Reisebericht: Mit dem Model S nach Israel und Jordanien

Erfahrungen und Fotos zu elektrischen Langstreckenfahrten...

Re: Reisebericht: Mit dem Model S nach Israel und Jordanien

von univ » 16. Mai 2018, 15:04

So! Genug Kultur ;) Jetzt könnte der Road Trip eigentlich mal beginnen, oder? Richtig! Wir schreiben den 5. Mai und FIDES kommt heute im 80 km entfernten Ashdod an, juchu! Also nichts wie hin. Per Taxi, Araber am Steuer, denn es ist Schabbat und bis zum Sonnenuntergang fahren keine Öffentlichen...

Ashdod

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FIDES zum Greifen nahe. Kommt gerade von Alexandria rüber. 4 Tage zu spät. Enttäuschung: Der Hafen hat heute zu - Schabbat. Wir dürfen erst Morgen unser Auto in Empfang nehmen. So sind wir uns jedenfalls sicher zu diesem Zeitpunkt... aber es sollte anders kommen...

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Ashdod by night

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Re: Reisebericht: Mit dem Model S nach Israel und Jordanien

von Rkronemann » 16. Mai 2018, 15:17

richtig spannend!


aber wäre wohl nix für uns - so viel Geduld habe ich nicht :D
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Re: Reisebericht: Mit dem Model S nach Israel und Jordanien

von univ » 16. Mai 2018, 17:40

6. Mai, Sonntag bei uns, Montag in Israel (alles um einen Tag verschoben), morgens früh. Das Büro von Allal*uf, der Partner von Grimaldi in Ashdod. Hier müssen wir eine Gebühr bezahlen (100 USD), und dann mit dem Wisch, dass wir bezahlt haben, zum Hafen, und dort zum Zoll. Wenn ich dieses Firmenlogo sehe würde ich am liebsten... ich verkneif's mir... weshalb... dazu gleich mehr...

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Tag 1

Ich aufgeregt und voller Vorfreude!

Dann ein erstes Warnzeichen: Statt der vom Allal*uf-Manager per E-Mail mitgeteilten Gebühr in Höhe von 100 USD, soll ich 150 USD bezahlen. Per E-Mail hat mir der Manager mitgeteilt, dass ich USD mitbringen muss. Also hatte ich vorher bei einer Wechselstube Euros in genau 100 USD getauscht. Mehr hatte ich nicht. Er hatte mir auch gesagt, dass ich die nächste Gebühr im Hafen in Schekel (die lokale Währung) bezahlen muss. Auch diesen Betrag hatte ich genau abgezählt mitgebracht. Die dritte Gebühr für den "customs broker" solle ich in EUR bezahlen. Hatte ich ebenfalls dabei. Kartenzahlung sei nicht möglich. Ok, also irgendwie seltsam, aber nun gut, 150 USD bezahlt (in Schekel! Somit fehlte was für die Hafengebühr) und ab zum Zoll.

Dort angekommen: Hallo, Willkommen, sooo, Sie möchten also ein Auto nach Israel importieren? Ich: Ja, sozusagen, wir sind Touristen und möchten hier einen Road trip mit unserem Auto machen. Zoll: Aha, und woher sollen wir wissen, dass das ihr Auto ist? Ich: Kein Problem, habe alle Unterlagen dabei. Er: Ok, bitte mal den Fahrzeugbrief. Ich die Kopie hingelegt, die ich mir vorher von der Bank, über die mein Fahrzeug zum Teil finanziert ist, habe zuschicken lassen. Er: Das ist nur eine Kopie. Die ist wertlos. Ich die Situation bzgl. Bank erklärt. Er: Ok, dann benötigen wir ein Schreiben von Ihrer Bank, dass das Auto nicht gestohlen ist und Sie es in Israel bewegen dürfen! Ich: -schluck-

In Gedanken: Wie soll ich das jetzt so schnell herbekommen? Die Bank ist doch niemals so flexibel sowas sofort auszustellen.

