Anlauf der Serienproduktion Model3

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Re: Anlauf der Serienproduktion Model3

von OS Electric Drive » 18. Apr 2018, 08:59

cer hat geschrieben:Den Bezug von deinem letzten Kommentar zu dem Zitat unter dem er steht verstehe ich nicht.


Das genau ist das Problem, welches ich schon so oft angesprochen habe! Ich würde Dir daher empfehlen Dich mal mit der Realität vor Ort etwas näher zu beschäftigen, dann könntest Du das auch nachvollziehen.
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Re: Anlauf der Serienproduktion Model3

von cer » 18. Apr 2018, 09:10

Welcher Zusammenhang besteht zwischen kurzen Wegen / flachen Hierarchien im Werk und (egal wodurch) überforderten SeCs? Ich hab da ein semantisches Problem, noch kein inhaltliches.
 
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Re: Anlauf der Serienproduktion Model3

von Elektroniker » 18. Apr 2018, 09:30

Au Backe!
Bei Tesla und vor allem bei Musk scheint jetzt Panik auszubrechen.
Es sieht aus wie der Versuch, den Wirtschaftsprüfer davon zu überzeugen, keinen Hinweis auf weiteren Kapitalbedarf in den Quartalsbericht aufzunehmen, weil man nun ja ganz sicher doch die 5k/Woche an M3 schaffen wird.

Mit den von Elen gemachten Aussagen sehe ich leider bestätigt, dass das Model 3 für 35 k$ nicht mit Gewinn zu produzieren ist.
Er will nun 400 Leute mehr einstellen als geplant, und will 24/7 im Dreischichtbetrieb arbeiten lassen, was schon allein die Personalkosten explodieren lässt.

Ich sehe also darin keineswegs eine positive Entwicklung, sondern leider nur das Eingeständnis, dass die gesamte Produktstrategie für das M3 gescheitert ist - insbesondere die gesamte Kalkulation.

Ich fürchte ernsthaft, dass Tesla noch dieses Jahr Chapter 11 in Anspruch nehmen wird. Tesla ist wohl bald ein Übernahmekandidat. :(
Zuletzt geändert von Elektroniker am 18. Apr 2018, 09:32, insgesamt 2-mal geändert.
Model ≡ 2019? Wohl eher nicht ... hab die Reservierung wieder storniert.
 
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Re: Anlauf der Serienproduktion Model3

von Mathie » 18. Apr 2018, 09:31

Naheris hat geschrieben:
Mathie hat geschrieben:
Naheris hat geschrieben:So viele Fahrzeuge darf Tesla in Fremont nicht lackieren. Die Emissions-Zertifikate welche sie haben reichen maximal für 650k/a Fahrzeuge (optimistisch geschätzt).

Sind bei der Schätzung schon die Glasdächer berücksichtigt?

Ursprünglich hatte GM/Toyota Zertifikate für ca. 450-500k/a Fahrzeuge. Allerdings haben die auch Light Trucks dort gebaut. Irgend ein Experte hat daraus gerechnet, dass Tesla ca. 550-600k Fahrzeuge lackieren kann, mit der Technik die sie eingebaut haben. Wenn man jetzt das Dach wegrechnet, dann sollten 650k Fahrzeuge gehen.


Wenn die Zertifikate für die Lackieranlage von Toyota ausgelegt waren, wäre interessant ob die neue Lackieranlage die Tesla von Eisenmann erworben hat geringere Emissionen hat und dadurch mit der gleichen Menge an Verschmutzungszertifikaten nochmals mehr Fahrzeuge gebaut werden können.

Momentan spielen die Zertifikate beim Ramp-Up ja noch keine Rolle, aber bei 10k M3 und 2k MX/S pro Woche wäre das relevant, wenn die Emissionen nicht ggü. den Toyotazeiten, worauf die Abschätzungen ja offenbar beruhen deutlich gesenkt wurden.

Gruß Mathie
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Re: Anlauf der Serienproduktion Model3

von redvienna » 18. Apr 2018, 09:45

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Re: Anlauf der Serienproduktion Model3

von Hendrik » 18. Apr 2018, 10:04

pii hat geschrieben:Das spannende an der Email finde ich folgendes:

Das Ziel per Q1 waren 2500/Woche, erreicht wurden 2000 stk. was einer Zielverfehlung von 20% entspricht oder anders ausgedrückt: Ziel wurde zu 80% erreicht.
Nun propagiert Musk ein neues internes Burst Ziel von 6000Stk/Woche für Ende Q2, damit mit einer Reserve die an die Investoren kommunizierten 5000/Woche erreicht werden. Er schlägt also zu den 5000 Stück nochmals 20% obendrauf für sein internes Ziel.

