Ladeverluste und ihre Anzeige im Display

Infos zu Batterie und Ladung des Model S...

Re: Ladeverluste und ihre Anzeige im Display

von Nick1 » 13. Dez 2016, 21:28

Hallo Wolfi
Danke für Dein Angebot nochmals nachzufragen, das nehme ich gerne an.
Ich verstehe tatsächlich etwas nicht: Du schreibst von einer AC-Ladeeffizienz in der Größenordnung von 83-91%. Ist damit noch etwas anderes als der Ladeverlust gemeint? Oder wird der Ladeverlust auf dem Weg von der Säule bis in den Akku doch nicht vollständig über den Wert im Display widergespiegelt? Denn dieser Ladeverlust war ja bei mir sogar geringer als 5%.
Und bei der 8kW Ladung war der Verlust sogar noch etwas geringer als bei der mit 11kW. Das wäre ja gerade andersherum, wie Du es beschreibst?
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Re: Ladeverluste und ihre Anzeige im Display

von Mathie » 13. Dez 2016, 23:55

Nick1 hat geschrieben:Jetzt eröffne ich Euch mal ne messerscharfe physikalische Analyse:
mein Tesla fährt mit (St)rom, er speichert (St)rom, er lädt (St)rom und er verbraucht (St)rom.
Wenn Ihr uns also weiter triezt, dann benutzen wir als neue Einheit hinter jeder Zahl nur noch "St".
Immer. Ich schreib nie
Na, wie gefällt Euch das?

Ich kann nicht für alle sprechen, aber mir wäre das in der Tat lieber!

Wenn ein Vater mit der vierjährigen Tochter zu Dir käme und versuchte, die Zahnprobleme der Tochter zu schildern, wäre Dir geholfen, wenn er sagte: "Ich glaube meine Kleine hat eine okklusale Kavität an 38!"?

Gruß Mathie
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Re: Ladeverluste und ihre Anzeige im Display

von Wassermann » 14. Dez 2016, 00:26

Hallo Mathie,
kannst du bitte etwas klarer heraus arbeiten, um was es dir mit diesem Posting geht? Das fände ich sehr konstruktiv. Vielen Dank dafür.
Grüße vom Chris

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Re: Ladeverluste und ihre Anzeige im Display

von wolfirr » 14. Dez 2016, 01:08

Hallo Nick,

der Wirkungsgrad deines eAutos ist immer die Summe der Umgebungsfaktoren und des Designs des Laders / Inverters des Autos an sich. Bei niedrigeren Temperaturen wird mehr Energie in die Heizung des Akkus entnommen, bei hohen Temperaturen in die Kühlung. Dann gibt es noch die sogenannten 'Vampir-Verluste', die entstehen, wenn der Wagen einfach nur rumsteht und eigentlich nicht bewegt wird. Diese hängen von ein paar Einstellungen aber auch wieder den Umgebungsbedingungen ab.
Normalerweise ist der Wirkungsgrad des Laders (Gleichrichters) umso besser, je näher er an seinem Leistungsmaximum betrieben wird, so sollte es zumindest sein, wenn er auf diesen 'Normalfall' ausgelegt ist. Also sollte die Ladung mit 11kW bei einem Einfachladers effizienter sein, als mit 8kW. Bei meinem Wagen ist das so. Teslalog ist eine zwiespältige Webseite, die dir erlaubt die ganzen Daten, die dein Model S erzeugt, in einem System gespeichert werden, damit du sie ansehen und auswerten kannst. Ob dies nun gut und sicher ist, möchte ich gar nicht beleuchten. Aber es erlaubt mir eine sehr detaillierte Sicht auf den Wagen. Es wird der Wirkungsgrad bei verschiedenen Ladungen, dem Fahren und stehen angezeigt. Dies hat mir sehr zum Verständnis beigetragen. Womöglich bekommst du gleiche Einblicke mit 'Remote S' bekommen, aber ich hab kein iPhone mehr.
Grundsätzlich kann ich dir wirklich nicht sagen, was die Display Daten bedeuten, weil das eher verborgen ist. Manchmal finde ich, sie spiegeln nicht den wahren Verbrauch wider. Aber das kann auch subjektiv von mir sein. Gerade jetzt in der kälteren Jahreszeit habe ich manchmal Verbrauchswerte von über 35kWh/100km (350Wh/km in der Anzeige), die mich wundern, wenn ich nur etwas schneller fahre. Die Langzeitverbrauchsanzeige hat immer noch 26kWh/100km.
Am Ende ist eigentlich nur wichtig, worauf man als Fahrer Einfluss hat, das ist eigentlich nur der Strom-Fuss auf dem Pedal. Der Rest ist gegeben und kann nicht wirklich beeinflusst werden.

