Von BMW zu Tesla und gleich wieder enttäuscht zurück?

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Re: Von BMW zu Tesla und gleich wieder enttäuscht zurück?

von ensor » 3. Jul 2017, 22:47

Wir kommen auch von BMW und haben seit relativ kurzer Zeit auch einen i3 als Zweitwagen.

Kein Ahnung, wie man heute noch einen normalen BMW kaufen kann. Den i3 finde ich super, spritziges Auto und vieles neu durchdacht. Aber iDrive und das Navi sind eine Katastrophe, wenn man mal eine Weile Model S/X mit Touchscreen und 10mal größerem Bildschirm gefahren ist. Ich kann den iDrive Controller recht gut bedienen, hatten wir ja nun auch vorher schon 9 Jahre einen BMW. Aber das ist echt ein Krampf verglichen mit Tesla. Kippen, drehen, drücken, streichen, Knöpfchen drücken. Beim Navi versinkt man in kleinen Schaltflächen, geschachtelten Untermenüs etc. Bis man die Adresse eingegeben hat, ist man durch 4 Felder gewandert, musste mehrfach drücken, drehen usw. Und dann diese Kartendarstellung. Route in weiß, wer hat sich das denn ausgedacht? Und eine Earth Ansicht die aussieht wie Google Maps 1996 ;) Ist das BMW nicht peinlich, die Funktion überhaupt reinzupacken?

Was ich damit sagen will: Der Tesla ist sicher nicht perfekt. Es gibt viele Kleinigkeiten die bei deutschen Premiummarken evtl besser gelöst sind. Aber Tesla macht verdammt vieles richtiger als andere. Das gesamte Auto ist von Grund auf neu gedacht, Dinge sind auf Arten und Weisen gelöst wo man sich fragt, "warum haben das die anderen Autohersteller nie so gemacht?"

Die Tempomatbedienung ist im Tesla sehr viel intuitiver, im BMW i3 zumindest mit den Lenkradtasten komme ich nun nach fast einem halben Jahr immer noch nicht zurecht. Und dass es beim i3 einfach nicht möglich ist, bei Streaming via Bluetooth mittels Lenkradtaste zum nächsten Song zu springen, muss erstmal jemand verstehen (nein es geht wirklich nicht). ;)

Dass man jetzt einzigartige Vorteile wie die OTA-Updates als Negativpunkt aufführt, ist schon sehr unfair. Schließlich muss man bei BMW um ein Update betteln, wenn es denn überhaupt eins gibt. Für die Kartenupdates muss man dann auch nach wenigen Jahren zahlen. Für die Internetverbindung sowieso.
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Re: Von BMW zu Tesla und gleich wieder enttäuscht zurück?

von volker » 3. Jul 2017, 22:55

Es wundert wenig, in einem Tesla-Forum Erfahrungsberichte von Fahrern zu lesen, die sich mit den "Eigenheiten" ihres Fahrzeugs arrangiert haben. Die anderen sind schon längst wieder weg. :roll:

@ChrisBell
Was mich interessieren würde: Wenn du nun nach ein paar Tagen mit dem Model X wieder in einem Verbrenner fährst, wie fühlt sich das an?
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Re: Von BMW zu Tesla und gleich wieder enttäuscht zurück?

von Volker.Berlin » 4. Jul 2017, 08:39

Diese beiden Meldungen, die heute nebeneinander im Newsletter von electrive.net stehen, sind m.E. symptomatisch für BMW vs. Tesla im Jahr 2017:
Produktionsstart für Model 3: Tesla kann am Freitag mit der Fertigung des Model 3 beginnen. [...]
Teaser zum neuen BMW i8 Roadster: BMW gibt in einem Teaser einen ersten Ausblick auf die Cabrio-Variante des Plug-in-Sportwagens. [...]

