Die Eigenverbrauchsfalle

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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von Eberhard » 29. Apr 2018, 21:28

Ob ein Speicher wirtschaftlich ist, hängt nicht von den Kosten pro kWh Kapazität aus, sondern von dem Kosten pro kWh Speicherdurchsatz. Als weiterer Faktor kommt noch der jährliche Energiedurchsatz durch den Speicher hinzu. Die Meisten wollen den Verbrauch in der Nacht bzw. bei schlechten Wetter abdecken, jedoch wäre es erst einmal viel günstiger, den Nachtverbrauch in den Tag zu verschieben bzw. besser noch, nachhaltig zu reduzieren.
D.h. ein neuer Kühlschrank oder ein neuer Wäschetrockner spart Energie, die man zudem auch nicht vorher speichern muss. Das ist zudem billiger als ein Speicher.
Dann hat bringt die PV vom Nov.-Feb. kaum Ertrag, gerade wenn der Strombedarf am höchsten ist und der Speicher kaum gefüllt werden kann.
Wir eAutofahrer haben ein weiteres, großes Problem, gerade wenn man eine große PV hat. Die Sonne scheint, die PV brummt gerade dann, wenn das eAuto nicht zum Laden da ist. Aber mit einer 14kWh Powerwall ist es nicht getan, da müssten es zumindest schon 3 sein, damit der Tesla zur Hälfte voll werden kann.
Aber die Speicherpreise werden fallen und VW hat schon von Kosten < 100€/kWh gesprochen.
Dabei können VWs 100€/kWh teuer sein als 500€/kWh für eine LiFePo wenn die erreichbaren Zyklenzahlen zu gring sind.
100€/kWh mit 1000Zyklen ergeben 10ct/kWh, eine LiFePo kann durchaus 7000 Zyklen erreichen, d.h. ca. 7ct/kWh. Das einzige Problem ist nur, innerhalb von 20 Jahren Lebensdauer 7000 Zyklen zu erreichen.
Bei realistischen 250Zyklen pro Jahr werden es in 20 Jahren nur 5000 Zyklen sein.

Das andere sind die Umwandlungsverluste, die beim Ein- und Ausspeichern sowie bei der Wandlung von Gleichstrom nach Wechselstrom und wieder zurück anfallen. Da fallen zum Laden des Tesla zwischen 15% und bis zu über 30% Verluste an.
Der ungünstiste fall bedeutet, den DC-Strom der PV zunächst im WR in Wechselstrom zu wandeln. Ein Ladegerät macht daraus wieder DC, der dann bei 48V Systemspannung in die Batterie gespeichert wird.
Zum Autoladen muss aus den ca. 48V DC wieder 230V AC gemacht werden, der dann im Tesla vom Bordlader wieder in bis zu 400V DC umgeformt wird. Jeder dieser Schritte ist mit 3-5% Verlust behaftet.

Zusammengefasst: PV(DC) 300-800V -> WR(DC) 380V -> AC(230V) -> Batterieladegerät DC(350V) -> DC(48V) -> Speicher -> Batteriewechselrichter DC(380V) -> AC(230V) -> Telsa Ladegerät -> AC(230V) -> DC(350V) -> DC(400V) Speicher.

Da wäre es sicherlich einfacher, wenn eine zukünftige 50kWh Powerwall den Strom direkt vom PV-String per DC/DC Wandler einspeichern könnte um diese dann direkt per weiteren DC/DC Wandler in den Teslaspeicher lädt.
Dann dürfte die 50kWh Powerwall mit allen Wandlern nicht mehr als 10.000€ kosten um bei nicht mehr als 2-3.000 Zyklen in 20 Jahren wirklich wirtschaftlich zu sein.
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von Solarmobil Verein » 29. Apr 2018, 21:53

Nettes Video.
Ich bin mir außerdem sehr sicher, daß die Politik ganz genau weiß, daß das EEG diese Effekte auf die Anlagengrößen und den Zubau hat. Über das Warum kann sich jeder selbst mal Gedanken machen ...

Aktuell ist es doch so, daß ich mit der eigenen PV den Autarkiegrad nur in die Höhe bekomme, wenn ich den Strom irgendwie zwischenspeichere. Also Akkus. Cloud-Lösungen sind von der Idee her auch gut, aber bei den aktuellen Angeboten werde ich da nicht so warm, sofern ich mit einer Bestandsanlage überhaupt reinkommen würde.

