Model 3 Probefahrt - erster Eindruck

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Model 3 Probefahrt - erster Eindruck

von smartgrid » 9. Mär 2018, 21:08

Hatte heute die Möglichkeit für eine sehr kurze Probefahrt mit einem Model 3 (US Version) RWD mit großem Akku. Es handelt sich um eines der ersten Modelle, da im Innenraum noch Alcantara verbaut war. Meine Fahreindrücke vom Model 3 vergleiche ich mit einem Model S75 RWD uncorked aus 02/2018 :twisted:

Sollte noch ergänzen, dass ich mich als durchschnittlichen Autofahrer bezeichnen würde. Habe keinerlei Erfahrung oder Ambitionen auf der Nordschleife, Slalomkursen, Steilkurven oder ähnlichem ;) Mein Focus war "Just a simple" Probefahrt - wie man sie normalerweise als Kaufinteressent machen kann. Und natürlich sind meine ersten Eindrücke subjektiv und ich erhebe null Anspruch auf Vollständigkeit ;)

Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen weiter...

Performance
Die Beschleunigung aus dem Stand ist Teslatypisch und macht Spaß – wenn auch im Vergleich zum S75 Untenrum ein wenig der Bums fehlt. Ich würde 7 von 10 Vergleichspunkte geben. Ab 120 km/h wird es zäher als im S75. Endgeschwindigkeit konnte ich nicht ausfahren wegen Tempolimit bei 160 km/h. Insgesamt ist die Power aber mehr als ausreichend für ein „M3“ ;)

Federungskomfort
Mir kam der Wagen etwas härter vor als der S75 mit Luftfederung aber nur ein wenig. Die schlechteren Sitze im Model 3 haben bestimmt auch eine Rolle gespielt. Daher würde ich 9 von 10 Vergleichspunkten geben.

Geräusche
Bis ca. 120 km/h ist der Wagen genauso laut/leise (z.B. Reifenabrollgeräusche) wie der S75. Ab 120 km/h waren die Windgeräusche deutlicher zu hören als im S75. Daher 8 von 10 Vergleichspunkten. Auf unebener Fahrbahn bei langsamer Geschwindigkeit gab es Poltergeräusche von der Vorderachse – vermutlich ein Einzelproblem mit einer Federaufhängung an diesem speziellen Fahrzeug und kein Serien-issue.

Übersichtlichkeit
Keinerlei Einschränkungen im Vergleich zum S75. Daher 10 von 10 Punkten.

Bedienung des Centerscreens
Durch das fehlende Kombiinstrument und den reduzierten Tasten auf dem Lenkrad ist die Bedienung komplizierter als beim Model S und lenkt meiner Meinung beim Fahren ganz schön ab. Der Centerscreen ist gezwungenermaßen Überladen. Evtl. ist es Gewöhnungssache – aber ich habe mich beim Ersteindruck nicht sehr wohl gefühlt. Daher nur 5 von 10 Punkten.

Bedienung Lenkrad & Lenkstockhebel
Das Lenkrad ist bis auf die Multifunktionstasten von der Haptik und vom Handling 1:1 mit dem S vergleichbar. Die zwei Scrollräder können scrollen, gedrückt werden und nach links/rechts wippen.
Das Erscheinungsbild der beiden Lenkstockhebel ist qualitativ und funktional weniger überzeugend als beim S – daher nur 7 von 10 Punkten. Es irritiert, dass man Teilfunktionen am Lenkstockhebel und zusätzlich am Centerscreen aktivieren muss (z.B. Scheibenwischer) – hier zeigt sich klar der Nachteil der Kosteneinsparungen.

Autopilot
War nicht aktiviert.

Fahrberechtigung
Da es keinen Fob mehr gibt, kann die Fahrberechtigung entweder per Handy (App) oder mit der Schlüsselkarte (RFID Format) erteilt werden. Die App konnte ich nicht ausprobieren. Die Karte muss zum Fahren an eine bestimmte Stelle in der Mittelkonsole gehalten werden. Das hat oftmals nicht sauber funktioniert und ist nicht sehr Nutzerfreundlich. Keyless go bzw. drive geht besser. Von daher nur 3 von 10 Vergleichspunkten.
*** Ergänzung 10.03.2018
Die RFID Karte scheint in der Tat nur ein Fallback zu sein. Der eigentliche "Schlüssel" ist wohl die App und funktioniert per Bluetooth.
Sollte das ähnlich gut wie mit dem FOB funktionieren, wäre es ein Vorteil gegenüber dem S.
Schlecht für Mobilfunkverweigerer oder Tastenhandybesitzer :lol:
***

Handling
Der Wagen inkl. Besatzung ist ca. 150 - 200 kg leichter als mein S75 - wenn überhaupt. Mir ist diesbezüglich kein Unterschied aufgefallen. Beim S und X merkt man es ja deutlich, was neben Gewicht vermutlich auch am Schwerpunkt liegt.