Zollbeamter: So, und was ist mit der Kaution? Ich: Welche Kaution? Er: Naja, wenn Sie ein Auto in Israel fahren möchten benötigen wir einen Pfand, damit wir sichergehen können, dass Sie das Fahrzeug nicht einfach hier verkaufen. Ich: Achso, ok. Wie hoch ist dieser Pfand? Er: Das hängt vom Restwert des Fahrzeuges ab... Ich überschlage mal eben... -er rechnet-... also, das müssten so ca. 140 EUR sein. Ich atme innerlich auf und sage: Ahh, das ist ja nicht so viel, cool! Er: Ähm, ich meinte 14.000 EUR. Ich: -perplex- ...Was? LOL. Ich: So viel habe ich nicht. Er: Ok, entscheiden Sie sich, entweder wir starten jetzt den Prozess und Sie treiben das Geld auf oder wir können ihr Fahrzeug nicht freigeben. Ausserdem, Sie wollen hier nur eine Woche lang rumfahren? Das lohnt sich doch gar nicht. Da muss ich ernsthaft überlegen, ob ich das Fahrzeug überhaupt freigeben soll. --- Ok. Da sitzt mir also jemand gegenüber den es nicht die Bohne schert dass wir nur harmlose Touristen sind. Der Typ hat hier das Sagen und will das auch zeigen. Das war der erste Moment - von vielen weiteren in den nächsten 3 Tagen - wo sich eine Art von Verzweiflung breit gemacht hat. Verdammt. Jetzt haben wir ein echtes Problem.

Neben mir saß eine Dame, nennen wir Sie mal Melanie, die für den "customs broker" tätig war. Dieser customs broker, quasi "Zoll-Agent", bekam eine Gebühr von mir, dafür, dass sie beim Import (und später wieder Export) des Fahrzeuges helfen und allen Papierkram übernehmen. Melanie schaut auf meine Unterlagen und sagt plötzlich freudig erregt: Sie haben ein Carnet??? Richtig, ich hatte ein Carnet des Passages - ein internationales Zolldokument, welches für die Einreise mit eigenem PKW in vielen Ländern Afrikas, Asien usw. benötigt wird. Es wird laut ADAC wahrscheinlich für die Einreise nach Jordanien benötigt (Zitat ADAC: "Manche Kunden haben es ohne Carnet geschafft einzureisen, manche nicht"). Deswegen hatte ich mir so ein Carnet besorgt. Was man dafür tun muss? Richtig, eine Kaution hinterlegen! Damit man das Fahrzeug nicht einfach so verkauft wenn man im Land ist. Die Kaution ist abhängig vom Restwert des Fahrzeuges. Klingt irgendwie bekannt, oder? In meinem Fall waren es 7.500 EUR die ich auf das Konto des ADAC hinterlegt hatte. Die Freude von Melanie hat auch bei mir Freude geweckt, denn allem Anschein nach ist das Carnet die Lösung für das Problem hier. Warum sollte sie sich sonst so freuen? Melanie zieht das Carnet raus und legt es dem Zollbeamten hin. Er: Aha, tut mir leid, Carnets akzeptieren wir in Israel nicht. Sie guckt verwundert. Ich spüre wieder diese aufkommende Verzweiflung. :shock:

Denn, anders wie es aus dem Text hier vielleicht rüberkommt, bin ich nicht einfach so ohne Vorbereitung losgefahren. Der ADAC hat mir versichert, dass ein Carnet für Israel nicht benötigt wird. Stimmt ja auch, doch dass Israel ein separates System hat, wo quasi dasselbe an Sicherheiten nochmal verlangt wird, davon war keine Rede. Weiterhin habe ich natürlich als allererstes Grimaldi gefragt, quasi den "Reiseveranstalter", was man tun muss, um ein Fahrzeug ohne Probleme in Israel abladen und fahren zu dürfen. Die Antwort war: Das geht problemlos, aber um auf Nummer sicher zu gehen, stelle ich den Kontakt zu unserem Partner Allal*uf in Ashdod her, die wissen es 100%ig. Der Allal*uf-Manager hat sich dann beim "customs broker", also Melanie und ihrem Chef, rückversichert, dass der Import eines privaten Fahrzeuges (speziell auch: Tesla/Elektro) nach Israel kein Problem darstellt und unproblematisch ist. Von einer Kaution und abgedrehten Nachweisen war keine Rede.

