"Kleine" Aufladungen vs. Anzahl von Ladezyklen

Infos zu Batterie und Ladung des Model S...

Re:

von sustain » 5. Jan 2018, 20:22

Boris hat geschrieben:Nur für das Protokoll: ich hatte nur geschrieben, dass 20-60% "gut" sind. "Optimal" habe ich nie behauptet, das wurde da einfach reingelesen.

Zur schönen Liste von sustain:

Ist es im 20-60%-Szenario tatsächlich besser erst vor der Abfahrt zu laden, insbesondere im Winter ? Denn der Akku wird dann ja erstmal auf Mindest-Temperatur erwärmt (Energieverlust) und selbst dann ist das Laden nach meiner Vorstellung nicht so toll denn der Akku ist immernoch relativ kalt.

Ich mache es immer so, dass ich nach dem Fahren sofort lade, weil der Akku dann noch schön warm ist und ein warmer Akku für das Laden besser ist. Das ist nach meinem Gefühl ein Vorteil, der abzuwägen ist mit dem Nachteil, dass das Fahrzeug über Nacht dann mit 60% (statt z.B. mit 40%) steht. Ich heize morgens sowieso vor, dann ist auch der Akku zur Losfahrt warm.

Also was meint Ihr ? Heimkommen und sofort laden oder erst morgens laden ?


Glaubensfrage: Wenn du nach dem heimkommen lädst ist der Akku warm und der Strom geht ohne Verluste rein. Soweit so gut. Wenn du dann im Winter früh ohne Reku klar kommst(keine Reku bedeute ja auch Energieverlust und mehr Bremsenverschleiß) und nur kurze Strecken fährst ist das sicher auch ok. Fährst du früh länger macht das Laden früh etwas mehr Sinn, der Akku erwärmt sich selbst durch das laden, nur wenn es sehr kalt ist wird er vorgewärmt(ab wieviel Grad ist auch abhängig von Range mode on oder off).
Im Sommer ist das eigentlich egal weil es da warm genug ist.
Aber bei beiden Szenarien (laden nach Ankunft) sind dann eben die Standzeiten mit höherer Akkuspannung länger was nicht so ganz optimal ist, lädt man immer früh sind die Standzeiten mit niedrigem SoC der Langlebigkeit sicher etwas zuträglicher. Vielleicht kostet das ein wenig mehr Energie in Summe im Winter, möglich, aber das hängt eben davon ab wieviel durch nicht vorhandene Reku flöten geht wenn man kalt los fährt. Ganz schwer messbar. Ebenso was durch einen warmen Akku und dessen niedrigeren Innenwiderstand weniger verbraucht im Winter. Vorheizen könnte sich in Summe also als Nullsummenspiel darstellen.
Fakt ist, ein warmer Akku leistet mehr, kann einen kurzfristigen und/oder hohen gleichmässigen Leistungsabruf besser wegstecken, lebt dadurch länger ;)!
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Re: "Kleine" Aufladungen vs. Anzahl von Ladezyklen

von Alex_MX » 6. Jan 2018, 04:32

Sehr interessant das Ganze :-)
Ich bin auch etwas vorsichtig mit der Batterie, möchte aber über etwas anderes erzählen.
Ich bin Dampfer.
Benutze diese Zellen für die E-Zigarette:
https://www.steam-time.de/de/ladegeraet ... etzt1.html
Das sind „etwa“ die gleichen Akkus wie im Tesla.
Als Ladegerät habe ich das sündhaft teures skyrc mc3000.
Das kann alles mögliche, unter anderem die Kapazität messen.
Ich habe seit 2,5 Jahren 4 o.g. Akkus
In den Akkuträger kommen bei mir immer 2 Akkus rein. Die anderen 2 Akkus werden geladen.
Morgens werden die geladenen aus dem Ladegerät entnommen, und die alten zum Laden rein gelegt.
Der Ladestrom ist auf 2,5A eingestellt.
Die sind dann idR nach einer Stunde voll, und die restlichen 23h verbringen die im 100% SoC Zustand, bis ich die entnehme.
Das Ladegerät hält die Akkus sogar die ganze Zeit „warm“ (die werden bei Bedarf nachgeladen).
Entladen werden die im Akkuträger mit 20A pro Zelle (ganz schön viel)
Beim Akkuwechsel haben die alten immer 0-5% Ladestand.
Der Akkuträger quetscht im Gegensatz zum Tesla BMS wirklich alles aus den raus.