Ende Februar habe ich die PV aufgestockt und die Speicherkapazität erhöht.
Im März hatte ich 95% Autarkie, im April bisher 99%, wobei hier das fehlende Prozent einfach die Regelungenauigkeit der Anlage ist. Ähnlich im März, echter Bezug waren nur 20kWh.
Und saldierender Zähler, ja, ist halt so ...

@Eberhard:
Wäre es nicht sogar einfacher, einen zweiten Tesla zu kaufen, die wechselweise benutzt werden?
Wenn ich drüber nachdenke, mache ich das im Prinzip im Winter schon so (halt nicht mit Teslas, ein paar Nummern kleiner). Eines der E-Fahrzeuge ist normalerweise nur am Vormittag unterwegs ...
 
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von bash_m » 29. Apr 2018, 22:36

Wenn du daheim laden würdest wären deine Autarkiegrade in den schwachen Wintermonaten dahin. :)
 
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von Eberhard » 29. Apr 2018, 22:43

Solarmobil Verein hat geschrieben:Nettes Video.
Ich bin mir außerdem sehr sicher, daß die Politik ganz genau weiß, daß das EEG diese Effekte auf die Anlagengrößen und den Zubau hat. Über das Warum kann sich jeder selbst mal Gedanken machen ...

Aktuell ist es doch so, daß ich mit der eigenen PV den Autarkiegrad nur in die Höhe bekomme, wenn ich den Strom irgendwie zwischenspeichere. Also Akkus. Cloud-Lösungen sind von der Idee her auch gut, aber bei den aktuellen Angeboten werde ich da nicht so warm, sofern ich mit einer Bestandsanlage überhaupt reinkommen würde.

Ende Februar habe ich die PV aufgestockt und die Speicherkapazität erhöht.
Im März hatte ich 95% Autarkie, im April bisher 99%, wobei hier das fehlende Prozent einfach die Regelungenauigkeit der Anlage ist. Ähnlich im März, echter Bezug waren nur 20kWh.
Und saldierender Zähler, ja, ist halt so ...

@Eberhard:
Wäre es nicht sogar einfacher, einen zweiten Tesla zu kaufen, die wechselweise benutzt werden?
Wenn ich drüber nachdenke, mache ich das im Prinzip im Winter schon so (halt nicht mit Teslas, ein paar Nummern kleiner). Eines der E-Fahrzeuge ist normalerweise nur am Vormittag unterwegs ...


Ja schon, ein gebrauchter smart ED (ab 8.000€) für die lokalen Fahrten würde schon 50% Verbesserung bringen.
Aber meine Frau bekommt nun einen BMW 225ex als Übergangslösung bis das Model 3 kommt, den ich mir ausleihen werde, wenn lokale Fahrten bis 30km anstehen. Einen Speicher von E3DC mit 13,8kWh und Wallbox habe ich schon, genügt nur unzulänglich um den Tesla zu laden.
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von Eberhard » 29. Apr 2018, 22:45

bash_m hat geschrieben:Wenn du daheim laden würdest wären deine Autarkiegrade in den schwachen Wintermonaten dahin. :)

Hatte ich doch erwähnt, dass es in den dunklen 4 Wintermonaten nicht geht, aber im Oktober bzw. März geht es schon recht ordentlich und im Sommerhalbjahr ist es perfekt.
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von OS Electric Drive » 30. Apr 2018, 06:20

Solarmobil Verein hat geschrieben:Nettes Video.
Ich bin mir außerdem sehr sicher, daß die Politik ganz genau weiß, daß das EEG diese Effekte auf die Anlagengrößen und den Zubau hat. Über das Warum kann sich jeder selbst mal Gedanken machen ...

Aktuell ist es doch so, daß ich mit der eigenen PV den Autarkiegrad nur in die Höhe bekomme, wenn ich den Strom irgendwie zwischenspeichere. Also Akkus. Cloud-Lösungen sind von der Idee her auch gut, aber bei den aktuellen Angeboten werde ich da nicht so warm, sofern ich mit einer Bestandsanlage überhaupt reinkommen würde.

Ende Februar habe ich die PV aufgestockt und die Speicherkapazität erhöht.
Im März hatte ich 95% Autarkie, im April bisher 99%, wobei hier das fehlende Prozent einfach die Regelungenauigkeit der Anlage ist. Ähnlich im März, echter Bezug waren nur 20kWh.
Und saldierender Zähler, ja, ist halt so ...