Da mag nun jeder für sich selbst entscheiden, welche Meldung wohl relevanter ist. Einen vollelektrischen Roadster mit wenig Nutzwert für eine elitäre Zielgruppe hat Tesla schon 2008 auf die Straße gebracht. Hoffen wir mal, dass BMW im Laufe der kommenden 9 Jahre halbwegs gleichziehen kann! (Ich meine das ernst, ich habe eine Menge BMW-Aktien.)

Abgesehen davon steht es natürlich jedem frei, die Bedienung und die Komfortfunktionen im BMW besser zu finden. Sicher gibt es auch Leute, bei denen die Unterschiede in diesem Bereich den Ausschlag bei der Kaufentscheidung geben. Manchen Leuten sind Komfortfunktionen eben wichtiger als alle anderen Fahrzeugeigenschaften. Dagegen lässt sich nichts sagen. Ich frage mich nur, warum so jemand dann überhaupt auf die Idee kommt, einen Tesla zu kaufen? Da muss es doch Gründe für die Entscheidung gegeben haben?

Für's Protokoll: Ich erkenne an, dass der i8 ein anderes Fahrzeug ist als der Tesla-Roadster, mit weitaus mehr Komfort und in manchen Kreisen auch mit besserem Image. Der i8 hat seine Daseinsberechtigung als Ikone und spricht eine Zielgruppe an, die der Tesla Roadster nicht bedienen konnte. Das ist alles wunderbar, aber die Musik spielt halt inzwischen woanders.
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Re: Von BMW zu Tesla und gleich wieder enttäuscht zurück?

von OS Electric Drive » 4. Jul 2017, 09:02

Richtig @Volker... Jeder hat seine eigenen Präferenzen und auch jedes Auto hat seine VOR und NACHTEILE... Teslas VORTEIL ist sicher nicht das Spaltmaß und auch nicht die täglichen Funktionen wie Favoriten etc... Dafür ist die Bedienung im Vergleich zu unserem i3 FÜR MICH um WELTEN besser... BMW ist hier echt nach meiner Ansicht nach altmodisch! Tesla bietet für mich UNTERM STRICH das beste Auto an, mit VOR UND NACHTEILEN eben...

Bis auf den Absatz mit dem Roadster... da sind wir nicht der gleichen Meinung :-)
Zuletzt geändert von OS Electric Drive am 4. Jul 2017, 09:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Von BMW zu Tesla und gleich wieder enttäuscht zurück?

von past_petrol » 4. Jul 2017, 09:03

Volker.Berlin hat geschrieben:Für's Protokoll: Ich erkenne an, dass der i8 ein anderes Fahrzeug ist als der Tesla-Roadster, mit weitaus mehr Komfort und in manchen Kreisen auch mit besserem Image. Der i8 hat seine Daseinsberechtigung als Ikone und spricht eine Zielgruppe an, die der Tesla Roadster nicht bedienen konnte. Das ist alles wunderbar, aber die Musik spielt halt inzwischen woanders.


Der i8 hat einen Auspuff - PUNKT ! Damit interessiert mich dieses Fahrzeug NULL ! Die Musik spielt heutzutage jenseits des Auspufflandes...
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Re: Von BMW zu Tesla und gleich wieder enttäuscht zurück?

von vaunet » 4. Jul 2017, 09:12

Volker.Berlin hat geschrieben:Abgesehen davon steht es natürlich jedem frei, die Bedienung und die Komfortfunktionen im BMW besser zu finden. Ich frage mich nur, warum so jemand dann überhaupt auf die Idee kommt, einen Tesla zu kaufen? Da muss es doch Gründe für die Entscheidung gegeben haben?


