Verlust von Arbeitsplätzen – Was ist dran?

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Re: Verlust von Arbeitsplätzen – Was ist dran?

von BurgerMario » 16. Mär 2019, 17:37

Es werden Stellen wegfallen, woanders aufgebaut.
Es kommen neue Leute, andere gehen in Rente.
Ein Industriezweig kommt und geht auch wieder ( PV in D z.b.)

Es wird für alle etwas geben.
Und wer flexibel ist findet auch Arbeit.
Die Veränderung fängt immer im Kopf an.
Wer sich der Zukunft sperrt, wird nicht dort ankommen.

Grüße
Mario
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Re: Verlust von Arbeitsplätzen – Was ist dran?

von Teatime » 16. Mär 2019, 23:04

VAG beginnt gerade im großen Stil Leistungen und Materialien aus den USA, Korea und China zuzukaufen. Dieses Geld fließt natürlich aus Deutschland, aus Europa, ab und es wird versucht anderweitig einzusparen.
Aktuell werden gerade auf EU-Ebene die Beschlüsse und Weichen für autonomes Fahren gestellt. Der dazu vorgegebene Weg soll anders aussehen als er zur Zeit in China und den USA beschritten wird. Wird hier versucht weit fortgeschrittene Mitbewerber auszubremsen?
Denn wenn Level 5 fahren verfügbar wird dann - dann werden die Autoverkäufe innerhalb weniger Jahre radikal einbrechen und die aktuelle Debatte ob durch Umstieg auf Emobilität einige Arbeitsplätze verloren gehen könnten wird im nachhinein betrachtet belanglos erscheinen.
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Re: Verlust von Arbeitsplätzen – Was ist dran?

von Nobody4711 » 17. Mär 2019, 07:34

Meint wirklich jemand das das ein Problem der Autoindustrie ist!

Das ist ein Mensch Problem, ein wohlfühlen und Komfort problem. Ein das war immer so und so soll es bleiben problem.

Ich erlebe es täglich, nur keine Veränderung, Veränderung ist doof, aber ich hätte gerne das neueste Handy, den Internet Ferseher, die Haussteuerung für die Heizung, ich will nicht Holz Hacken und mein Essen selber Erlegen, ausnehmen und dann zubereiten, aber ich auf der Arbeit will keine Veränderung außer am Gehalt nach oben.

Richtig, da passt was nicht!

Und wenn ich sehe das Reparaturwerkstäten heute „Fachleute“ haben für Elektronik die nur einen Diagnose Stecker ans Steuergerät Stecken können und nicht in der Lage sind wirklich was zu überprüfen, scheint mir das Problem hier auch sehr lange gewachsen zu sein, und wenn mir diese Fachkraft dann erklärt wieso Elektromobilität scheisse ist und ich mich schämen sollte so einen scheiss Tesla zu fahren fange ich an wenig Mitleid zu bekommen.

Wenn ich Dummer Blöder Kunde ihm dann auch noch erklären muss das sein Diagnose gerät ihm nicht hilft den Kabelbruch an der Heckklappe zu finden bin ich an einem Punkt wo ich mich besser nicht mehr Äussere.

Wir haben ein Mensch , Kopf, Wahrnehmungs Problem, und da andere Menschen bereit sind sich zu verändern, und bereit sind weiter zu lernen, wird die Produktion dahin gebracht wo Menschen wollen.

Wenn ich mitbekomme das Menschen über die Gewerkschaft Arbeitsplatz Garantien wollen, aber bitte keine Veränderung aber mehr Lohn sagt mir mein Kopf das wird nicht gehen, hier ist ein Fehler. Wieso stellen die Hersteller die zurüstende nicht selber her, das ist billiger, richtig, eine Zulieferfirmen wo sich Mitarbeiter gewerkschaftlich organisieren kann man pleite gehen lassen, da hilft wie Vereinbarung nichts wenn der Laden platt ist, und das ist nicht nur in der Automobil Industrie so, nur die meinen die wären der einzige Job Motor in Deutschland und wurden bisher so behandelt, wenn der Zweig pleite geht, hätte das Handwerk keinen Fachkräfte Mangel mehr, nur wollen die Leute nicht.

Wenn die Menschen in Deutschland nicht lernen umzudenken und von ihrem hohen Ross kommen, wird es hier noch sehr unangenehm werden.
 
