Die Sorgen meiner Nachbarn...

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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Guillaume » 8. Jul 2015, 15:46

Bei 20 22kW Ladestationen, die gleichzeitig betrieben werden, würden bereits ein Anschluss mit 640A benötigt. Ich vermute deshalb, ohne weitere Vorbereitungen dürfte das nicht so einfach zu realisieren sein.
 
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von GeeFive » 8. Jul 2015, 16:07

Noch eine kleine Warnung von mir: Habe Ende Mai von der Eigentümerversammlung die Installation einer Steckdose (CEE16) oder Wallbox in der Tiefgarage (Baujahr 1999) genehmigt bekommen. Der Elektriker hat sich dann alles angesehen und wollte ein Angebot schreiben. Jetzt der Hammer: Der Abzweig hätte im Sicherungs-/Zählerkasten, natürlich hinter meinem Zähler, passieren sollen. Das geht aber nicht so einfach, weil der Sicherungs-/Zählerkasten im Treppenhaus (Keller) angebracht ist und damit nicht mehr den aktuellen Brandschutzbedingungen entspricht. Deshalb dürfen keine Erweiterungen vorgenommen werden; es besteht nur Bestandsschutz. Möchte ich meine Steckdose in der TG haben, muss entweder der Schrank brandsicher eingemauert oder in einen anderen Kellerraum (mit Brandschutztür) umgezogen werden!

Noch warte ich auf die endgültige Aussage vom Elektriker, ob es nicht doch noch andere Lösungen gibt, aber ich sehe schwarz, zumindest in nächster Zeit einen Anschluss in der TG haben. Selbst wenn ich diese Baumaßnahmen selbst bezahlen würde, so brauche ich sicher wieder die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft und die kann ich mir dann im Mai 2016 holen ...
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von viella » 8. Jul 2015, 16:10

Elektroniker hat geschrieben:Bei uns in der TG der Eigentümer-Gemeinschaft will jetzt (endlich) ein erster Eigentümer eine "Steckdose und Zähler für eine Ladestation für Elektroautos" installieren und beantragt dazu die Genehmigung von der EV.
Wunderte mich schon, dass sich da bei unseren immerhin 100 Wohnungen bzw. TG-Plätzen (in München Mitte) bislang nichts in diese Richtung getan hat.
Ich denke, dass das auch glatt durchgehen wird.

Meine Frage hierzu:
Wenn nun in den nächsten Jahren immer mehr Leute auf den Trichter kommen, dann wird es recht bald bei lauter individuellen Steckdose-Zähler-Installationen mit womöglich 11 oder 22 kW für den Stromanschluss unserer Wohnanlage kritisch, fürchte ich.
Stichwort: alle kommen in der Rush Hour heim und stöpseln fast gleichzeitig zum Laden mit 11 kW an ...


Hier meine Überlegungen, die auf den gemachten Erfahrungen mit meiner Installation basieren:

  • Ein Gesamtkonzept ist eine feine Sache und wird mit zunehmender Beliebtheit der Elektromobilität in einer grossen Wohnanlage sicher einmal nötig sein (Lastmanagement, optimale Nutzung von allgemeinem Eigentum etc.)
  • Ab wann aber ein solches Gesamtkonzept wirklich Sinn macht, ist ziemlich unklar und hängt ua auch stark von den Gegebenheiten wie bestehende Strominstallationen, Kaufkraft der Eigentümer, Affinität zum Thema usw. vor Ort ab. Zudem bin ich mir nicht sicher, wer ein solcher Konzept ausarbeiten könnte (Hauselektriker, Versorger, unab. Ingenieurunternehmen?)
  • Die Ausarbeitung eines Konzepts kann nicht vom Antragsteller finanziert werden, sondern von der EG. Damit müsste die EG über die Erstellung abstimmen und ein Budget sprechen. Ob du dafür eine Mehrheit findest? Nachdem das Konzept steht, müsste die EG ja dieses annehmen, also wieder eine Abstimmung. Bei uns hätte das im besten Fall ein Jahr gedauert :shock:
  • Der Pionier sollte nicht wegen dieser fehlenden (und irgendwann sicher notwendigen) Grundlage bestraft werden.

