Niedergang der deutschen Autoindustrie

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Re: Niedergang der deutschen Autoindustrie

von Noyan » 11. Dez 2019, 18:10

Es geht für mich um die Welt und nicht um die deutsche, schweizerische oder amerikanische Industrie.

Ich wünsche als Mitteleuropäer, dass wir hier die Kurve kriegen und umweltfreundlichste Automobile bauen. Dazu noch unseren Wohlstand behalten.

Wenn irgendein Industriezweig hier kontraproduktiv ist und sich nicht bewegen möchte, dann sollen sie ruhig niedergehen, je eher, desto besser.
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Re: Niedergang der deutschen Autoindustrie

von volker » 11. Dez 2019, 18:20

Es reicht, wenn der Bau von übergewichtigen* Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor nieder geht. Die Industrie wird künftig weniger Autos bauen: umweltfreundliche hergestellte, elektrisch angetriebene, autonom fahrende Personentransporter. Ob diese Industrie in D sitzt, weiß ich noch nicht. Da die Stückzahlen an PKW vor einer massiven Schrumpfkur stehen (-70% in den G7 Ländern), ist die Autokrise von 2008 (-10%) nur ein laues Lüftchen im Vergleich zu dem Sturm, der gerade aufzieht.

Zu den Jobs: Es werden händeringend qualifizierte Arbeitskräfte in allen möglichen Branchen gesucht. Wer als Motorenentwickler seine Qualifikation nicht für einen neuen Job anwenden kann, für den kann es hart werden und er muss sich gründlich neu orientieren und vielleicht auch mit weniger Gehalt auskommen. Aber der Umbruch kann alle Branchen treffen - wieso soll da die Autoindustrie zur Sonderschutzzone gemacht werden?

*) Mein Tesla Model S der ersten Stunde ist mir mit 2,1 Tonnen auch 350kg zu schwer.
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Re: Niedergang der deutschen Autoindustrie

von RobT » 11. Dez 2019, 18:21

Giftgruen hat geschrieben:
Es geht hier nicht um einen anonymen Feind namens "deutsche Automobilindustrie" ( das schreibt sich ja so leicht ) sondern irgendwann dann eben auch um Hänschen Müller und Lieschen Maier die ihre Hütte nicht mehr abbezahlen können weil der Job bei VW futsch ist.

Ein pauschales "die neue Stelle sollte kein Problem sein" - das klingt nicht nur zynisch, das IST zynisch.
Die allermeisten der Beschäftigten in diesen Unternehmen können ja herzlich wenig dafür dass die Konzernspitzen geschlafen haben.

Als würden nicht letzten Endes doch alle in einem Boot sitzen - Hänschen Müller und Lieschen Maier und der Tesla-Forist.


So hart es kling, aber Hänschen Müller und Lieschen Maier werden lernen müssen, das der industrielle Wandel inzwischen auch bei der deutschen Automobilindustrie angekommen ist. Ein Job in der Motorenproduktion bei VW oder beim Daimler am Band ist nicht ein Leben lang garantiert.

Und nein, wir sitzen nicht alle in einem Boot. Es wird der/diejenige einen Job haben, der in der Lage ist, sich anzupassen. Wer das nicht schafft, wird vielleicht auch seine Hütte verlieren.

Das ist in vielen anderen Branchen und Ländern bereits der Fall, in Deutschland hat man sich sehr lange auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausgeruht. Insbesondere bei der Mobilität wurde der Wandel nicht nur verschlafen, sondern - zum Schluss durch Betrug - aktiv versucht hinauszuzögern. Der Fehler liegt nicht nur bei den Unternehmens-Managern, sondern mE auch bei der Regierung.
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Re: Niedergang der deutschen Autoindustrie

von BalticTesla » 11. Dez 2019, 18:37

Wacht auf, ganze Regionen sind abhängig von der Verbrennerkultur. Wolfsburg, Regensburg, Ingolstadt, Emden etc..
Die Produkte passen nicht mehr. Unsere Kinder haben keinen echten Bezug mehr zu den Brummern, einfach zu alt, zu laut, zu dreckig.
Da die Strategie zu fahren, ab 2020 ein paar umgefrickelte Verbrenner E Kisten dagegen zu setzen, ist verantwortungslos. Die Entscheider dieser desolaten Firmenstrategie werden die Verarmung ehemals steinreicher Regionen in ihr Stammbuch schreiben können.
Das in diesem Monat die Verkäufwr Däumchen drehen, ist ja noch egal, das die in diesen gewollten Leerlaufzeiten nicht geschult werden, ist ein Skandal. Das sieht für mich so aus, dass die Verkäufer schon raus sind, es nur noch nicht wissen.
Mal schauen, ob wenigstens Diess noch was gedreht bekommt...
Viele Grüße von der Ostsee!

