in den Norden

von sunfreak » 1. Jan 2020, 09:45

Toller Reisebericht mit vielen Details und schönen Bildern. Vielen Dank dafür.

Da ich auch mit meinem MS zum Nordkap fahren möchte, sind das wertvolle Informationen. Ich weiß nur noch nicht, ob ich im Winter fahren will ... ;)
Viele Grüße aus dem Bergischen Land,
Jürgen


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Re: Ab in den Norden

von Mathie » 1. Jan 2020, 11:00

Wega64, Danke für den informativen, unterhaltsam geschriebenen Bericht und die schönen Bilder.

Ich habe vor bald 30 Jahren nach dem Abitur mit meinem Vater einen Roadtrip durch Norwegen gemacht, klingt so, als hättet ihr die Zeit genauso genossen wie wir damals!

Gute Überfahrt und weitere Heimreise!

Gruß Mathie
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