Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

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PV-Strom lokal speichern, macht das Sinn?

- Ja macht Sinn, weil dadurch auch Nachts PV-Strom verwendet wird.
64
42%
- Ja macht Sinn, weil dadurch Einspeisespitzen reduziert werden.
48
31%
- Ja macht Sinn, weil man der Strom für die Nacht günstiger ist, als der Strom vom Stromanbieter.
25
16%
- Nein macht keinen Sinn, weil es dadurch die Kohlelobby stärkt, da der PV-Strom im Netz fehlt.
3
2%
- Nein macht keinen Sinn, weil nicht Netzgesteuert.
9
6%
- Nein macht keinen Sinn, weil durch die Ladeverluste kostbarer PV-Strom verschwendet wird.
5
3%
 
Abstimmungen insgesamt : 154

Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von Eberhard » 31. Jan 2017, 11:16

@egn
Die Realität ist aber, BMW kauf an der Börse billigen Windstrom von der Küste und fährt deswegen sein Kraftwerk runter. Leider kauft BMW keine Übertragungskapazitäten mit (das ist Sache der ÜNB). Da aber die Nordsüd-Leitungen mit Braunkohlestrom verstopft sind, fährt in Österreiche eine Reservekraftwrk hoch, das die eigenen Erzeugungskapazitäten von BMW ersetzen muss.
Das nennt sich Redispatch und kostete 2015 400Mio für 2016 wird mit > 1 Mrd gerechnet.

Brennstoffzellen werden in Japan schon in Stückzahlen von über 250.000 als Stromerzeugende Heizung eingesetzt.
Haben eine Lebensdauer von 40-80.000 Betriebsstunden.
Kann man auch in Deutschland u.a. bei Viessmann kaufen.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von OS-Electric-Drive » 31. Jan 2017, 12:03

Ich verstehe den Sinn einer Brennstoffzelle nicht die mit Gas läuft. Man verbrennt Gas um Strom zu erzeugen... Was soll das bewirken? Die F-Cell hat dann 50 - 60% Wirkungsgrad, der Speicher nochmals 75-80%, was bleibt da denn bitte übrig?

Und gewonnen hat niemand! Es werden Ressourcen einmalig verbrannt.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von Eberhard » 31. Jan 2017, 13:27

OS Electric Drive hat geschrieben:Ich verstehe den Sinn einer Brennstoffzelle nicht die mit Gas läuft. Man verbrennt Gas um Strom zu erzeugen... Was soll das bewirken? Die F-Cell hat dann 50 - 60% Wirkungsgrad, der Speicher nochmals 75-80%, was bleibt da denn bitte übrig?

Und gewonnen hat niemand! Es werden Ressourcen einmalig verbrannt.


Man nehme zuerst Bioerdgas. Die Brennstoffzelle ist so ausglegt, das diese die Grundlast im Haus abdeckt. Siehe KAJU74, der braucht tagsüber für seine Filterpumpen etc. 1.300W, da er für die eingespeiste kWh nur etwa 4ct bekommt, macht es Sinn, den gesamten Strom selber zu verbrauchen und dafür den Solarstrom gegen EEG-Vergütung einzuspeist. Lastschwankungen im Tagesverlauf fängt die Batterie auf, so das kein teurer Netzstrom bezogen werden muss.

Wenn dann jemand im Winter seine WP mit Braunkohlestrom betreiben muss, wer ist da der größere Schmutzfink??
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von Yellow » 31. Jan 2017, 13:35

Ich verstehe das mit der stromerzeugenden Heizung aber auch nicht ;)
Trotz Deiner Erklärung, Eberhard.

Eine Heizung hat doch immer einen Wirkungsgrad nahe an 100%!?
D.h., wenn ich z.B. Pellets verbrenne, dann wird die gesamte enthaltene Energie in Wärme für die Heizung umgesetzt.
Und die Heizung verbrennt nur exakt so viel Brennstoff, wie für die Heizung benötigt wird.
Wenn ich jetzt daraus noch Strom erzeugen will, dann muss doch zusätzlicher Brennstoff verbrannt werden, oder?

