Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

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PV-Strom lokal speichern, macht das Sinn?

- Ja macht Sinn, weil dadurch auch Nachts PV-Strom verwendet wird.
64
42%
- Ja macht Sinn, weil dadurch Einspeisespitzen reduziert werden.
48
31%
- Ja macht Sinn, weil man der Strom für die Nacht günstiger ist, als der Strom vom Stromanbieter.
25
16%
- Nein macht keinen Sinn, weil es dadurch die Kohlelobby stärkt, da der PV-Strom im Netz fehlt.
3
2%
- Nein macht keinen Sinn, weil nicht Netzgesteuert.
9
6%
- Nein macht keinen Sinn, weil durch die Ladeverluste kostbarer PV-Strom verschwendet wird.
5
3%
 
Abstimmungen insgesamt : 154

Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von Saftwerk » 30. Jan 2017, 01:38

Energiepolitischer Workshop: Vernetzte Energiewende
https://youtu.be/M41bqJZKsYY?t=1499
Herr Markus Brehler erzählt, was mit Primärregelleistung (PRL) am Markt verdient wird.
Runtergerechnet auf einen 20kW / 20kWh Hausspeicher sind etwa 2000€ - 2500 € pro Jahr Umsatz drin, während die Eigenversorgung einen Wert von 200 €/a hat.

Nun ist mir Klar warum sog."Cloudstrom" kostenlos angeboten wird und mein Versorger Speicher zwar befürwortet aber nicht unterstützt.
Auf Nachfrage bei meinen Stadtwerken: "Ja, wir sind absolut dafür, aber einen Tarif wird es dafür nicht geben."
Und Speicher lohnt sich doch! (... aber nicht für Dich) :evil:

(Crosspost im photovoltaikforum)
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat 2008 in einem Grundsatzurteil entschieden: Es gibt ein einklagbares Recht auf saubere Luft.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von Snuups » 30. Jan 2017, 02:30

Da Hausspeicher immer billiger werden kommen sie ganz von selbst, nicht weil es gut oder schlecht für die Energiewende ist sondern weil es für den Haushalt sinnvoll ist. Dem Verbraucher ist die Energiewende letztendlich schnuppe, erst recht, wenn Autonomie angestrebt wird. (Was ich persönlich nicht sehr sinnvoll erachte).

Gemeinsam sind wir stark, heisst das Sprichwort. Aber das funktioniert nicht da ja jeder in erster Linie an den Profiten interessiert ist.
Liebe Grüsse
Snuups

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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von OS Electric Drive » 30. Jan 2017, 07:02

Die Regelenergie ist am Fallen. Auch hier wird die Skalierung nicht halt machen. Nur ist der Mart noch zu undurchsichtig. Es werden dann eher Speicherwerke entstehen mit kWh Preisen da kommt der EFH Speicher nicht ehr mit.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von TeeKay » 30. Jan 2017, 09:08

Den Speicher kann ich beeinflussen - es liegt in meiner Hand, ob ich ihn kaufe oder nicht. Das Netz, das Kohlekraftwerk, Netzbetreiber und Stromanbieter nicht. Einen Speicher mit dem Argument nicht zu kaufen, weil damit XYZ unterstützt und ABC gebremst werden und das besser DEF an Ort GHI bauen sollte, ist in meinen Augen eine typische Ausrede für Leute, die besser nichts selbst in die Hand nehmen und die Verantwortung auf andere abschieben. Im Übrigen wäre es Sache von XYZ und DEF, durch Preisanreize zu zeigen, dass der Speicherkauf in Privathaushalten Unsinn sei. Der Weg führt aber genau in die entgegengesetzte Richtung.
Zuletzt geändert von TeeKay am 30. Jan 2017, 09:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von OS Electric Drive » 30. Jan 2017, 09:17

Ich glaube da irrst Du Dich. Das Problem ist eher, dass durch die Speicher viele Potentiale vergeudet werden, Anlagen KLEINER gebaut werden und die Energiewende gebremst wird.

Ich betreibe 2MWp eigene PV Anlagen und will das weiter ausbauen, und da ist jeder Euro in PV Module besser investiert als in Speicher...

