Ich bin kein Pionier

Vorstellung von Fahrzeug und Fahrer...

Ich bin kein Pionier

von George » 5. Jun 2017, 11:02

Und ich will das auch überhaupt nicht sein, das ist für mich persönlich kein Wert an sich. Vielmehr empfinde ich "die anderen" als rückständig. Und Tesla gibt's ja ein paar Jahre und die haben auch schon ein paar Autos verkauft.

Allerdings ist mir natürlich klar, dass die Mehrheit der Autofahrer heute noch fast keine andere Wahl hat, als ICEs zu fahren. Sei es aus Kostengründe oder wegen immer noch (!) mangelnder sinnvoller Lade-Infrastruktur besonders für Nicht-Teslas.

Und damit meine ich nicht nur die Anzahl und Qualität der vorhandenen Ladesäulen sondern auch diesen ganzen unsäglichen Quatsch mit den verschiedenen Karten, Roaming, kostenlos oder nicht, Parkgebühren oder nicht, weil Strom nicht einfach jeder so verkaufen darf (Achtung, nicht blenden lassen: das ginge bei politischem Willen problemlos, hier wird absichtlich Chaos erzeugt). Jeder kocht sein regionales Süppchen ganz wie zu Zeiten der deutsche Fürstentümer, Königreiche und Grafschaften anno 1800. Das kann man im Einzelfall und bei entsprechender Beschäftigung mit dem Thema durchaus zu seinem Vorteil spielen indem man z.B. in bestimmten Städten kostenlos parkt oder wie ich wg. des günstigen Sonntags-Parktarifs billig Strom auf einem Bank-Parkplatz zieht (4 Euro für 80 kW/h, ca. 1/5 des Preises im Vergleich zu Home Charging). Schön, dass gleich daneben ein super Augustiner Biergarten liegt.

Aber wirklich hilfreich das Laden für die Masse einfach und günstig zu gestalten, ist das in Summe nicht.

Wie auch immer, die Verdummungs- und Verschleppungs-Taktik der üblichen Verdächtigen der deutschen Autoindustrie trägt dann den Rest bei und ich stehe plötzlich und gänzlich ungewollt als "Pionier" da.

Für mich und meine Familie ist das MX das richtige Auto zur richtigen Zeit in unserem Leben. Echte Minuspunkte sind höchstens die leicht sub-optimale Funktionalität (z.B. Hochglanzsitzschalen in meinem Baujahr, zu wenige Staufächer, fehlende Laderaumabtrennung, keine Gummifussmatten etc.) sowie der exorbitante Preis.

Trotzdem kurz zusammen gefasst: ich empfinde mich nicht als vorne sondern die andere als hinten :)
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Re: Ich bin kein Pionier

von grizzzly » 5. Jun 2017, 11:17

Eine wirklich den Kern treffende Beschreibung!
Falls Du gar keine Ahnung hast welchen Referral Link Du verwenden sollst: http://ts.la/christian6184
 
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Re: Ich bin kein Pionier

von ddeml » 5. Jun 2017, 11:27

+1

Heute spiele ich mal den Pedanten: Es müsste kWh und nicht kW/h heissen... SCNR :geek:
 
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Re: Ich bin kein Pionier

von mp37c4 » 5. Jun 2017, 12:07

Ja, die Kernaussage sehe ich auch so: vor 4 Jahren mit dem Leaf war es noch Abenteuer und Pioniergeist, inzwischen wollen wir einfach nur noch fahren und den Leaf/Tesla als das sehen, was es eigentlich sein sollte: ein Auto. Die leider immer noch mangelhafte Infrastruktur macht die E-Mobilität aber nicht alltagstauglich, damit meine ich den "gemeinen" Autofahrer. Keiner in unserer Wohnanlage, Strasse, Kollegenkreis hat sich in den 4 Jahren ernsthaft beim Kauf eines neuen Autos für ein E-mobil interessiert. Preis, Leistung (= Reichweite, Tankmöglichkeiten) und Einfachheit im täglichen Betrieb waren einfach mehr Wert. Ich glaube deshalb weiterhin, der Umweltaspekt spielt gar keine Rolle bei der Entscheidung, wenn die E-Mobilität massentauglich werden soll, dann muss sie billiger sein (Fahrstrom darf nix/fast nix kosten) und einfach sein. Wie oft ist es mir in den 40 Jahren passiert, dass eine Tankstelle nicht funktioniert hat? 1-2 mal, weil Super ausverkauft war - egal, fahre ich halt 500m weiter zur nächsten. Und Ladesäulen, die nicht nutzbar waren? Unzählige Male... so wird das nichts.
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Re: Ich bin kein Pionier

