Die Sorgen meiner Nachbarn...

Infos zur Limousine mit Platz für 5+2...

Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Volker.Berlin » 13. Feb 2017, 18:00

Gute Idee, aber schwierig zu realisieren. Welches sind "die relevanten Beiträge"? Wenn Du sie raussuchst, schreibe ich gerne passende Links in den ersten Beitrag des Themas! :)
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von volker » 14. Feb 2017, 12:54

Ich rege einen Artikel zu diesem besonderen Themengebiet in den Essentials an. Technische, rechtliche und gesetztliche Aspekte, dazu die "soft facts" - wie geht man auf Vermieter / Miteigentümer zu etc.
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Abgemeldet 06-2018 » 15. Feb 2017, 17:10

Volker.Berlin hat geschrieben:Gute Idee, aber schwierig zu realisieren. Welches sind "die relevanten Beiträge"? Wenn Du sie raussuchst, schreibe ich gerne passende Links in den ersten Beitrag des Themas! :)


Ich wüsste etwa gerne was genau der Elektriker alles bei dir machen musste und ob der Hausanschluss erweitert wurde. Soweit ich mich erinnere hast du ja einen extra Zählerkasten montieren lassen mit zwei nutzbaren Einheiten. Solche Infos wären halt gesammelt sehr wertvoll, damit man es nachschlagen kann ohne neu fragen zu müssen.
 
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Volker.Berlin » 15. Feb 2017, 17:21

In meinem Fall wurde der Hausanschluss durch einen zusätzlichen "Hausanschlusstrenner" erweitert. Die Leistung am Hausanschluss selbst reichte aus und musste nicht erhöht werden. Am neuen Hausanschlusstrenner wurde ein Zählerkasten für vier Verbrauchsstellen-Zähler gesetzt. Jeder Zähler in diesem Kasten ist ein eigener Stromanschluss mit eigenem Vertrag (und leider auch eigener Grundgebühr). Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten war es nicht anders zu machen, da sich die Zähler für die Wohnungseinheiten in einem anderen Gebäude befinden und überwiegend (auch meiner) nur eine Phase haben.

Um die Eigentümergemeinschaft zu überzeugen, bin ich für diese Installation mit 2000 Euro in Vorleistung gegangen. Einen Zählerplatz verwende ich selbst. Die drei anderen kaufen mir hoffentlich künftige E-Auto-Besitzer mit Ladewunsch für jeweils 500 Euro ab. Einer hat tatsächlich schon einen neuen Besitzer gefunden, der ihn bezahlt und für sich reserviert hat -- leider bislang, ohne ihn tatsächlich zu nutzen.

Die Garage hat 11 Stellplätze und an der Wand ist noch genug Platz für zwei weitere Zählerkästen à 4 Zähler. Wenn ich mich recht erinnere (ist ja inzwischen schon eine Weile her), könnte die Anlage 6 Stellplätze mit je 11 kW versorgen, ohne dass der Hausanschluss erweitert werden müsste oder ein Lastmanagement benötigt würde. Das alles war furchtbar wichtig, um die Hausgemeinschaft davon zu überzeugen, für dieses Projekt grünes Licht zu geben.

Dennoch wurden bis jetzt nur neue SUVs angeschafft und mein Tesla ist bis heute das einzige Plug-in Fahrzeug in der Hausgemeinschaft. Bis auf Weiteres gönne ich mir daher den Luxus von 22 kW. Wenn hoffentlich doch bald mal mehr Nutzer dazu kommen, werden die LS-Schalter ausgetauscht und ein Dip-Schalter in meiner Wallbox umgesetzt, und dann habe ich immer noch 11 kW.
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Eifel.stromer » 15. Feb 2017, 18:52

Volker.Berlin hat geschrieben:Wenn hoffentlich doch bald mal mehr Nutzer dazu kommen, werden die LS-Schalter ausgetauscht und ein Dip-Schalter in meiner Wallbox umgesetzt, und dann habe ich immer noch 11 kW.

Kurzer Hinweis: Elektrotechnisch gesehen ist der Austausch der LS-Schalter nicht notwendig!
 
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Volker.Berlin » 16. Feb 2017, 09:53

Eifel.stromer hat geschrieben:
Volker.Berlin hat geschrieben:Wenn hoffentlich doch bald mal mehr Nutzer dazu kommen, werden die LS-Schalter ausgetauscht und ein Dip-Schalter in meiner Wallbox umgesetzt, und dann habe ich immer noch 11 kW.

Kurzer Hinweis: Elektrotechnisch gesehen ist der Austausch der LS-Schalter nicht notwendig!

Scheint aber sinnvoll, damit die Summe der LS im Zählerkasten nicht größer ist als die maximale Last der Hauptsicherung am Hausanschlusstrenner. Wenn ein LS abschaltet, dann ist es für den Frieden in der Nachbarschaft zuträglich, wenn 1. nicht gleich alle Anschlüsse betroffen sind und 2. klar ist, wer Schuld hat. Man sollte es deshalb nicht drauf anlegen, dass die Hauptsicherung kommt.
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Eberhard » 3. Jul 2017, 21:46

Genau hier greift das Lastmanagement an. Es misst laufend den Strom im Hauptanschluß. Wird eine mögliche Überlastsituation erkannt, werden die angeschlossenen Wallboxen heruntergeregelt und natürlich auch wieder hoch.


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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Volker.Berlin » 4. Jul 2017, 06:15

Keine Frage, Lastmanagement wäre schick, wenn noch mehr Nutzer meiner Tiefgarage elektrisch fahren würden. Leider alles im Konjunktiv. Stattdessen gibt es schon wieder einen neuen Tiguan in dieser Garage.