Da gibt es z.B. Energiegenossenschaften wenn man keine eigenen Dächer hat und / oder keine eigenen Mieten möchte.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von TeeKay » 30. Jan 2017, 09:31

Aber wieso sollte man mit Speicher Anlagen kleiner bauen? Mit Speicher laufe ich doch viel später in die 70% Kappungsgrenze rein.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von Eberhard » 30. Jan 2017, 10:15

OS Electric Drive hat geschrieben:Und mit welcher Temperatur läuft dieser Motor? hat dann der Kessel noch den gleichen thermischen Wirkungsgrad? Bislang war das meistens nicht so!

Und F-Cell aus Erdgas, was soll das der Umwelt bringen?


Der Stirling läuft bei 550°-600°, eine höhere Heißgastemperatur wäre sicher wünschenswert, aber dann ist man nahe der Ascheschmelztemperatur, was dann zum Zusetzen des Hitzekopfes führt (daran war auch u.a. die SUN-Maschine gescheitert).
Der Gesamtwirkungsgrad soll > 100% sein, da des sich um ein Brennwertsystem handelt und über Wärmetauscher die Rauchgase weit unter dem Taupunkt abgekühlt werden. Eigentlich ist es fast egal, wie hoch der elektrische Wirkungsgrad ist, wichtig ist eigentlich nur das Verhältnis zwischen Investition und der erhaltenen elektrischen Arbeit in einem Betrachtungszeitraum von 10 Jahren. Da kommt bei dem kleinem Stirling leider ein ungüstig hohes Verhältnis dabei heraus.

@OSE Du verwechselt fossiles Erdgas mit aufbereitetem aus Biogasanlagen gewonnenem Methan. Anstatt das Biogas gleich dumm an Ort und Stelle zu verbrennen und damit auch zur Unzeiten sinnlos Strom in das Netz einzuspeisen, machen Gasspeicher zur modulierenden Stromerzeugeung, lokale Biogasnetze und/oder Aufbereitung des Biogas auf Erdgasqualität mit EInspeisung in das Erdgasnetz mehr Sinn. Biogas ermöglicht die Flexibilisierung die PV und WInd leider fehlen.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von Leto » 30. Jan 2017, 10:52

Ich würde mich wenn ich nochmal bauen sollte (nicht geplant aber man weiß nie) für einen Standort entscheiden der PV und Wind hergibt und min. 100 kWh Speicher vorsehen um möglichst wenig vom Grid abhängig zu sein.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von egn » 30. Jan 2017, 10:59

Eberhard hat geschrieben:@OSE Du verwechselt fossiles Erdgas mit aufbereitetem aus Biogasanlagen gewonnenem Methan. Anstatt das Biogas gleich dumm an Ort und Stelle zu verbrennen und damit auch zur Unzeiten sinnlos Strom in das Netz einzuspeisen, machen Gasspeicher zur modulierenden Stromerzeugeung, lokale Biogasnetze und/oder Aufbereitung des Biogas auf Erdgasqualität mit EInspeisung in das Erdgasnetz mehr Sinn. Biogas ermöglicht die Flexibilisierung die PV und WInd leider fehlen.


Da möchte ich mal die Energiebilanz bei diesem aufbereiteten und in Erdgasleitungen eingespeistem Biogas sehen. :roll:

Hinzu kommt noch, dass man auf der gleichen Fläche die durch die Mais-Monokulturen ein Vielfaches an Energie mit PV bereitstellen könnte.

Nehmen wir mal an dass man etwa 10.000 m³ Biogas pro ha und Jahr erzeugen kann und dieses dann mit 30 % Wirkungsgrad verstromt, dann hat man einen Jahresertrag an Strom von ca. 30.000 kWh. Wenn man das mit so einem Stirling verstromt dann ist der elektrische Wirkungsgrad noch geringer.

Auf dem gleichen ha kann man eine 500 kW PV Anlage installieren die im Jahr etwa 500.000 kWh an Strom liefert. Dies ist sogar noch extrem vorteilhaft für die Fläche, da sie komplett aus der intensiven Bewirtschaftung entfernt werden kann, und z.B.nur noch als Schafweide dienen kann.