Lenkung
Lenkung hat dieselben Einstellmöglichkeiten (Sport, Standard etc.) wie S, daher ist mir nichts aufgefallen.
Genauso wie beim Wendekreis. Unspektakulär...ist halt kein Smart und vergleichbar mit dem S.


Abgesehen von den Fahreinrücken wurde ja schon viel statisch berichtet, hier nochmal mein Blitzlicht:

Überrascht hat mich…
- dass die Lüftungssteuerung super cool ist und auch gut funktioniert – in der Realität den Vorteil aber nicht so extrem als USP ausspielen kann. Am Ende wohl auch eher dem Rotstift zu verdanken, weil man sich Aufwändige Designs für Lüftungsdüsen gespart hat

- die relativ gute Verarbeitung für ein so frühes Produktionsmodel und „Billig-E-Auto“

- das Alkantara in grau nicht wirklich hochwertig wirkt und der Fallback zum Stoffhimmel kein so großer Verlust ist

- dass die vermeintlich höhere Qualität und Geschwindigkeit des Centerscreens nicht so extrem auffällt im Vergleich zum S

Was mir positiv aufgefallen ist:
- Der Kofferraum ist riesig – das kommt auf den Photos nicht so gut raus. Im Kofferraumboden gibt es nochmal ein großes Loch im Boden. Ein Tick tiefer aber weniger breit als im S75.

- Die Ladeklappe lässt sich vom MUC, Handy und manuell (durch Drücken) bedienen. Sie ist meiner Meinung groß genug, um für Europa eine CCS-Buchse aufnehmen zu können

- Das Öffnen der Türen von Außen ist weniger kompliziert als vermutet. Damen mit langen und lackierten Fingernägeln könnten Schwierigkeiten bekommen

- Die Kofferraumklappe und Mechanik macht in der Realität einen viel stabileren Eindruck. Leider rein manuell und nicht automatisch wie im S.

- Die Mittelkonsole und vor allem die Handyablage ist ein „giant leap“ im Vergleich zum S. Endlich kann man Gas geben, ohne dass das Handy aus der Halterung aufs Display knallt

Was mir negativ aufgefallen ist bzw. weniger gefallen hat (Jammern auf hohem Niveau):
- das Glasdach hat im Gegensatz zum Glasdach im S immer noch eine Mittelstrebe – das reduziert das ansonsten tolle Raumgefühl ein wenig.

- Die Sitze bieten weniger Komfort und Seitenhalt als im S (Textilsitze aktuelle Version)

- Der Frunkverschluss ist immer noch Teslalike, d.h. man kann nicht einfach ins Schloss fallen lassen

- Die Bedienung vieler Funktionen über den Centerscreen (teilweise in Kombination mit den beiden Lenkradtasten) ist teilweise fummelig und nervt (z.B. Lenkrad und Spiegeleinstellung oder Bedienung des Scheibenwischers. Mal schauen ob hier am Bedienkonzept nachgeschärft wird

- Wirkliche Dealbreaker sind mir nicht aufgefallen


Mein Fazit:
Das Model S ist aktuell immer noch das bessere Auto – abgesehen von Kleinigkeiten wie Ablageflächen oder Kleiderhaken bietet das S mehr Annehmlichkeiten, höhere Qualität und das rundere Bedienkonzept. Am Ende wird es sich am Preis festmachen. Aktuell bin ich froh, beim S75 zugeschlagen zu haben und nicht noch 1,5 Jahre auf das Model 3 warten zu müssen. Mein Deal wäre das Model 3 als Zweitwagen mit kleinem Akku bei <40.000 EURO. Reservierung wird also erstmal nicht storniert :mrgreen:
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IPad on Wheels
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WTF - no instrumentcluster ;-)
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What A trunk
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Re: Model 3 Probefahrt - erster Eindruck

von plock » 9. Mär 2018, 21:13

Cooler Bericht. +1
Danke für die ausführlichen und ehrlichen Worte.
 