Des Weiteren ist es vielleicht in der ganzen Negativität über Contractors und Lieferanten untergegangen, aber die Umstellung von einem 2-Schicht auf einen 3-Schicht-Betrieb ist doch signifikant, oder überschätze ich diese Umstellung?

Könnte jemand der sich damit aus der Praxis auskennt die Vor-und Nachteile ausführen?

Ich sehe folgendes:

+ höhere Kapazität
+ höhere Produktion
+ bessere Auslastung der Sachanlagen

- höhere Kosten (Nachtzuschläge für Mitarbeiter?)
- keine Stillstandzeiten für Improvements oder Fehlerbehebungen (läuft das Band wirklich 24/7 oder sind da immer wieder Reserven eigeplant?)
- höherer Personalbedarf


- weit über 1000 neue Mitarbeiter, denen noch die Erfahrung fehlt und damit nicht so schnell / so gut sind
- höheres Fehlerrisiko durch Kombination aus Überstunden und Nachtschichten
+ bessere Chancen in Q3 geringere Verluste zu zeigen, da ggf. Ende Q2 sehr viele Fahrzeuge produziert werden, die noch nicht ausgeliefert wurden und erst in Q3 verkauft werden.
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Re: Anlauf der Serienproduktion Model3

von thinksimple » 18. Apr 2018, 10:09

pii hat geschrieben:Das spannende an der Email finde ich folgendes:

Das Ziel per Q1 waren 2500/Woche, erreicht wurden 2000 stk. was einer Zielverfehlung von 20% entspricht oder anders ausgedrückt: Ziel wurde zu 80% erreicht.
Nun propagiert Musk ein neues internes Burst Ziel von 6000Stk/Woche für Ende Q2, damit mit einer Reserve die an die Investoren kommunizierten 5000/Woche erreicht werden. Er schlägt also zu den 5000 Stück nochmals 20% obendrauf für sein internes Ziel.

Des Weiteren ist es vielleicht in der ganzen Negativität über Contractors und Lieferanten untergegangen, aber die Umstellung von einem 2-Schicht auf einen 3-Schicht-Betrieb ist doch signifikant, oder überschätze ich diese Umstellung?

Könnte jemand der sich damit aus der Praxis auskennt die Vor-und Nachteile ausführen?

Ich sehe folgendes:

+ höhere Kapazität
+ höhere Produktion
+ bessere Auslastung der Sachanlagen

- höhere Kosten (Nachtzuschläge für Mitarbeiter?)
- keine Stillstandzeiten für Improvements oder Fehlerbehebungen (läuft das Band wirklich 24/7 oder sind da immer wieder Reserven eigeplant?)
- höherer Personalbedarf



Die Umstellung auf 24/7 erfolgt dadurch da die jetzigen Überstunden zu viel werden. Die Planung ging von 2 Schichten/Tag über 5Tage aus. Daher auch 1000Fzg/Tag bzw. 500/Schicht. Da dies momentan nicht realisierbar ist stellt man auf 3 Schichten um für 7Tage um dieses Ziel zu erreichen. Das sind dann bei 5000Fzg/Woche, 714/Tag bzw. 240/Schicht. Daran erkennt man das man bei der Hälfte der Planung ist.
Diese Umstellung kostet natürlich zusätzlich Personalkosten, Betriebskosten, Logistigkosten etc. Für die Wartung und Optimierung bleibt natürlich auch wenig Zeit bei so einem System. Dies kann wenn es dumm läuft kontraproduktiv sein und zu weiteren Stillständen führen.
Zusätzlich müssen auch manche Zulieferanten mit umgestellt werden was wiederum Zusatzkosten verursacht. Die Zulieferanten halten ja die Kappa für 5000/Woche vor. Wenn diese Stückzahlen nicht abgenommen werden entstehen auch wieder Kosten durch Ausgleichszahlungen. Die Zulieferanten müssen ja auch ihr Personal und ihre Kosten ausgleichen.
In der Regel und im Querschnitt rechnet man in der Autoindustrie bei einem ungeplanten Stillstand mit ca. 1.400€/min an Kosten. Diese Kosten können nicht wieder egalisiert werden.
Auch müssen Zusatzkosten über den Ertrag/Für wieder rückgeführt werden was bedeutet das ein möglicher Gesamtgewinn später bzw. Niedriger erzielt wird.Auch müssen kurzfristige Anleihen bedient werden usw.
Je länger die Schere zwischen Soll und Ist auseinanderklafft umso schwieriger wird es und es wird neues Fremdkapital benötigt.
Aus meiner Sicht ist ein 24/7 derzeit kontra. Ein 24/6 wäre idealer da ein Tag in der Woche für Anpassungen etc. zur Verfügung steht.
 
