Die Sorgen meiner Nachbarn...

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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Naheris » 13. Jul 2015, 12:21

Nett. Der Regelt den "Energieversorgungsanschluss" und ist damit vermutlich tatsächlich relevant. Allerdings sollte man vielleicht erst einmal den Kommentar dazu lesen, bevor man das als Gegeben hinnimmt... Auch Interessant: Absatz 8.

§21 Wohnungseigentumsgesetzt hat geschrieben:(5) Zu einer ordnungsmäßigen, dem Interesse der Gesamtheit der Wohnungseigentümer entsprechenden Verwaltung gehört insbesondere:
...
6. die Duldung aller Maßnahmen, die zur Herstellung einer Fernsprechteilnehmereinrichtung, einer Rundfunkempfangsanlage oder eines Energieversorgungsanschlusses zugunsten eines Wohnungseigentümers erforderlich sind.

(6) Der Wohnungseigentümer, zu dessen Gunsten eine Maßnahme der in Absatz 5 Nr. 6 bezeichneten Art getroffen wird, ist zum Ersatz des hierdurch entstehenden Schadens verpflichtet.

(7) Die Wohnungseigentümer können die Regelung der Art und Weise von Zahlungen, der Fälligkeit und der Folgen des Verzugs sowie der Kosten für eine besondere Nutzung des gemeinschaftlichen Eigentums oder für einen besonderen Verwaltungsaufwand mit Stimmenmehrheit beschließen.

(8) Treffen die Wohnungseigentümer eine nach dem Gesetz erforderliche Maßnahme nicht, so kann an ihrer Stelle das Gericht in einem Rechtsstreit gemäß § 43 nach billigem Ermessen entscheiden, soweit sich die Maßnahme nicht aus dem Gesetz, einer Vereinbarung oder einem Beschluss der Wohnungseigentümer ergibt.
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von volker » 13. Jul 2015, 13:14

Brisant finde ich den Punkt:
Das Grundeigentum hat geschrieben:Entschließen sich auch die anderen Eigentümer später dazu, die Stellplätze mit Ladestationen auszustatten, müssen sie auf den bestehenden Anschluss Rücksicht nehmen.


Das heißt konkret was? Bestandsschutz für den ersten, klar. Aber wenn der 22kW ohne Lastmanagement installiert hat, und der Hausanschluss nur 33kW hergibt, stellt sich die Rücksichtnahme problematisch dar. Der Erste könnte sagen: Interessiert mich nicht, ich will 22kW immer verfügbar haben. Installiert ihr mal euer Lastmanagement, ich zahl davon keinen Euro.

Das ist doch mal ein Anreiz, Erster zu sein! :twisted:
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von P85 » 13. Jul 2015, 13:38

volker hat geschrieben:Brisant finde ich den Punkt:
Das Grundeigentum hat geschrieben:Entschließen sich auch die anderen Eigentümer später dazu, die Stellplätze mit Ladestationen auszustatten, müssen sie auf den bestehenden Anschluss Rücksicht nehmen.


Das heißt konkret was? Bestandsschutz für den ersten, klar. Aber wenn der 22kW ohne Lastmanagement installiert hat, und der Hausanschluss nur 33kW hergibt, stellt sich die Rücksichtnahme problematisch dar. Der Erste könnte sagen: Interessiert mich nicht, ich will 22kW immer verfügbar haben. Installiert ihr mal euer Lastmanagement, ich zahl davon keinen Euro.

Das ist doch mal ein Anreiz, Erster zu sein! :twisted:


Darum bin ich bei unsere Tiefgarage auch der erste :lol: :lol: und keinen hast gestört - in 10 Jahren werden die dann auch mal darüber nachdenken wieso Sie nix gesagt haben :lol: :lol:
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von TeeKay » 19. Sep 2015, 12:44

Fast keine Gegenstimmen

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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Volker.Berlin » 19. Sep 2015, 13:13

Ja, Wow! Glückwünsche! :D 8-)
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von ihaire » 19. Sep 2015, 14:18

Das stimmt optimistisch für die Zukunft. Glückwunsch!
 
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Abgemeldet 06-2018 » 28. Sep 2015, 20:20

@Volker.Berlin:
Ich stehe aktuell vor der gleichen Situation wie du in 2012, nur dass ich selbst der Eigentümer vom Stellplatz bin.

1. Wie würdest du denn heute vorgehen mit dem Wissen, das du dir in all den Jahren angesammelt hast?
Einen Beschluss der Eigentümerversammlung oder nur die Hausverwaltung informieren und den Elektriker beauftragen?

2. In einem deiner Beiträge im Mai sprachst du von einem "Gesamtkonzept", das die Eigentümer haben wollten. Wurde bei deinem Anschluss irgendwas in Hinblick auf ein zukünftiges Gesamtkonzept berücksichtigt oder handelt es sich um einen ganz normalen Einzelanschluss?
 
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Volker.Berlin » 28. Sep 2015, 21:35

hiTCH-HiKER hat geschrieben:1. Wie würdest du denn heute vorgehen mit dem Wissen, das du dir in all den Jahren angesammelt hast?
Einen Beschluss der Eigentümerversammlung oder nur die Hausverwaltung informieren und den Elektriker beauftragen?

Es kommt sehr auf die Struktur der Eigentümergemeinschaft und auf Deine Persönlichkeit hat. Es gibt ja einige Berichte von Leuten, die erfolgreich und ohne viel Gegenwind einfach Fakten geschaffen haben, ohne vorher groß zu fragen. Aus meiner Sicht ist daran nichts zu kritisieren, aber ich bin anders gestrickt. Ich würde wieder den Weg wählen, mir vorher die Zustimmung zu holen, damit mir hinterher keiner an den Karren fahren kann. Allein schon um des lieben Friedens willen -- schließlich geht es hier um meine Nachbarn, denen ich mehr oder weniger jeden Tag begegne. Da bin ich schon bemüht, unnötigen Affront zu vermeiden.