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Re: Model 3 Probefahrt - erster Eindruck

von M20B25-User » 9. Mär 2018, 22:02

Wo und wie kann man denn in D ein M3 probefahren .... wenn nicht zu "benchmark Zwecken" mit anschliessendem Zerlegen des Fahrzeugs?
Du arbeitest nicht zufällig bei Mercedes? :mrgreen:
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Re: Model 3 Probefahrt - erster Eindruck

von Wim » 9. Mär 2018, 22:05

für die standortfrage ist (glaube ich) das erste foto das suchbild. ;-)
wer an jeder teslasäule noch andere stecker sehen möchte, der setzt sich sicherlich auch dafür ein, dass phev beim tanken auch strom ziehen können und rewe ihre eigenmarke nur anbieten darf, wenn sie auch die eigenmarken von edeka&co ins regal stellen
 
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Re: Model 3 Probefahrt - erster Eindruck

von M3-75 » 9. Mär 2018, 22:25

Einstellen von Spiegel und Lenkrad macht man nur einmal, da sehe ich keinen wesentlichen Nachteil. Schon eher bei Scheibenwischer und Tempomat,kann per Software Update gefixt werden.

Das mit den Sitzen habe ich nicht verstanden:

Die vegan Leder sitze im Modell 3 haben weniger Seitenhalt als die Textil sitze im Modell s?
gut, gibt ja auch Textil sitze im Modell 3.
 
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Re: Model 3 Probefahrt - erster Eindruck

von smartgrid » 9. Mär 2018, 22:31

M3-75 hat geschrieben:Die vegan Leder sitze im Modell 3 haben weniger Seitenhalt als die Textil sitze im Modell s?
gut, gibt ja auch Textil sitze im Modell 3.


Ich denke es liegt weniger am Material (Leder vs Stoff) sondern vielmehr an der Ausformung der Sitze.
Die Konturierung und Polsterung der Sitze im S ist "komplexer"/hochwertiger - finde ich.

Beim S gibt es ja z.B. auch elektrische Kopfstützen - beim M3 nicht.
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Re: Model 3 Probefahrt - erster Eindruck

von TM3 » 9. Mär 2018, 22:34

Toller Bericht, danke!
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Re: Model 3 Probefahrt - erster Eindruck

von grennline » 9. Mär 2018, 22:48

smartgrid hat geschrieben:
M3-75 hat geschrieben:Die vegan Leder sitze im Modell 3 haben weniger Seitenhalt als die Textil sitze im Modell s?
gut, gibt ja auch Textil sitze im Modell 3.


Ich denke es liegt weniger am Material (Leder vs Stoff) sondern vielmehr an der Ausformung der Sitze.
Die Konturierung und Polsterung der Sitze im S ist "komplexer"/hochwertiger - finde ich.

Beim S gibt es ja z.B. auch elektrische Kopfstützen - beim M3 nicht.



Zeige mir ein Mittelklasse-Kfz mit elektrischen Kopfstützen.
Und?
Richtig, es gibt keins und das ist gut so.
Und das du mit deinem S Glücklich bist ist nicht verwunderlich,
da ich auch mit meiner Entscheidung glücklich bin einen A2 zu fahren. ;)
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Re: Model 3 Probefahrt - erster Eindruck

von M3-75 » 9. Mär 2018, 23:05

Genau genommen sind die elektrischen sitze +lenkrad schon Verschwendung, einmal eingestellt und ob ich meine Frau damit überhaupt fahren lasse ;-)
 
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Re: Model 3 Probefahrt - erster Eindruck

von grennline » 9. Mär 2018, 23:25

Gurthöhenverstellung
Ablagen in den Türen
Schminkspiegel
alles Dinge die auch ein Kleinwagen hat, aber nicht das Model S,
obwohl Oberklassekfz

Witzig auch die Aussage von der Qualitätsanmutung des Lenkrades.
Einige sagen ist sehr billig und fühlt sich auch so an und
andere sagen das Gegenteil.
Ist also fast alles eine persönliche Entscheidung der Beurteilung.
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