"Finanzierung" vs. Sparen

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"Finanzierung" vs. Sparen

von tornado7 » 17. Apr 2018, 17:37

Des Öfteren liest man hier im Forum von "Finanzierung". Ehrlich gesagt, habe ich diesen Begriff erst hier im Forum kennengelernt. Völlig wertfrei und losgelöst vom Thema Tesla bzw. Auto stellt sich mir dabei schon seit längerem eine einfache Frage:

Wieso macht man sowas? Irgend jemand anderes verdient doch immer kräftig mit dabei.

Ich wurde so erzogen, dass man sich Geld zusammenspart und dann damit Dinge kauft. Hat man das Geld nicht, gibt's die Sache nicht oder noch nicht. Lasse ich mir hingegen einen Gegenstand "finanzieren" bzw. nehme ich einen Kredit auf, welchen ich anschliessend in Raten und mit Zins wieder abbezahlen muss, hätte ich da nicht besser einfach noch ein paar Jahre länger gespart und mir erst dann das Gewünschte gekauft? Dann würden doch unter dem Strich doch auch ein paar Hundert oder Tausend Euro mehr übrig bleiben, oder etwa nicht?

Ich verstehe nicht, wie dieses Modell bei Sachen mit hohem Wertverlust (Auto = Paradebeispiel) überhaupt funktionieren kann. Auch nicht, weshalb man sich bspw. eine Küche "finanzieren" lässt und sich damit in eine grosse Abhängigkeit der Finanzinstitute begibt. Auto oder Küche; abbezahlt werden muss doch ohnehin. :? Kann ich mir X also nicht leisten, wie soll ich mir dann erst X + Zinsen leisten können?

Entschuldigt die laienhafte Frage, aber das interessiert mich wirklich.

Und klar gibt es Ausnahmen: Häuser zum Beispiel. Sie sind zusammen mit dem Grundstück meist sehr wertstabil und können nach langer Zeit wieder verkauft werden. Die teilweise abbezahlte "Hypothek" wird zurückbezahlt und das war's.
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Re: "Finanzierung" vs. Sparen

von smartgrid » 17. Apr 2018, 18:05

Finanzierung macht IMHO Sinn, wenn die Finanzierungskosten geringer sind, als Erlöse einer Alternativanlage.
Gerade bei Tesla, wo man angeblich am Kaufpreis nichts drehen kann (also keinen nennenswerten Rabatt bei Barzahlung erhält) macht es Sinn mit 0,5% zu finanzieren/leasen und die "gesparten" 100.000 EURO zu 5% oder mehr anzulegen.
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Re: "Finanzierung" vs. Sparen

von skip » 17. Apr 2018, 18:42

Ist doch ähnlich wie beim eigenen Haus. Das kannst du dir auch nicht „ersparen“, weil du dann 20/30/40 Jahre lang parallel Miete zahlen müsstest...

Dirk
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Re: "Finanzierung" vs. Sparen

von snooper77 » 17. Apr 2018, 20:29

smartgrid hat geschrieben:und die "gesparten" 100.000 EURO zu 5% oder mehr anzulegen.


Wo kann man das heutzutage mit überschaubarem Risiko noch tun?
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Re: "Finanzierung" vs. Sparen

von GalileoHH » 17. Apr 2018, 20:45

In der eigenen Firma zum Beispiel.
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Re: "Finanzierung" vs. Sparen

von Cupra » 17. Apr 2018, 21:00

Kann dir mal ein Beispiel geben. Ich hab selber rund 4 Jahre lang recht gut gespart und dann die Anzahlung für den Wagen (40.000) zusammen gehabt. Hab dann etwas kalkuliert was im Zeitraum von 5 Jahren nochmal auf die Seite gelegt werden kann und wie hoch eine Leasingrate dadurch maximal sein darf. Geht sich aus wenn die Rate unter 800CHF/Monat liegt. Dann hab ich in 5 weiteren Jahren das Auto fix fertig abgezahlt. Dazu kam ein Angebot von Tesla bzw. der Leasingfirma welches so unverschämt gut war ( :D 8-) ) dass sparen für den Popo gewesen wäre. Alleine was ich an Vermögenssteuer hätte zahlen müssen im Zeitrahmen bis ich von den 40.000 auf über 115.000CHF gewesen wäre hätte etliches weg gefressen. Fürs Auto mit Leasing zahl ich keine Vermögenssteuer. ;) Es hätte ausserdem eh ein Neues Auto kommen müssen, und ich kann nicht einen normalen Wagen kaufen und nebenbei noch sparen für nen Tesla.
Also hab ich mit 40.000CHF den Wagen angezahlt, mach 60 x 604,17 CHF Leasingrate und zahle am Ende noch 39.000CHF dann gehört das Auto mir. Was mich der Wagen am Ende kostet kann man sich ja ausrechnen. MS 100D, weiss, Premium, AP, Weisses Leder 8-)
Dazu kommt dass ich bei Steuern spare, Versicherung auch im Grunde ne Frechheit ist vergleichen mit anderen Autos (Sorry, aber Versicherungen für so teuer reparierbare Alu-Autos unter 3.000CHF/€ im Jahr sind ein Geschenk, warum da manchen wegen 200€ im Jahr so nen Fass aufmachen werde ich wohl nie verstehen, Mein Opel Ampera hat 1.698CHF im Jahr gekostet, das MS nur noch 1.402CHF :shock: ), Strom auch auf der Langstrecke günstiger wird als der Sprit für den Ampera war.
Dazu hab ich geguckt dass das alles auch bei Arbeitslosigkeit etc. tragbar noch ist und das klappt soweit alles :) Ich denke in dem Falle war Leasing ne gute Sache. Und ich hoffe dass die Pechsträhne mit dem Auto nach den nächsten 2 Reparaturen dann fertig ist und ich 10 Jahre lang Freude dran hab :)