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Re: Niedergang der deutschen Autoindustrie

von smackopa » 11. Dez 2019, 18:42

Mal noch ein Beispiel, ich kenne jemand sehr gut, der an der Verteilung der 1 Milliarde Fördergelder (ab Mai 2016) für die E-Mobilität an vorderster Front auf Behördenseite involviert war. Der hatte unter anderem mit den großen 4 direkt am Tisch gehockt um Projekte zu genehmigen.

Auf meine Frage warum er immer noch, 2019, kein E-Auto fährt obwohl er damals selbst einen 50KW Lader vor seine Dienstelle hat bauen lassen kam die Antwort, mit dem Kabel Gefummel will er nichts zu tun haben er wartet auf Wasserstoff :D.

Man kann davon ableiten das die 1 Milliarde zum Fenster raus geworfen wurden, naja vll. ist ja der ein oder andere Euro beim VW Lieschen angekommen :mrgreen:

Das kann auch schon mal sein das nicht nur ein ganzer Industriezweig falsch liegt sondern eine ganze Nation :geek:
Gruß,
Roman.

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Re: Niedergang der deutschen Autoindustrie

von Giftgruen » 11. Dez 2019, 18:50

Ja, das klingt so wunderbar logisch und stromlinienförmig.

Dummerweise macht uns gerade die halbe Welt vor was passiert wenn man Hänschen Müller und Lieschen Maier dieser
"Lerne schnell, passe Dich an den Markt an, sonst verlierste eben Deine Hütte. Pech." - Logik aussetzt:

Viele Lieschen Maiers und Hänschen Müllers werden dann schnurstracks ignorante Idioten a la Trump wählen die ihnen
den Klimawandel schönreden und politische Konsequenzen nicht nur unvollkommen umsetzen ( wie das hierzulande ja leider durchaus ist ) sondern schlichtweg komplett verweigern.

Dann können wir gebildeten und einsichtigen intellektuellen Klugscheißer ;-) und mit unseren hübschen Elektromobilen und PV-Anlagen zwar pudelwohl fühlen, so wie das der kalifornische Teslafahrer womöglich auch tut, das wird aber nichts helfen. Weil dann früher oder später irgendein ignoranter Arsch vom rechten Rand genügend Bundestagssitze hinter sich hat, dass er jedwede klimapolitisch ( und auch langfristig industriepolitisch ) sinnvolle Maßnahme torpedieren wird.

Marktpolitisch im klassisch liberalen Sinne stimmt das was ihr schreibt.
Wenn wir über den Niedergang einer ganzen Branche reden, dann reden wir aber nicht nur über Klimapolitik oder liberale Marktpolitik.
Dann reden wir über ganz andere Dinge.

Schaut Euch doch mal um. Ist doch in zunehmend vielen Ländern schon Realität !?

Ich glaube dass man Bevölkerungsmehrheiten mitnehmen muss wenn man die Zukunft erfolgreich gestalten möchte.
Neoliberale Kaltschnäuzigkeiten werden dass eher torpedieren als unterstützen.
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Re: Niedergang der deutschen Autoindustrie

von fränki1 » 11. Dez 2019, 18:57

volker hat geschrieben:Es reicht, wenn der Bau von übergewichtigen* Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor nieder geht. Die Industrie wird künftig weniger Autos bauen: umweltfreundliche hergestellte, elektrisch angetriebene, autonom fahrende Personentransporter. Ob diese Industrie in D sitzt, weiß ich noch nicht. Da die Stückzahlen an PKW vor einer massiven Schrumpfkur stehen (-70% in den G7 Ländern), ist die Autokrise von 2008 (-10%) nur ein laues Lüftchen im Vergleich zu dem Sturm, der gerade aufzieht.

Zu den Jobs: Es werden händeringend qualifizierte Arbeitskräfte in allen möglichen Branchen gesucht. Wer als Motorenentwickler seine Qualifikation nicht für einen neuen Job anwenden kann, für den kann es hart werden und er muss sich gründlich neu orientieren und vielleicht auch mit weniger Gehalt auskommen. Aber der Umbruch kann alle Branchen treffen - wieso soll da die Autoindustrie zur Sonderschutzzone gemacht werden?