Aber selbst wenn, dann müssten sich alle E-Auto-Nutzer auf ein System einigen, und sich dann noch die Kosten dafür teilen. Die Wahlfreiheit der persönlichen Wallbox wäre in Gefahr! Du scheinst nicht viel Erfahrung mit Hausgemeinschaften zu haben... ;)

Die Lösung, den Gesamtstrom per Leitungsschutzschalter statisch zu begrenzen, ist nicht nur technisch sondern auch politisch einfacher zu realisieren.
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Zaesch » 5. Aug 2017, 12:14

Die Überschrift zum Thread passt sehr gut. Hatte ebenfalls einen Antrag zur Installation einer Ladestation in der Eigentümerversammlung vorbereitet, gestellt und gestern kam das Ergebnis. Antrag abgelehnt :cry:

Eine der Nein Stimmen hat sich auf Nachfrage geäußert: "Wenn das meine Mieter sehen, wollen die nachher auch sowas". Immerhin mal eine Begründung von der ich noch nichts gehört oder gelesen habe. Man lernt nie aus ;)

Kurz zum Hintergrund für Interessierte:
Der Antrag hatte zwei alternative Ziele. Primär:
Ich darf an meinem Tiefgaragenstellplatz eine Ladestation (TankE der RheinEnergie) installieren und diese an meinen Stromzähler anschließen. Das wäre für alle anderen völlig kostenneutral gewesen, da ich alles zahle und die Ladestation hätte nachher problemlos in eine große Lösung für alle integriert werden können. An der großen Lösung hätte ich mich selbstverständlich beteiligt und meine Insel daran angeschlossen.
ODER Sekundär:
Wir bauen direkt eine Lösung mit Lastmanagement, an die sich später nach und nach jeder Interessierte anschließen kann. Die RheinEnergie hat zu dieser Standardlösung sogar einen Flyer. Das hat natürlich für alle Beteiligten Kosten zur Folge.

Die Grundstimmung in der gestrigen Versammlung war sehr positiv gegenüber Elektromobilität und etwa die Hälfte der Anwesenden stand ohne Nachfragen auf meiner Seite. Selbst einige der ältesten Menschen, von denen ich naturgemäß den größten Widerstand erwartet habe, waren direkt dafür! Der Rest war zwar aufgeschlossen, aber - meine Vermutung - aus finanziellen Gründen (bei der Insel quatsch) und Angst meine Insel könnte Begehrlichkeiten wecken ablehnend.

Das Hauptproblem war definitiv, dass die Hausverwaltung die Insellösung als Baumaßnahme (baulichen Veränderung im WEG (§§ 21, 22 WEG)) eingestuft hat und daher 100% Zustimmung erforderlich ist. Die Entscheidung zur Einstufung der Verwaltung ist nachvollziehbar. Sehr ausführlich und für Laien zumindest etwas verständlich ist es hier beschrieben: [url=http://rayermann.com/files/Downloads/Beiratsseminar%202017/Elektromobilität-Dötsch.pdf]Elektromobilität-Dötsch[/url]
Habe die PDF angehängt, falls der Link irgendwann nicht mehr funktioniert (Wenn das gegen Regeln verstößt, bitte den Anhang entfernen).

Leider hoffen wohl alle auf eine baldige Gesetzesänderung, weshalb kaum eine gerichtliche Entscheidung dazu zu erwarten ist, ob es nun eine Modernisierung oder eine bauliche Veränderung ist. Das Urteil des LG München (auf dem alle rumreiten) lässt eine kleine Hintertür offen. Im Urteil (Urteil vom LG München) ist im Tenor unter Punkt 9 die Rede von "...Die vom Kläger geplante Maßnahme stellt eine bauliche Veränderung dar...". Darauf bezieht sich auch meine Hausverwaltung.
Interessanter Weise wird unter Punkt 13 das ganze relativiert "...Es könnte sich bei der vom Kläger geplanten Maßnahme gegebenenfalls um eine Modernisierung im Sinne des § 22 Abs. 2 WEG handeln...". Wenn man es als Modernisierung einstuft reicht eine 3/4 Mehrheit. Nur, wer legt das fest ?!? :lol:

Wie dem auch sei. Die Verwaltung und ich bleiben an dem Thema dran. Bis eine Klärung da ist kann ich mir in Ruhe einen Tesla kaufen und werde es erstmal wie Volker machen. Schön an öffentlichen Ladestationen rumhängen :mrgreen: und dann den Tesla auffällig in der Tiefgarage parken, um Begehrlichkeiten zu wecken :twisted:
Dateianhänge
Juristische Zusammenfassung - Elektromobilität-Dötsch.pdf
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Abgemeldet 06-2018 » 5. Aug 2017, 13:11

Vielen ist nicht bekannt, dass bauliche Veränderungen auch problemlos per Mehrheitsbeschluss genehmigt werden können.
Es besteht dann "lediglich" für 4 Wochen ein erhöhtes Risiko der Anfechtung durch Miteigentümer, was aber bei uns in der WEG trotz durchaus kontroverser Themen bisher noch nie genutzt wurde.
Wenn du natürlich einen klagefreudigen E-Auto-Gegner in der WEG hast, dann bleibt dir wohl nur übrig auf eine Anpassung der Gesetzeslage an die Realität bezüglich Ladeinfrastruktur zu warten.

Du solltest mit deiner Verwaltung ins Gespräch gehen und beim nächsten Mal nur deine Insellösung auf eigene Kosten zur Wahl stellen, idealerweise noch mit der Zusage den Rückbau zu übernehmen, falls eine Integration in ein Gesamtkonzept unmöglich ist.

Hier noch ein Link zum Thema:
https://www.wohnen-im-eigentum.de/09012 ... raenderung
 
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