Wie man schon merkt werden die ganz schön misshandelt.
Fast die ganze Zeit mit 100% SoC
0-100% Ladezyklen
Komplettentladung jeden Tag
Zu hohe Ladeströme
Und Entladeströme sind auch beachtlich.
Und das seit 2,5 Jahren.

Das Ladegerät hat eine Refresh- und entladefunktion.
Beim Aufladen kann sehr genau die Kapazität gemessen werden.
Bei allen 4 Akkus ist die heute noch bei 2950-3050mAh.
Als die neu waren war es etwa genau so: 2950-3090mAh.
Und das bei allen 4 bei so einem Umgang.

Die Tesla Akkus werden nicht so stark geladen und schon gar nicht mit 20A pro Zelle entladen.

Vergleicht selbst.
Gruß Alex
 
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Re: "Kleine" Aufladungen vs. Anzahl von Ladezyklen

von Beatbuzzer » 6. Jan 2018, 08:50

Die Konions sind keine NCA-Zellen, sondern INR.
Der Ladestrom am SuC ist nicht 2,5A pro Zelle sondern deutlich über 4A, solange wie es geht.
Und wenn Du beim P100D oder allen anderen Modellen mit L-upgrade mal durch trittst, gehts auch über 20A pro Zelle Entladestrom (1760/86 bzw 1500/74).
Das alles natürlich nicht im Dauerstrich, aber Du dampfst ja sicher auch nicht im Dauerstrich :P

Dennoch zeigt Deine Praxiserfahrung natürlich, wie man mit Papern, Kurven, Statistiken und was weiß ich was hier so alles immer hochgewühlt wird, erstmal umgehen sollte. Eigene Erfahrung ist halt eigene Erfahrung, sehe ich ganz genauso ;)
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Re: "Kleine" Aufladungen vs. Anzahl von Ladezyklen

von Cupra » 6. Jan 2018, 09:10

Der Tesla ist das beste Elektroautos das es gibt, zumindest was Akku und Antrieb etc. angeht. Wir man hier so liest generell das Beste Auto der Welt. Warum zum Henker muss ich als Nutzer dann mir ständig über so Zeug Gedanken machen? Der Wagen hat das selber zu regeln. Wenn er das nedd kann ist es halt ne Fehlkonstruktion. Kann doch nicht sein dass man für's E-Auto Akkuwissenschaften studieren muss. Oder habt ihr früher über optimale Fljssgeschwindifkeit beim Tanken nachgedacht damit ihr den Tank nicht beschädigt?
Einstecken wann und wie man es braucht oder will. Den Rest hat das Auto zu erledigen.
Zumindest meiner Meinung nach.
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Re: "Kleine" Aufladungen vs. Anzahl von Ladezyklen

von Südstromer MS85 » 6. Jan 2018, 10:28

Elektrofahrer sind eben sehr technik affin und interessieren sich deutlich dafür, wie etwas funktioniert. Sieht man in div. Threads. Andere fahren auch einfach nur und machen sich keinen Kopp darüber. Man lernt viel dazu bei solchen Beiträgen. Das wird sich alles deutlich legen, wenn die Hürde von 2-3 Prozent an Zulassungen erreicht ist, dann fährt man "wieder einfach nur". Auch weil es dann normal ist mit Strom zu fahren.
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Re: "Kleine" Aufladungen vs. Anzahl von Ladezyklen

