Die Eigenverbrauchsfalle

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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von daydreamer » 10. Jul 2018, 18:17

Karthago hat geschrieben:Ein richtiges business erkenne ich da immer noch nicht. Vielleicht kann ja jemand das hier etwas darlegen, z.b. an einer Anlage mit 50 oder 150 kWp. Wäre sehr dankbar darum. Wir hätten 20 auf 10 Meter Flachdach zur Verfügung. Dann das selbe als "Carport" davor gesetzt. Fraglich ob die eine Ständerkonstruktion als "Dach" ansetzen. Das Flachdach würden wir Ost/West planen, das carport schön schräg nach Süden, wäre auch gut für die Wintermonate. Bin für Tipps dankbar.


hi, ich erwäge eine ähnliche investition und hätte (ohne jeden hauch von gewähr/letztgültigkeit) zu teilen: das sollte sich eigentlich schon lohnen. wie schon jemand hier geschrieben hat, ist der bau pro kwp echt billig geworden - 800 euro/kwp klingt zwar imho schon seehr wenig, aber mit maximal 1200 solltest du zumal bei einer großen anlage locker hinkommen. rechnen wir mit 1000, die preise bewegen sich schnell, und zwar abwärts, aber ich verfolge das zzt nicht ...

auf 200qm kriegst du jedenfalls erstmal sagen wir 40 kwp, die dir ganz vorsichtig 40.000 kwh/jahr liefern; die anlage kostet also 40.000 euro, und bei 11c vergütung/kwh kriegst du dafür 4400 euro pro jahr. das hast du überschlägig schnell wieder drin und ab dann reinen gewinn, auch wenn du ein paar wartungs/versicherungskosten abziehst. es gibt auch ein paar abgaben und auflagen, die mit zunehmender anlagengröße nerviger und teurer werden, aber das verteilt sich ja dann auch.

eine kleine wildcard ist dein eigenverbrauch: je mehr davon, desto höher ist deine rendite, weil du pro eigenverbrauchter kwh ja mindestens 22c (billiger ökostrom, netto, so wie übrigens alles hier) sparst, statt nur 11c zu bekommen, wenn du sie einspeisen würdest. bei einer großen anlage ist der eigen-anteil aber natürlich gering und irgendwann zu vernachlässigen. elektroauto(s) würde natürlich helfen, oder kleine stromtankstelle :)

ehrlich gesagt weiß ich noch nicht, wie man korrekt die rendite für sowas berechnet. anders als bei zb einer anleihe ist das investierte kapital nach zb 20 jahren (supervorsichtig, solange gibt es fixe vergütung, aber die anlagen laufen wohl noch deutlich länger ok, außer dass man ab und zu neue wechselrichter braucht) ja weg; andererseits kriegt man einen großen teil cash lange vor nutzungsende zurück und kann/muss das dann wieder anlegen.

bin gespannt, was du machst, lass gerne hören!
 
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von tesla-andi » 11. Jul 2018, 08:18

Zeitraum muss die Kiste auf 15 Jahre berechnet werden


Nein, man setzt 20 Jahre an weil das der Zeitraum für die staatlich garantierte Einspeisevergütung ist.

In meiner Ausführung war der Eigenverbrauch noch gar nicht aufgeführt. Der kommt natürlich noch oben drauf. Die Ersparnis errechnet sich dann aus der Differenz zwischen dem aktuellen Strompreis, den ihr für gekauften Strom bezahlt und der Einspeisevergütung. Bei Anlagen über 10 kWp muss man dann für den eigenverbrauchten Strom noch die EEG Umlage bezahlen.

Grob gesagt kommt schon alleine bei Anlagen ohne Eigenverbrauch eine Rendite von mind. 8-10 % heraus. Besser als jedes Bankkonto.

Wenn man sich ein Angebot von einem Solateur machen lässt ist in der Regel eine Rentabilitätsrechnung auch dabei, welche die Ausrichtung, Dachneigung, Art der Module, für die Region zu erwartenden Sonnenstunden etc. mit berücksichtigt.
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von OS Electric Drive » 11. Jul 2018, 13:10

Die Strom Gestehungskosten sinken signifikant mit der Größe der PV Anlage, und das wegen drei Faktoren.

1. Errichtungsaufwand sinkt.
2. Laufender Aufwand steigt ebenfalls nicht linear zur Anlagengröße und wird somit auch kleiner je kWh
3. Die Finanzierungskosten sinken zum einen weil die größeren Kredite günstiger sind und zum zweiten weil durch die niedrigeren Zinsen und höherer Rendite schneller getilgt werden können.

Die PV Anlage kann man mit Wartungskosten auf 25 Jahre ansetzen. Bei großen Anlagen kommen wir schon auf 4ct/kWh Erzeugung.

Versteuert werden müssen ja nicht die Einnahmen sondern der Gewinn der PV Anlage.
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von tesla-andi » 9. Aug 2018, 18:19

Meine Erfahrung ist, dass wenn man den Leuten sagt, dass eine PV Anlage meist in ca. 8 Jahren mit den Erträgen abbezahlt ist und die restlichen 12 Jahre dann in die eigene Tasche gehen, sie schnell hellhörig werden. Und wenn dann noch das Sahnehäubchen Eigenverbrauch auch noch oben drauf kommt dann ist doch alles gut :lol:
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von OS Electric Drive » 9. Aug 2018, 19:41

Erst heute hat mir wieder einer seine Idee mit einem Heizstab erzählt weil sich das Einspeisen ja nicht mehr lohne.
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von FFF » 9. Aug 2018, 20:03

Heizstab ist so ziemlich das dümmste, was man machen kann. Wenn schon, dann den Strom in eine Wärmepumpe schieben. Hätte ich gemacht, wenn meine Wärme nicht schon aus Pellets käme, das ist immer noch halb so teuer. Wenn natürlich ein Heizungsbau ansteht, kann das anders aussehen...
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von Cupra » 9. Aug 2018, 20:32

Wie vele m3 Wasser willst damit warm machen? Wir haben ne WP fürs Warmwasser die immer rennt wenn PV Überschuss da ist. Im Schnitt sind das 2h alle 2 bis 3 Tage, mehr brauchts nicht. Was machste die restlichen 25h mit dem Strom? :D
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von FFF » 9. Aug 2018, 20:37

Was meinst du, warum ich von "Heizung" schrieb ;-?
Und bevor ich an Heizstab denke, kauf ich noch ein BEV...
LG
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von MichaMeier » 10. Aug 2018, 07:38

OS Electric Drive hat geschrieben:Erst heute hat mir wieder einer seine Idee mit einem Heizstab erzählt weil sich das Einspeisen ja nicht mehr lohne.

Interessante Produktvorstellung in diesem Zusammenhang: Mixergy Hot Water Tank | Fully Charged
Ist quasi wie ein Akku, aber für Wärme und wesentlich preisgünstiger.
bestellt/bestätigt am 3.4.2014; abgeholt am 26.7.2014
 
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von OS Electric Drive » 10. Aug 2018, 08:31

In Deutschland muss man zumindest in den ersten fünf Jahren die USt. für den selbst verbrauchten Strom abgeben, sind ca 5ct je kWh. Dann verliert man die Vergütung macht ca 12ct und dann noch Einkommensteuer ca 1ct macht Pi mal Daumen fast 20ct new kWh Energie. Klingt echt nach net tollen Idee
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