Wie auch immer. Es war Sonntag in Deutschland und heute konnte man eh nichts mehr erreichen. Also saßen wir die nächsten 6 Stunden beim customs broker-Chef, nennen wir ihn Olaf, in seinem Büro und haben zugesehen wie er versucht hat 10 Probleme gleichzeitig zu handlen. Ein Problem davon war unseres, und das wollte er für uns lösen. Er versuchte, den Zollbeamten zu überzeugen, dass das Carnet ausreichend sei. Nach 6 Stunden ohne Fortschritt sind wir frustriert von dannen gezogen und am nächsten Tag sollte es weitergehen. Zwischenzeitlich befragte ich auch den Allal*uf-Manager, was hier abginge und wie er uns helfen könne, aber er hatte auch keine Antwort, nur Ausflüchte.

Mittlerweile hatte Melanie immerhin bewirkt, dass die Kaution nur noch umgerechnet 7.800 EUR betragen muss, nicht mehr 14.000 EUR. Aber auch innerhalb von einem Tag an 7.800 EUR ranzukommen ist quasi unmöglich. Es gibt Tageslimits bei allen Giro-/Kreditkarten. Man kann vielleicht 800 EUR je Karte abheben. Bin ich reich und habe 10 Kreditkarten mit x Tausend EUR auf jeder Karte? Nein. Da kam mir plötzlich eine Idee. Der Zollbeamte meinte statt Cash wäre ihm eine "Bank guarantee" viel lieber. Also fragte ich Olaf, ob er diese Guarantee nicht bringen kann für mich, gegen ein Entgelt. Er überlegte kurz, ich sah das Funkeln in seinen Augen und er meinte: Ja klar, kann ich machen, kostet dich 500 EUR Gebühr. Ich: Alles klar! In Gedanken: Einzige Möglichkeit, hier irgendwann mal wegzukommen.

Ausser von einem falschen Wal verspeist zu werden und E-Palme (oder doch eher: Akustik-Palme?) zu spielen, gab es in Ashdod nicht viel zu tun.

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Tag 2

Montag in Deutschland! Gleich als erstes die Bank angerufen und die Sachlage geschildert. Ok, man könne vielleicht so ein Dokument ausstellen, aber das müsse der Chef entscheiden, das wird bis zum Nachmittag dauern. Nachmittags dann: Chef hat sein OK gegeben, wir schicken Ihnen das Dokument heute noch oder spätestens morgen früh! Ich natürlich 10x erwähnt dass wir gerade in Israel sind und das Dokument per E-Mail benötigen. Lange Rede kurzer Sinn. Eine E-Mail kam nie. Dafür fand ich das Schreiben nach unserer Rückkehr nach Deutschland im Briefkasten. Brilliant! :lol: Aber egal. Da die Sache mit der Bank bis zum Nachmittag ungewiss war, fragte ich zwischenzeitlich bei Tesla Frankfurt an, ob sie mir so ein Schreiben austellen können (Fahrzeug nicht geklaut, ich bin der Eigentümer oder zumindest Nutzer etc.), aber Tesla konnte das leider nicht, da sie ebenfalls nicht wissen können, ob ich vielleicht das Fahrzeug verkaufen möchte, oder ob ich es inzwischen sogar vielleicht schon verkauft habe! Ärgerlich, aber verständlich. Dafür schickte mir Tesla per E-Mail alles andere, was sie anzubieten hatten: Das damalige Abnahmeprotokoll des Fahrzeuges, der unterschriebenen Finanzierungsvertrag und noch irgendwas. Diese Unterlagen leitete ich sofort an Olaf weiter, der sie wiederum an den Zollbeamten weiterleitete. Ich fragte sicherheitshalber auch bei der Polizei in Frankfurt an, ob sie mir zumindest bestätigen könnten, dass das Fahrzeug nicht gestohlen gemeldet sei. Konnten sie aber nicht, das sei Sache der Zulassungsstelle. Diese war den ganzen Tag über jedoch besetzt. Aber egal. Am Nachmittag dann die freudige Nachricht: Der Zoll hat die Tesla-Dokumente akzeptiert. Jetzt muss nur noch eine Lösung für die Kaution her. Der Tag war aber um, also sollte es am nächsten Tag weitergehen. Zollbeamter möchte noch eine Anschrift von mir in Israel wissen. Habe ich nicht. Frage einen israelischen Geschäftspartner per E-Mail, ob er mir seine Adresse leiht, was er zum Glück tut.