von Leto » 5. Jun 2017, 15:49

Ich bin ein Pionier der 2. Art. Ich sehe mich als jemand der zeigen will das es keinerlei Einschränkungen bedeutet ein EV zu fahren. Auch nicht als einziges Auto und für jeden der Abends zu Hause oder am Arbeitsplatz, etc. laden kann. Das können sehr viele denn Schuko 3kW reicht in der Regel dazu aus. Langstrecke geht mit dem SuC Netzwerk. Um diese Message aber glaubwürdiger transportieren zu können brauche ich von Tesla ein in der Qualität angemessenes Auto und ein absolut zuverlässig funktionierendes SuC Netzwerk, denn auf Langstrecke alle 3 Stunden mal 20 Minuten anhalten darf keine Einschränkung sein, aber jedes weitere Warten an einem SuC oder sogar die Nicht-verfügbarkeit wären ein GAU.

Mit dem Model III könnte ein Fahrzeug kommen welches dieses für viele Menschen erschwinglich macht. Darum liegt mir auch so viel daran das Tesla die SuC Infrastruktur und Prozesse in die Lage versetzt mit dem M III in hoffendlich großer Zahl umzugehen und die Qualität des Fahrzeugs bzgl. Hard- und Software nicht nur für Pioniere der 1. Art akzeptabel sind.
2. Model S 90D, seit 9/16, Midnight Silver/Grau/Carbon, Lenkassistent aka AP1, alles außer Tiernahrung und Pano, E.ON Basisbox Kombi und wallb-e eco, je 22kW und BEW "ein Preis" Roaming Vertrag für RWE Säulen sowie TNM Ladekarte und Plugsurfing
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Re: Ich bin kein Pionier

von George » 5. Jun 2017, 16:08

Die Reichweite ist de facto bei Tesla kein Problem durch große Akkus und SuC. Wenn ich natürlich alle 100 km stundenlang an 11 kW Schneckenladern hängen müsste (die dann evtl. auch noch kaputt sind) und ich daheim und in der Stadt nicht oder nicht problemlos laden kann, würde ich teure E-Autos für Quatsch erklären. Da viele Deutsche aber dieses von Politik und Autoindustrie gewünschte Bild im Kopf haben, geht nix vorwärts.
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Ich bin kein Pionier

von Earlian » 5. Jun 2017, 21:31

Leute, ich hätte nie gedacht, dass wir mal alle einer Meinung sind. Aber es stimmt:

Je länger man Tesla fährt, desto weniger empfindet man das als besonders.

Umso mehr wundert man sich, dass selbst unter denen, die sich so ein Auto leisten können, trotzdem noch fast alle auf ihre Stinker schwören.

Kollektive Gehirnwäsche, anders ist das nicht zu begreifen.

Hoffen wir, dass das M3 einschlägt, wie ein Blitz!
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Re: Ich bin kein Pionier

von segwayi2 » 5. Jun 2017, 21:59

Nunja, ein bisschen aufwändiger ist es schon EV zu fahren, auch Tesla. Mittelstrecke ohne SuC ist man schnell mal stromtechnisch knapp, Langstrecke dauert auch länger als durchknallen und planen und rechnen sollte man auch können.
Wochenende auf dem Rückweg aus Berlin bin ich nicht über Berliner SuC gefahren weil ich wusste das ich bei meinem Füllstand mit 170whkm bis Magdeburg komme. Aber nur weil es hinter der Stadtgrenze aufhörte zu regnen. Über den SuC Berlin wärs ne Stunde länger geworden.
Da bedarf es schon ein bisschen Erfahrung um so zu planen und es ist um längen komplexer als Verbrenner zu fahren. Das macht nicht jeder freiwillig mit.

Nicht falsch verstehen, ich finde den Mehraufwand vertretbar, aber nachvollziehen kann ich es auch wenn einer sagt das er im Moment noch den Aufwand scheut.
Bisschen Pionier ist immer noch dabei... auch wenn es sich für uns normal anfühlt
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Re: Ich bin kein Pionier

von no_noise » 6. Jun 2017, 13:27

Ich denke auch das zennteale Problem zur Masentauglichkeit ist die Abrechnung beim Laden. Ich kann in ganz Deutschland an JEDER bekloppten Tankstelle mit Cash UND Maestrokarte (EC) UND Kreditkarte Sprit kaufen. Warum kann ich in der Regel mit KEINEM dieser gängigen Zahlungsmittel an einer Ladesäule Strom fassen? Die Industrie hatte ihre Chance - jetzt bitte Politik. Infrastrukturpolitik!
 
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Re: Ich bin kein Pionier

von George » 6. Jun 2017, 20:03

Das "warum" ist die richtige Frage und die Antwort leider nicht schön.
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