Kosten f. Verstärkung des Hausanschlusses

Infos zu Batterie und Ladung des Model S...

Kosten f. Verstärkung des Hausanschlusses

von ChrisB » 23. Jan 2015, 10:45

Das betrifft in Zukunft sicher noch einige Neulinge:

Die Verstärkung des Hausanschlusses von 3x25 A auf 3x50 A kostet bei meinem Energieversorgungsunternehmen (EVU) nur 76,50 € + 19 % Steuer.

Bei 3x63 A ist allein ein Baukostenzuschuss in Höhe von 586,36 € + 19 % Steuer fällig.
Mein freundliches EVU hat mich in dem zu unterschreibenden Auftrag sogar extra darauf hingewiesen, dass 3x50A erheblich günstiger ist, obwohl von mir 3x63 A gewünscht war.

Unser EVU zieht bei 3x50 A die (Kosten-)Grenze. Bei allem was über 3x50 A liegt, zahlt man einen Baukostenzuschuss.
Zur Erklärung: Der Baukostenzuschuss hat nichts mit baulichen Maßnahmen zu tun, die etwa Zuhause vorgenommen werden müssen. Das sind auf den einzelnen Kunden umgelegte Baukosten. Das EVU muss ja durch bauliche Maßnahmen gewährleisten, dass der Strom beim Kunden ankommt. In der Regel genügen dem Normalkunden für ein Einfamilienhaus eben 3x50A (daher die Grenze). Will man mehr "verheizen", soll der Kunde sich für diesen "Spaß" an den baulichen Kosten beteiligen.

Nun möchten wir ja kein Schwimmbad beheizen, sondern ein Elektroauto laden. Dieses edle Motiv wird vom Gesetzgeber leider (noch?) nicht gewürdigt. Es ist jedoch möglich, dass die Verstärkung des Hausanschlusses (>3x50 A) in Zukunft gefördert wird. Denkbar ist aber auch das Gegenteil. Nämlich, dass der Baukostenzuschuss höher ausfällt als heute. Irgendjemand muss die Kosten schließlich tragen.

In die Zukunft kann niemand schauen, Entscheidungen müssen heute getroffen werden. Also bleibt einem nichts anderes übrig, als ausrechnen zu lassen, wie viel Strom der Gesamthaushalt inkl. Ladestation benötigt bzw. benötigen wird (bspw. falls in naher Zukunft zwei Autos gleichzeitig geladen werden sollen). Ich habe noch keine Entscheidung getroffen, sie fällt mir zugegebenermaßen schwer.
Zuletzt geändert von ChrisB am 23. Jan 2015, 12:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kosten f. Verstärkung des Hausanschlusses

von Spüli » 23. Jan 2015, 11:23

Moin!
Mein Brötchengeber hat hier für eine Ladestation auch den Anschlußwert erhöhen lassen. Für die Steigerung von 80A auf 100A war ein BKZ von gut tausend Euro fällig. Dabei wurden auch nur die Sicherungen getauscht. Der Stromzähler ist dabei noch ohne Wandlermessung geblieben.
Gruß Ingo
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Re: Kosten f. Verstärkung des Hausanschlusses

von Measureman » 23. Jan 2015, 11:24

Bei mir war das auch so, Hauptanschlus bis 50A war im ursprünglichen Baukostenzuschuss enthalten, nur den Tausch der Panzersicherung muss ich mit 80€ bezahlen.

Die 50A sollten aber normalerweise reichen, wenn Waschmaschine, Trockner und Sauna laufen (bisher problemlos mit 25 A abgesichert) muss ich ja nicht gerade mit 32A laden ;)

Ich habe es also bei den 50A belassen.
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Re: Kosten f. Verstärkung des Hausanschlusses

von Franko30 » 23. Jan 2015, 11:35

Also unser lokaler Stromversorger Stadtwerke Schwäbisch Hall (eigentlich heute: Netzbetreiber) sieht pro Hausanschluss (in kundenfreundlicher, sofort verständlicher Notierung) 30 kW vor.

