Tesla wegen "Autopilot"-Werbung verklagt

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Re: Tesla wegen "Autopilot"-Werbung verklagt

von de_do » 30. Okt 2019, 10:53

Was regt ihr euch auf?
Das "Klagewesen" ist in den zivilisierten Wirtschaftsräumen inzwischen ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor für alle möglichen mehr oder weniger dubiosen Organisationen geworden. Die Hysterie der Verbraucher trägt ein übriges dazu bei, das gegen alles und jedes geklagt wird.
Wenn man technisch nichts gebacken kriegt schaut man halt, das man auf dem Klage-Weg was rausholen kann, da muss nicht immer eine tiefgreifende Substanz dahinter stecken, wichtig ist, dass irgendwer dran verdient oder einen Vorteil für sich rausschlagen kann. Siehe den pöhsen "Dieselskandal"
Die Ergebnisse dieser Entwicklung sieht man am BER. Da traut sich inzwischen keiner mehr was entscheiden oder genehmigen, unter dem Motto "wenn was passiert könnte ich dann ja verklagt werden..."

Als größeres Unternehmen hat man sicher entsprechende Budgets gebildet um diesen Schmarrn dann bezahlen zu können. Macht ja nix, bezahlen am Ende ja eh wir, die Verbraucher.

Habe selbst ne Firma und kürzlich rund 4000,- € Anwaltskosten für nada bezahlt um einen substanzlosen Patentanspruch abzuwehren....
Wenn ich viel Zeit habe mache ich mir mal die Mühe alle Kosten zusammen zu tragen, die man als Unternehmen für diese oder andere legalisierten Formen des "Organisierten Erbrechens" jährlich so abdrückt....
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Re: Tesla wegen "Autopilot"-Werbung verklagt

von LUCKY » 30. Okt 2019, 12:58

Vermutlich ist Tesla nicht Mitglied der Wettbewerbszentrale:

https://de.wikipedia.org/wiki/Zentrale_ ... ettbewerbs

Kritik:
"...Der Verein behandelte sein Mitgliederverzeichnis in der Vergangenheit als Verschlusssache. Die Höhe der Mitgliedsbeiträge ist verhandelbar und orientiert sich am Umsatz des Mitglieds.

Es wird daher kritisiert, der Wettbewerbszentrale mangele es an Transparenz und Neutralität. Es ist denkbar, dass ein potentes Mitgliedsunternehmen den Verein beeinflusst und Verfahren gegen seine Mitbewerber veranlasst, während das Geschäftsgebaren der Mitgliedsunternehmen selbst eher weniger kritisch betrachtet wird. So wurde Ryanair in der Vergangenheit mehrfach vom Verein abgemahnt, forderte jeweils vergeblich die Offenlegung des Mitgliederverzeichnisses und stellte schließlich selbst einen Aufnahmeantrag. ..."

P.S.
Tesla ist nicht Mitglied der Wettbewerbszentrale:
https://www.wettbewerbszentrale.de/de/i ... uchstabe=T

Volkswagen beispielsweise schon:
https://www.wettbewerbszentrale.de/de/i ... uchstabe=V
Model S Performance "Raven" dunkelblau/beige EZ 7/19

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Re: Tesla wegen "Autopilot"-Werbung verklagt

von de_do » 30. Okt 2019, 13:16

LUCKY hat geschrieben:Vermutlich ist Tesla nicht Mitglied der Wettbewerbszentrale:

https://de.wikipedia.org/wiki/Zentrale_ ... ettbewerbs

Kritik:
"...Der Verein behandelte sein Mitgliederverzeichnis in der Vergangenheit als Verschlusssache. Die Höhe der Mitgliedsbeiträge ist verhandelbar und orientiert sich am Umsatz des Mitglieds.

Es wird daher kritisiert, der Wettbewerbszentrale mangele es an Transparenz und Neutralität. Es ist denkbar, dass ein potentes Mitgliedsunternehmen den Verein beeinflusst und Verfahren gegen seine Mitbewerber veranlasst, während das Geschäftsgebaren der Mitgliedsunternehmen selbst eher weniger kritisch betrachtet wird. So wurde Ryanair in der Vergangenheit mehrfach vom Verein abgemahnt, forderte jeweils vergeblich die Offenlegung des Mitgliederverzeichnisses und stellte schließlich selbst einen Aufnahmeantrag. ..."

