Wirtschaftliche Lösung für Laden an CEE16/32

Infos zu Batterie und Ladung des Model S...

Re: Wirtschaftliche Lösung für Laden an CEE16/32

von bero » 27. Jan 2020, 00:45

Elektomanni hat geschrieben:Im Ergebnis bleibt es schon etwas unbefriedigend, für ein ganz gelegentliches Laden beim Hotel oder auf dem Ferienhof einen JB2 für EUR 1.200 zu kaufen

Sowas gibt's auch für etwa die Hälfte, z.B. das hier:
https://www.enercab.at/ladekabel/126-en ... 00cee.html
https://www.enercab.at/154-steckeradapter

Habe ich selber seit 10 Monaten und setze es meist stationär ein. 22kW und 6mA FI, mit zusätzlichem Adapterset ca. 650,--
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Re: Wirtschaftliche Lösung für Laden an CEE16/32

von rscheff » 27. Jan 2020, 01:16

Die wirtschaflichste Lösung ist es, einen 3P mobilen Charger gebraucht zu erwerben. Die Preise sind da typischerweise unter dem, was du für eine Selbstbaulösung zahlen müsstest (vorrausgesetzt dass man darin Erfahrung hat, und weiß, was man tut).

JB1 (der ohne Gleichstromfehler-Erkennung, wenn ich das richtig mitbekommen habe) gibt es ab und an erstaunlich günstig :)
 
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Re: Wirtschaftliche Lösung für Laden an CEE16/32

von Holger Pramhaas » 27. Jan 2020, 08:54

Ich habe mir auch ein UMC 1 besorgt und bin damit vollkommen zufrieden. CEE16A gibt es praktisch überall in AT/DE wenn man verwandte besucht. Oder Firmen.
TESLA MODEL S Standard Range "Raven"
referral: https://ts.la/holger84143
 
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Re: Wirtschaftliche Lösung für Laden an CEE16/32

von vitesse » 27. Jan 2020, 09:45

Da ich selbst in diesem Faden Verwirrung zum Thema CEE-Adapter für 16A/32A gestiftet hatte, möchte ich mal korrekt zusammenfassen. Mit diesen Adaptern lässt sich kleiner Unfug machen oder großer:

  • Kleiner, aber zulässiger Unfug ist die Verwendung eines Adapters mit (wandseitigem) 16A Stecker und (fahrzeugseitiger) 32A Buchse.

    Bei Verwendung eines solchen Adapters kann die Hausinstallation überlastet werden, wenn der Strom manuell nicht begrenzt wird. Ohne automatische Begrenzung - diese ist z.B. bei JB2 und go-e Charger gewährleistet - ist damit Fehlbedienung möglich. Im besten Fall führt die Fehlbedienung zum Auslösen des Leitungsschutzschalters (LS). Im schlimmsten Fall könnte die Installation dauerhaft überlastet werden - mit allen üblen Folgen. Einer der ungünstigsten Fälle wäre ein aktuelles MS/X, das mit 16,5kW laden kann, damit 24A benötigt und an einer Wanddose mit LS hängt, der bei dieser Überlast gerade noch nicht auslösen darf.

    Selbst wenn jemand "nur" einen LS in einer fremden Installation durch eine kleine Unachtsamkeit auslöst, tut er sich selbst und den nachfolgenden E-Fahrern damit keinen Gefallen.
  • Großer, verbotener Unfug ist die Verwendung eines Adapters mit (wandseitigem) 32A Stecker und (fahrzeugseitiger) 16A Buchse (ohne zusätzlichen LS).

    Die Hausinstallation kann damit zwar nicht überlastet werden, dafür ist aber alles hinter dem Adapter, beginnend bei der Kupplung, die bis zum doppelten Nennstrom dauerhaft überlastgefährdet und ohne zusätzlichen LS nicht abgesichert wäre. Doppelter Nennstrom bedeutet vierfache Überschreitung der Verlustleistung in Leitungen, an Kontakten usw. Was vorher nur warm wurde, könnte dann heiß werden, auch zu heiß. Dauerhafte Überlast ist aber eher nur von theoretischer Bedeutung, da ein Gerät mit CEE16-Stecker auch nur auf 16A bzw. 11kW ausgelegt sein darf.

