Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

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PV-Strom lokal speichern, macht das Sinn?

- Ja macht Sinn, weil dadurch auch Nachts PV-Strom verwendet wird.
61
41%
- Ja macht Sinn, weil dadurch Einspeisespitzen reduziert werden.
47
31%
- Ja macht Sinn, weil man der Strom für die Nacht günstiger ist, als der Strom vom Stromanbieter.
25
17%
- Nein macht keinen Sinn, weil es dadurch die Kohlelobby stärkt, da der PV-Strom im Netz fehlt.
3
2%
- Nein macht keinen Sinn, weil nicht Netzgesteuert.
9
6%
- Nein macht keinen Sinn, weil durch die Ladeverluste kostbarer PV-Strom verschwendet wird.
5
3%
 
Abstimmungen insgesamt : 150

Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von egn » 30. Jan 2017, 15:16

volker hat geschrieben:@OSE kann dir nicht ganz folgen, was sind Vlh? Was hat das mit EE-Kraftwerken zu tun?


Vlh sind Volllaststunden, nichts anderes als der Jahresertrag in kWh / Leistung der PV Anlage in kWp.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von volker » 30. Jan 2017, 15:24

egn hat geschrieben:Das Problem ist bei dieser Betrachtungsweise doch dass bei Nutzung von Heimspeichern tatsächlich noch mehr Braunkohlestrom genutzt werden muss, weil die Speicherverluste irgendwie gedeckt werden müssen. Wäre der PV-Strom eingespeist worden dann hätte er direkt Braunkohle Strom substituiert.


Ich habe mal eine Woche im Juli 2016 heraus gegriffen. Die letzten zwei Tage sind Samstag+Sonntag. Wie man sieht, ist der Stromexport in die deutschen Nachbarländer nicht von der Erzeugung der Erneuerbaren bestimmt. Braunkohle- und überraschenderweise auch Gaskraftwerke laufen fast konstant durch. Die Steinkohlekraftwerke passen ihre Erzeugungsleistung an.
Agora2016KW28.png


Ich bin nicht sicher, was an diesem Bild durch mehr Speicher oder mehr erneuerbare Erzeugungsleistung sich ändern würde. Der Stromexport ist gigantisch - 10 Prozent der Netto-Erzeugung! Man kann die fossilen Energien nur über eine wirksame CO2-Besteuerung aus dem deutschen Strommarkt drängen, vermute ich.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von egn » 30. Jan 2017, 15:34

Die CO2-Besteuerung ist mehr oder weniger tot.

Was wirklich helfen würde ist den Exportstrom mit allen Steuern und Abgaben zu belasten wie den im Inland von den nicht privilegierten Verbrauchern verbrauchten Strom.

Was die wenigsten wissen ist dass für Exportstrom keinerlei Netzdurchleitungsgebühren berechnet werden, EEG sowieso nicht. So subventionieren die nicht-privilegierten Verbraucher die Gewinne der Stromexporteure und müssen dazu auch noch die Kosten für den Leitungsbau tragen.

Mehr PV-Erzeugung im Inland erhöht weiter den Druck auf die konventionelle Stromerzeugung, denn der erzielbare Preis sinkt auf die Grenzkosten, was letztlich dazu führt dass die Fixkosten nicht mehr gedeckt werden. Irgendwann müssen die Betreiber der Kohlekraftwerke klein bei geben und die Anlagen wegen Unwirtschaftlichkeit aufgeben.

Stelle Dir einfach mal vor es gibt statt jetzt knapp 40 GW PV-Leisung dann 100 GW.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von volker » 30. Jan 2017, 15:42

Die Politik bastelt aber lieber einen Deckel auf Wind und Sonne, als CO2 zu besteuern. Warum nimmst du dann an, dass PV ausgebaut werden kann, der CO2-Preis aber nicht änderbar ist?
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von egn » 30. Jan 2017, 15:45

Für die PV gibt es zumindest das EEG, das den Ausbau in gewissem Rahmen steuert, und das läuft einfach so weiter.

Bei CO2 gibt es dagegen überhaupt keinen Willen zum Eingreifen. Die Preise sind total im Keller, weil eben eine fixe Menge an Zertifikaten auf eine immer geringer werdende Erzeugungsmenge treffen. Das mit dem CO2 würde nur funktionieren wenn jährlich immer automatisch ein bestimmter Prozentsatz an Zertifikaten aus dem Markt genommen würden.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von KaJu74 » 30. Jan 2017, 15:47

egn hat geschrieben:
KaJu74 hat geschrieben:Außerdem brauche ich Nachts weniger Strom, wenn Strom im Speicher ist.
Also brauch man weniger Grundlast.

Der Stromverbrauch in der Nacht spielt doch kaum eine Rolle, außer man heizt mit Strom.

Ich ziehe, wegen meinem Koiteich aber auch Nachts 700W im Winter und 1.300W im Sommer.
Von daher spielt es schon eine Rolle.
Wenn mein BHKW im März eingebaut wird, werde ich Nacht sogar den Speicher laden, anstatt zu entladen.
Und ich kann wieder 13.000kWh mehr PV-Strom verkaufen.
Das ist energetischer und wirtschaftlicher Unsinn.
Stimmt nicht.
Denn ich nutze die gesamte Energie, sowohl Wärme als auch Strom vollständig selbst.
Wirtschaftlich rechnet es sich nach knapp 7 Jahren.
Außerdem werde ich Nachts autark sein und Tagsüber auch meistens.
Autarkie bringt mit unserer Infrastruktur keinerlei Vorteile, sondern große wirtschaftliche und energetische Nachteile.

