Tesla Semi - around and inside the facts

Infos zum elektrischen LKW...

Re: Tesla Semi aus Sicht einer Spedition

von shunty » 10. Mär 2018, 11:43

Das Problem wird doch sein, dass Unternehmer Geld verdienen müssen und heute bereits in einem extrem harten Wettbewerb stehen. Kompromisse, zum Beispiel hinsichtlich Lademöglichkeiten/Zeitbedarf/Investitionskosten und Betriebskosten werden die nicht machen und nicht machen können.

Anders als im Pkw-Verkehr, wo die Early adopter breit sind und waren, mehr Geld zu investieren und Kompromisse zu machen, weil sie an eine Sache glauben und sie sich leisten können und Spaß daran haben, wird das bei einem Transportunternehmen nur dann funktionieren, wenn für einen bestimmten Anwendungsbereich die Infrastruktur (Lademöglichkeiten, eventuell andere Vorbedingungen ( Platzbedarf etc.)) vorab bereits steht und von irgend jemandem bezahlt worden ist oder bereits steht und irgendwie in die Kalkulation des Fahrzeugs eingerechnet wird.

Einen solchen Truck kaufen und darauf hoffen, dass bald die erste Megacharger eröffnen o.ä.: Kann ich mir nicht vorstellen.

insofern wird das ganze Konzept wahrscheinlich zunächst einmal ein Nischenprodukt für Strecken oder Anwendungsbereiche bleiben, bei denen diese Vorbedingungen zufriedenstellend vorab erfüllt wurden.

Was im Übrigen keinesfalls ein Plädoyer gegen diese Semis sein soll, sondern allenfalls ein Plädoyer dafür sein kann, die notwendige Infrastruktur möglichst schnell zu schaffen, zur Not auch mit Einsatz öffentlicher Mittel.

Und andererseits ist im Bereich gewerblicher Transport zu berücksichtigen, dass dieser insbesondere in Deutschland in den letzten 20 Jahren überproportional explodiert ist, was im wesentlichen auch damit zu tun hat, dass der Ausbau des schienengebundenen Streckennetzes für Güterverkehr in Deutschland mit dem Wort Katastrophe noch euphemistisch umschrieben ist.
Holland und die Schweiz haben da geliefert, Deutschland nicht.
Und ich befürchte, Deutschland wird auch nicht liefern, um elektrische LKW auf die Straße zu bringen, zumindest nicht vor ca. 2039, denn dann hat bestimmt schon Mercedes den ersten elektrischen Mercedes-Truck angekündigt, der 20.000 km am Stück fährt, von 0 auf 100 in unter 3 Sekunden läuft und induktiv in 10 min voll geladen werden kann und bei schwierigen Rangiermanövern bis zu 30 min vollautomatisch fliegen kann..... :roll:
 
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Re: Tesla Semi aus Sicht einer Spedition

von Wim » 10. Mär 2018, 11:49

könnte eigentlich mal jemand die überschrift ändern? wir reden wohl eher über frachtführer (also die, mit den autos) und nicht über speditionen (das sind die mit dem telefon).

auch wenn es am markt die unterschiedlichsten mischformen gibt, ist aus speditions(abteilunhs)sicht die art der szm nicht so spannend.
wer an jeder teslasäule noch andere stecker sehen möchte, der setzt sich sicherlich auch dafür ein, dass phev beim tanken auch strom ziehen können und rewe ihre eigenmarke nur anbieten darf, wenn sie auch die eigenmarken von edeka&co ins regal stellen
 
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Re: Tesla Semi aus Sicht einer Spedition

von Südstromer MS85 » 10. Mär 2018, 15:02

Vorschläge?