    Wichtiger ist der Fehlerfall (Kurzschluss u.a.). Dann wären der Lader und das Auto gefährdet, da die Auslöseströme die Auslegung um das Doppelte überschreiten. Damit könnte ein Kurzschluss im Lader, bei dem der LS nicht auslöst, entstehen und üble Folgen haben.

Auch wenn der "kleine Unfug" zulässig und für einige akzeptabel ist, kann ich nur davon abraten. Wenn eine Fehlbedienung möglich ist, wird sie auch irgendwann geschehen. Wenn dann tatsächlich ein Schaden entsteht, dürfte die Diskussion mit der Versicherung interessant werden.
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Re: Wirtschaftliche Lösung für Laden an CEE16/32

von mxcosmo » 27. Jan 2020, 15:02

Danke für die Erläuterung. Ich habe ein Model X und lade eigentlich immer daheim mit der Tesla Wallbox. Für Notfälle hätte ich gerne die Option das ich meine Tesla UMC2 auch an CEE16 oder CEE32 nutzen könnte. Bislang habe ich das noch nie gebraucht aber es wäre natürlich schön. Nur für mein Verständnis, das UMC2 wird, wenn es keinen Fehler hat, weder eine CEE16 noch eine CEE32 überlasten, oder? Aber wenn es einen Fehler gäbe z.B. ein Marder ins Kabel beißt, die UMC2 durchbrennt, etc. dann könnte es ein Problem geben?
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Re: Wirtschaftliche Lösung für Laden an CEE16/32

von rscheff » 27. Jan 2020, 15:33

Für letztere Fälle gibt es Leitungsschutzschalter, die bei einem Kurzschluss für eine zeitnahe (Millisekunden) Abschaltung der Last sorgen *sollten*. Einem Marder wird das wahrscheinlich nicht mehr helfen, aber zumindest wird nix Feuer fangen.

Und das UMC2 hat nur ein kleines ~5 oder 10W Netzteil drinnen, da fliesst kein Strom "aktiv" hinein - sondern nur (geschaltet über ein Schütz) hindurch. Solche Netzteile haben typischerweise kleine Glasrohrsicherungen (oder etwas vergleichbares) und schalten sich bei Defekt an, lange bevor ein Leitungsschutzschalter was merkt.

Ein Überstrom würde also tendentiell eher durch einen Defekt des AC Laders im Auto ausgelöst werden (oder mechanische Schäden am Kabel)
 
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Re: Wirtschaftliche Lösung für Laden an CEE16/32

von Elektromote » 27. Jan 2020, 19:15

Elektomanni hat geschrieben:Danke für Eure Antworten! Auch die technischen Diskussionen sind sehr interessant.

Mein Raven MS kann mit 17 kW laden. 11 kW würden mir die Nacht über natürlich reichen, aber die CEE32 auf CEE16-Problematik war mir schon bekannt.

Im Ergebnis bleibt es schon etwas unbefriedigend, für ein ganz gelegentliches Laden beim Hotel oder auf dem Ferienhof einen JB2 für EUR 1.200 zu kaufen, insbesondere wenn man einen Tesla UMC Gen2 hat. Nur zieht der eben auch nur max 3.7 kW (16 A) an einem Campingstecker. Das ist mir dann zu wenig.



Dann Verkauf doch den UMC2 und leg was drauf für den JB. ;)
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Re: Wirtschaftliche Lösung für Laden an CEE16/32

von dusty » 27. Jan 2020, 20:00

vitesse hat geschrieben:Da ich selbst in diesem Faden Verwirrung zum Thema CEE-Adapter für 16A/32A gestiftet hatte, möchte ich mal korrekt zusammenfassen. Mit diesen Adaptern lässt sich kleiner Unfug machen oder großer:

  • Kleiner, aber zulässiger Unfug ist die Verwendung eines Adapters mit (wandseitigem) 16A Stecker und (fahrzeugseitiger) 32A Buchse.

    Bei Verwendung eines solchen Adapters kann die Hausinstallation überlastet werden, wenn der Strom manuell nicht begrenzt wird. Ohne automatische Begrenzung - diese ist z.B. bei JB2 und go-e Charger gewährleistet - ist damit Fehlbedienung möglich. Im besten Fall führt die Fehlbedienung zum Auslösen des Leitungsschutzschalters (LS). Im schlimmsten Fall könnte die Installation dauerhaft überlastet werden - mit allen üblen Folgen. Einer der ungünstigsten Fälle wäre ein aktuelles MS/X, das mit 16,5kW laden kann, damit 24A benötigt und an einer Wanddose mit LS hängt, der bei dieser Überlast gerade noch nicht auslösen darf.