Warum erklärt mir niemand, warum?
Ich brauche weniger Strom.
Ich verkaufe sogar Strom.
Warm soll das keinen Vorteil haben? Sowohl für mich, als auch fürs Netz?
Warum soll ich jetzt das Stomnetz nicht entlasten?
Weil es keinen Sinn macht. Das was Du weniger aus dem Netz nimmst, hätte jemand bei PV-Einspeisung jemand anderes verbraucht. Damit wäre dann tatsächlich Kohle substituiert worden.
Ich nutze die PV-Anargie aber doch auch, nur später.
Somit habe ich über den Tag gesehen, einen gleichmäßigeren Verbrauch.
Keine Spitzen beim kauf und keine Spitzen beim Verkauf.
Wenn ich keinen Speicher hätte, müsste ich Nachts den überschüssigen Strom des BHKW verkaufen.
Du hättest nicht in ein BHKW investieren sollen sondern in eine Wärmepumpe und einem entsprechenden Wärmespeicher. So kann die Wärmepumpe dann laufen wenn die die PV-Erzeugung da ist und die Wärme kannst Du dann verbrauchen wenn Du sie brauchst.
Und was bringt mir das jetzt in der trüben Jahreszeit?
Ich ziehe noch mehr Strom, Kohlestrom.
Sehe da keinen Sinn drin.
Und Tagsüber würde ich ohne Speicher öfters in die Abregelung kommen.
Hat das noch keiner bedacht?
Eventuell hättest Du dann nur einen kleinen Speicher für die Abregelenergie nehmen sollen und dies mit einer Wärmepumpe mit Wärmespeicher ergänzen können. Dies wäre energetisch viel besser als so viel Strom mit hohem Verlust durch den Speicher zu schieben.
Was bringt mir ein kleiner Speicher, der in einer halben Nacht leergesaugt ist und dann ziehe ich doch wieder Kohlestrom und zusätzlich mehr für die Wärmepumpe.
Gruß Karsten

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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von KaJu74 » 30. Jan 2017, 15:52

egn hat geschrieben:Für die PV gibt es zumindest das EEG, das den Ausbau in gewissem Rahmen steuert, und das läuft einfach so weiter.

Durch den immer niedriger werdenden Vergütungssatz, werden auch nur noch kleine Anlagen rentabel. Quasi 100% Eigenverbrauch.
ggf. sogar als Inselsystem.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von jekruege » 30. Jan 2017, 15:58

egn hat geschrieben:Die CO2-Besteuerung ist mehr oder weniger tot..


So stimmt das nicht - man kann vielleicht sagen es ist derzeit tot. Ab 2022, wenn die Wirtschaft wieder ordentlich in Gange ist, wird es funktionieren. Kein Politiker schneidet sich in seiner eigenen Legislaturperiode ins eigene Fleisch. Es wurden leider viel zu viel Zertifikate ausgegeben und dann kam auch noch die Wirtschaftskrise und es wurden deutlich weniger Zertifikate benötigt. Leider hat dann Herr Rösler damals die sinnvolle Entnahme von Zertifikaten in Europa verhindert.

Ich sehe Speicher Erzeugernah auch als sinnvoll an - denn auch Netze haben ordentliche Stromverluste.
Beste Auto der Welt (S85) seit April 2015 und noch ein i3 inzwischen :)
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von Sucseeker » 30. Jan 2017, 16:20

OSE hat insofern Recht, dass man erst einmal das Dach vollpackt.

Wenn dann wie bei uns alle Dächer mit jetzt 46kWp und im März mit 51kWp voll sind bis zum Anschlag kommt der Speicher in´s Spiel.

Was ist das, wenn ich statt der 40kW-Mittagsspitze diese verkleinere auf 20kW, weil der Rest in den Speicher und die WP geht:
netzdienlich ja/nein.

Was ist das, wenn ich abends von 19:00 bis 24:00 Uhr das Auto lade und anstelle 22kW nur 8kW aus dem Netz ziehe, weil der Rest aus dem Speicher kommt:
netzdienlich ja/nein.

Ich denke gerade bei der Glättung der Einspeise/Bezugsströme kann der Speicher auch seine Vorteile ausspielen.
Bei vorhandenen EV´s um so mehr.

Unsere volle 3-phasige Notstrommöglichkeit ist zwar ein Nebenprodukt aber mit war es das Wert, kam seit dem 15.Oktober auch schon einmal zum Einsatz.

Grüße SuCseeker

Edit: Ein Einwand noch der nicht unerheblich ist. Ich hätte keinen Speicher gekauft. Durch den Eigenbau kam aber der 41kWh-Speicher in eine sehr attraktive Preisregion.
SIE:12/14 S85 Midnight-21"-AP1
ER:09/17 XP100D Midnight-20"-6-Sitzer-AP2
EX:03/15-09/16: 62tkm SP85D, 09/16-11/17 27tkm X90D
FOR FUN:02/12 Tesla Roadster - BMW C evolution - Nissan e-NV200 Evalia - Smart ED
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von OS Electric Drive » 30. Jan 2017, 17:48

Du kannst ja an der oberen Kurve sehen dass selbst im Hochsommer noch zu wenig EEs in der Mittagszeit im Netz sind. Wenn nun "JEDER" seine Leistung ohne vorherige Meldung reduziert, hat der Netzbetreiber keine Möglichkeit mehr Prognosen zu machen.

Die Vermarktung von Solarstrom ist gerade voll im Trend und auch Pflicht bei Anlagen >100kWp. Da muss der Vermarkter für den nächsten Tag verbindlich zu jeder Zeit eine Leistung anbieten! Das ist die Zukunft!
Mobil unterwegs: Roadster 2.5 - Tesla Model S85 September 2013-Juni 2017 91.000km seit 26.6. X100D, BMW i3 und Renault ZOE
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