Ich wäre jetzt allerdings nicht mehr so naiv, zu hoffen, dass das ein Selbstläufer ist, für den die Hausverwaltung keinerlei Hilfestellung braucht. Du musst selbst den Vorschlag, den Du in die Versammlung einbringen willst, bis ins Detail ausarbeiten -- am besten unterlegt mit einem konkreten, individuellen Angebot von einem Elektriker, der sich die Örtlichkeit auch schon mal angesehen hat. Und Du musst auf überraschende Nachfragen gefasst sein. Fragen, die für uns schon so selbstverständlich sind, dass wir sie uns gar nicht mehr vorstellen können...

hiTCH-HiKER hat geschrieben:2. In einem deiner Beiträge im Mai sprachst du von einem "Gesamtkonzept", das die Eigentümer haben wollten. Wurde bei deinem Anschluss irgendwas in Hinblick auf ein zukünftiges Gesamtkonzept berücksichtigt oder handelt es sich um einen ganz normalen Einzelanschluss?

Ja. "Gesamtkonzept" heißt zunächst einmal übersetzt: "Wir wollen was kriegen, aber nichts geben (außer bestenfalls unsere Zustimmung)." In meinem Fall war es nötig, einen neuen "Hausanschlusstrenner" (fast sowas wie ein eigener Hausanschluss, aber nicht ganz) zu installieren, um überhaupt mehr Strom als bloß für ein Lichtkabel in die Garage zu kriegen. Diesen Hausanschlusstrenner mit vier vorbereiteten Zählerplätzen (Summa summarum 2000 Euronen) habe ich vorgeschossen. Die Installation ab Zähler geht natürlich sowieso auf meine eigene Kappe. Wenn jetzt ein weiterer Eigentümer gern Strom auf seinem Garagenplatz haben möchte, soll(!) er sich mit 500 Euro an der Gemeinschaftsinstallation beteiligen. Hinzu kommen (weniger als) 500 Euro für die Installation vom Zählerkasten bis zum Stellplatz, sowie die jeweilige Wallbox.

Die Anlage ist so ausgelegt, dass sie bei Bedarf durch weitere Zählerplätze ergänzt werden kann. An der Wand ist genug Platz, um 16 der 19 Stellplätze über individuelle Zähler mit Strom zu versorgen. Der Anschluss gibt genug her, dass man 6 Plätze ohne Lastmanagement gleichzeitig mit 11 kW versorgen könnte. Solange nicht mehr als drei Plätze angeschlossen sind (momentan nur meiner), ziehe ich an meinem Anschluss 22 kW. Meine Wallbox (Wallb-e) hat aber auf dem Board einen kleinen Schalter, mit dem man sie quasi in eine 11 kW-Box verwandeln kann. Für 11 kW habe ich dann halt sehr kräftige Kabel verlegt, aber das schadet ja nichts -- ganz abgesehen davon, dass es überhaupt nicht absehbar ist, wann hier mal vier oder mehr E-Autos stehen werden...

Bevor jetzt jemand nachrechnet: Nein, das macht ökonomisch keinerlei Sinn. Für das Geld könnte ich sehr lange an den Säulen von Vattenfall und RWE laden, die in meinem Fall sogar fußläufig erreichbar sind. Für mich war das ab einem gewissen Punkt vor allem ein politisches Projekt: Nachdem ich gemerkt habe, wie schwierig es ist, das Projekt zu realisieren, war allein diese Schwierigkeit schon Grund genug für mich, das durchzuziehen. Man stelle sich nur vor, jemand ist weniger enthusiastisch als Du und ich -- wenn der solche Hürden auch nur von weitem riecht, kauft er sich doch wieder einen Diesel! Da ich aber möchte, dass es in Berlin mehr E-Autos gibt, musste die Hürde weg. Wo soll man denn anfangen, wenn nicht im Wortsinn vor der eigenen Haustür?

Wer sich jetzt hier im Haus für ein E-Auto entscheidet, muss nur noch die eigenen Finanzen durchrechnen. Die politischen Hürden habe ich bereits aus dem Weg geräumt und die gesellschaftliche Akzeptanz in der Hausgemeinschaft ist nunmehr manifestiert. Das war mir wichtig, und ich denke, das habe ich geschafft.
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Abgemeldet 06-2018 » 28. Sep 2015, 22:26

Danke für deine ausführliche Antwort, die Informationen sind sehr hilfreich!
Ich werde auf jeden Fall einen Antrag auf der ETV stellen, wenn auch erstmal ganz simpel formuliert als "32A Steckdose", um unnötige Verwirrung zu vermeiden.
Für mich ist das Thema Elektromobilität, genau wie bei vielen anderen hier, eine Herzensangelegenheit zur drastischen Verbesserung der Lebensqualität in Großstädten und garantiert nichts wo ich den Kosten-Nutzen-Faktor penibel berechne.
 
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von TeeKay » 29. Sep 2015, 15:02

Wenn du noch kein EV hast, ist es vermutlich einfacher. Du willst halt ne Steckdose haben, um dein Auto zu saugen. Wenn da schon ein EV steht und das jeder sehen kann, kommen die ganzen Verbrennerdampfinhalatoren hervorgekrochen, die aus reiner Boshaftigkeit nein sagen. Ich hatte Glück, dass die meisten Besitzer in meiner Anlage Investoren und nicht Selbstbewohner sind. Einem Investor kann man eher verständlich machen, dass Lademöglichkeiten vor Ort den Wert der Anlage erhöhen und im Wettbewerb ein Alleinstellungsmerkmal darstellen.
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