Mein Vorschlag (aus 300 km Entfernung ;) ): An der Versammlung den Antrag unterstützen. Nach dem Abstimmung ad-hoc das Thema Gesamtkonzept aufbringen und ein paar "Mitstreiter" suchen, die die ersten Abklärungen dazu machen können. Den Antragsteller kann man ja vorab bitten, mit seinen Erfahrungen aus der Installation an diesen Vorabklärungen mitzuwirken.

Hilft das etwas?
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Leto » 8. Jul 2015, 16:11

Ich würde auf keinen Fall ein noch nicht akutes Problem zur Barriere für die Anschlüsse machen die problemlos sind. Wenn der erste 22kW haben möchte und nicht bekommen kann ist es Zeit. Evtl. könnt ihr ja vereinbaren das in dem Fall die Kosten für eine Erweiterung des Hausanschlusses auf die Nutzer von 22kW Anschlüssen (oder 11kW) umgelegt werden. Wenn es so viele werden das es akut wird dann ist der Divisor ja auch groß.
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von viella » 8. Jul 2015, 16:15

GeeFive hat geschrieben:Noch eine kleine Warnung von mir: Habe Ende Mai von der Eigentümerversammlung die Installation einer Steckdose (CEE16) oder Wallbox in der Tiefgarage (Baujahr 1999) genehmigt bekommen. Der Elektriker hat sich dann alles angesehen und wollte ein Angebot schreiben. Jetzt der Hammer: Der Abzweig hätte im Sicherungs-/Zählerkasten, natürlich hinter meinem Zähler, passieren sollen. Das geht aber nicht so einfach, weil der Sicherungs-/Zählerkasten im Treppenhaus (Keller) angebracht ist und damit nicht mehr den aktuellen Brandschutzbedingungen entspricht. Deshalb dürfen keine Erweiterungen vorgenommen werden; es besteht nur Bestandsschutz. Möchte ich meine Steckdose in der TG haben, muss entweder der Schrank brandsicher eingemauert oder in einen anderen Kellerraum (mit Brandschutztür) umgezogen werden!

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Keine Möglichkeit einen Antrag zwischen den EG-Versammulungen mit Zirkularbeschluss zu erwirken? Was sagt euer Reglement dazu? In der Schweiz musst du 100% der Stimmen haben, wenn es im Regl. nicht anders aufgeführt ist. Da musste ich durch, denn sonst hätte ich bis Februar 16 warten müssen... und mein MS kommt im August ;)
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Volker.Berlin » 8. Jul 2015, 16:30

viella hat geschrieben:Mein Vorschlag (aus 300 km Entfernung ;) ): An der Versammlung den Antrag unterstützen. Nach dem Abstimmung ad-hoc das Thema Gesamtkonzept aufbringen und ein paar "Mitstreiter" suchen, die die ersten Abklärungen dazu machen können.

Ein paar Anmerkungen von mir:
  • Die Idee eines Miteigentümers, als Reaktion auf meinen einzelnen Antrag ein Gesamtkonzept vorzuschlagen, hat die Fertigstellung meiner Lademöglichkeit um ca. 18 Monate verzögert.
  • Ich muss zugeben, dass die Installation als ganzes dadurch erheblich gewonnen hat. Sie hat mich aber auch erheblich mehr Geld gekostet, als das bei einer Einzelinstallation der Fall gewesen wäre, und wenn sich nicht in absehbarer Zeit noch mindestens drei weitere Nutzer finden, bleibe ich auf diesen Kosten sitzen.
  • Im Moment bin ich auf absehbare Zeit der einzige, der auch nur entfernt an dem Thema interessiert ist. (Anm.: Daher lade ich selbstverständlich zurzeit auch mit 22 kW, obwohl das "Gesamtkonzept" nur 11 kW pro Ladeplatz vorsieht. Ich kann meine Wallb-e aber ggf. dauerhaft auf 11 kW drosseln, sollte das erforderlich werden.)
  • Entscheidend für ein Gesamtkonzept ist die Skalierbarkeit: Der wesentliche Teil der Kosten darf erst entstehen, wenn weitere Nutzer aufspringen, sonst ist es für den ersten Nutzer allein nicht zu stemmen, und für eine gemeinschaftliche Finanzierung sicher auch kein Konsens zu finden.
  • In meinem Fall wurde die Ausarbeitung des Konzepts von einem sehr begeisterungsfähigen Elektrikermeister vorgestreckt. Wäre das nicht der Fall gewesen, wären die Kosten für die Ausarbeitung selbstverständlich zu meinen Lasten gegangen, wie auch die gesamte Installation. Jedes Zögern meinerseits im Hinblick auf die Übernahme der Kosten hätte das Projekt auf der Stelle scheitern lassen.
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Spürmeise » 8. Jul 2015, 16:36