Tag 3

Am Morgen kommen wir freudig im Büro des customs broker an, in der Hoffnung auf gute Neuigkeiten. Das Gegenteil ist der Fall: Olaf kann mir die Bank guarantee nicht mehr geben. Er hat mit dem Geld etwas anderes gemacht, er hat die Summe für irgendwas anderes gebraucht. Vielleicht morgen, sagt er. Uaaaaaaaaarrrghhhhl. So kurz vor dem Tor doch noch weggegrätscht worden. Plan B: Mutter in Deutschland leiht mir das Geld und schickt es aus Deutschland per Western Union. Tageslimit sind 5.000 EUR. Einen Teil der übrigen 2.800 EUR habe ich gestern bereits von verschiedenen Karten abgehoben. Rest hebe ich heute ab. Wir sind im Büro vom Zollbeamten und sagen ihm, dass die Bank guarantee nicht mehr klappt, und wir jetzt doch den Cash deposit machen. Das gefällt ihm gar nicht. Er wiederholt 100 Mal: Better, you would have told me this yesterday. Hrm. Hrm. Better, you would have told me this yesterday. Now I need to change everything. --- Ich sitze tatsächlich 4 Stunden bei ihm im Büro und schaue ihm zu, wie er im Adler-Such-Prinzip auf seiner Tastatur ungefähr 5 Tasten pro Minute drückt... "We have a new software"... 1000 Telefonate mit irgendwelchen Support-Hotlines, ohne Weiterkommen. Nach 4 Stunden ist es geschafft: Er druckt ein Formular aus, welches uns befähigt, zur israelischen Postbank (und nur dort!) zu gehen, und das Bargeld, 34.000 Schekel, umgerechnet 7.800 EUR, welches ich in meinem Portemonnaie bei mir trage, auf das Konto des Zollamtes einzuzahlen. Wir unternehmen die gefühlte 20zigste Taxifahrt der letzten 3 Tage und fahren sofort zur nächsten Postbank. --- Tut uns leid, so viel Geld können Sie nicht einzahlen. Woher haben Sie das Geld überhaupt? Nachweise? Ich: Per Western Union bekommen, hier der Nachweis. --- Und der Rest? Ich: Von verschiedenen Kreditkarten abgehoben, habe keinen Nachweis (dauert online einige Tage). Sie: Tja, dann Pech! ...also ab zur nächsten Postbank-Filiale. Geschlossen. Die nächste Filiale: Sorry, da ist was falsch auf dem Formular, da fehlt etwas. Die nächste Filiale: Sorry, so viel Geld können Sie nicht einzahlen. Der Taxifahrer, inzwischen auf unserer Seite und voll engagiert, schreit auf hebräisch ein bisschen rum, wahrscheinlich dass das jetzt schon die 10. Filiale war und wir noch keinen Schritt weiter sind, woraufhin die Kassiererin lächelt und sagt: Na gut, ausnahmsweise. Sie fängt an das Formular zu inspizieren und sagt: Da fehlt was! Mit diesem Formular kann ich nichts anfangen. Ich mache ein Foto von dem Formular und schicke es dem customs broker. Der sagt: Das Formular ist einwandfrei. Wir geben auf und fahren zurück zum Zollbeamten. Taxifahrer und Zollbeamter telefonieren - LOL! Taxifahrer sagt: Der Zollbeamte ist ein Idiot. Wir sollen wieder zu ihm kommen. Beim Zollamt angekommen schaut er sich das Formular nochmal an. Achja. Stimmt, da hab ich was vergessen. "We have a new software". Eine Stunde später hat er's irgendwie raus und druckt ein neues Formular aus und trägt handschriftlich den fehlenden Code nach. Wir hechten sofort zum nächsten Taxi und lassen uns zur zentralen Postbank-Filiale in der Innenstadt bringen, auf einen Tipp von Olaf hin. Es ist fast 16 Uhr und der Hafen macht gleich zu, somit wäre es unmöglich das Auto heute noch zu bekommen. Dort angekommen: Sorry, so viel Geld können Sie hier nicht einzahlen. Woher haben Sie das Geld überhaupt... Nachweise... usw. die gleiche Leier. In diesem Moment spüre ich eine Wut und eine Verzweiflung und fange an, aufzugeben. Lena, sage ich zu meiner Frau, lass uns gehen. Wir bekommen das Auto nicht. (Vielleicht schon in ein paar Tagen, aber es bringt uns dann nichts mehr, weil unser Urlaub fast zu Ende ist) --- Daraufhin geht meine Frau zu einem anderen Schalter und trägt alles nochmal vor, und die Filialleiterin hält telefonisch Rücksprache mit irgendwem. 5 Minuten später kommt sie grinsend zurück und sagt "It's OK!" --- Ich kann es nicht fassen. Wir dürfen das Geld einzahlen. Unglaublich. Das Formular wird gescanned. Der Code eingegeben. Es hat funktioniert. Ich fasse es nicht, ich kann es nicht glauben! Wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Ich rufe parallel den Zollbeamten an und sage ihm, er solle nicht in den Feierabend gehen, es klappt alles, nachdem ich ihm 20 Minuten vorher mitgeteilt hatte, dass wir auch weiterhin diesen Betrag nicht einzahlen können, und er sagte, dann bleibt wohl nur die Bank guarantee). Er sagt OK, aber der Hafen wird wahrscheinlich schon zu haben. Wir düsen mit einem Taxi zurück zum Zollamt und er sieht in seiner Software, dass wir den Betrag tatsächlich eingezahlt haben. Doch, was ist das? Er kann uns den finalen Wisch, mit dem wir das Auto auslösen können, nicht ausdrucken, denn irgendwie ist der gleiche Betrag noch offen. Hm. "We have a new software" - Dann versteht er, dass er quasi ein zweites Projekt angelegt hat, und das erste noch auf unbezahlt steht - der vorherige Wisch mit dem fehlenden Code. So geht das nicht. Er kann nicht drucken. Und er kann das erste Projekt ohne die Support-Hotline nicht stornieren. Die haben schon Feierabend. Wir sollen morgen wiederkommen. Und er entschuldigt sich ein erstes Mal. Wow. Ok, inzwischen ist alles so bekloppt, dass es schon fast wieder lustig ist. Wir gehen ins Hotel und ich trinke zwei Bier.

