Schlechte Bremswirkung bei Vollbremsung.

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Re: Schlechte Bremswirkung bei Vollbremsung.

von MartinBreun » 19. Mai 2018, 10:47

Vielen Dank für Euer Mitgefühl, nach meinem Kenntnisstand gab es nur leicht Verletzte mit Schleudertrauma (was man allerdings nicht unterschätzen darf) und Prellungen. Zum Glück deutet derzeit nichts auf bleibende Schäden hin.
Die Straße und Bremsen waren trocken. Da ich bereits 100km gefahren bin, kann ich mir auch nicht verschmutzte Bremsbeläge vorstellen.

@ UTs: wenn ich ein neues Fahrzeug habe teste ich bei freier Autobahn die Bremsen mit mehreren Bremsungen von über 200 auf 100 km/h. Natürlich beobachte ich dabei ob ich jemanden hinter mir habe, um niemanden zu gefährden. Gerade nachts gibt es genug freie Autobahnen mit ausreichender Strecke ohne Tempolimit. Beim MX habe ich es leider nicht gemacht.

@George: ich kann auch meine kurzen Fahrten über 200 an einer Hand abzählen, nur ist leider der Unfall bei so einer kurzen Fahrt passiert. Eine uneinsichtige Fahrweise habe ich definitiv nicht, da ich die mehreren Vollbremsungen nicht machen musste sondern freiwillig gemacht habe um ein Gefühl für das Auto zu bekommen. Früher bin ich mit den Verbrennern schneller gefahren. Seit ich Tesla fahre genieße ich das Cruisen und reise viel stressfreier. Normalerweise fahre ich Richtgeschwindigkeit, gerade in Bezug auf die Reichweite da ich zu 90% Langstrecken fahre.
So ein Unfallbericht ist natürlich immer eine subjektive Erzählung, hinzu kommen Erinnerungslücken durch den Schock. Das Stauende war nach einer leichten Kurve mit Böschung am Mittelstreifen.
Bei Nässe über 200 zu fahren ist Selbstmord. Ich hatte sogar einmal bei Starkregen mit meinem Golf3 als Student damals Aquaplaning bei Tempo 50 (zähfliessender Verkehr, passiert ist damals zum Glück nichts).

@past_petrol: das ABS griff sofort, aber nach dem gefühlten halben Bremsweg hörte das ABS auf am Pedal zu vibrieren, die Räder haben zu keinem Zeitpunkt blockiert. Die Bremswirkung hat nachgelassen, vielleicht hat deshalb das ABS aufgehört zu arbeiten. Ich bin kein KFZ-Techniker, habe aber mit jemandem gesprochen der für einen großen Autohersteller arbeitet und er ist der Meinung, dass der Unfall wahrscheinlich wegen einem Bremsendefekt entstand. Vielleicht bringt hier das Gutachten Aufklärung.

@segwayi2: laut oben genannter Person müssen Autos aus ihrer Höchstgeschwindigkeit problemlos bis 0 bremsen. Ich verlasse mich nach dieser Erfahrung nicht mehr darauf!

@alle: Meine Konsequenz ist, dass ich nur noch Richtgeschwindigkeit fahre und keine Ausnahmen mehr mache und möchte alle motivieren dies auch zu tun. Hätte ich mich daran gehalten, wäre vielleicht der Unfall nicht passiert, bzw. leichter verlaufen.
Ich wünsche jedenfalls allen eine gute und unfallfreie Fahrt!
 
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Re: Schlechte Bremswirkung bei Vollbremsung.

von MartinBreun » 19. Mai 2018, 10:52

@Guillaume: ich bin ca. 10km so schnell gefahren, davor Richtgeschwindigkeit, bzw. das Tempolimit.
 
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Re: Schlechte Bremswirkung bei Vollbremsung.

von steuerzahler » 19. Mai 2018, 11:38

Hallo
Nachts auf der Autobahn den Wagen von 200km/h innerhalb der Sichtweite zum Stehen zu bringen würde ich nie schaffen!
Gruss Urs
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Re: Schlechte Bremswirkung bei Vollbremsung.

von MartinBreun » 19. Mai 2018, 12:18

@Steuerzahler: bitte genau lesen! Ich habe nicht zum Stillstand geschrieben sondern auf 100km/h abbremsen, das ist ein großer Unterschied.

Ich finde es schon heftig in welche Ecke man von manchem Foristen gestellt wird, da sollten mal manche ihre Posts kritisch hinterfragen. Es kommen Anschuldigungen oder Verdächtigungen ohne jegliches Hintergrundwissen. So etwas finde ich sehr bedauerlich.
Aus diesem Grund werde ich keinerlei Posts zu diesem Thread mehr beantworten und würde mich im nachhinein nicht mehr an diesem Thread beteiligen. Ich habe besseres zu tun als mich hier verteidigen zu müssen.
Eigentlich wollte ich mit meinem Post verdeutlichen, dass man vorsichtiger fahren sollte und sich nicht auf die Technik verlassen kann. :(

Bedanken möchte ich mich für die sachlichen Beiträge, wie z.B. von Mathie
Zuletzt geändert von MartinBreun am 19. Mai 2018, 12:44, insgesamt 1-mal geändert.
 
