BHKW und Tesla

Angebot und Nachfrage...

Re: BHKW und Tesla

von lilak5 » 13. Apr 2017, 13:03

Eberhard hat geschrieben:
merlinfive hat geschrieben:Ich hätte Bock auf ein BHKW ... aber nicht mit Öl oder Gas ! ... habe aktuell Pellets bin für Angebote offen , keine ?! dann weg mit der Werbung !

Ich tausche auch gerade meine Ölheizung gegen eine Pelletsheizung von Ökofen aus. Der Condenskessel soll ab Herbst des Jahres mit einem Stirling ausrüstbar sein. Wird nur etwa 500-600W liefern, das sind aber dennoch ca. 15kWh/Tag, was ziemlich genau meinem Grundverbrauch abdeckt, dazu noch die 18kWp PV, die auch im Winter an einem schlechten Tag noch ein paar kWh zusteuern sollte. Auch wenn die PV noch im Mai auf 28kWp erweiter wird, wird es vom Nov-Feb trotz 13,8kWh Batterie an einigen Tagen noch Netzbezug notwendig sein.

Leider verfüge ich über keinen Erdgasanschluss, sonst wäre die Brennstoffzelle von KAJU74 für mich die erste Wahl gewesen. Hier wird (Bio-)Erdgas fast emmisionsfrei und Strom und Wärme umgesetzt, mit einem fast unglaublichen elektrischen Wirkungsgrad von > 60%, das schaffen sind nur Großkraftwerke mit GuD Turbinen.

Am BHKW (ich hatte schon an einem Dachs gedacht) stört mich der Verbrauch von fossilen Energie (alternativ Rapsöl) und den schlechten Emmisionswerten.

Hi,
Was für ein Sterling ist das?
Bin gerade auf der Suche für einen kleinen Versuch...

/peter

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Re: BHKW und Tesla

von Ralf W » 13. Apr 2017, 18:34

Leider schmeißt der Motorradmotor im i3 die Wärme weg, obwohl man damit ein ganzes Mehrfamilienhaus heizen könnte! Beim BHKW geht es ja um Kraft-Wärme-Kopplung was ein fossiler Automotor nicht kann, abgesehen von dem bischen Innenraumheizung.

Ein BHKW "lohnt" sich wenn man ausreichend Wärmebedarf und damit Laufzeit hat. Ein einfaches Excel greift da etwas kurz zur Berechnung...
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BHKW und Tesla

von Eberhard » 13. Apr 2017, 22:34

Auch Ökofen setzt den bekannten Stirling von Microgen ein.
Der Stirling ist auch in D serienmäßig lieferbar. Die Testphase ist seit 2016 vorbei.
Gegenüber Erdgasbetrieb wird mit wesentlich niedrigeren Heißgastemperaturen gearbeitet. Damit vermeidet man Ablagerungen am Heißgaskopf, leider auf Kosten des Wirkungsgrads.

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Re: BHKW und Tesla

von S85 User » 15. Apr 2017, 17:17

Wie sieht es eigentlich mit der Zuverlässigkeit aus? Nach Eingenen herstellerübergreifenden Erfahrungen können gerade die kleineren BHKW sehr zeitintensiv sein.

Hintergund der Frage ist:

Wir haben seit 2004 2 Ecopower BHKW im Gewerbemischobjekt in Betrieb. Es handelt sich um ein monovalentes System, also keine andere Heizart wird zusätzlich eingesetzt.

Ich habe mich damals von Ecopower zum Fachpartner zertifizieren lassen, damit ich die Wartung und den Service selbst machen kann. Erst nach etwa 2 Jahren Betrieb liefen die BHKWs dann stabil. Die Zusammenarbeit mit Ecopower wurde enger und dank eines Forschungsprojektes der
Uni Reutlingen

https://www.reutlingen-university.de/ak ... rgy-award/

Hatte ich Gelegenheit auch Mitbewerber Systeme kennenzulernen. Die liefen mindestens genauso unzuverlässig und hatten einen noch deutlich höheren Wartungs- und Kostenaufwand als die Ecopower BHKW.

Was mich am meisten ärgert ist das Inkrafttreten des aktuellen KWK- Gesetzes, mit der die Anlage große Teile der Einspeisevergütung verliert. Die Begründung ist sinngemäß, daß ältere Systeme schlechtere Abgaswerte hätten als neuere. Man wolle für die BHKW der aktuellen Generation Investitionsanreize bieten da diese „umweltverträglicher“ seien.

Die aktuellen Ecopower 4,7 BHKW sind die selben Geräte wie die vor 10 Jahren. (Motor, Abgassystem etc.) Ich müsste mir jetzt das selbe System, nur in neu kaufen, damit ich weiterhin diverse „Anreize“ abrechnen kann.

Hans_dampf ich möchte hier nicht als Miesepeter dastehen oder Dir in die Suppe spucken. Ich kann nur jedem BHKW- Interessent DRINGEND empfehlen sich Referenzen geben zu lassen und dann nochmals ganz genau zu rechnen.

Ich gehe sogar fast soweit zu behaupten, dass sich ein BHKW im kleineren Bereich nicht rechnen kann. In den Wartungsverträgen werden auch nur die Wartungsarbeiten als feste kalkulatorische Größe genannt. Reparaturen gehen extra. Genau das ist allzuoft der Knack- und Streitpunkt. Da werden - egal von welchem Hersteller - ungefähre Betriebsstunden genannt, welche die Motoren erreichen könnten. Nur kaum ein Hersteller schafft das.

