Rekuperationseinstellung

Technische Informationen zum Model S...

Re: Rekuperationseinstellung

von fabbec » 8. Feb 2015, 07:43

TechPreacher hat geschrieben:Ja, Reku ist jetzt viel sanfter, so dass ich jetzt manchmal sogar einen Modus "Stark" hätte. Seit dem i3 frage ich mich auch, wieso die Reku nicht bis zum vollen Stopp reicht. Nimmt mich wunder, ob das einen technischen Hintergrund hat...


Das ist im i3 wirklich sehr gut und fährt sich in der Stadt sehr angenehm
Daran hat aber BMW wohl sehr lange getüftelt.
Und fehlt leider im Model S!
Da wir ca 85% auf der BAB unterwegs sind vermisse ich es nicht so doll!
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Re: Rekuperationseinstellung

von zappa » 8. Feb 2015, 09:29

TechPreacher hat geschrieben:Ja, Reku ist jetzt viel sanfter, so dass ich jetzt manchmal sogar einen Modus "Stark" hätte. Seit dem i3 frage ich mich auch, wieso die Reku nicht bis zum vollen Stopp reicht. Nimmt mich wunder, ob das einen technischen Hintergrund hat...

Ja, es hat einen techn. Hintergrund: im BMW i3 ist ein permanenterregter Synchronmotor (also mit Dauermagneten) verbaut. Im Model S ein Asynchronmotor. Der Asynchronmotor kann bei geringen Umdrehungen schlechter als Generator Energie liefern, ist dafür kurzzeitig viel höher über die Nennleistung belastbar (daher die unglaubliche Leistung des Model S), ist toleranter gegenüber hohen Temperaturen (an der Belastungsgrenze) und verzichtet vollständig auf seltene Erden (Neodym, etc.).
 
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Re: Rekuperationseinstellung

von TechPreacher » 8. Feb 2015, 13:55

Oha. Spannend! Danke!
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Re: Rekuperationseinstellung

von Karlchen » 8. Feb 2015, 14:46

zappa hat geschrieben:
TechPreacher hat geschrieben:Ja, Reku ist jetzt viel sanfter, so dass ich jetzt manchmal sogar einen Modus "Stark" hätte. Seit dem i3 frage ich mich auch, wieso die Reku nicht bis zum vollen Stopp reicht. Nimmt mich wunder, ob das einen technischen Hintergrund hat...

Ja, es hat einen techn. Hintergrund: im BMW i3 ist ein permanenterregter Synchronmotor (also mit Dauermagneten) verbaut. Im Model S ein Asynchronmotor. Der Asynchronmotor kann bei geringen Umdrehungen schlechter als Generator Energie liefern, ist dafür kurzzeitig viel höher über die Nennleistung belastbar (daher die unglaubliche Leistung des Model S), ist toleranter gegenüber hohen Temperaturen (an der Belastungsgrenze) und verzichtet vollständig auf seltene Erden (Neodym, etc.).

Es ist technisch überhaupt kein Problem, eine Asynchronmaschine bei sehr geringen Drehzahlen feinfühlig zu kontrollieren, sei es im Motor oder Generator Betrieb. Es war demnach eine bewusste Entscheidung von Tesla, elektrisches Bremsen nicht bis zum Stillstand zuzulassen.
Im Hill Assist Modus wird der Motor sogar elektrisch bei 0 km/h gehalten.
 
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Re: Rekuperationseinstellung

von ensor » 8. Feb 2015, 15:45

Es ist technisch zwar kein Problem die Asynchronmaschine elektrisch zum Stillstand zu bringen. Dazu ist es aber am Schluss bei "Faststillstand" notwendig, wieder Energie in die Statorwicklungen hineinzustecken, um ein entgegengerichtetes Drehmoment aufzubauen. Auf den letzten Metern würde der Motor des Model S also quasi "rückwärts beschleunigen" um zum Stillstand zu kommen (und dabei sinnlos die elektrische Energie in Wärmeenergie umwandeln).

Ist also schon richtig gelöst von Tesla.
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Re: Rekuperationseinstellung

von Andi.H » 8. Feb 2015, 16:03

Wurde zwar im Forum früher schon erwähnt,
Aber für die"Neulinge": ;)
Die Rekuperation bei Geschwindigkeiten unterhalb 20 km/h wird durch die Einstellung des Creep-Modus beeinflusst.
Creep-Modus ein - Rekuperation geringer
Creep-Modus aus - Rekuperation stärker
"klugscheissermodus aus"

Grüße Andreas
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Re: Rekuperationseinstellung

von Karlchen » 8. Feb 2015, 17:03

ensor hat geschrieben:Es ist technisch zwar kein Problem die Asynchronmaschine elektrisch zum Stillstand zu bringen. Dazu ist es aber am Schluss bei "Faststillstand" notwendig, wieder Energie in die Statorwicklungen hineinzustecken, um ein entgegengerichtetes Drehmoment aufzubauen. Auf den letzten Metern würde der Motor des Model S also quasi "rückwärts beschleunigen" um zum Stillstand zu kommen (und dabei sinnlos die elektrische Energie in Wärmeenergie umwandeln).

Das stimmt. Der Nennpunkt ist 5100U/min oder ca. 70 km/h. Bei realistischen 2% Schlupf bezogen auf den Nennpunkt sind es 70km/h x 2% = 1,4 km/h , ab wo das Feld beim elektrischen Bremsen rückwärts laufen müsste. Die Rekuperation hört jedoch schon bei höherer Geschwindigkeit auf. (Der Vollständigkeit halber: Ich habe hierbei zwei gegensätzliche Effekte nicht berücksichtigt: dass das maximale von Tesla implementierte Drehmoment bei der Rekuperation geringer ist als beim Beschleunigen, und dass das normalerweise benötigte Drehmoment z.B. Beim Ausrollen oder Bremsen vor einer roten Ampel sehr gering ist. Magnetisierungsverluste in der Maschine oder Inverter habe ich ebenfalls nicht berücksichtigt).

Ich möchte hiermit andeuten, dass es wohl keine energetischen Gründe hat, weswegen Tesla nicht bis zum Stillstand rekuperiert. Eher Kundenwünsche.
 
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Re: Rekuperationseinstellung

von Dazzler » 8. Feb 2015, 17:37

… oder es sollen die Bremsbeläge nicht nur vor sich hin rosten. :)
P85+ sig., 2013, 385 tkm

Euch allen kWh im Überfluss!
Gruß Dazzler
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Re: Rekuperationseinstellung

von ensor » 8. Feb 2015, 17:48

Dazzler hat geschrieben:… oder es sollen die Bremsbeläge nicht nur vor sich hin rosten. :)


Ich nehme eher nicht an, dass die nicht vollständige Rekuperation die Problemlösung gegen das Rosten der Bremsscheiben darstellt. In diesem Thread haben wir bereits festgestellt, dass das Model S wohl immer wieder die Bremsen nutzt, statt zu rekuperieren (ohne dass man dazu manuell das Bremspedal benutzen muss).
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Re: AW: Rekuperationseinstellung

von snooper77 » 8. Feb 2015, 17:54

Karlchen hat geschrieben: Im Hill Assist Modus wird der Motor sogar elektrisch bei 0 km/h gehalten.


Nein, Hill Assist macht die mechanische Bremse.
85D silber (blau foliert), 19", bestätigt 18.11.2014, VIN seit 16.02.2015, Produktion 02.04., Transport 08.04., Abholung 09.06.
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