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Re: Schlechte Bremswirkung bei Vollbremsung.

von Mathie » 19. Mai 2018, 12:40

steuerzahler hat geschrieben:Hallo
Nachts auf der Autobahn den Wagen von 200km/h innerhalb der Sichtweite zum Stehen zu bringen würde ich nie schaffen!
Gruss Urs

Wenn andere Autos unterwegs sind, deren Rückleuchten Du sehen kannst (oder die Fahrbahn wegen Reflektoren und Fremdlicht z.B. Mond ausreichend erkennbar ist), darfst Du in DE nachts auf Autobahnen schneller fahren, als es die Reichweite des Abblendlichts allein erlauben würde.

https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__18.html

Wenn Du mit Fernlicht in sonst du klar Nacht fährst, kommt es auf die Reichweite des Fernlichts an. Lt. ADAC beträgt die bei LED und Xenon etwa 240 m:

https://www.adac.de/infotestrat/adac-im ... steme.aspx

Das ist etwas mehr als der Anhalteweg bei 200 km/h

https://www.johannes-strommer.com/rechn ... indigkeit/

Gruß Mathie
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Re: Schlechte Bremswirkung bei Vollbremsung.

von Gerdi » 19. Mai 2018, 13:43

Ich tippe das ganze ist einfach Bremsfading.

Auf der Autobahn mit mehr als 200km/h bedeutet meist, dass man öfter bremsen muss und zwar meist eine große Geschwindigkeitsdifferenz. Wenn man das paar mal macht kann es passieren, dass die Beläge Fading aufweisen. Fading ist eine nachlassende Bremswirkung aufgrund von Überhitzung/Ausgasung.

Siedende Flüssigkeit würde eigentlich ein Bremspedal mit sich ziehen was auf den "Boden sackt".

Die meisten Strassenfahrzeuge haben dieses Problem wenn man sie auf der Bremse hart ran nimmt.
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Re: Schlechte Bremswirkung bei Vollbremsung.

von Snuups » 19. Mai 2018, 13:56

Ist es nicht eher so das grundsätzlich Fahrt auf Sicht gilt? Dann muss man mehr Abstand halten als der 'Anhalteweg' zum Vordermann. Der könnte nämlich in der Tat abrupt zum stehen kommen. Sein Bremsweg ist nur dann signifikant wenn der nicht selber auf ein Hindernis trifft.

Ich brauche die Bremse auf der Autobahn fast gar nicht. Die Rekuperation reich fast immer aus. Mit fast meine ich wirklich fast wie selten oder seltenst.
Liebe Grüsse
Snuups

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Re: Schlechte Bremswirkung bei Vollbremsung.

von Mathie » 19. Mai 2018, 14:02

Snuups hat geschrieben:Ist es nicht eher so das grundsätzlich Fahrt auf Sicht gilt? Dann muss man mehr Abstand halten als der 'Anhalteweg' zum Vordermann. Der könnte nämlich in der Tat abrupt zum stehen kommen. Sein Bremsweg ist nur dann signifikant wenn der nicht selber auf ein Hindernis trifft.

Dazu gibt es ein BGH-Urteil. In DE darf man den Bremsweg des vorausfahrenden Wagens, den dieser bei einer Vollbremsung benötigt, mit in den eigenen Anhalteweg einrechnen.

Der BGH (Urteil vom 09.12.1986 - VI ZR 138/85) hat entschieden:
Auf Autobahnen muss der Abstand zu einem vorausfahrenden Kfz nach § 4 Abs.1 S.1 StVO in der Regel so groß sein, dass auch dann hinter ihm gehalten werden kann, wenn das vorausfahrende Fahrzeug plötzlich gebremst wird. Jedoch ist nicht mit einem "ruckartigen" Stehenbleiben zu rechnen; vielmehr kann der nachfolgende Fahrer, wenn keine besonderen Umstände dem entgegenstehen, den vollen Weg einer Notbremsung des Vorausfahrenden bei Bemessung seines Abstands einkalkulieren.
https://www.verkehrslexikon.de/Texte/AuffahrBAB2.php

Gruß Mathie
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Re: Schlechte Bremswirkung bei Vollbremsung.

von Snuups » 19. Mai 2018, 14:05

Wieder was gelernt, danke dir.
Liebe Grüsse
Snuups

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Re: Schlechte Bremswirkung bei Vollbremsung.

von egn » 19. Mai 2018, 17:34

Das Problem in einer solchen Situation ist dass man wenn die Bremslichter des Vordermanns aufleuchten, und man nicht sofort den Grund des Abbremsens erkennt, gar nicht so voll auf die Bremse tritt wie der Vordermann. Wenn man das dann erkennt ist es eventuell schon zu spät, weil dann der Bremsweg nicht mehr ausreicht.

Da hilft nur auf unübersichtlichen Strecken viel mehr Abstand zu lassen, oder noch besser gleich langsamer zu fahren. Ich hatte ähnliche Situationen auch schon bei geringerem Tempo, und mich hat dann nur der viel größere Sicherheitsabstand gerettet.

Dass aber die Bremsleistung so stark nach lässt dass das ABS nicht mehr regelt habe ich bei aktuellen Fahrzeugen noch nicht erlebt. Das sollte auf jeden Fall überprüft werden.
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