von JeanSho » 6. Jan 2018, 10:47

Mit meinem bin ich bisher zwei einhalb Jahre und 59.000 km einfach nur gefahren. Am Anfang waren nach dem balancieren 100 % 421 km angezeigt. Jetzt sind es noch 419. Irgendwie mache ich mir jetzt gerade gar keine Sorgen
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Re: "Kleine" Aufladungen vs. Anzahl von Ladezyklen

von geko » 6. Jan 2018, 10:58

Ich handhabe es beim BMW i3 immer so, dass ich lade, was gerade Sinn macht bzw. möglich ist. Über Nacht am Dest. Charger (häufig auch Schuko) bis 100%, unterwegs immer CCS bis 70-90% (je nach Bedarf und häufig auch 4-5x hintereinander auf einer Tour). Lediglich längere Standzeiten unter 10% SoC habe ich stets vermieden.

Genauso mache ich es nun mit dem MX. Bin gespannt, ob es gut geht. :) Gerade jetzt steht das MX mit 90% an einem Dest. Charger am Airport. Morgen werde ich ihn dort auf 100% hochladen lassen und dann zu einer größeren Tour aufbrechen.
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Re: "Kleine" Aufladungen vs. Anzahl von Ladezyklen

von eggerhd » 6. Jan 2018, 11:10

Cupra hat geschrieben:Der Tesla ist das beste Elektroautos das es gibt, zumindest was Akku und Antrieb etc. angeht. Wir man hier so liest generell das Beste Auto der Welt. Warum zum Henker muss ich als Nutzer dann mir ständig über so Zeug Gedanken machen? Der Wagen hat das selber zu regeln. Wenn er das nedd kann ist es halt ne Fehlkonstruktion. Kann doch nicht sein dass man für's E-Auto Akkuwissenschaften studieren muss. Oder habt ihr früher über optimale Fljssgeschwindifkeit beim Tanken nachgedacht damit ihr den Tank nicht beschädigt?
Einstecken wann und wie man es braucht oder will. Den Rest hat das Auto zu erledigen.
Zumindest meiner Meinung nach.

So denke ich auch!
Aber trotzdem ist die Diskussion interessant und informativ.
Weiter so! :D
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Re: "Kleine" Aufladungen vs. Anzahl von Ladezyklen

von egn » 6. Jan 2018, 11:45

snooper77 hat geschrieben:
egn hat geschrieben:Kleinerer Innenwiderstand und dadurch weniger Erwärmung.


Ja, und? Warum sollte etwas mehr Erwärmung zu einer schnelleren Degradation führen?


Bei hoher Zellbelastung bei hohem Innenwiderstand bilden sich thermische Hotspots in den Zellen. Die Zellen sind ja gewickelt und die größte Wärme entsteht in der Mitte der Zelle in den inneren Wicklungen. Es entstehen dann innen Temperaturen von weit über 50° C, obwohl die Zellen außen noch relativ kühl sind. Bei hohen Temperaturen altert der Elektrolyt und andere organische Komponenten in den heißen Regionen wesentlich schneller. Durch die ungleichmäßige Erwärmung entsteht auch mechanischer Stress an den Zellseparatoren. Bei punktueller Überhitzung kann dies sogar einen Thermal Runaway auslösen.

Der Effekt ist letztlich der Gleiche wie wenn mit sehr hohem C geladen/entladen wird.

Wie man oben sehen kann ist der Innenwiderstand bei kalten Zelltemperaturen anscheinend 2-3 mal höher als bei Betriebstemperatur. Deshalb ist es gerade bei kalten Zelltemperaturen und niedrigem Ladezustand wichtig die Leistung zu begrenzen, was ja auch Tesla macht.
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Re: "Kleine" Aufladungen vs. Anzahl von Ladezyklen

von snooper77 » 6. Jan 2018, 13:32

Eben - also doch kein Problem :-)
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