P.S.
Tesla ist nicht Mitglied der Wettbewerbszentrale:
https://www.wettbewerbszentrale.de/de/i ... uchstabe=T

Volkswagen beispielsweise schon:
https://www.wettbewerbszentrale.de/de/i ... uchstabe=V



... sag ich doch legalisiertes organisiertes Erbrechen
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Re: Tesla wegen "Autopilot"-Werbung verklagt

von galaxyclass » 30. Okt 2019, 13:35

Das Problem bei allen legalen oder regulativen Formulierungen ist die gegenseitige Abhängigkeit von möglichst schwammigen unangreifbaren Formulierungen und der dadurch erzeugten Unsicherheit, die erst wieder das Eingreifen von Anwälten und anderen sog. Wettbewerbshütern ermöglich. Eigentlich ein totales Paradoxon bzw. eine Widersprüchlichkeit in sich selbst.

Ich nehme mal diese Formulierung von Tesla (aus dem Webarchiv von 2017). Aber auch im Januar 2015 war angedeutet, daß ein Tesla automatisch oder Fahrereingriff überholen kann, also eigentlich nicht so neu:

Alle in unserem Werk hergestellten Tesla-Modelle einschließlich des Model 3 sind mit der notwendigen Hardware für autonomes Fahren ausgerüstet.

Die verbesserte Tesla Autopilot-Funktionalität wird gegenwärtig implementiert. Sobald die einschlägigen Prüfungen abgeschlossen sind, werden weitere Merkmale und Funktionen hinzugefügt, vorausgesetzt sie werden rechtlich genehmigt.

Was heißt das nun?
- Es sagt gar nichts über den aktuellen Entwicklungsstand aus. Wird die vorher beschriebene Funktionalität entwickelt, oder wird gesagt, daß sie fertig ist und auf dem Fahrzeug installiert und getestet wird, oder wird gesagt, daß der Markt-Rollout begonnen hat? Es wird nicht gesagt was "gegenwärtig" bedeutet
- Sobald die Prüfungen abgeschlossen sind bedeutet es kann morgen oder nie sein (wer sagt, daß die Prüfungen jemals zu Ende kommen)
- Wenn das aber passiert, kommen "weitere Merkmale..." hinzu. Das heißt aber überhaupt nicht, daß das Paket plus diese neuen Funktionen jemals Marktreife erlangen und ausgerollt werden, denn es wird ja nicht verbindlich gesagt, daß überhaupt etwas ausgerollt wird
- wenn nichts genehmigt wird, wird auch nichts ausgerollt. Eigentlich logisch, aber daraus muß man ableiten, daß man überhaupt keine Ansprüche auf FSD a la L4 oder L5 etc hat, denn das wird nicht spezifiziert und genehmigt ist bisher auch nichts

Das ist jetzt kein Bashing der Tesla-Werbung. Wollte nur veranschaulichen, daß man da mehrere Sicherheiten und Kontrollen einbaut, um vor irgendwelchen Ansprüchen geschützt zu sein. Alleine über den Satz hat man wohl Tage und Wochen nachgedacht. Aber genau deshalb öffnet sich ein Einfallstor:
- die damals spezifizierte Funktionalität ist genehmigt
- weitere Merkmale sind strittig - was kam jetzt eigentlich wirklich neues außer Summon und einem halb funktionierenden NoA?
- das kann heißen es ist zu schwierig, die Software zu entwicklen, oder aber es ist gar nicht nötig, denn die Hardware ist ja schon da.
- Fährt das Auto autonom? Eher nein, also war entweder die Hardware nicht bereit...
- ...oder der Kunde ist betrogen weil er Geld für etwas ausgibt, was nie kommt.

Tesla wurde dann vorsichtiger denn jetzt heißt es:
Jeder neue Tesla verfügt standardmäßig über modernste Hardware, um die Autopilot-Funktionalität schon heute und vollkommes autonomes Fahren in der Zukunft zu ermöglichen
Die gegenwärtigen Autopilot-Funktionen verlangen aktive Überwachung durch den Fahrer - ein autonomer Betrieb des Fahrzeugs ist damit nicht möglich.

Diese Formulierung ist eigentlich klar: kein autonomer Betrieb möglich, und dagegen läßt sich auch kaum was ausrichten. Aber im ersten Fall ist eigentlich klar, daß sich Anwälte wie Fliegen auf die Ka... stürzen.

Grüße, Tommy
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Re: Tesla wegen "Autopilot"-Werbung verklagt

von AKS » 30. Okt 2019, 14:01

Klage gegen Tesla: „Unter den Beschwerdeführern ist auch ein deutscher Konkurrent“

Es ist traurig, mit solchen Mitteln zu arbeiten.