Und selbst wenn man das nicht betrachtet verliert eine solche Heizung gegen eine direkt mit Strom betriebene Wärmepumpe.

Nimmt man an man hat 10 kWh an Primärenergie in Form von Biogas, dann kommen mit so einem Kleingenerator aus diesen 10 kWh rund 8 kWh Wärme und bestenfalls 2 kWh als Strom.

Würde man dann dieses Biogas in einem modernen GUD Kraftwerk ohne jegliche Wärmenutzung nutzen dann wären das 6 kWh und keine Wärme.

Nimmt man jetzt aber die 6 kWh Strom um mit einer Wärmepumpe mit einer Leistungszahl von 3 die 8 kWh Wäre oben erzeugen braucht von von den 6 kWh nur 2,7 kWh dazu und es bleiben 3,3 kWh Strom hier übrig, während beim Kleingenerator nur 2 kWh Strom übrig bleibt.

Welches Konzept ist dann energetisch das Bessere?

Ich halte die Kleingeneratoren in der jetzigen Form egal ob normaler Verbrennungsmotor oder Stirling, für untauglich. Einmal ist der elektrische Wirkungsgrad viel zu niedrig und zweitens werden auch hier durch den Verbrennungsprozess Schadstoffe ausgestoßen. Die Gesamteffizienz bleib auf der Strecke und umweltgerecht ist das auch nicht.

Klar brauchen wir für eine 100 % regenerative Energieversorgung auch eine saisonale Speicherung. Aber von diesem hohen Stand der Versorgung sind wir noch sehr weit entfernt. Bis dahin müssen erst Mal andere Möglichkeiten ausgeschöpft werden um einmal die Produktion von regenerativem Strom rasant weiter auszubauen, und zweitens Stromerzeugung und -verbraucher mit effizienten Methoden ohne die großen Speicher zu entkoppeln. Dazu zähle ich in erster Linie alle Demand-Side-Management Methoden die Nutzenergie zwischenspeichern. Dazu gehört Wärme/Kälte, aber natürlich auch das Elektroauto das dann geladen wird wenn die Produktion hoch ist.

Und da sind eben die Heimspeicher kontraproduktiv, weil den PV-Strom den man Zuhause in seinem Speicher abspeichert, für die Zwecke die er dann gebraucht wird zu einem zusätzlichen Speicherverlust führt. Würde dagegen der Überschuss der im Haus nicht verbraucht wird ins Netz eingespeist, könnte diesen Strom jemand anders der sein Elektroauto lädt ohne zusätzlichen Speicherverlust nutzen.

Priorität muss der weitere Ausbau der Erzeugung genießen. Ein Ausgleich zwischen Erzeugung und Last soll nicht in erster Linie dadurch passieren dass der Strom mit zusätzlichen Verlusten durch Heimspeicher geschleust wird, sondern dadurch dass konventionelle Kraftwerke ab geregelt werden, anstatt dass sie mit Volllast durch laufen. Dies erreicht man nur dadurch dass die regenerative Erzeugung einen ständigen Druck auf die Preise ausübt, so dass die Kohlekraftwerke unrentabel werden und irgendwann abgeschaltet werden müssen. Dann haben auch die hocheffizienten Gaskraftwerke wieder ihre Chance.

Ich halte deshalb die Heimspeicher und den ganzen Trend zur Eigenversorgung für eine unnötige Geldverschwendung und letztliche eine Bremse der Energiewende. Das Geld wäre besser in den weiteren Ausbau der Erzeugung investiert.

Ich bin nicht immer mit OSE einer Meinung, aber hier stimme ich mit ihm 100 % überein.
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Re: Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

von volker » 30. Jan 2017, 11:34

Wenn man 100% EE anstrebt, braucht es Speicher. Zumindest für den Tagesgang werden Batteriespeicher eingesetzt werden. Will man die Kosten für den Netzausbau niedrig halten, müssen diese Batteriespeicher nahe an den Erzeuger, um die ins Übertragungsnetz abgegebene Leistung verstetigen.

Dabei habe ich große EE-Anlagen wie Solar- und Windparks im Sinn.
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