Batterieproduktion in Deutschland

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Re: Batterieproduktion in Deutschland

von dst11 » 10. Jul 2018, 14:41

blinddog hat geschrieben:
dst11 hat geschrieben:...Die Asiaten (v.a. Chinesen) haben hier das Rennen gemacht, und sind auf mind. ein Jahrzehnt uneinholbar vorne. Zum Glück verkaufen sie ihre Zellen auch an "uns" ;)

In deiner Aufzählung fehlt die #1, und zwar Japan. Mitsubishi, Nissan & Tesla begannen mit japanischen Zellen.


Japan ist sehr zwiespältig. Nissan versucht sein Zell-Joint-Venture AESC mit NEC zu verkaufen und hat dabei kein Glück. Nur Nissan verwendet die AESC - Zellen (Noch nicht mal die Konzernbrüder & -Schwestern von Renault tun das). Die Top-Version des Leaf soll Ende des Jahres mit LG-Zellen auf den Markt kommen. Klingt jetzt nicht so als hätte AESC das Beste Angebot zur Verfügung. Panasonic mit seinem Riesen Produktionsvolumen versorgt einzig und allein Tesla. Kein anderes Fahrzeug eines großen Herstellers verwendet meines Wissens aktuell Panasonic - Zellen oder ist mit solchen angekündigt. Selbst Tesla verwendet für seine Powerwall Zellen von Samsung. GS YUASA hat bisher auch nicht den Anschluss an die Koreaner gefunden und dümpelt nur mit geringen Stückzahlen aufgrund nicht konkurrenzfähiger Zellen vor sich hin. Aus dieser Sicht sieht es eher so aus als hätten die japanischen Hersteller massiv zu kämpfen. Ohne die Stückzahlen von Tesla würde es wirklich sehr düster aussehen.
 
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Re: Batterieproduktion in Deutschland

von Helmut1 » 10. Jul 2018, 14:43

Ich bin da skeptisch.

1. Sind 240 Millionen Investitionsvolumen bis 2022 sehr wenig.
2. Verspricht CATL auf seiner Homepage über ihre Zellen das blaue vom Himmel. Bei allen Sachen wie spezifische Kapazität, Zyklenfestigkeit, Schnelladefähigkeit ist es auffällig, dass es absolute Spitzenwerte sind. Das alles zusammen in einer Zelle ist aber völlig unrealistisch.
Fazit: völlig unseriös!
3. Beliefert CATL Zellen für das Auto BAIC EC. Wenn man sich die Daten dieses Autos anschaut ist klar, dass es sich aus Sicht eines Europäers um die letzte "Billig-Gurke" handelt. Zugegeben kann man schlecht vom Auto auf die Zellen schließen, aber irgendwie glaube ich nicht, dass in solchen Gurken State of Art Zellen verbaut werden.
Sicherlich holen die Chinesen schnell auf, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie bei der Zelltechnologie bereits gleichwertig sind mit Korea oder Japan z.B. Samsung, LG, Panasonic.
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Re: Batterieproduktion in Deutschland

von Helmut1 » 10. Jul 2018, 14:45

dst11 hat geschrieben: Kein anderes Fahrzeug eines großen Herstellers verwendet meines Wissens aktuell Panasonic - Zellen oder ist mit solchen angekündigt.

VW nimmt prismatische Zellen von Panasonic für ihre EVs.
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Re: Batterieproduktion in Deutschland

von dst11 » 10. Jul 2018, 17:51

Die 240 Mio sind in der Tat nicht allzuviel und sicherlich erst der Anfang. Sollte CATL weiterhin Erfolg haben, dann denke ich dass sie da mehr investieren werden. Aber BMW schonmal davon zu überzeugen, dass ihr Produkt auch außerhalb China konkurrenzfähig ist, ist ne Riesen Leistung. Und zeigt auch, dass CATL wirklich ganz vorne mitspielt, allerdings halt erst in 2021.
Die von dir auf der Webseite gesehenen Daten sind die Key Facts für 5 verschiedene, auf unterschiedliche Ziele optimierten Zellen. Deswegen steht ja "Enerxxx" über der jeweiligen Spalte. Zu behaupten, diese Daten gelten alle für die gleiche Zelle wäre in der Tat unseriös :D

VW hat beim Update des e-Golf von Panasonic auf Samsung gewechselt. Siehe https://www.electrive.net/2017/04/05/st ... hrbericht/
Einziges VW-EV dass noch die Panasonic Zellen hat dürfte damit der e-UP! sein. Und der ist auf dem Stand von 2014.

Mal sehen was so die nächsten Monate kommt.
 
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Re: Batterieproduktion in Deutschland

von S85 User » 12. Jul 2018, 17:17

In der heutigen Ausgabe der Stuttgarter Zeitung wird berichtet: „Audi-Mitarbeiter lehnen Stadler ab“ Im Artikel wird u.A. eine Forderung von Belegschaftsvertretern genannt:

„Die Entscheidung zu einer Batteriefertigung in Ingolstadt müsse jetzt fallen, um ein glaubhaftes Signal für den geforderten Neustart zu geben…“

„Dabei denken sie nicht etwa an eine Zellfertigung, Batteriezellen sollen zugekauft werden.“

Schon im Dezember erschien ein Artikel über Betriebsratschef Peter Mosch der in diese Richtung zeigte: Wut und Zukunftsängste

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/a ... -1.3295991


Passend dazu ist vor zwei Tagen ein Kommentar „Das Zeitfenster schließt sich“ erschienen

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 30f95.html

Das Tick Tack wird immer lauter…


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Re: Batterieproduktion in Deutschland

von S85 User » 21. Jul 2018, 12:01

Im Wirtschaftsteil der Stuttgarter Nachrichten ist heute zu lesen:

„Wir werden bald alle zehn Kilometer eine Ladestation für Elektroautos haben“

(Winfried Kretschmann)


„… Flächendeckend im ganzen Land steht dann alle 20km eine Schnelladesäule“

(Frank Mastiaux EnBw Vorstand)


„Wir brauchen in Deutschland eine eigenständige Produktion von Batteriezellen und das am besten in Baden-Württemberg.

(Roman Zitzelsberger IG Metall)


Die Geschichte hat ja bei allen gravierenden Paradigmenwechsel gezeigt, dass keiner der alten „Haudegen“ übrig bleibt.

Ich frage mich, wer, wenn Bosch nicht will, soll Zellen in Baden Württemberg in der benötigten Qualität und Quantität fertigen?


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