Bei einem Dreifamilienhaus von mir mit Münz-Stromtankstelle (11 und 22 kW Typ2) habe ich einen 55 kW Stromanschluss machen lassen. Also 11+22= 33 kW - somit sind selbst bei gleichzeitiger, voller Belegung der Stromtankstelle noch 22 kW für die 3 Haushalte übrig. Da nie alle gleichzeitig Kochen etc. werden und selbst Waschmaschinen und Trockner heute kaum mehr als 1 kW Spitzenleistung haben, passt das.

Das von dir genannte 50 A "Upgrade" im Hausanschluss wäre ja 400 * 50 * Wurzel 3 = 34,641 kW - somit scheint euer Netzbetreiber den "normalen" Hausanschluss sogar weniger als 30 kW vorzusehen.

Bei meinem Privathaus bei dem wir den Hausanschluss (dummerweise ohne Vorausahnung der Zukunft) mit den normalen 30 kW ausführen liessen ist es nun als mit Model S, Roadster und einem Renault ZOE etwas eng - wir müssen echt nur in Notfällen (und wenn gerade keine anderen Autos laden) mal mit 22 kW den ZOE oder das Model S aufladen.

Insofern: nimm soviel Erweiterung wie du gerade kannst! Ich denke auch, dass das alles in Zukunft deutlich teurer werden wird (weil niemand die Stromproduktion zwingt "vor Ort" zu sein, sondern viel lieber teure Stromtrassen durch D gebaut werden damit erstmal der Kohlestrom von Norddeutschland auch nach Süddeutschland transportiert werden kann und wenn dann noch Platz in der Leitung ist, auch Windstrom da durch darf. Und das müssen ja die Netzbetreiber und wir zahlen...).

Cheers

Frank
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Re: Kosten f. Verstärkung des Hausanschlusses

von Healey » 23. Jan 2015, 12:01

Wie zu erwarten habe ich ein ähnliches Problem, allerdings in Österreich. Wir wohnen am Land, 1km weit weg vom letzten Trafo, das Haus wurde zwar im Jahr 2000 komplett neu versorgt, inkl. einer neuen Erdzuleitung (die letzten 100 m). Da das Netz davor aber relativ schwach ausgebaut ist, haben wir nur 3 x 25 A zur Verfügung. Das funktioniert mit 11 kW Laden plus Haus nur sehr knapp. Gestern bekam ich den Rückruf vom E - Werk, dass Sie mir 11 kW zusätzlich genehmigen würden und dafür 32 bzw. 35 A Sicherungen einsetzen könnten, die Kosten dafür wären 2.600 €. Offiziell ist für meinen Anschluß 7,5 kW als Spitzenbedarf genehmigt. Wenn ich mehr entnehme wird das derzeit zwar nicht gemessen, aber Sie können mir nicht garantieren, dass die Spannung im Normbereich bleibt. Ich habe mal ein Model S mit 11 kW über Nacht geladen, es hat auch problemlos funktioniert, trotz E-Herd und anderer Verbraucher, aber die Spannung lag dann auch nur mehr bei 216 V.

Nun habe ich mich entschlossen, die 2.600,- nicht auszugeben und es einfach zunächst auszuprobieren. Den Doppellader habe ich auch deshalb nicht bestellt, da mir immer klar war, dass ich Ihn zu Hause nie nützen könnte. Da ich aber gleichzeitig eine 7,5 kWp PV - Anlage aufs Dach geben, denke ich dass ich einigermaßen zurecht kommen werde....die 2.600,- investiere ich dann lieber eines Tages in einen Speicher.
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Re: Kosten f. Verstärkung des Hausanschlusses

von Measureman » 23. Jan 2015, 12:01

Die Idee " nimm was du kriegen kannst" finde ich nicht gut. Der Strombetreiber muss die Netzauslastung berücksichtigen, wenn jetzt jeder auf Verdacht riesige Hauptsnschlüsse bestellt, wird es bald ablehnende Bescheide für höhere Anschlüsse hageln.

Wir müssen die Badeliegen-Reservierungmentalität jetzt nicht beim Hausanschluss fortsetzen.

