Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von teslaundrecht » 13. Dez 2019, 15:49

bet4test3r hat geschrieben:Eigtl müsste doch bei jeder guten Vollkasko ein Schutzbrief dabei sein?!


Sehr gute Anmerkung, ist bei vielen, aber nicht allen Vollkaskoversicherungen dabei. Allerdings teilweise mit erheblichen Leistungseinschränkungen.

Eine weitere mögliche Rechtsgrundlage für eine Erstattung der Abschleppkosten wäre eine Mitgleidschaft beim ADAC o.ä.
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von cko » 14. Dez 2019, 13:30

Hallo Christoph,

ich habe die hier beschriebene Tatsache, dass ich mit "-3%" Akkustand am Supercharger angekommen bin, genutzt, um einmal von "ganz extrem leer" bis "absolut voll" zu laden, um zu sehen, was denn nun wirklich REAL in meinen Akku passt.

Ich habe einen S90D aus Juni 2016 und in meiner Rechnung steht auch tatsächlich, dass ich einen 90 kWh Akku erworben habe:

Rechnungsausschnitt.png


Beim Laden am Supercharger sind aber nur insgesamt 73 kWh in den Akku gegangen:

leer.jpg


voll.jpg


(wie man sieht, stoppte das Laden trotz 100% Limit schon bei 97%, diesen Fehler beobachten auch andere Tesla Fahrer)

Das ist mir ehrlich gesagt zu wenig. Ich habe einen Durchschnittsverbrauch von 200 Wh/km, komme also mit 73 kWh nur noch 365 km weit.

Kann ich daraus irgendwelche Ansprüche ableiten?
Wäre Tesla verpflichtet, mir einen wirklichen 90 kWh Akku einzubauen? Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass es so auf meiner Rechnung steht?
Oder können sie auf Alterung raus reden? Ich habe jetzt 114000 km auf der Uhr.
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von Ollinord » 14. Dez 2019, 13:38

Das ist schon arg wenig, zumal du noch gut 3 kWh an Ladeverlusten abziehen kannst, somit wären dass dann 70 kWh, fürn 90er definitiv zu wenig.
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von JunkerS » 14. Dez 2019, 14:21

ich kann bei meinem P85D (125.000km) von ganz leer 0% bis 100% 76 kw/h laden, von denen dann bei umsichtiger Fahrweise 70 genutzt werden können. Somit für einen 90er def. zu wenig.
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von teslaundrecht » 14. Dez 2019, 16:49

Hallo cko,

das hört sich sehr unerfreulich an und interessiert mich über das Fachliche hinaus auch persönlich, da ich ja auch auf einen 90D aus 2016 warte.

Rechtlich gibt es auf jeden Fall Ansatzpunkte. Was wird denn als typical range angezeigt? Und ging früher mal mehr rein in den Akku? Sprich war der Mangel von Anfang an da oder wurde er auch durch ein Software Update produziert?

Besten Gruß
Christoph
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von cko » 14. Dez 2019, 19:04

teslaundrecht hat geschrieben:Was wird denn als typical range angezeigt?

Momentan bekomme ich bei 100% ca. 490 km rated range angezeigt. Typical range habe ich nie beachtet.

teslaundrecht hat geschrieben:Und ging früher mal mehr rein in den Akku?

Ganz am Anfang wurden bei 100% ca. 580km rated range angezeigt.

teslaundrecht hat geschrieben:Sprich war der Mangel von Anfang an da oder wurde er auch durch ein Software Update produziert?

Ob es durch einen software update kam oder allmählich durch Alterung des Akkus kann ich nicht sagen, dafür habe ich zu selten auf 100% geladen.
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von Florian500 » 14. Dez 2019, 19:06

Rated Range berechnet sich aus den letzten 10/25/50 (je nach Einstellung) gefahrenen Kilometern.
Bei entsprechendem Wetter und Fahrweise kommt man da auch jenseits der 600km.
Aussagekräftig ist nur Typical Range.
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von cko » 14. Dez 2019, 20:06

Florian500 hat geschrieben:Rated Range berechnet sich aus den letzten 10/25/50 (je nach Einstellung) gefahrenen Kilometern.
Bei entsprechendem Wetter und Fahrweise kommt man da auch jenseits der 600km.
Aussagekräftig ist nur Typical Range.

hier ist es eher andersherum erklärt.

Aber wir kommen ein wenig vom Thema ab.


Die Ausgangsfrage lautet ja letztlich: Wenn 90 kWh auf der Rechnung stehen, müssen dann auch 90 kWh in den Akku passen?
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von stekueh » 14. Dez 2019, 22:21

Auf dem Typschild meiner Blei Batterie steht „12 V“. Tatsächlich messe ich 13,67 V. Kann ich die 1,67 V Tesla in Rechnung stellen?

seit 08/2018: MS85 (CPO aus NL, BJ 2013), Metallic Grau, Pano, Doppellader, Ultra HiFi, 2019.24.4
TCO:

2001-2011 Golf Diesel 205tkm@0,21€/km
2014-2018 Leaf Visia 92tkm@0,20€/km
2004-2020* Touran Diesel 215tkm@0,34€/km*
2018-2033* MS85 290tkm@0,25€/km*
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Re: Tesla & Recht: News aus dem §§-Dschungel

von teslaundrecht » 15. Dez 2019, 03:11

Sorry, ich war schon etwas weiter, nämlich bei der Frage der Durchsetzbarkeit und der zu Grunde liegenden Anspruchsgrundlage. In Frage kommen ganz allgemein:

- Gewährleistungsansprüche (max. 2 Jahre seit Übergabe)
- Ansprüche aus der Vollgarantie
- Ansprüche aus der Akku/Antriebsgarantie
- Quasivertragliche Ansprüche, begründet durch den Zugriff von Tesla auf das Fahrzeug über Updates
- Deliktische Ansprüche, etwa durch einen schädigenden Eingriff ins Fahrzeug durch ein Softwareupdate

Vielleicht kann jemand aus dem Forum, der in Batterietechnik versiert ist, hier noch zu den üblichen Differenzen nominale/tatsächliche Kapazität Stellung nehmen. Ich halte den Standpunkt für rechtlich überzeugend, dass mehr als eine 10%ige Abweichung von den Herstellerangaben nicht zulässig ist. Für Verbrauchsangaben für Normzyklen bei Verbrennern wurde dies entschieden (OLG Hamm, Urteil vom 08. Juni 2015 – I-2 U 163/14, 2 U 163/14). Hier braucht es einfach mal Betroffene die für Präzidenzfälle streiten...
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