Immerhin durften wir heute mal einen Blick auf unser Auto werfen, da der Zoll den Kilometerstand dokumentieren musste. Es steht in einer Lagerhalle, etwas angestaubt, aber unversehrt. Den Schlüssel hatte ich vorher dem Chief Mate auf der FIDES gegeben. Ein Hafenmitarbeiter hat das Fahrzeug dann hier her gefahren. Der Schlüssel liegt auf dem linken Vorderreifen. So läuft das ab.

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Tag 4

Pünktlich um 08:30 Uhr stehen wir im Zollamt im Büro des Zollbeamten. Er telefoniert bereits mit der Support-Hotline. Eine Stunde später verkündet er voller Stolz: Yes, I made it! See, I told you! Und er druckt das Formular. Ich lächle ihn an, aber was ich wirklich über ihn denke, das sage ich ihm nicht. Noch brauche ich ihn. Er reicht mir die Hand, und entschuldigt sich, und sagt, dass das Zollamt den Staat Israel repräsentiert, und dass unser erster Eindruck als Touristen wichtig für ihn und das Zollamt ist, und so weiter. Ich kann Worte, Gedanken und Emotionen nicht koordinieren, und sage nur ja und nochmals ja und versuche ihm nicht an die Gurgel zu springen. :lol: Halleluja! Wir gehen mit dem Zettel rüber zum Hafen, durch die Sicherheitskontrolle, und werden von dem nettesten Menschen aller Zeiten - Guy sein Name - abgeholt. Er hat uns gestern schon zum Tesla gefahren. Der Mann ist wie aus einer anderen Welt. Drüben sitzt die Inkompetenz in Person, und hier begrüßt uns der engagierteste und netteste Mensch der Welt. Zollamt versus Hafen. Guy bringt uns durch alle notwendigen Stationen, hier muss noch was bezahlt werden, da eingetippt, hier gedruckt usw., er gibt uns einen Kaffee aus, wir tauschen uns aus über die Orte, an denen wir schon waren. Plötzlich ist die Welt wieder in Ordnung! Er bringt uns zur Lagerhalle 202. Mit 310 km typical haben wir das Fahrzeug in Monfalcone abgestellt, jetzt hatte es um die 220 km typical. Ich frage Guy, ob wir hier noch kurz irgendwo aufladen können. In jeder Ecke der Lagerhalle gibt es mehrere CEE rot 16A/32A. Er sagt: klar! Wir suchen eine Dose, die Strom hat. Und laden mit 32A. Ein Traum. Guy lässt uns eine Stunde hier verweilen, kommt dann wieder und eskortiert uns aus dem Hafen. Und der Moment ist gekommen. Freeeeiiiiheeeiiiiitttt !
Zuletzt geändert von univ am 17. Mai 2018, 10:38, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Reisebericht: Mit dem Model S nach Israel und Jordanien