Oder wo ist da der Gedankenfehler?
Es gibt doch kein "Abfallprodukt", aus dem ich zusätzlich Strom erzeugen kann, oder?
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von Eberhard » 31. Jan 2017, 13:41

Yellow hat geschrieben:Ich verstehe das mit der stromerzeugenden Heizung aber auch nicht ;)
Trotz Deiner Erklärung, Eberhard.

Eine Heizung hat doch immer einen Wirkungsgrad nahe an 100%!?
D.h., wenn ich z.B. Pellets verbrenne, dann wird die gesamte enthaltene Energie in Wärme für die Heizung umgesetzt.
Und die Heizung verbrennt nur exakt so viel Brennstoff, wie für die Heizung benötigt wird.
Wenn ich jetzt daraus noch Strom erzeugen will, dann muss doch zusätzlicher Brennstoff verbrannt werden, oder?

Oder wo ist da der Gedankenfehler?
Es gibt doch "Abfallprodukt", aus dem ich zusätzlich Strom erzeugen kann, oder?


Eine normale Heizung hat meist zwischen 80-90% thermischen Wirkungsgrad. Brennwertkessel kommen auf >100% da die latente Wärme aus dem Wasserdampf im Abgas durch abkühlen unter dem Taupunkt genutz werden kannst.
Wenn 10% der Energie elektrisch ausgekoppelt wird, muss entsprechend mehr verfeuert werden, die fehlt dann in der thermischen Bilanz d.h. thermische Nutzleistung + elektrische Leistung + thermische Verluste = 100%.

Der Vorteil ist halt einfach, das ich den eigenen Strom für 5-6ct Brennstoffkosten/kWh erzeugen kann und damit erheblich uter dem Strombezugspreis bin.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von KaJu74 » 31. Jan 2017, 16:06

OS Electric Drive hat geschrieben:Und so private Spielzeuge

https://www.tesla.com/de_DE/powerwall#design
Ich hätte gerne 3 von den Spielzeugen.
Während sich die Leute immer wieder Gedanken über den Eigenverbrauch machen ballert gerade eine Anlage nach der anderen ans Netz... Fast nur Volleinspeisung...

Im Dezember 441MWp!!!
Ich dachte, im Moment lohnt sich nur Eigenverbrauch? Oder ist das bei über 30kWp anders?
egn hat geschrieben:@KaJu74
Ok, Du hast wegen des Teichs einen sehr hohen Energieverbrauch. Aber statt des BHKWs für die Stromerzeugung zu nutzen wäre es meiner Meinung nach energetisch besser den Teich nicht direkt elektrisch sondern entweder mit der Wärme des BHKW, oder aber per Wärmepumpe zu beheizen. So wie ich es verstanden habe willst Du weiterhin elektrisch heizen und der Strom soll vom BHKW komemn.
Ich heize den Teich überhaupt nicht!
Das ist nur Stromverbrauch für Pumpen, UV-Lampen, Filter und Belüftungspumpen.
Was machst Du dann mit der ganzen Wärme?
Das BlueGEN hat "nur" 0,6kW Wärme, bei gleichzeitig 1,5kW Strom.
BlueGEN.JPG

Ich werde einen Hybridwasserkessel dazu bekommen, so das die Abwärme des BlueGEN sowohl das Warmwasser, als auch das der Heizung erwärmt.
Diese Wärme reduziert auch die Laufleistung meines Brennwertkessels.
Wenn Du die nicht immer sinnvoll nutzen kannst dann ist dieses Konzept eine energetische Katastrophe. Nehmen wir wir an Du erzeugst 10000 kWh Strom pro Jahr, dann hast Du bei einem elektr. Wirkungsgrad von 20 % rund 40.000 kWh Wärme. Was fängst Du damit an?
Das BlueGEN schafft maximal (0,6kW * 24h/d * 365d) 5256kWh Wärme pro Jahr.

