Supercharger V3 mit >350 kW

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Re: Supercharger V3 mit >350 kW

von bebbiXpress » 3. Mai 2018, 12:09

Gestern in der Q&A zum Q1-Ergebnis wurde Elon gefragt ob sie sich von Porsche schlagen lassen als erste einen 350kW-Charger anzubieten und wie es mit V3 der Supercharger aussieht. Die Antwort von Elon und J.B. fiel recht ausführlich aus. Hier zusammengefasst wie ich es verstanden habe:
  • 350kW macht nur Sinn bei einem "Monster-Battery-Pack" andernfalls macht man die Batterie damit kaputt (you gonna frag the battery pack)
  • Tesla strebt eher 200-250kW an
  • Es gibt eine fundamentale Wechselwirkung zwischen Ladegeschwindigkeit und Reichweite

Das ganz kann hier ab ca. 6:45 nachgehört werden: https://edge.media-server.com/m6/p/nwvzygvo
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Re: Supercharger V3 mit >350 kW

von Bones » 3. Mai 2018, 16:54

Interessant und genau das wars, was mir meine Fragen hier ein wenig beantwortet.
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Re: Supercharger V3 mit >350 kW

von Chris King » 3. Mai 2018, 20:30

Aber Porsche arbeitet doch mit 800/1000 Volt wenn ich das richtig verstanden habe. Da sind 350 kW ja „nur“ 175 kW im Vergleich zum Tesla. Das kann man so also nicht vergleichen.
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Re: Supercharger V3 mit >350 kW

von OS Electric Drive » 3. Mai 2018, 20:59

bebbiXpress hat geschrieben:Gestern in der Q&A zum Q1-Ergebnis wurde Elon gefragt ob sie sich von Porsche schlagen lassen als erste einen 350kW-Charger anzubieten und wie es mit V3 der Supercharger aussieht. Die Antwort von Elon und J.B. fiel recht ausführlich aus. Hier zusammengefasst wie ich es verstanden habe:
  • 350kW macht nur Sinn bei einem "Monster-Battery-Pack" andernfalls macht man die Batterie damit kaputt (you gonna frag the battery pack)
  • Tesla strebt eher 200-250kW an
  • Es gibt eine fundamentale Wechselwirkung zwischen Ladegeschwindigkeit und Reichweite

Das ganz kann hier ab ca. 6:45 nachgehört werden: https://edge.media-server.com/m6/p/nwvzygvo



Und Daimler und Co haben 2012 gesagt, dass man kein Auto bauen kann das 400km weit kommt.
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Re: Supercharger V3 mit >350 kW

von prodatron » 3. Mai 2018, 21:02

bebbiXpress hat geschrieben:Gestern in der Q&A zum Q1-Ergebnis wurde Elon gefragt ob sie sich von Porsche schlagen lassen als erste einen 350kW-Charger anzubieten und wie es mit V3 der Supercharger aussieht.
[...]
Das ganz kann hier ab ca. 6:45 nachgehört werden: https://edge.media-server.com/m6/p/nwvzygvo


46:45 paßt besser ;)
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Re: Supercharger V3 mit >350 kW

von prodatron » 3. Mai 2018, 21:11

Chris King hat geschrieben:Aber Porsche arbeitet doch mit 800/1000 Volt wenn ich das richtig verstanden habe. Da sind 350 kW ja „nur“ 175 kW im Vergleich zum Tesla. Das kann man so also nicht vergleichen.

Die einzelne Zelle muß aber trotzdem die doppelte Ladeleistung abkönnen. Die 800/1000Volt beziehen sich ja nur auf das Gesamtsystem, nicht auf die Spannung der einzelnen Zellen, sondern auf das, was rauskommt, wenn man die Zellen alle auf die eine oder andere Art zusammenschaltet. Das bringt Vorteile für die Dicke der (Haupt)Leiter, da diese fast nur vom Ampere-Wert abhängt.
Aber die Belastung bzw. der C-Wert ist für die einzelnen Zellen trotzdem doppelt so hoch.
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Re: Supercharger V3 mit >350 kW

von prodatron » 3. Mai 2018, 21:27

bebbiXpress hat geschrieben:Es gibt eine fundamentale Wechselwirkung zwischen Ladegeschwindigkeit und Reichweite

Also genau das habe ich überhaupt nicht verstanden. War das nur eine Ausrede von Elon? Er hat gesagt, daß es wichtiger ist, daß ein Akku lange Strecken ermöglicht, als daß er schnell geladen werden kann (als Beispiel kam dann der Vergleich mit dem Handy).

Das ist natürlich in der Praxis richtig, aber das eine schließt ja eben nicht das andere aus:
- gerade wenn man einen riesen Akku hat, kann man schneller Kapazität nachladen, weil dann der C-Wert kleiner ist
- großer Akku = große Reichweite = große Ladegeschwindigkeit

Irgendwie macht seine Aussage für mich keinen Sinn, außer, daß er zeigen wollte, daß die anderen sowas trotz Ankündigung gar nicht können werden, wenn sie nicht riesige Akkus einbauen. Und niemand plant aktuell größere Akkus als die derzeitigen Teslas verbaut haben.

