Die Eigenverbrauchsfalle

Informationen zum Tesla Hausakku...

Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von CarlosTT » 7. Jul 2017, 17:31

Sucseeker hat geschrieben:
Wenn ich die Firma wiederfinde welche die Peer-to-Peer-Box anbietet melde ich mich hier nochmals.



War das nicht erst noch in Entwicklung ... bei einer Uni?
Gruß
Karl
 
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von CK_Stuggi » 11. Aug 2017, 11:36

Boff, das war jetzt aber eine ganz schöne Lektüre, aber sehr lehrreich!

Ich bin gerade in der sich konkretisierenden Überlegungsphase mir solar auf's Dach zu packen. Hatte mir von Sonnen die Produkte angeguckt, die mch vor allem wegen der SonnenCommunity interessieren. Schlüsselfaktor wäre da die kostenlose Nutzung von Strom anderer Communitymitglieder zu Zeiten, wenn meine eigene Anlage nicht genug hergäbe.
Nach Aussage eines MA werde auch ein Teil (3%) der Speicherkapazität als Netzpuffer genutzt.

Nach der Lektüre des Threads bisher bezweifle ich aber die Wirtschaftlichkeit wenn ich die monatliche Gebühr für die Community (24,99€) und die Abnutzung des Speichers durch Puffern sowie die übrigen Kosten bedenke. Auch eine erhoffte Vereinfachung der Steuersituation ergibt sich nicht.

Wäre es einem der Fachleute hier möglich, eine kurze und leicht verständliche Übersicht zur Steuersituation bei Privatleuten zu geben?

Auf meinem Dach bekomme ich ca. 6kWp unter, maximal, ausgehend von 1kWp/10m² (davon ca. 4,5 kWp nach SW, 1,5 SO). Ggf hätte ich nochmal 6-8kWp auf dem Nachbardach zur Verfügung, das wäre ein unbeschattetes Flachdach...
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von OS Electric Drive » 11. Aug 2017, 12:02

Glaubst Du ernsthaft, dass Du Strom von anderen Mitgliedern bekommst? Das ist doch eine ganz normale Vermarktung von PV Strom. Und für deine 1000kWh - 1500 kWh die Du aus dem Netz ziehen darfst zahlst Du 288€ also ca. 20Ct /kWh.

Der Speicher ist ein Hobby und nicht mehr, wer was anderes behauptet soll das belegen. Bis ein Speicher die Rendite eines PV Modules in der Volleinspeisung hat darf die kWh fertig installiert kaum mehr als 300€ kosten.

Wir können mit kWp / m² nicht arbeiten da PV Module nicht "gesägt" werden können. Prinzipiell hat ein PV Modul im Standard ca. 160-170W/m²

Nun hängt es halt von der Dachform ab wie man das Dach belegen kann.
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von univ » 11. Aug 2017, 14:20

OS Electric Drive hat geschrieben:Wir können mit kWp / m² nicht arbeiten da PV Module nicht "gesägt" werden können.

Gesägt nicht, aber es gibt dreieckige: http://www.trienergia.com/assets/downlo ... 17_vs2.pdf
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von OS Electric Drive » 11. Aug 2017, 14:42

Es gibt auch Einzelanfertigungen das ist alles klar... Wichtig ist am Ende nur dass folgendes hängen bleibt.

=> Jedes zusätzliche PV Modul hat eine höhere Rendite als die Module zuvor (mit ein paar Ausnahmen)
=> die 10kWp Grenze machen 40-50€ im Jahr aus, daher ab 12kWp weiter bauen!
=> PV ist derzeit eine der beste Geldanlage
=> Speicher sind ein reines Spielzeug wo in erster Linie der Verkäufer was verdient.
=> Sollte sich ein Speicher jemals so rechnen wie ein PV Modul (ca. 10 Jahre ROI) dann müsste der Speicher mit 7kWh bei rund 2500€ liegen fix und fertig!
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von daydreamer » 11. Aug 2017, 20:52

::Wäre es einem der Fachleute hier möglich, eine kurze und leicht verständliche Übersicht zur Steuersituation bei Privatleuten zu geben?

