Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von teslaundrecht » 15. Dez 2019, 12:15

In rechtlicher Hinsicht würde ich die Frage von der tatsächlichen Kapazität und der entnehmbaren Leistung trennen. Der erste Ansatz wäre meines Erachtens zu überprüfen ob die "Bruttokapazität" denn auch 90 kWh entspricht. Vielleicht kann @ollinord das noch genauer spezifizieren. Danke auch für den Hinweis auf Renault und den Nettowert. Ich denke wir können davon ausgehen dass sie bei Renault bei der Entscheidung ob sie Brutto- oder Nettowert angeben durchaus auch rechtliche Erwägungen angestellt haben...
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von cko » 15. Dez 2019, 12:33

hier wurde die Tabelle von tornado7 einschließlich 100D gezeigt.
Offenbar kann man beim 100D 98,4% von 100 kWh nutzen, während man beim 90D nur 90,9% von 90 kWh nutzen kann. Am besten schneidet der software limited 60D ab, da kann man 104% von 60 kWh nutzen.

Das ist ja auch alles schön und gut, wenn die Batteriebezeichnungen nur Marketingnamen ohne Einheit sind.

Aber zumindest auf meiner Rechnung ist das eben nicht so. Da steht klar und deutlich 90 kWh.
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von gutelaune » 15. Dez 2019, 12:46

Ich halte die Diskussion für teilweise fehlgeleitet. Es geht hier darum, welche Eigenschaften seitens des Verkäufers versprochen wurden. Bei der Akku Kapazität, habe ich eine garantierte Zusage für irgendetwas noch nicht gefunden (und würde eine solche auch für den Hersteller, für brandgefährlich halten). Eine Kapazität von 90 kwh heisst nicht mehr als 90 und weder soundsoviel KM noch 90 nachladen.
Das was sich jeder Käufer zu der vom Verkäufer versprochenen Leistung hinzu
interpretierten (gedichteten) Erwartungshaltung / Leistung verspricht, ist meist nicht das, was übereinstimmt. Der ThreaderstellerAnwalt wird hierzu sicher aus dem Privatrecht vieles kennen und dazu auch auf die Probleme der Definitionen sogenannter Produktversprechen hinweisen können.
Es müsste, zum Thema Akku, mittlerweile klar sein, dass die Erwartung des Kunden häufig nicht mit dem Leistungsversprechen übereinstimmt.
Ehrlich gesagt finde ich auch das diskutieren darüber grenzwertig, plus minus ein paar kwh!
Der Spruch, ich habe 90kwh bezahlt und will die haben, ist insoweit unmöglich als dass man vermutlich die 90 bekommen hat, wenn auch nicht für das nutzen kann, was man möchte (Reichweite).
Beim Verbrenner ist zum Beispiel ein Mehrverbrauch von 10 % zu akzeptieren, wenn man transferiert, wäre ein 90er Akku mit 81 kwh noch zu akzeptieren...

P.S. Danke @ teslaundrecht, interessanter Fred
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von AQQU » 15. Dez 2019, 13:00

cko hat geschrieben:Ich habe denselben Text in meinem Tesla Account


Ich habe übrigens noch immer nicht ein Dokument aus meinem Account zurück, welche (Rechnungen, etc. alles was ich von Tesla zum Fahrzeug bekam) "einfach mal" verschwanden. Mails an Tesla: schwarzes Loch. Ich sage Euch, das ist extrem frustrierend.
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von TeslaLover » 15. Dez 2019, 13:08

@Kapazität: Solange die Reichweite stimmt, ist es aber doch eigentlich egal wie viel drauf oder drin steht. Bei BMW waren auch irgendwann beim z. B. 330i keine 3L Hubraum mehr drin.