    Selbst wenn jemand "nur" einen LS in einer fremden Installation durch eine kleine Unachtsamkeit auslöst, tut er sich selbst und den nachfolgenden E-Fahrern damit keinen Gefallen.
  • Großer, verbotener Unfug ist die Verwendung eines Adapters mit (wandseitigem) 32A Stecker und (fahrzeugseitiger) 16A Buchse (ohne zusätzlichen LS).

    Die Hausinstallation kann damit zwar nicht überlastet werden, dafür ist aber alles hinter dem Adapter, beginnend bei der Kupplung, die bis zum doppelten Nennstrom dauerhaft überlastgefährdet und ohne zusätzlichen LS nicht abgesichert wäre. Doppelter Nennstrom bedeutet vierfache Überschreitung der Verlustleistung in Leitungen, an Kontakten usw. Was vorher nur warm wurde, könnte dann heiß werden, auch zu heiß. Dauerhafte Überlast ist aber eher nur von theoretischer Bedeutung, da ein Gerät mit CEE16-Stecker auch nur auf 16A bzw. 11kW ausgelegt sein darf.

    Wichtiger ist der Fehlerfall (Kurzschluss u.a.). Dann wären der Lader und das Auto gefährdet, da die Auslöseströme die Auslegung um das Doppelte überschreiten. Damit könnte ein Kurzschluss im Lader, bei dem der LS nicht auslöst, entstehen und üble Folgen haben.

Auch wenn der "kleine Unfug" zulässig und für einige akzeptabel ist, kann ich nur davon abraten. Wenn eine Fehlbedienung möglich ist, wird sie auch irgendwann geschehen. Wenn dann tatsächlich ein Schaden entsteht, dürfte die Diskussion mit der Versicherung interessant werden.


Erübrigt sich aber alles mit einem UMC1, da dieses so oder so nur max 11kW zieht. Egal was für ein Auto dran hängt...
 
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Re: Wirtschaftliche Lösung für Laden an CEE16/32

von vitesse » 27. Jan 2020, 21:33

Seufz! :roll: Ich glaube was sich erübrigt, ist eher mein Bemühen um Aufklärung. Man sollte dafür einfach nur zum Lesen bereit sein.
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Re: Wirtschaftliche Lösung für Laden an CEE16/32

von just_cruise » 27. Jan 2020, 22:14

vitesse hat geschrieben:Kleiner, aber zulässiger Unfug ist die Verwendung eines Adapters mit (wandseitigem) 16A Stecker und (fahrzeugseitiger) 32A Buchse

Dies wäre aber doch nur dann "Unfug", also evtl. kritisch, wenn die schwächste Komponente des Adapters bereits bei einer Stromstärke überlastet wäre, die geringer ist als die Stromstärke, die zum Auslösen des hinter dem (wandseitigen) 16 A Stecker liegenden Leitungsschutzes ("Sicherung") führt. Beispiel: es fließt ein Strom von 18 A, der Adapter verträgt das schon nicht mehr, die "Sicherung" löst aber erst bei 20 A aus.

Aber so eine Installation darf es natürlich nicht geben. Falls doch, also falls an einer CEE 16 A Steckose mehr als 16 A auf Dauer gezogen werden können, wurde bei der Installation ein ganz erheblicher Fehler gemacht, stimmt's?

Und dass ein zulässiger Adapter gerade so eben nur z.B. 18 A verträgt, dürfte wohl kaum der Fall sein. Falls doch: du bist lt. Signatur im VDE, da solltest du bitte schnell entsprechende härtere Regelungen antriggern. Wird aber wohl kaum nötig sein. Falls eine Laie ausschließlich zugelassene Komponenten verwendet, kann sie / er sich im Schadenfall darauf berufen, das ist auch versicherungstechnisch relevant.

Übrigens, der von mir gestern verlinkte Adapter https://www.reichelt.de/cee-adapterleit ... os_1&nbc=1 hat - als Beispiel - eine Höchstbelastbarkeit von 25 A; also alles im grünen Bereich. Bei einer einwandfreien Installation und einwandfreien, zulässigen Komponenten gibt es genügend Reserven, so dass sich kein Elektro-Laie da groß Gedanken machen muss (wäre auch schlimm, wenn es anders wäre).
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