GeeFive hat geschrieben: Jetzt der Hammer: Der Abzweig hätte im Sicherungs-/Zählerkasten, natürlich hinter meinem Zähler, passieren sollen. Das geht aber nicht so einfach, weil der Sicherungs-/Zählerkasten im Treppenhaus (Keller) angebracht ist und damit nicht mehr den aktuellen Brandschutzbedingungen entspricht. Deshalb dürfen keine Erweiterungen vorgenommen werden; es besteht nur Bestandsschutz.

Das ist ja großer Mist. Nicht-separierte Zählerkästen im UG eines Treppenhauses dürften öfter installiert worden sein. Bei einer Wohnanlage mit exakt dieser Bausituation in Heidelberg hatte ich vor 15 Jahren ein Kabel (einphasig) zum TG-Stellplatz verlegen lassen. Jetzt kann man ja auch keine Dach-PV-Anlage mehr anschließen.
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von Elektroniker » 8. Jul 2015, 16:38

Danke, viella und Leto und Volker.Berlin:

Ihr habt wohl Recht, ich werde den Antrag bedingungslos unterstützen.
Auch werde ich noch keine Pferde Scheu machen, wegen zukünftiger Grenzen.
Wer weiß wie schnell das Interesse an Elektroautos überhaupt in meiner EG zunimmt.

Für ein Gesamtkonzept ist auch die nächsten Jahren sicher noch Zeit - und bis dahin gibts dann bestimmt schon fertige Lösungen am Markt - hoffe ich.

@Volker.Berlin:
Vielen Dank für Deinen Link!
 
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von TeeKay » 9. Jul 2015, 09:31

Ich möchte an meinen 20 Stellplätzen Wallboxen installieren. Wenn 20 Wallboxen ohne Lastmanagement installiert werden sollen, wird das richtig teuer. Unsere Wohnanlage mit 300 Wohnungen ist mit 2000A angeschlossen, also 1,38MW (oder waren es sogar 2x2000A?). Laut Netzbetreiber ist das ungewöhnlich sehr viel, aber Glück für mich. Denn so kann ich relativ problemlos 200A bekommen und der Mitarbeiter phantasierte schon von einer Vollausstattung der ganzen Tiefgarage mit Ladeinfrastruktur.

Normal sind also deutlich weniger als 2000A für 300 Wohnungen. Für 640A für 20 ungemanagte Wallboxen wird man also praktisch niemals irgendwo einfach so herbekommen. Tesla baut sich für solche Anschlussleistungen einen eigenen Trafo und nimmt sich die Leistung aus dem Mittelspannungsnetz.

Wenn also irgendwann einmal so viele Elektroauto fahren wollen, dann müssen die Altinstallationen eben entfernt und durch ein steuerbares Wallboxmodell ersetzt werden.

Um die Zustimmung nicht zu gefährden, schlage ich dir vor, zwei Anträge in die Versammlung einzubringen:
1. Installation gemeinschaftlicher Ladelösungen
2. Zusätzlich Erlaubnis zur Installation einer eigenen

Der erste Antrag wird wahrscheinlich abgelehnt, der zweite könnte Zustimmung finden.
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Re: Die Sorgen meiner Nachbarn...

von viella » 9. Jul 2015, 10:24

Einfach aufpassen, dass man mit dem gutgemeinten ersten Traktandum nicht das zweite mitverhindert. Darum meine Idee einer ad-hoc Eingabe nach der Zustimmung zum Einzelantrag.
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