50A sind selbst mit meinem Doppellader beim Hausanschluss für ein Einfamilienhaus genug, und mein Nachbar kann dann später auch auf 50 A gehen ;)
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Re: Kosten f. Verstärkung des Hausanschlusses

von Franko30 » 23. Jan 2015, 12:20

Measureman hat geschrieben:Die Idee " nimm was du kriegen kannst" finde ich nicht gut. Der Strombetreiber muss die Netzauslastung berücksichtigen, wenn jetzt jeder auf Verdacht riesige Hauptsnschlüsse bestellt, wird es bald ablehnende Bescheide für höhere Anschlüsse hageln.


Man muss bei der Erweiterung nicht angeben, dass es um ein Elektroauto geht.

Und den Rest lasse ich einfach unkommentiert.

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Re: Kosten f. Verstärkung des Hausanschlusses

von Leto » 23. Jan 2015, 12:43

Franko30 hat geschrieben:
Measureman hat geschrieben:Die Idee " nimm was du kriegen kannst" finde ich nicht gut. Der Strombetreiber muss die Netzauslastung berücksichtigen, wenn jetzt jeder auf Verdacht riesige Hauptsnschlüsse bestellt, wird es bald ablehnende Bescheide für höhere Anschlüsse hageln.


Man muss bei der Erweiterung nicht angeben, dass es um ein Elektroauto geht.

Und den Rest lasse ich einfach unkommentiert.

Frank


Mittelfristig müssen die Versorger schon lernen das sich die Anforderungen ändern. Ich denke allerdings auch das typisch zu Hause nicht mehr als max. 2x22kW für Typ2-Ladung und 35kW für ein EFH Sinn machen, das sind aber schon knapp 80kW. Auf die könnten sich Versorger schon mal einstellen. Ich habe unser Haus mit 100kW anschließen lassen, hat mich nichts gekostet, habe ich dem Bauträger mitgegeben als Anforderung, sonst hätte ich nicht gekauft. Jetzt fehlt noch der Glasfaserausbau im Herbst und die Infrastruktur stimmt...
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Re: Kosten f. Verstärkung des Hausanschlusses

von AndiJM » 23. Jan 2015, 12:56

Ich habe von unseren Stadtwerken folgende Infos bekommen:

1) 30KW kostet nix, jedes weitere KW 105 EUR Baukostenzuschuss
2) Unser normaler "smarter" Zähler muss gegen einen neuen mit Wandlermessung getauscht werden. Weil Brandgefahr (!!!) besteht bei einer Dauerlast von > 30A! Der Zähler würde das zwar verkraften, aber der Zähler-Unterbau nicht!?
3) Eine Ladestation mit 22kW muss genehmigt werden
4) Ich muss dafür Sorge tragen, dass kein Auto Energie zurückspeist
5) Unser Hausanschluss hat zwar 63A, der von den Stadtwerken vorgeschriebene SLS Schalter darf aber max. 40A haben

Ich komme zwar zu 98% damit klar, aber wir heizen mit einer Wärmepumpe und haben ab März dann 2 Elektroautos. Ohne Lastmanagement an sonnenarmen Tagen unmöglich.

Wenn ich auf 63A upgraden könnte, würde ich es sofort tun. i3 Einphasig 20A + Tesla dreiphasig 32A sind ja schon 52A... Aber die alte Infrastruktur bei uns im Ort lässt kein Upgrade zu, aktuell wird aber umgebaut, vielleicht nächstes Jahr...

Ich bin auch der erste, der bei den Standtwerken St. Wendel nach einer Ladestation angefragt hat. Entweder gibt es sonst noch keine EVs hier (habe auch noch keine gesehen) oder die anderen haben ihre Ladestationen einfach nicht angemeldet ;)
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Re: Kosten f. Verstärkung des Hausanschlusses

von volker » 23. Jan 2015, 13:03

Das Schöne am Tesla ist doch die große Batterie. 400km jede Nacht nach laden sollte reichen. Wer zu wenig freie Leistung am Hausanschluss hat, kann die Ladeleistung reduzieren. So ist der Akku morgens nicht ganz voll geladen, aber doch wieder gut gefüllt.
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