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Re: Verlust von Arbeitsplätzen – Was ist dran?

von Hein Mück » 17. Mär 2019, 22:08

BurgerMario hat geschrieben:Es werden Stellen wegfallen, woanders aufgebaut.
Es kommen neue Leute, andere gehen in Rente.
Ein Industriezweig kommt und geht auch wieder ( PV in D z.b.)

Es wird für alle etwas geben.
Und wer flexibel ist findet auch Arbeit.
Die Veränderung fängt immer im Kopf an.
Wer sich der Zukunft sperrt, wird nicht dort ankommen.

Genau so ist das.

Und ein E-Auto, ist ein Auto, ist ein Auto und ist ein Auto. Auch das muss gewartet werden (Insbesondere wenn die Garantie dran hängt; Tesla mag das anders halten, aber z. B. Kia/Hyundi alle 15.000 (bitte ggf. korrigieren)). Ja, es gibt weniger Verschleißteile bzw. die die Klassiker (Bremsen) werden weniger belastet oder sind nicht vorhanden (Kupplung). Aber es wird neue Verschleißteile geben. E-Autos sind schwerer und haben ein enormes Drehmoment. Da muss ein Fahrwerk Höchstleistung bringen. Ob die immer optimal dimensioniert sind ... (ich denke da an unsere Zoe ... ). Probleme werden die Freien bekommen, wenn sie keine Chance auf den ganzen, verdongelten Krempel erhalten.

Und E-Autos nicht komplex? Nur weil da keine zu Verbrenner drin ist? Kann ich nicht nachvollziehen. Sicherlich sind keine Düsen und Luftkanäle zu steuern, aber die Software, die den ganzen Laden orchestriert ist mit Sicherheit nicht weniger komplex. Und ob es simpel ist, beim M3 den Inverter zu tauschen bzw. ihn instand zu setzen? Ob das einfacher ist, als ein DSG zu reparieren? Glaube ich irgendwie nicht. BTW: Porsche plant - soweit ich mich entsinne - bereits wieder ein Getriebe ...

Natürlich werden einige Zulieferbereiche (wurden oben schon genannt) wegfallen. Auch die Motorenproduktion wird leiden. Aber wir reden hier von Jahren oder eher Jahrzehnten. Zeit genug!

Einige Studien sprechen von 70%(!) Arbeitsplatzreduktion im Automobilbereich durch den Umstieg auf E-Autos. Solange wir unser Mobilitätskonzept/anspruch nicht komplett umstellen (sprich: nur noch exakt die Anzahl Autos bauen, die die Gesellschaft benötigt*), halte ich das für kompletten Blödsinn.

Bye Thomas

* Also eins für mich, das Andere ist für den Rest :-)
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Re: Verlust von Arbeitsplätzen – Was ist dran?

von volker » 22. Mär 2019, 09:29

Ich zitiere mal ein paar Beiträge aus dem KBA-Thread, gehört thematisch eher hierher:
anaron hat geschrieben:Bei CleanTechnica gab es einen guten Artikel dazu:

The Osborne Effect On The Auto Industry | CleanTechnica


Toller Artikel mit einer sehr ernüchternden Analyse.

anaron hat geschrieben:VW wird die Kurve meiner Meinung nach noch bekommen. Der Porsche Taycan, VW ID3, VW Bully ID, Skoda Vision E und der Seat El-Born sind alles interessante Fahrzeuge die in die richtige Richtung gehen. Als einzige Hürde sehe ich da die Batterieversorgung. Da Volkswagen sich aber nicht scheut richtig viel Geld in die Hand zu nehmen denke ich das sie das lösen werden, wenn auch unter Umständen nicht optimal.

Bei Daimler, BMW und insbesondere Ford sehe ich das kritischer. BMW will ja in 2030 noch 50% Verbrenner verkaufen... Da ist der Groschen offensichtlich noch nicht gefallen.


Die Kernaussage des Artikels ist, dass es für die etablierten Hersteller keinen Ausweg gibt:

* Sie können nicht zu früh mit der Produktion von Batterie-Autos anfangen, weil Batterien noch zu teuer sind.
* Sie können nicht später einsteigen, weil in der Zeit dazwischen niemand mehr ihre Verbrenner kauft.

Nur die kleinen Startups kommen durch, weil sie keine Altlasten haben. Für die etablierten sind Umsatzeinbrüche von 10% schon Krise - das hat man 2008 gesehen - hier geht es um 25% oder noch mehr.

Eine Möglichkeit: VW überträgt seine Werke und seine gewerkschaftlich organisierten Arbeiter in eine Auffanggesellschaft ("Bad VW"), die wird an den Staat übertragen und abgewickelt. Der Rest ("New VW") macht als Startup weiter, nimmt die Kronjuwelen mit (Kapital, Patente, Lieferantennetz) und stellt sich ohne IG Metall neu auf.