Tesla Semi **** ****

Ganz simpel wäre

Tesla Semi Transportgewerbe

Hier wird sicher rundum bzg. des Semis gesprochen, aber nicht so detailliert wie in den anderen Semi Threads. Auch ist es sinnvoll hier die facts die so eintrudeln abzulegen.
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Re: Tesla Semi aus Sicht einer Spedition

von Spüli » 10. Mär 2018, 15:07

Wim hat geschrieben:entweder soll der semi in der lage sein, aktuelle szm zu ersetzen und übliche auflieger zu ziehen, dann braucht er für den auflieger ein druckluftbremssystem,


Diese Video sollte die Frage umfassend beantworten:
https://youtu.be/dP0vIH8r-tE

Es gibt heute schon etliche Bereiche, in denen elektrische Antriebe problemlos eingesetzt werden könnten. Aber wie bei den Autos sind die Verbrenner in der Anschaffung zur Zeit sehr günstig und die Vorhersage der laufenden Kosten für viele noch ungewiss.

Als Beispiel neben den Supermärkten kann man auch so etwas banales wie einen Betonmischer betrachten. Fährt eigentlich nur Strecken bis etwa 40km (halbe Stunde) und kommt danach zum Stützpunkt zurück. Mit entsprechender Schnellladung ist der Wagen in der Mittagspause auch wieder fit für den Nachmittag.
Gruß Ingo
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Re: Tesla Semi aus Sicht einer Spedition

von Südstromer MS85 » 10. Mär 2018, 15:11

Danke für das Video, vorallem das zweite Video! Guckt mal wie die auf die Autobahn drauf knallen - da kommt der MS grad so hinterher.. DAS war eingangs im Thread meine Annahme. Elefantenrennen sind der Vergangenheit.
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Re: Tesla Semi aus Sicht einer Spedition

von 1234567890 » 10. Mär 2018, 15:20

Wann warst du das letzte mal auf einer Autobahn? Elefantenrennen wird es weiter geben, die Zeiten, in denen LKW unter der für LKW zulässigen Höchstgeschwindigkeit eine Steigung hochgekrochen sind und schnellere LKW dann langsam überholt haben, ist doch längst vorbei. Heute zieht jeder LKW seine Ladung problemlos eine Autobahnsteigung mit echten 80-85 hoch. Elefantenrennen gibt es heute, weil die Fahrer die erlaubte Höchstgeschwindigkeit geringfügig überschreiten, das machen die dann auch mit einem Semi. Auch heutige Diesel-LKW können beladen über 100 fahren, nur ist dann bei der nächsten Kontrolle des Fahrtenschreibers der Führerschein weg. Also fährt man so schnell, dass er gerade nicht weg ist, das wird mit dem Semi nicht anders.
 
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Re: Tesla Semi aus Sicht einer Spedition

von Spüli » 10. Mär 2018, 15:31

Man merkt, daß Du keine wirkliche Erfahrung mit dem Thema hast. ;)

MAN liefert ab Werk schon mindestens 4 Geschwindigkeitsvarianten aus.

80-für Gefahrgut und Co
85-für sparsame Speditionen
88-für schnelle Speditionen
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Gruß Ingo
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Re: Tesla Semi aus Sicht einer Spedition

von Cupra » 10. Mär 2018, 15:50

Ihr vergesst auch noch den Punkt der Reifen. All die Systeme bisher basieren auf Drehzahlen eines Bauteils das genormt ist und bei der Periodischen Prüfung plombiert und eingestellt. Jetzt komme ich zum eichen des Teils mit runderneuerten Reifen die etwas mehr als die Mindestprofiltiefe haben und lasse auf 89km/h einstellen. Danach kommen zu Hause neue Reifen drauf.. Juhu, Tachograph zeigt immer noch 89 an. GPS 97km/h.... So viel zum Thema jeder gleich schnell. Nur blitzen lassen sollte man sich so nicht.

Und was die Beschleunigung betrifft. Ist für mich kein Argument. Ladungen müssen für sowas dann speziell verpackt etc. werden sonst kannst du regelmässig hinten wieder aufräumen. Und wenn man so fahren muss und die Beschleunigung braucht um im Zeitplan zu kommen dann ist der Disponent in der Spetidtion entweder ein Ar....loch oder einer mit vielen Diplomen der aber von der Welt draussen keine Ahnung hat aber theoretisch alles weiss.