von Kuba » 16. Mai 2018, 17:49

Wow, Hut ab vor deiner Geduld diesen ganzen Zollmenschen gegenüber. Aber wie du schreibst, die sitzen in diesem Augenblick am längeren Hebel. Tolle Geschichte. Du bist bestimmt noch nicht fertig damit?

Schön das es dann wieder andere Menschen wie diesen Guy gibt.

Gruß

Kurt
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Re: Reisebericht: Mit dem Model S nach Israel und Jordanien

von joergen » 16. Mai 2018, 18:01

Ich sag' nur: Passierschein A38 :roll:
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Re: Reisebericht: Mit dem Model S nach Israel und Jordanien

von univ » 16. Mai 2018, 18:03

Kuba hat geschrieben:Du bist bestimmt noch nicht fertig damit?

Kurt, jetzt beginnt der eigentliche Road Trip erst. :)

Wir schreiben den 09.05. --- Am 13.05. geht unser Rückflug von Tel Aviv. Das Auto soll wieder von Ashdod nach Monfalcone verschifft werden, dieses Mal ohne uns. Wir haben also noch 4 Tage um uns Jordanien anzusehen. Von Israel haben wir erstmal die Nase voll. (Wobei es auch ein tolles Land ist! Mit ein paar Ausnahmen :) )

Das fehlerhafte Formular:

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Schleuse @ Hafen:

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Lagerhalle 202:

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Tesla lädt - Guy sei dank:

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Zuletzt geändert von univ am 18. Mai 2018, 11:30, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Reisebericht: Mit dem Model S nach Israel und Jordanien

von univ » 16. Mai 2018, 18:07

joergen hat geschrieben:Ich sag' nur: Passierschein A38 :roll:

Genau! :lol: https://www.youtube.com/watch?v=lIiUR2gV0xk

SIM kann sich nicht einbuchen. Internet via WLAN + mobilem Hotspot + Israel-SIM im Handy. Maps-Daten kommen, aber das Auto hat keine Navigationsdaten für Israel und Jordanien. Wir navigieren mit Handy + Google Maps.

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Laden an CEE rot 32A mit NRGkick. Bricht alle paar Minuten ab, gehe runter auf 24A, dann stabil.

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Nix wie weg hier. Jordanien, wir kommen...

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Re: Reisebericht: Mit dem Model S nach Israel und Jordanien

von betatester » 16. Mai 2018, 18:09

Mist, hab ich vielleicht ein langweiliges Leben ;)

Toller Bericht!
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Re: Reisebericht: Mit dem Model S nach Israel und Jordanien

von tomka » 16. Mai 2018, 18:26

Super Bericht, bin schon gespannt wie es weiter geht.
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Re: Reisebericht: Mit dem Model S nach Israel und Jordanien

von univ » 16. Mai 2018, 18:43

Eigentlich wollten wir wie folgt fahren. Ashdod - Jerusalem - Bethlehem - (Jericho?) - Caesarea - Tel Megiddo - Netanya - Haifa + Akkon - Nazareth - See Genezareth - Irbid (Jordanien) - Amman - Totes Meer - King's Highway - Petra - Rotes Meer (Eilat) - Ramon-Krater (Israel) - Be'er Scheva + Negev-Wüste - Tel Aviv - Ashdod. Aufgrund der Verspätung des Schiffs und der Probleme beim Zoll blieb uns keine Zeit mehr in Israel. Im Nachhinein betrachtet war es schon die richtige Entscheidung, in Slowenien auszusteigen. Somit haben wir immerhin Tel Aviv + Jerusalem sehen können, was uns sonst verwehrt geblieben wäre. Somit wurde der Road Trip: Ashdod - Irbid (Jordanien) - Amman - Totes Meer - King's Highway - Petra - Eilat - Be'er Scheva + Negev-Wüste (nachts, nichts gesehen, Zeitmangel) - Ashdod

Eigentlich:

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Tatsächlich sind wir so gefahren:

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