Was klar ist:
- mit der jetzigen Akkutechnologie und z.B. einer Kapazität von 100KWh sind Ladestärken von über ca. 150KW sicherlich schädlich
- wenn jemand mit 350KW Ladung wirbt, wird er entweder einen neuen Superakku haben müssen, einen aktuellen mit 200KWh oder er veräppelt einfach nur die potentiellen Kunden
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Re: Supercharger V3 mit >350 kW

von Chris King » 3. Mai 2018, 21:27

prodatron hat geschrieben:Die einzelne Zelle muß aber trotzdem die doppelte Ladeleistung abkönnen. Die 800/1000Volt beziehen sich ja nur auf das Gesamtsystem, nicht auf die Spannung der einzelnen Zellen, sondern auf das, was rauskommt, wenn man die Zellen alle auf die eine oder andere Art zusammenschaltet. Das bringt Vorteile für die Dicke der (Haupt)Leiter, da diese fast nur vom Ampere-Wert abhängt.
Aber die Belastung bzw. der C-Wert ist für die einzelnen Zellen trotzdem doppelt so hoch.



Wieso? Die Zellen können doch trotzdem nur 4,2 V in der Spitze. Das würde bedeuten, dass es einfach doppelt so viele sein müssen oder diese anders zusammengeschalten sind.

Oder hab ich einen Denkfehler?
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Re: Supercharger V3 mit >350 kW

von M3-75 » 3. Mai 2018, 21:54

Schon allein die Kühlung des akkus ist bei 150kw deutlich schwieriger, außer die Zellen haben (bezogen auf die Kapazität) einen deutlich niedrigeren innenWiderstand.

Ich sehe noch nicht, wie eine nur von einer Stirnseite her gekühlte pouchzelle (die alu grundplatte bringt ein bischen was ) da besser sein soll.

Es würde mich jedenfalls nicht überraschen, wenn der Etron nur für 5 Minuten mit 150kw läd und dann runter drosselt.

Porsche braucht die 350kw vor allem um eine standesgemäße autobahngeschwindigkeit bieten zu können.
Beim doppelten Verbrauch muss man auch doppelt so schnell laden, sonst wird's nur peinlich. Die Lebensdauer ist da wurscht ;-)
Naja, außer man rechnet da auch den co2-rucksack der Akku Fertigung wie bisher aus.

Der Zusammenhang zwischen Reichweite und ladegeschwindigkeit könnte durch das nötige Akku Gewicht bzw. die Energiedichte begrenzt sein:
Je höher diese, desto höher der Innenwiderstand weil dünnere Leiter, andererseits den Akku einfach größer und schwerer zu machen erhöht den Verbrauch, was den Effekt der dann zwar höheren laderate wieder konterkariert.
 
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Re: Supercharger V3 mit >350 kW

von fränki1 » 3. Mai 2018, 22:10

Es ist doch eigentlich ganz simpel. Wenn ich einen Akku mit 100 KWh Kapazität habe und mit 100 KW Dauerstrich lade, dann ist er in einer Stunde voll. (Ladekennlinie und Wirkungsgrad mal vernachlässigt) Ich lade also mit 1 C. In einer halben Stunde vollladen heißt also 2 C usw.
Die Ladeleistung ist immer das Produkt aus Strom und Spannung. Sinkt die Spannung des Akkus, steigt der Strom.
Ein 80KWh Akku mit einer Nennspannung von 800 Volt hat also eine Kapazität von 100 Ah. Hat er 400 Volt sind es 200 Ah.
Entsprechend sind also beim 800 Volt akku doppelt so viele Zellen in Reihe geschalten, wie beim 400 Volt Akku. Dafür sind beim 400 Volt Akku doppelt so viele Zellen Parallel geschaltet. Zu Deutsch, für die einzelne Zelle ändert sich gar nichts.
Egal, welcher Akku gewählt wird, will ich die Ladezeit halbieren, verdopple ich die Ladeleistung, respektive den Ladestrom der Zelle.
Je nach Zelltyp und Betriebsbedingungen sind hier Grenzen gesetzt.
Der Stärkste Schnellader nützt also wenig, wenn die Zelle Grenzen setzt. Häufiges Schnelladen mit 300 KW plus würde ein aktueller Tesla Akku z.B. übel nehmen. Ein Lithium Titanat Akku hätte damit dagegen keine Probleme. Dafür wäre er aber ca. doppelt so groß und schwer und auch noch drei mal teurer. Aber an der "eierlegenden Wollmilchsau" wird ja schon lange geforscht.
Allerdings ist hier am ende des Tunnels schon Licht zu sehen in form von Feststoffakkus, welche zwar nicht extrem schell ladbar sind, aber dafür die 2 bis 5 fache Energiedichte haben werden.
 
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