@Eberhard:
Wäre es nicht sogar einfacher, einen zweiten Tesla zu kaufen, die wechselweise benutzt werden?
Wenn ich drüber nachdenke, mache ich das im Prinzip im Winter schon so (halt nicht mit Teslas, ein paar Nummern kleiner). Eines der E-Fahrzeuge ist normalerweise nur am Vormittag unterwegs ...


Ganz ehrlich, das würde ja bedeuten dass die Politik wüsste wie schwer sich viele in der Branche tun mit der Wirtschaftlichkeitsrechnung? Ich habe das schon zig mal vorgerechnet dass 15kWp viel wirtschaftlicher sind als 10kWp trotz EEG Umlage.

Und Deine Autarkie funktionier auch nur, weil Du einen saldierenden Zähler hast. Echter Bezug war bestimmt deutlich höher, dann zu sagen, saldierender Zähler ist halt so... ist schon ein wenig einfach oder?
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von Solarmobil Verein » 30. Apr 2018, 09:00

@OS Electric Drive:
Die Frage, die du der Politik stellen müßtest (solltest, wenn du das von dir verlinkte Video gesehen hast, wovon ich eigentlich ausgehe), ist, warum es die EEG-Umlage überhaupt gibt.
Angesichts der Ausführungen von H.Q. ist es eher erstaunlich, daß es noch Leute gibt, die sich TROTZ des EEGs noch eine PV aufs Dach montieren lassen.

Was deinen zweiten Absatz betrifft:
Mit dem linken Fuß aufgestanden oder warum kann man dir gar nichts recht machen? Sie doch froh, daß ich eine große PV habe.
Manchmal habe ich den Eindruck, daß du über irgendwas ziemlich angefressen bist.
Warum sollte ich mir noch irgendwelche zusätzliche Technik einbauen lassen, um alle drei Phasen echt aus eigenem (ggf. auch gespeicherten) PV-Strom voll zu versorgen, was für das, was ich bezwecke, gar nicht notwendig ist. Sicher habe ich 3phasige Solar-WRs, aber die PW2 hängt halt nur auf einer Phase. Und die PW1 mit ihrem Solar-WR und den daran angeschalteten Modulen auf einer anderen ... ja, ist halt so.


@bash_m:
Wie sich der Autarkiegrad übers ganze Jahr entwickelt, muß ich erst sehen. Extrapoliert über das, was bisher war, könnten es über 75% werden (für 2018 muß ich Januar und fast den ganzen Febraur trotzdem dann interpolieren).
Für die große PV habe ich jetzt auch eine Ertragsprognose bekommen. Im März hat das ziemlich gut hingehauen. Im April bin ich um gut 30% drüber. Also ist die Prognose eher konservativ oder es war ein sehr guter April.
 
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von OS Electric Drive » 30. Apr 2018, 16:53

Solarmobil Verein hat geschrieben:Angesichts der Ausführungen von H.Q. ist es eher erstaunlich, daß es noch Leute gibt, die sich TROTZ des EEGs noch eine PV aufs Dach montieren lassen.
.

Das verstehe ich nicht ganz. Rund 85% der Module gehen in die Einspeisung nach EEG. Der EV spielt bei der Energiewende keine große Rolle. Wie Q ausgeht hat brauchen wir volle Dächer
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von OS Electric Drive » 30. Apr 2018, 17:39

Die neusten Zahlen zum Zubau sind da.

März 2018 156,455 MWp
Bitte beachten Sie, dass in diesem Zubau-Wert 94,867 MWp PV-Freiflächenanlagen enthalten sind

Man kann daraus schließen dass es wirklich dramatischer ist als gedacht. Im Bereich Dach kommt jeden Tag ein neuer Spezialist ums Eck der erzählt dass sich einspeisen nicht mehr lohne und 60% werden in der Freifläche zwischen 4 und 8Ct Volleinspeisung gebaut.

Das soll mir einer mal erklären!
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Re: Die Eigenverbrauchsfalle

von volker » 2. Mai 2018, 15:41

Aus dem Klimaretter-Portal:
Macht die Dächer voll!

Darin ein Video mit Prof. Volker Quaschning, der die Situation um Eigenverbrauch und das EEG schonungslos analyisiert. Sehenswert!
Autos und Häuser brauchen keinen Auspuff.
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