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Re: Verlust von Arbeitsplätzen – Was ist dran?

von SebastianR » 22. Mär 2019, 20:14

volker hat geschrieben:Nur die kleinen Startups kommen durch, weil sie keine Altlasten haben. Für die etablierten sind Umsatzeinbrüche von 10% schon Krise - das hat man 2008 gesehen - hier geht es um 25% oder noch mehr.


Hier eine Umfrage aus Australien:

https://thedriven.io/2019/03/20/aussies ... -new-cars/

Demnach verzoegern mehr und mehr Autokaeufer ihren Kauf, weil sie auf ein BEV warten...
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Re: Verlust von Arbeitsplätzen – Was ist dran?

von Sucseeker » 22. Mär 2019, 21:03

VW hat alleine in Polen 9 Werke.
Es müsste in Deutschland keiner, wirklich kein einziger wegen der aufkommenden E-Mobilität entlassen werden.
Wenn dies passiert, dann nur aus Profitgier. Zitat VW-Konzernchef Diess: "EBIT macht frei".

Grüße SuCseeker

Link: https://www.volkswagen-karriere.de/de/u ... land.html#
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Re: Verlust von Arbeitsplätzen – Was ist dran?

von Teatime » 22. Mär 2019, 21:29

Der nächste große Automobilzulieferer kündigt einen Stellenabbau von 20% seiner Mitarbeiter in Deutschland an.

https://www.automobilwoche.de/article/2 ... schland-ab

hat aber mit Emobilität nichts am Hut sondern produziert an diesen Standorten Reifen...

Das weltweit größte Motorenwerk ist nicht in Deutschland sondern in Ungarn.

Der Stellenabbau ist schon lange in Gange. Durch den gerade auf EU-Ebene in Beschluß gehenden europäischen Weg punkto autonomen Fahren wird sich Europa in der Hinsicht wohl ein paar Jahre länger abschotten können und ein paar Autos mehr produzieren, global aber wahrscheinlich deutlich an Boden verlieren.

Hier eine Einschätzung von S&P Global wie 13 große Autozulieferer auf den Wandel hin zu EV aufgestellt sind:
Aisin Seiki Co, Aptiv, BorgWarner, Bosch, Continental, Dana, Delphi Technologies, Denso Corp., Faurecia, Schaeffler, Tenneco, Valeo and ZF Friedrichshafen AG – and what the EV transition may mean for them.
https://thedriven.io/2019/02/22/transit ... port-says/
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Re: Verlust von Arbeitsplätzen – Was ist dran?

von Disty » 23. Mär 2019, 22:53

Orakis hat geschrieben:
Ich hatte erwartet wenn unsere Premiummarken Mercedes, BMW, Audi einen Konkurrenten zu Tesla rausbringen, das dieser Wagen mindestens 1000km schafft. und nicht 400 km wie ein Model S das es schon seit 2012 gibt.

Armes Deutschland....

Mit welchem Fachwissen sollten Die sowas schaffen wenn andere Firmen welche schon seit mehr als einem Jahrzehnt Erfahrung das nicht schaffen ???
Oder meinst du das die Reichweiten Angaben von Tesla und Co künstlich Runtergesetzt werden ;) :shock:
Audi und Co haben ein Jahrzehnt Batterietechnologie Rückstand.
Solange Menschen Denken, Tiere fühlen nichts, fühlen Tiere das Menschen nicht Denken.
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Re: Verlust von Arbeitsplätzen – Was ist dran?

von JohnnyE » 23. Mär 2019, 23:10

Hi,

ich arbeite selber als Qualitäts Ingenieur bei einem Automobilzulieferer, der unter anderem 1/3 des weltweiten Bedarfs an Teilen im Common Rail Diesel produziert und kann berichten, dass die Automobil Industrie im starken Umbruch ist. Viele große Player stellen sich darauf ein, dass die Bedarfe an klassischen ICE Bauteilen zurück gehen wird. Lieferverträge werden vorzeitig gekündigt oder an andere Firmen verkauft.
In meiner Firma weht zwar noch ein ziemlich alter Wind, da die Abrufe der Kunden ja immernoch vorhanden sind, allerdings gehen diese zum Teil auch schon zurück.
Ein BEV benötigt nun nicht mehr diese Masse an Teilen, wie ein Auto mit ICE.
 
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