Bei großen Anlagen sieht das wieder anders aus - ganz anderes Thema.

A.K
 
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Re: BHKW und Tesla

von Hans_Dampf » 16. Apr 2017, 08:42

Hallo A.K.,

kann ich teilweise so unterschreiben. Es hat unzählige Hersteller gegeben, die im kleineren Bereich Wundermaschinen auf den Markt gebracht haben, die nicht störungsfrei funktionierten. Am Ende des Tages sind diese Hersteller pleite gegangen. Vaillant zieht sich mehr und mehr aus dem KWK-Markt zurück, das 1-KW-Gerät ist eingestampft, der größere 3.0/4.7er hat nie so richtig funktioniert, was primär daran liegt, dass hier ein besserer Rasenmähermotor verbaut wurde. Zum Glück hat Vaillant genug Geld im Kreuz, um die Reklamationen zu bedienen.

Es stimmt leider auch, dass manche Anbieter "Voll"wartungsvertäge anbieten, die dann aber gewisse oder sogar alle Reparaturen ausschließen. Wir haben zwei Varianten, die sich vielleicht mit dem Thema Vollkasko Auto vergleichen lassen:
1) Regelwartung, dann 2 Jahre Garantie, danach alle Kosten für etwaige Reparaturen selber tragen
2) Vollwartung für 60.000 Bh, kostet natürlich mehr, aber hier sind dann ohne Wenn und Aber alle Reparaturen enthalten

Bei 2) ist es unser Problem. ob die Motoren dann x Stunden halten oder eben nicht. Es ist ein Bücher füllendes Thema, wie denn ein BHKW konstruiert sein muss, um dauerhaft stabil zu funktionieren. Hier geht auch wieder der Vergleich zum Auto. Wenn einer einen Tesla hat (ohne Frage super tolles Auto), aber zu blöd ist zum Autofahren, kann Tesla nichts dafür. Will sagen: Wenn der Heizungsbauer die Hydraulik der Anlage verbockt, sich nicht an gängige Regeln hält etc. ist selbst das beste BHKW in kürzester Zeit fritte.... Wir verdienen einen nicht unerheblichen Teil unseres Geldes mit der Revision von Fremdanlagen, die falsch installiert wurden. Wenn man dann beides hat, sprich Schrott-BHKW und falsch installiert, ist das Kind mehr als im Brunnen...

Ob sich ein BHKW rechnet oder nicht, ist immer eine Einzelfallbetrachtung. Pauschalaussagen sind stets falsch und der Anbieter muss sich auch die Mühe machen, das konkrete Projekt zu berechnen. Damit dann diejenigen, die mir hier Werbung vorwerfen, auch Ostern was zu tun haben, folgendes: Anhand der konkreten Objektdaten GARANTIEREN wir schriftlich eine jährliche Strommenge, die das BHKW produziert. Diese ist ausdrücklicher Vertragsbestandteil. Geht aber nur dann, wenn erstens das BHKW vernünftig konstruiert ist, zweitens der BHKW-Planer Ahnung davon hat, wie man denn eine Anlage auslegt und drittens, wenn die Anlage dann auch noch vernünftig installiert wird.

Frohe Ostern!
Thomas Deus
-Geschäftsführer-
GO BHKW GmbH
Blockheizkraftwerke von 2 - 50 kW elektrisch
Trinenkamp 50
45889 Gelsenkirchen
http://www.go-bhkw.de
 
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Re: BHKW und Tesla

von KWKelectricity » 19. Apr 2017, 12:05

Hallo,

wir betreiben auch ein Ecopower 4.7 um 2 Häuser mit Strom und Wärme zu versorgen.

Die Auslegung hat bei uns auch nicht funktioniert. das 4.7 ist wohl überdimensioniert. Aber: zusammen mit einem Batteriespeicher wird ein BHKW besser planbar, wenn man die Autarkie nahe 100% haben will. Eigentlich ist ein BHKW ja nur für die Abdeckung der Grundlast gedacht, die Batterie hilft dann die Laufzeit des BHKWs zu verkürzen und die Lebensdauer zu erhöhen.

Wir haben die Drehzahl des 4.7 jetzt so reduziert, das es ein 3.0 ist. Die Wartung machen wir komplett selber (auf eigene Gefahr). Da eh keine Garantie besteht und ich immer aufmerksam war, wenn der Techniker da war.

Seit der Leistungsreduzierung läuft das Eckpower prima. 2 Mal musste es in den 4 Jahren nach einer Störung freigeschaltet werden.

Ich sehe eine KWK-Anlage trotz der Probleme positiv. Vor allem für bestehende Objekte. Den Wartungsaufwand muss man reduzieren, indem man vieles selbst macht.
Da wir leider am Tage nicht zu Hause sind, können wir weder mit Sonne noch mit KWK was anfangen. Das BHKW musste programmiert werden und die Sonne hat sich stur gestellt. Alle drei zusammen schaffen 12kW, das reicht für vieles aus und es wird durch den Nullbezug dynamisch geregelt.

Wenn man die Energieversorgung dezentral haben möchte, um ohne AKW und Braunkohle auszukommen, dann muss man halt eine passende Lösung für das Objekt suchen. Mit Batteriespeicher wird die Planung einfacher, da das Lastmanagement viel einfacher anzupassen ist.
VG Martin

P85 mit Vollausstattung inkl. AP 1.0

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Geht nicht gibt es nicht!

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