Zu den Bremsen finde ich dass es durchaus von Vorteil ist wenn man da verschiedene Systeme hat die unabhängig voneinander auch steuerbar sind. Federspeicherbremsen die unabhängig vom anderen System arbeiten haben mir und vielen Leuten letzte Woche am Pass den Hintern gerettet. Denn nur das ABS und die Stabilitätskontrolle hätten einfach versagt. Genauso wie nur einfache Rekuperation auf Eis zum Beispiel hilflos gewesen wäre. So aber konnte ich mit Hilfe von der Betriebsbremse und dem Federspeicher (den ich mittels Hebel ziemlich genau dosieren kann und damit nur den Auflieger plus Antriebsachse bremse, wobei der Auflieger erst Bremsdruck bekommt) das Fahrzeug nach gut 200m aus Tempo 20 :!: :!: zum Stehen bringen ohne dass es nennenswerten Schaden gegeben hätte, abgesehen von einem "Kratzer" hinten links auf 2 x 2 cm :mrgreen: Danach war erst mal 1h Pause angesagt bis der Winterdienst mit Salz kam...
Aber ich will nicht wissen wie das ein reines Reku-System macht wo man nicht mehr rein grapschen kann 8-)
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Re: Tesla Semi aus Sicht einer Spedition

von pollux » 10. Mär 2018, 16:41

einstern hat geschrieben:Meine Gedanken zur Weiterentwicklung.

Schritt 1
Ich habe mich schon gefragt, ob es Sinn macht, E-Motoren in die Anhänger Achsen einzubauen, um den Antrieb gleichmäßiger zu verteilen. Zudem wäre mehr RehKuh nutzbar.

Schritt 2
Und wenn man schon daran herum bastelt, warum nicht ein ZusatzAkku dort verbauen? Mehr Reichweite, weniger HV Kabel. Unabhängiges Laden (Zeit und Ort) von Zugmaschine und Anhänger.

Schritt 3:
eigene Lenkung. Damit wären einige Fahrmanöver einfacher.

Das schöne an den Anhängermodifikationen: Man muss den Semi nicht verändern. Es ist ein fast unabhängig entwickelbares Zusatzprodukt verbunden über eine Steuerleitung.

(Anhänger = Sattelauflieger)

Gute Gedanken. Meine dazu:
1. könnte für Sonderanwendungen sinnvoll sein. Quasi als Allrad für schwereres Gelände. Dagegen würden wohl die höheren Kosten sprechen.
2. Das finde ich eine sehr gute Idee. Auflieger wird an der Lade- / Entladestelle nur noch gewechselt. Die Zugmaschine erhält einen beladenen Auflieger mit geladener Batterie und kann so seine Reichweite erhöhen. Vielleicht mit Fahrerwechsel. Dann kann die Zugmaschine ohne Ladezeiten am rollen bleiben. Sozusagen ein Wechselakku. Leider nur begrenzt einsetzbar.
3. Das gibt es schon lange. Dafür braucht es keinen Tesla Semi
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Re: Tesla Semi aus Sicht einer Spedition

von Wim » 10. Mär 2018, 17:44

@spüli
schon klar. ich bezog mich auf den vor-post.
natürlich hat der semi ein druckluftsystem für die üblichen auflieger.


die elektrifizierung der szm hat den charme, neben den einsparungen über den strompreis, technisch sehr einfach zu sein (im vergleich zu den hunderten serviceintensiven bauteilen bei einer diesel-szm). es wäre irrig, diese enfachheit nun wieder durch basteleien am auflieger auzuhebeln.
möglicher weise wird es spezialanwendungen geben, in den eine elektrifizierung und/oder die ausstattung des aufliegers mit weiteren batterien sinnvoll ist. diese auflieger sind dann aber wohl an "ihre" szm gebunden.
um mit dem semi in die marktbreite zu kommen, sollte er (und tut es ja auch) jeden aktuellen auflieger ziehen können.
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