Auf meinem Dach bekomme ich ca. 6kWp unter, maximal, ausgehend von 1kWp/10m² (davon ca. 4,5 kWp nach SW, 1,5 SO). Ggf hätte ich nochmal 6-8kWp auf dem Nachbardach zur Verfügung, das wäre ein unbeschattetes Flachdach...::

ckstuggi: bin kein fachleut, aber habe mich vor kurzem damit beschäftigt. zuallererst darf ich glaub ich auch nochmal erwähnen, dass du batterie und vor allem sonnen echt vergessen solltest. akkus kommen langsam in den bezahlbaren bereich (pro kwh), aber die von sonnen sind m.e. total überteuert. am billigsten waren neulich glaube ich tesla und lustigerweise daimler mit so einer akku-tochter.

so und steuern: das läuft meistens darauf hinaus, dass du ein (mini-)gewerbe anmeldest. du kannst dann die ust vom kaufpreis zurückholen und musst auf den eingespeisten strom ust berechnen (was aber egal ist, die kommt auf die vergütung drauf und du reichst sie halt dann weiter). früher konnte man dem finamt dann vorrechnen, dass man auf 20 jahre (rechnerisch) eh keinen gewinn mit der anlage macht, so dass sie liebhaberei ist und man sie bei der einkommenssteuer (nicht bei der u-steuer, das läuft getrennt) weglassen konnte. geht jetzt glaube ich nicht mehr, weil die anlagen relativ billig geworden sind. alles über 10ct netto pro kwp ist bei deiner dimension eigentlich schon zu teuer heute -> mit jeder kwh gewinn, weil vergütung 12,xx cent (wenn du den speicher gleich dazu kaufst, kannst du den aber anscheinend auch mit zu den kosten/kwh rechnen, so dass du wahrscheinlich doch wieder keinen gewinn machst. das kann sich dann insgesamt doch wieder rechnen, und du könntest das finamt loswerden, aber das hängt dann total von den einzelumständen ab).

wenn du einkommen-versteuern musst, dann halt die eingepeisten kwh x 12,x als einnahmen und dazu den eigenverbrauch. der eigenverbrauch scheint etwas tricky, dafür hab ich werte von nackte kosten pro kwh (wenig, steuerlich optimal) bis preis pro kwh beim (tatsächlichen) stromversorger gesehen (viel, steuerlich mist). auf den eigenverbrauch fällt dann glaub ich auch noch ust an, ein grund mehr, dafür möglichst nur die kosten anzusetzen.

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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von OS Electric Drive » 12. Aug 2017, 07:31

Grundsätzlich empfiehlt sich immer ein normales Gewerbe anzumelden um die VSt vom FA zu bekommen. Das macht recht schnell 2000€ aus. In die KUR kann man dann nach ca. 5-7 Jahre wechseln.

Es gibt zwei Steuerarten die beachtet werden müssen die USt und die ESt.

Privat Mann Maier kauft sich eine PV Anlage mit 15kWp für 17.000€ Netto und 3.230€ USt. Er bezahlt die 20.230€ an die Orange Solar GmbH :-)
Er meldet dann die PV Anlage als Unternehmen an und bekommt vom FA die volle USt als s.g. Vorsteuer zurück.
Im Gegenzug muss man für 5-7 Jahre für den selbst verbrauchten Strom (ca. 1000-2000kWh) die USt an das FA abführen (ca. 4Ct/ kWh) also ca. 60 € im Jahr was in 5 Jahren 300€ ausmacht. Die USt die er auf seine Vergütung von ca. 12Ct bekommt ist ein durchlaufender Posten und belastet das Ergebnis nicht!

Daneben muss er eine EUR machen wo er die Einnahmen den Ausgaben gegenüberstellt. Ausgaben sind die Abschreibung der Anlage (5% p.a.) zzgl Zinsen und Betriebskosten. (Sonderabschreibungen können stellenweise zum Einsatz kommen in den ersten 5 Jahren )
Da die Einnahmen ca. 10-12% der Investition ausmachen (15000kWh *,12Ct= 1.800€ ) und die Ausgaben ca. 6-7% ausmachen kann man dann überschlägig von einem Gewinn von 5% der Investition und Jahr ausgehen der versteuert werden muss.
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von CarlosTT » 12. Aug 2017, 10:24

daydreamer hat geschrieben:
disclaimer: totales laienwissen aus dem internet, aktualität und korrektheit fraglich, korrekturen willkommen :)


Lesen bildet. Von daher kann ich diese Lektüre empfehlen: 'Photovoltaikanlagen im Steuerrecht: Steuerliche Grundlagen zur Nutzung der Sonnenkraft'

Wenn man das halbwegs durchdrungen hat, kann man konkrete Fragen an den Steuerberater stellen (sollte man ihn noch brauchen).

Gruß
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von Cupra » 12. Aug 2017, 15:52

Himmel ist das kompliziert bei euch :o Bei dem Aufwand würd ich mirs auch überlegen überhaupt was aufs Dach zu packen.
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von crow2077 » 12. Aug 2017, 16:50

Cupra hat geschrieben:Himmel ist das kompliziert bei euch :o Bei dem Aufwand würd ich mirs auch überlegen überhaupt was aufs Dach zu packen.


:lol:

+1
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