Stimmt ihr mir hier zu?

Hoffe etwas weiter geholfen zu haben.

Grüße
Wolfi

PS: wenn du mir sagst, wo du zuhause bist, können wir uns gern zu einem gemütlichen Bier zusammensetzen und dann wir vieles klarer
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Re: Ladeverluste und ihre Anzeige im Display

von Nick1 » 14. Dez 2016, 09:32

Hallo Mathie,
mit dieser Aussage würde mich der Vater selbstverständlich in helles Erstaunen versetzen. :shock:
Es wäre einerseits die Ausdrucksweise, vor allem aber der Inhalt seiner Botschaft, die mich ungläubig aufhorchen ließe. Er beschreibt eine Kauflächenkaries beim unteren linken Weisheitszahn - bei einer Vierjährigen.
Da wäre dann "Ich glaube da ist etwas Schwarzes unten links hinten" tatsächlich korrekter. :lol:

Gruß Nick
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Re: Ladeverluste und ihre Anzeige im Display

von Mathie » 14. Dez 2016, 09:53

Wassermann hat geschrieben:Hallo Mathie,
kannst du bitte etwas klarer heraus arbeiten, um was es dir mit diesem Posting geht? Das fände ich sehr konstruktiv. Vielen Dank dafür.

Sorry, dachte, dass wäre auf Anhieb klar: Ich finde Nicks Vorschlag gut, als Laie alltagssprachliche Formulierungen zu verwenden, wenn man die Bedeutung der Fachbegriffe nicht kennt! Würde Laien und Spezialisten die Kommunikation sehr erleichtern. Aus Alltagssprache in Fachsprache zu übersetzen ist viel einfacher, als aus falscher Fachsprache in korrekte Fachsprache.

Manchmal kann da schon ein Fehler in der Groß- und Kleinschreibung von Einheiten für Verwirrung sorgen. Nach 100mm zurückgelegter Strecke kann ich keine Degradation des Akkus feststellen ist eine geringfügig andere Aussage, als wenn ich das nach 100Mm feststelle.

Jetzt ausreichend klar herausgearbeitet, Herr Lehrer? ;-) Diese letzte Spitze bitte nicht persönlich nehmen, aber Du redest oben wie ein Lehrer mit einem Schüler. Statt aus Deiner Perspektive um Klärung des von Dir nicht verstandenen zu bitten, implizierst Du, dass ich mich unklar ausgedrückt habe. Eben eine typische Formulierungsweise für Lehrer, die das Machtgefälle zwischen ihnen und ihren Schülern auch in der Sprache zementieren. Ich unterstelle Dir da gar keine böse Absicht, aber konnte mir die Anmerkung nicht verkneifen, weil Du ja wider das Oberlehrerhafte wetterst.