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Re: Anlauf der Serienproduktion Model3

von pii » 18. Apr 2018, 10:23

Danke @Hendrik und @thinksimple für eure Anmerkungen.

@redvienna: deine Schätzung ist sicher zu optimistisch. Du rechnest mit Juni 4x5000/Woche, obwohl angekündigt wurde, dass am ENDE von Q2 eine Durchlaufquote von 5000/Woche erreicht wird. Du bist mindestens immer einen Monat zu früh mit deinen Berechnungen. Dazu kommt, dass ich es für eher unwahrscheinlich halte, dass Tesla ihre Ziele von Musk zu 100% erfüllen werden und es zu weiteren Verzögerungen kommt.
 
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Re: Anlauf der Serienproduktion Model3

von Mathie » 18. Apr 2018, 10:48

Elektroniker hat geschrieben:Au Backe!
Bei Tesla und vor allem bei Musk scheint jetzt Panik auszubrechen.
Es sieht aus wie der Versuch, den Wirtschaftsprüfer davon zu überzeugen ...

Unsinn, die Kommunikation mit Wirtschaftsprüfern erfolgt nicht über Mails mit der Bezeichnung öffentlich, die an alle Mitarbeiter versendet werden mit der Garantie, dass diese Leaken werden.

Ich fürchte ernsthaft, dass Tesla noch dieses Jahr Chapter 11 in Anspruch nehmen wird.

Welches Szenario siehst Du, dass schon in diesem Jahr zu einer Chapter 11 Insolvenz führen könnte?

Wenn die Produktion des M3 einen positiven CashFlow erzeugt, sehe ich kein kurzfristiges Insolvenzrisiko.

Wenn kein positiver Deckungsbeitrag aus der Produktion des M3 zu erwarten ist, weil diese zu teuer wird, wie Du behauptest, wie soll dann Chapter 11 funktionieren? Dann würden die Anlagen und die Patente verkauft, das wäre dann kein Chapter 11.

Ich frage mich, ob Du keine Ahnung vom US-Insolvenzrecht hast oder hier bewusst unfundierte Behauptungen aufstellst?

Gruß Mathie
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Re: Anlauf der Serienproduktion Model3

von thinksimple » 18. Apr 2018, 10:55

pii hat geschrieben:Danke @Hendrik und @thinksimple für eure Anmerkungen.

@redvienna: deine Schätzung ist sicher zu optimistisch. Du rechnest mit Juni 4x5000/Woche, obwohl angekündigt wurde, dass am ENDE von Q2 eine Durchlaufquote von 5000/Woche erreicht wird. Du bist mindestens immer einen Monat zu früh mit deinen Berechnungen. Dazu kommt, dass ich es für eher unwahrscheinlich halte, dass Tesla ihre Ziele von Musk zu 100% erfüllen werden und es zu weiteren Verzögerungen kommt.



Richtig. Die jetzige Planung sieht vor das "ab" Ende Juni 6000/Woche mit 24/7 erreicht werden (so dass es effektiv 5000 sind) und ab der Folgewoche dies weitergeführt wird. Sukzessive soll dann der Prozess stabilisiert werden und langsam die Zusatzschichten abgebaut werden.
Inwieweit dies gelingt kann zu jetzigen Zeitpunkt nicht vorhergesagt werden. Wenn gewisse Stationen von übermässiger Automatisierung "befreit" würde und dadurch Ruhe in den Ablauf kommt und man sich auf den Prozess konzentrieren kann mag das schon klappen.
Bei Zulieferanten ist das Gang und gäbe Während der Hochlaufphase (ich vermeide RampUp, so heissts drüben) wird über mehr Schichten mit mehr Personal gefahren und dann sukzessive abgebaut.
Automobilhersteller vermeiden dies aber. Daher werden im Vorfeld Vorserien mit Stückzahlen gefahren um den Prozess zu optimieren und anzupassen. Sonderschichten werden i.d.R. nur dann eingesetzt wenn ungeplante Stillstände waren ( Ausfall Zulieferant, Ausfall Eigene Anlage etc.) oder die Verkaufszahlen nach oben gehen. Genauso wird auch reduziert wenn die Verkaufszahlen nach unten gehen.
Mit den Verkaufszahlen hat Tesla ja kein Problem nur mit der Erfüllung derselbigen. Man muss jetzt mal die nächsten 2 Monate abwarten wie sich die Massnahmen auswirken.
 
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