In meinem Fall ist diese Frage leicht beantwortet, zuvor allerdings auch mal einige positive Punkte zu BMW:

  • Ich finde die Bedienung des Navigationssystems im BMW mit physikalisch ertastbarem iDrive besser (die neuen BMW haben nun übrigens auch einen Touchscreen), denn wenn man mal z.B. während der Fahrt im Tesla ein kleines Feld auf dem Display drücken möchte, kann es durch eine Bodenwelle schon mal passiern, dass der Finger woanders landet. Vielleicht bin ich momentan auch einfach nur noch Grobmotoriker und muss mich erst an den Bildschirm und Touchscreen gewöhnen. Ich habe den Tesla ja noch keine 2 Wochen (allerdings schon 3tkm gefahren)
  • Das Navigationssystem von Tesla und die Routenberechnung finde ich gelinde gesagt einfach nur schlecht. Auf Nachfrage im Forum wurde mir bestätigt, dass es da seit Jahren keine Besserung gab und viele sich nun schon ein TomTom dazugehängt haben, aber auch damit kann man klar kommen.

Meine vorherigen Wagen waren ein 2012 er BMW 525 Diesel X-Drive, dann (weil kleineres Auto aufgrund geänderter Lebensumstände ausreichend war) ein BMW 328i, gleich kurz gefolgt von einem BMW M4 zum Austoben, den ich 2 Jahre fuhr, bevor es endgültig im Kopf "Klick" machte.

Warum ich nun zum Tesla umgestiegen bin:

  • Durch den Kauf eines i3 hat mir meine Partnerin die Elektro Mobilität schmackhaft gemacht und ein guter Kollge fuhr schon ein Model S, was ich auch mal ausprobieren durfte
  • Das Antriebskonzept ist besser, haltbarer, unkomplizierter und viel "smoother" zu fahren. Wie mein Kollege zu sagen pflegt - man "zoomt" durch den Verkehr.
  • Es gibt immer mehr Krebskranke (nachgewiesen mehr Leute, die an der Autobahn wohnen), der Dieselskandal ist lächerlich und die Lobby kotzt mich an (btw., derzeit ganz besonders zusätzlich noch die Atomlobby)
  • Mehr und mehr kommt mir das Gedöns um das "Treibhausgas" CO2 bekloppter vor. Ich habe langsam wirklich das Gefühl, dass man einfach nur etwas zum Gegenrechnen suchte, damit es noch Argumente gibt, die einen Verbrenner im Vergleich mit einem Elektrowagen nicht ganz so schlecht dastehen lassen, denn meiner Meinung nach kriegt man das CO2 Problem unter Kontrolle, wenn man z.B. mal Fleisch teurer macht und es dies nicht mehr bei Lidl für 5 Euro das Kilo zu kaufen gibt, aufhört die Regenwälder abzuholzen und anstattdessen mal aufforstet. Denn viele wissen vielleicht nicht, dass Bäume CO2 einatmen und Sauerstoff ausatmen
  • Keiner sich wirklich ernsthaft Gedanken um das viel problematischere NOX macht.
  • Weil ich der Meinung bin, dass sich Schadstoffe wie NOX an Produktionsstätten (im Großformat) besser ausfiltern und auch staatlich kontrollieren lassen, als nachher im Kleinformat im Auto. Keine weiteren Emmisionen am Endprodukt sind für mich einer der wichtigsten Faktoren.

Zugegeben, man denkt auch selbst erst anders, wenn man von einer Krankheit betroffen ist. In vielen Bereichen.

Also habe ich mir ein Model X geholt und hoffe dadurch auch, dass ich damit im kleinen Maßstab dazu beitragen konnte, das Model 3 zu einem Erfolg zu machen und auf diese Weise dabei zu helfen, Elektromobilität alltagstauglich für den Massenmarkt zu verwirklichen. Dies dazu indem ich ein Unternehmen unterstütze, was es in diesem Bereich seit Jahren ernst meint und dies täglich beweist.
Das Model X ist für mich kein Statussymbol, sondern eine Reaktion auf eine insgesamt geänderte Weltanschauung und Lebensweise, die aufgrund von Einflüssen aus dem Äußeren Umfeld vollzogen wurde.