Klar, für den ein oder anderen mag das sein, nur als wir damals das Model x gekauft haben, waren wir von der Idee und der Technik begeistert und sind es bis heute noch.

Der FSD wird schon kommen, nur ist hier auch die Politik gefragt, es gibt wenig Ideen und Umsetzungen bei diesen Thema.
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Re: Tesla wegen "Autopilot"-Werbung verklagt

von ChrEgger » 30. Okt 2019, 14:21

Wie immer bei solchen Meldungen sollte man erst Mal hinschauen, wer hinter der Organisation steht. Wenn wir uns die Mitgliederliste der Wettbewerbszentrale anschaut, dann fallen mir folgende Mitglieder auf:

BMW Bayerische Motoren Werke AG
Daimler AG
Ford-Werke GmbH, Köln
Volkswagen AG

Nicht dabei: Tesla

Ich will ja hier nicht das Weltbild einiger Mitglieder des TFF kaputt machen, aber Organisationen arbeiten in erster Linie für die Interessen ihrer Mitglieder - die würden ja ansonsten sich nicht die Mühe machen Mitglied zu werden und Geld zu bezahlen. Es ist daher eher unwahrscheinlich, dass die Wettbewerbszentrale primär im Interesse der Konsumenten handelt.

Für deutsche Automobilindustrie ist diese Aktion eher ein Armutszeugnis.

Für Tesla bedeutet das, dass man ein ernstzunehmender Konkurrent für die bestehenden Hersteller geworden ist. Ich interpretiere das so, dass Tesla mittlerweile auf einem Niveau ist, mit dem man nicht mehr so einfach konkurenzieren kann und nun rechtliche Mittel in die Hand nehmen muss.
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Re: Tesla wegen "Autopilot"-Werbung verklagt

von em.zwei » 30. Okt 2019, 14:43

Mal davon abgesehen, dass ich immer noch nicht weiß, was in der Klageschrift tatsächlich steht, ist es inzwischen leider so, wie schon einige hier geschrieben haben: Verklagt zu werden bedeutet in erster Linie einmal, dann man ernsthaft wahrgenommen wird.

Und nur weil sich einen Organisation "Wettbewerbszentrale" nennt, heißt das ja noch lange nicht, dass dieser Organisation Fairness zum Vorteil der Verbraucher tatsächlich am Herzen liegt. Wenn ich mir die Mitgliederliste, die hier diskutiert wurde, so ansehe, dann denke ich mir mein Teil, dass diese Organisation für ein Ziel haben könnte.
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Re: Tesla wegen "Autopilot"-Werbung verklagt

von de_do » 30. Okt 2019, 14:44

... da sehe ich schon wieder die Schlagzeile: "Tesla wird verklagt wegen unzulässiger bli bla blub.....

Dass da die ewig gestrigen dahinterstecken, die einen innovativen Konkurrenten ausschalten wollen wird man da sicher nicht lesen....
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Re: Tesla wegen "Autopilot"-Werbung verklagt

von Cliffideo » 30. Okt 2019, 15:53

Kumasasa hat geschrieben:Der Autopilot eines Flugzeugs hält typischerweise stupide Höhe und Kurs, kann bei entsprechend ausgerüsteten Flughäfen auch automatisch landen.

Und nicht Mal diese Info ist richtig:
Beim aktuellen ILS CAT IIIb beträgt die Entscheidungshöhe 50 ft und die Landebahnsicht mindestens 50 m.
Trifft nur eines dieser Einschränkungen, z.B bei Nebel nicht zu, darf der Pilot gepflegt durchstarten und sich einen anderen Landeplatz suchen.
Das ILS CAT IIIc mit 0 ft Entscheidungshöhe und 0 m Sichtweite ist aktuell nicht zugelassen.

Vielleicht sollte diese Wettbewerbsbehörde auch Mal Airbus und Boeing verklagen, weil ja jeder zu wissen glaubt, dass Flugzeuge bei Null Sicht landen können? Sowas darf man dann doch nicht Autopilot nennen, sondern besser Landeassistent??
 
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Re: Tesla wegen "Autopilot"-Werbung verklagt

von Frischling » 30. Okt 2019, 16:14

Das Gericht wird doch nicht befangen sein - und eine Klage ist nichts so außergewöhnliches, die DUH macht das oft auch in anderen Bereichen.

Wenn an den Vorwürfen juristisch nichts dran ist, dann entstehen Tesla keine Nachteile.
 
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