Die Berechnung hinsichtlich Wirtschaftlichkeit möchte ich sehen. Wahrscheinlich ist es wieder eine typische Milchmädchenrechnung des Anbieters wo weder die Kosten im vollständigen Umfang berücksichtigt wurden, und gleichzeitig übertriebene Annahmen hinsichtlich der Preissteigerung für Strom und Brennstoffe verwendet wurden.
Das BlueGEN kostet 16.207,00 €.
Ich kann 13.000kWh an Strom selber nutzen. Macht bei 0,2175€/kWh also rund 2.800€ Ersparnis.
Gleichzeitig kann ich aber 13.000kWh mehr einspeisen. Macht bei 0,1385€/kWh also rund 1.800€ Einnahmen.
Wie viel Kosten ich durch die Wärme spare, muss ich sehen, der Verkäufer geht von 250-300€ aus.
Dann gibt es noch Zuschüsse in Höhe von rund 700-800€
Macht 5.550€ Einnahmen.
Ausgaben sind die zusätzlichen Gaskosten. Pro Jahr 24.500 kWh. Sind bei der EWE rund 1.500€ pro Jahr.
Der Vollwartungsvertrag kostet 600€.
Macht 2.100€ an Kosten.

Bilanz = 3.450€ Gewinn pro Jahr.
Also keine 5 Jahre, bis es sich bezahlt gemacht hat.

Der Verkäufer hat mit 7 Jahren gerechnet, weil er den verkauften PV-Strom nicht mit in der Rechnung hat.
BlueGEN Kostenrechnung.JPG

Autarkie macht in einem Land in D mit einer funktionierenden Netzinfrastruktur deswegen energetisch keinen Sinn weil man viel mehr Resourcen benötigt als wenn man eine mehr zentralisierte Stromversorgung hat. So ein BHKW hat einen lächerlichen elektrischen Wirkungsgrad und verschwendet damit Primärenergie für die Erzeugung von Strom.
Komisch, ich sehe es eher genau umgekehrt, eine dezentrale Stromerzeugung bringt nur Vorteile, weil man die Netze entlastet und Verlust in den Leitungen verringert.
Ich weiß auch nicht, warum du 60% elektrischen Wirkungsgrad als lächerlich bezeichnest.
Zusammen mit dem 25 Wirkungsgrad bei der Wärme kommt man auf 85% Wirkungsgrad.
Bei netzdienlichem Betrieb muss man fragen wem dieses Verhalten eigentlich dienlich ist. Wenn es dazu führt dann dass die Braunkohlekraftwerke weiter unter Volllast laufen können dann dient es zwar dem Kraftwerksbetreiber und Netzbetreiber, aber letztlich nicht der Energiewende.
Warum sollte das so sein?
Im Gegensatz zu früher, wo das Kohlekraftwerk für mich 12.000kWh herstellen musste, produziere ich jetzt mehr Strom, als ich verbrauche.
Der Strom der aus Deiner PV-Anlage kommt wird mit höchster Wahrscheinlichkeit immer gleich von Deinen Nachbarn ohne PV-Anlagen verbraucht.
Wieso kann ich meinen Strom nicht direkt dem Nachbarn verkaufen?
OS Electric Drive hat geschrieben:Ich verstehe den Sinn einer Brennstoffzelle nicht die mit Gas läuft. Man verbrennt Gas um Strom zu erzeugen... Was soll das bewirken? Die F-Cell hat dann 50 - 60% Wirkungsgrad, der Speicher nochmals 75-80%, was bleibt da denn bitte übrig?

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Ich werde den meisten Strom immer direkt verbrauchen, daher kannst du den Wirkungsgrad des Speichers vernachlässigen.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von eggerhd » 31. Jan 2017, 17:10

KaJu74 hat geschrieben:
OS Electric Drive hat geschrieben:Und so private Spielzeuge ........ :oops:
...... Zusammengefasst!
Bilanz = 3.450€ Gewinn pro Jahr. Also keine 5 Jahre, bis es sich bezahlt gemacht hat.

Schaut gut aus! Wie lange läuft die Anlage schon bei Dir? :?:
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von KaJu74 » 31. Jan 2017, 17:23

Wird erst im März aufgebaut.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von eggerhd » 31. Jan 2017, 19:07

KaJu74 hat geschrieben:Wird erst im März aufgebaut.
Wäre schön mal Ergebnisse zu erfahren. Fällt in meine "Kernkompentenz"....... :roll:
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von tripleP » 31. Jan 2017, 19:12

@Kaju:

Wird das BHKW das ganze Jahr durchgehend betrieben? Also ~1000-1500 W elektrische Energie und 600W thermische Energie? Die thermische Energie für WW in diesem Fall oder?
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