Gruß Mathie
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Re: Ladeverluste und ihre Anzeige im Display

von Mathie » 14. Dez 2016, 10:06

Nick1 hat geschrieben:Hallo Mathie,
mit dieser Aussage würde mich der Vater selbstverständlich in helles Erstaunen versetzen. :shock:
Es wäre einerseits die Ausdrucksweise, vor allem aber der Inhalt seiner Botschaft, die mich ungläubig aufhorchen ließe. Er beschreibt eine Kauflächenkaries beim unteren linken Weisheitszahn - bei einer Vierjährigen.
Da wäre dann "Ich glaube da ist etwas Schwarzes unten links hinten" tatsächlich korrekter. :lol:

Hallo Nick,

Freut mich, dass ich mich für Dich verständlich ausgedrückt habe :-)

Ich finde Deinen in ironischem Ton vorgetragenen Vorschlag tatsächlich gut, an den Punkten, wo man sich als Laie nicht sicher ist, lieber alltagssprachlich zu formulieren. Deswegen habe ich mich hier OT in das Thema eingeklinkt - in der Hoffnung, dass das o.k. war, da Ich ja in einen Exkurs von Dir als Threadstarter eingestiegen bin.

Zum Deiner konkreten Frage gibt es sicherlich Berufenere hier im Forum, deswegen werde ich diesbezüglich nur mitlesen. Gehe davon aus, dass die Farge auch beantwortet wird.

Gruß Mathie
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Re: Ladeverluste und ihre Anzeige im Display

von Nick1 » 14. Dez 2016, 12:34

Hallo Wolfi,
Danke für Deine erneuten Erklärungen!
Ich wohne übrigens in Ravensburg.
Irgendwie finde ich es auch beruhigend, daß sogar Ihr E-Spezialisten Euch nicht alles erklären könnt. Das relativiert die Gram ein wenig, wenn man als Laie bemerkt, wie schnell man verständnismässig auf dünnem Eis unterwegs ist...
Eigentlich finde ich es auch ziemlich belustigend, wie ich als Laie wiederum in meinem Umfeld für einen Oberelektrospezialisten gehalten werde ;-)
Ich bin mir meines beschränkten Wissens vollauf bewusst, aber unter Blinden ist nun mal der Einäugige der König.
Kommt also so ein Verbrennerfreak daher und wettert gegen Tesla und die Scheisslaptopakkus und möchte seinen Kenntnishorizont sowieso nicht erweitern, sondern nur der Destruktion frönen, kehrt nach Sätzen meinerseits wie "Die Alpha-Coulomb-kOhm-Degradation liegt nachgewiesenermaßen im Perzentilbereich" sofort Ruhe ein.
:mrgreen:

Ansonsten halte ich es wie Du, Mathie, bei den elektrotechnischen Themen lesen, staunen, lesen...

Auch wenn ich mich nicht namentlich bei jedem Einzelnen bedankt habe, möchte ich nochmals betonen, daß ich alle Texte sehr aufmerksam gelesen habe und die Arbeit, die sich jeder Einzelne mit seiner Antwort gemacht hat, sehr zu schätzen weiß!
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Re: Ladeverluste und ihre Anzeige im Display

von wolfirr » 15. Dez 2016, 01:41

Gern geschehen Nick,

vielleicht brauch ich bald mal einen Kauspezi....

Als Fazit kann ich nur sagen, dass das System eAuto genauso komplex ist, wie ein Verbrenner. Denn die verbrauchen auch ganz unterschiedlich, aber mit dem Tesla hast du genug Ladung an Bord und beste Infrastruktur, damit du überall hin kommst, wonach dir ist. Mit unserem Leaf ist das schon eher ein Abenteuer und mit viel Einbussen verbunden, aber der ist ja auch ein paar Euro günstiger.
Bisher hab ich mich zumindest in meinem Bewegungsdrang nicht eingeschränkt gefühlt, obwohl ich nicht die 1000km Reichweite in der Batterie habe, die die Skeptiker immer fordern, bevor sie auf eAutos schwenken....

Also viel Spaß, wenig Wundern und genug Staunen. Die Anderen bewundern eh schon genug
Wolfi
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Re: Ladeverluste und ihre Anzeige im Display

von volker » 15. Dez 2016, 11:55

Ich freue mich, dass der Thread nun einen konstruktiven Verlauf nimmt. Prost. Teilweise war es nur mit lokaler Betäubung zu ertragen.

Zum Thema Effizienz und Verlust möchte ich inhaltlich noch beitragen, dass es sich um Gegenspieler handelt: 80% Effizienz bedeutet 20% Verlust.
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