*) Mein Tesla Model S der ersten Stunde ist mir mit 2,1 Tonnen auch 350kg zu schwer.

Volker hat es doch schon ganz richtig angerissen. Die Welle, die hier naht wird viel mehr wegspülen, als nur die dicken Verbrenner. Ein Dutzend verschiedene E-Motoren können locker die gesamte Individual Mobilität abdecken. Federn, Bremsen Stoßdämpfer usw. werden prozessorgesteuerte Magnetsysteme. Das Gleiche gilt für die Bremsen. Wenn ich kurzzeitig sehr hohe Energiemengen bereitstellen kann, lassen sich so sogar "Knautschzonen" und Stoßstangen darstellen. Aktive Sicherheitssysteme werden die "Panzer" restlos verdrängen. Ist der Speicher erst klein und leicht genug, werden 100 bis 200 Kg Fahrzeuggewicht pro Person schon das Ende der Fahnenstange sein. Autonome Systeme werden das Privatfahrzeug stückweise verdrängen. 1 Mill km werden dann bei rollender Woche von einem Fahrzeug in fünf Jahren realisiert. Damit sinkt der Fahrzeugbedarf unter 20%. Es beginnt einfach ein neues Mobilitätszeitalter.
Und zu allem Überfluss ist diese ganze neue Technik auch noch ideal für die Massenproduktion. Da verschwinden nicht 10 oder 20% der Poduktionsarbeitsplätze. Das werden eher 80 bis 90% sein. Und im Sekundärbereich, Vertrieb, Wartung aber auch Kraftfahrer usw. wird es fast noch dramatischer werden. Es wird also sehr spannend. Aber trotzdem würde ich mich freuen, wenn gerade wie Deutschen wieder etwas mehr Patriotismus an den Tag legen würden.
 
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Re: Niedergang der deutschen Autoindustrie

von Dringi » 11. Dez 2019, 20:52

fränki1 hat geschrieben:Aber trotzdem würde ich mich freuen, wenn gerade wie Deutschen wieder etwas mehr Patriotismus an den Tag legen würden.


Warum? Ich will für mein Geld DAS BESTE. Ich kaufe bei dem der DAS BESTE bietet. Du lamentierst hier rum, dass die Deutsche Automobilindustrie gerettet werden muss.

Mach Du doch mal eine Ansage:
- Von wem ist ein Handy? Gigaset oder Samsung (*)?
- Von wem ist Dein TV? Loewe oder Panasonic(*)?
- Von wem sind Deine Klamotten? Trigema oder Billigzeug aus Bangladesh?
- Von wem sind Deine Mödel? Rolf Benz oder Ikea?
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Auslieferung am 01.04.2019. Ein "April-Scherz" der Dauer-Grinsen macht.

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Re: Niedergang der deutschen Autoindustrie

von Burton » 11. Dez 2019, 21:17

Ich sehe auch dunkle Wolken am Horizont für die vielen Betroffenen in den Autowrrken in DE. Das sah EM wohl auch so, vielleicht deswegen die GF4 bei uns im Lande?

Ja dann ist ja gut, dass ich meinen Fachanwaltskurs im Arbeitsrecht absolviert habe. Gibt demnächst viel zu tun...
 
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Re: Niedergang der deutschen Autoindustrie

von fränki1 » 11. Dez 2019, 21:37

Dringi hat geschrieben:
fränki1 hat geschrieben:Aber trotzdem würde ich mich freuen, wenn gerade wie Deutschen wieder etwas mehr Patriotismus an den Tag legen würden.


Warum? Ich will für mein Geld DAS BESTE. Ich kaufe bei dem der DAS BESTE bietet. Du lamentierst hier rum, dass die Deutsche Automobilindustrie gerettet werden muss.

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(*) Samsung Panasonic & Co stehen für eine ausländische Marke die was besseres baut.

Es ist zwar OT, aber ich muss mich schon wundern , dass du Patriotismus ausschließlich am Kaufverhalten festmacht. ;)
Aber auch hier muss ich dich enttäuschen.
Meine Möbel stammen im Funktionalbereich , Küche Schlafzimmer Büro alle aus Deutschland. meist Hülsta und Miele.
Ansonsten stehe ich auf italienische Stilmöbel
Im Video und Audiobereich habe ich in der Tat komplett Loewe
Bei den Klamotten kaufe ich europäische Produkte, allerdings kein Trigema.
Beim Smartphone habe ich allerdings das Original, also Apple.
Übrigens kauft du auch nicht bei den , der das beste bietet, sondern das, was du dir leisten kannst ;)
 
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