Ggf. fahre ich kein Auto mit einem gleichwertigen Preis/Leistungs Verhältnis, doch immerhin fahre ich ein Auto mit dem ich glaube, dass ich die Entwicklung der Menscheit in eine positive Richtung unterstütze. Ich bin daher bereit, auch auf einige bisher gewohnte und komfortablere Dinge zu verzichten.


Und jetzt nochmal OT zum Thema Fleisch:

Ich bin kein Vegetarier, doch ich überlege mir wo ich welches Stück Fleisch kaufe, wie oft ich es kaufe und esse und versuche dem dafür gestorbenen Tier die nötige Wertschätzung zu geben. Wir sind Allesfresser, das beinhaltet auch Fleischkonsum. Doch z.B. Lamm aus Australien kommt nicht mehr in die Tüte, da warte ich lieber bis der Metzger meines Vertrauens wieder nicht Antibiotika verseuchtes Lamm aus Schweizer Haltung hat, damich ich es ab und zu mal genießen kann.
Zuletzt geändert von vaunet am 4. Jul 2017, 09:18, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Von BMW zu Tesla und gleich wieder enttäuscht zurück?

von Volker.Berlin » 4. Jul 2017, 09:15

past_petrol hat geschrieben:Der i8 hat einen Auspuff - PUNKT ! Damit interessiert mich dieses Fahrzeug NULL ! Die Musik spielt heutzutage jenseits des Auspufflandes...

Er könnte ja jetzt auch eine rein elektrische Variante des i8 kommen. Dann gilt das oben (von mir) Gesagte.
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Re: Von BMW zu Tesla und gleich wieder enttäuscht zurück?

von past_petrol » 4. Jul 2017, 09:19

Volker.Berlin hat geschrieben:
past_petrol hat geschrieben:Der i8 hat einen Auspuff - PUNKT ! Damit interessiert mich dieses Fahrzeug NULL ! Die Musik spielt heutzutage jenseits des Auspufflandes...

Er könnte ja jetzt auch eine rein elektrische Variante des i8 kommen. Dann gilt das oben (von mir) Gesagte.


Absolut - dann nehme ich das Fahrzeug ernst. Es ist nur unglaublich, wieviele meinen, dass der i8 ein BEV ist. Ist mir gerade wieder passiert.

Aus meiner Sicht hat BMW fahrlässig die Technologieführerschaft verschlafen.

Das Model S kam 2012 auf den Markt. BMW brachte den i3 2013 an den Start. Damals dachte ich - das wird aber eng. BMW hat original 4 JAHRE gepennt !!! Sorry !

2013 hätte ich wetten können, dass man 2017 einen vollelektrischen 3er oder 5er kaufen kann. NICHTS !

Ich nehme den Laden erst wieder ernst, wenn er anständige Autos baut - machen sie im Moment nicht - Ausnahme ist der i3 ohne REX. Mit REX geht der auch gar nicht, wenn man sich den Verbrauch des REX mal ansieht !

Naja...
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Re: Von BMW zu Tesla und gleich wieder enttäuscht zurück?

von vaunet » 4. Jul 2017, 09:22

Zu meinem obigen Punkt möchte ich noch eine Sache anmerken, denn NOX ist ja im Falle von Benzinern jetzt kein so schlimmer Faktor.

Doch... auch Benziner verbrennen fossile Treibstoffe. Unsere gesamte Chemie (auch Arzneien) basiert auf Erdöl. Vielleicht sollte man diese begrenzte Ressource dann vielleicht doch anders als zum Verbrennen nutzen. Daher ist auch der Benziner für mich keine Alternative mehr.
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Re: Von BMW zu Tesla und gleich wieder enttäuscht zurück?

von Volker.Berlin » 4. Jul 2017, 09:24

Stefan Dräger vom gleichnamigen Medizintechnik-Unternehmen kürzlich in der Welt am Sonntag:
"Es gibt keinen Grund außer einem historischen, Benzin zu verbrennen."
https://www.welt.de/regionales/hamburg/ ... ehmer.html
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