Mich interessiert mehr wie weit die Kapazität bis zum Garantiefall abrutschen darf. Klar, da sollte man wissen wie viel entnehmbar ist. Aber schneidet man sich da nicht selbst ins Bein? Wenn man jetzt sagt der 90er hat nur 80 und dann kommt Tesla und sagt, von 80 bis 75 (die man vielleicht einklagen will) sind es ja nur 5 Verlust, was willst du?
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von M3-75 » 15. Dez 2019, 13:45

Beim graduellen Verlust denke ich nicht, das man da Ansprüche gelten machen kann (innerhalb der bekannten Grenzen).

Evtl.. Spannend wäre noch die Frage, inwieweit ein sprunghafter Verlust (sofern das vorkommt) als Defekt bewertet werden kann.
D.h. zum Beispiel durch einen Softwareeingriff oder durch Defekte im Akku (z.b. durch Erschütterungen u.a. dekontaktierte Einzelzellen).
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von cko » 15. Dez 2019, 13:47

Ich denke, da gibt es einen allgemeinen Fall und einen speziellen Fall.
Im allgemeinen Fall würde ich erwarten, dass man einen 90 kWh Akku bekommt, wenn das auf der Rechnung steht. Sonst ist es aus meiner Sicht Etikettenschwindel.
Streiten könnte man sich höchstens darüber, ob es 90 kWh Brutto (sind es laut wk057 ja auch nicht) oder Netto (wirklich messbar und entnehmbar) sein müssen.

In meinem speziellen Fall ist nun die ladbare Kapazität auf 73 kWh gesunken, die real entnehmbare auf sicher noch deutlich weniger. Da kann man sich also noch darüber streiten, ab wann der Akku ein Garantiefall ist. Wenn wir mal 70% in den Raum stellen, geht es dann um 70% von 90 kWh? Und geht es um real entnehmbare Kapazität?

Das muss doch mal geklärt werden. Was spricht denn dafür, das unklar zu lassen?
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von Ollinord » 15. Dez 2019, 14:52

Cko, ist eventuell Dein BMS sagen wir mal verwirrt? Immerhin bist Du unter 0% gefahren und eventuell braucht es ein paar Ladungen zum Kalibrieren.... ? Oder hast Du extrem oft auf 100% geladen?

Ich frage weil dein Akku jünger ist als meiner, und du lediglich 40000 km mehr draufhast. Wenn ich von 0 auf 100% laden würde, würde dort eine 8 vorne stehen und dass Tesla plötzlich im Jahr 2016 andere/schlechtere? Akkus verbaut hat glaube ich auch nicht.

Aber ich glaube wir werden so langsam offtoppic :?
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von geko » 15. Dez 2019, 15:25

Spannend. Ich habe bei meinem 100D MX 93,7 kWh "nominal full pack". In der Rechnung stehen explizit 100 kWh.
1.500 km Supercharger-Guthaben für Tesla-Käufer:
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von cko » 15. Dez 2019, 21:19

Ollinord hat geschrieben:Cko, ist eventuell Dein BMS sagen wir mal verwirrt? Immerhin bist Du unter 0% gefahren und eventuell braucht es ein paar Ladungen zum Kalibrieren.... ? Oder hast Du extrem oft auf 100% geladen?

Das BMS ist vielleicht auch ein wenig verwirrt, daher hat es ja den 100% Punkt falsch eingeschätzt und gemerkt, dass die Ladeschlussspannung bei angezeigten 97% erreicht war. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ich so weit leer gefahren habe, dass diverse Meldungen kamen und die gestrichelte Begrenzungsline recht weiter runter war. Und dass ich danach bis zum Erreichen der Ladeschlussspannung voll geladen habe. Das war ja schon viel mehr als man in der Praxis machen will.

Extrem oft auf 100% geladen? Nein, sehr selten. Ich lade immer nach Ankunft auf 50% und unmittelbar vor einer weiten Fahrt mal auf 90-95%. Vielleicht alle 4 Monate mal auf 100% und dann auch nur unmittelbar vor der Abfahrt. Ich lade auch deutlich mehr AC als DC, verhalte mich also insgesamt eher akkuschonend. Umso enttäuschender, dass der Akku unterdurchschnittlich ist.
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