Klar könnte man die Kohle auch in Aktien verballern oder so, aber Geld das ich im Falle einfach zum Fenster raus werfen kann liegt bei mir halt nicht einfach so rum. Das überlass ich gefühlt schon genug den Profis meiner Banken und sonstigen Vorsorge Fonds welche allerdings irgendwie ausser Geld verbrennen auch nix hin bekommen wenn ich meine Pensionskasse ansehe zum Beispiel... :roll: Da fahr ich lieber Tesla und unterstützte damit das innovative Unternehmen das ne Chance verdient hat. Auch von der Unterschicht :lol:
Zuletzt geändert von Cupra am 17. Apr 2018, 21:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Finanzierung" vs. Sparen

von Beatbuzzer » 17. Apr 2018, 21:00

Das Geld, was ich heute sparen würde, ist in X Jahren wenn ich das notwendige ersparte zusammen hab, auch nicht mehr das gleiche Wert. Insofern ebenfalls ein finanzieller Verlust (Kaufkraft), nur in diesem Modell hat niemand etwas davon... außer vielleicht der Staat.

Zu Zeiten, wo Kredite noch zweistellige Prozente gekostet haben, und die sogenannten Sparbücher (ja, sowas kenn ich 28 jähriger sogar noch) noch Zins erkennbar oberhalb der Inflation gebracht haben, sah das sicher noch anders aus.

Davon ab spielt ja nicht nur das Geld und der Gegenwert eine Rolle, sondern auch der Zeitpunkt. Und die nach vorne Verlagerung des Zeitpunktes ist ja durchaus einen gewissen Geldbetrag wert ;)
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Re: "Finanzierung" vs. Sparen

von Awzm » 17. Apr 2018, 21:43

smartgrid hat geschrieben:Finanzierung macht IMHO Sinn, wenn die Finanzierungskosten geringer sind, als Erlöse einer Alternativanlage.
Gerade bei Tesla, wo man angeblich am Kaufpreis nichts drehen kann (also keinen nennenswerten Rabatt bei Barzahlung erhält) macht es Sinn mit 0,5% zu finanzieren/leasen und die "gesparten" 100.000 EURO zu 5% oder mehr anzulegen.


So sehe ich das auch bzw. praktiziere das mit dem Leasen meiner Autos, weil ich deutlich höhere Erträge generieren kann als ich an Leasingzins bezahle.
Zudem kann ich das Auto relativ easy zurückgeben am Ende der Laufzeit oder z.B. das Leasing verlängern.

Finanzieren würde ich aber auch nicht, will das Auto ja nicht kaufen sondern nur gebrauchen.
Das Modell „Finanzieren“ existiert so in der Schweiz aber auch nicht, bzw. habe ich noch nie davon gehört. Entweder man kauft bar, man least oder man nimmt einen (Privat)kredit auf.
Wobei ich das letztere auch nicht machen würde, da die Zinsen dort doch ziemlich hoch sind.
 
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"Finanzierung" vs. Sparen

von Yellow » 17. Apr 2018, 22:11

„Wieso macht man so etwas?“ Eine lustige Frage, die bezeichnenderweise von einem Schweizer kommt [emoji3]

Ganz allgemein geantwortet: „Um etwas deutlich früher nutzen zu können!“

Oder ganz konkret zu diesem Forum passend: „Um 5 - 10 Jahre früher elektrisch zu fahren!“

Ja es kostet mehr ... aber der Nutzen (für einen persönlich und die Umwelt) kann es wert sein! Wir haben alle nur eine begrenzte Zeit auf dieser Welt.

Oder konkret zu Tesla passend: Hältst du es für sinnvoll, wenn Tesla gewartet hätte, bis sie genug Geld „gespart“ hätten, um sich eine Gigafactory zu bauen? [emoji6]
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Re: "Finanzierung" vs. Sparen

von snooper77 » 17. Apr 2018, 22:27

Cupra hat geschrieben:Alleine was ich an Vermögenssteuer hätte zahlen müssen im Zeitrahmen bis ich von den 40.000 auf über 115.000CHF gewesen wäre hätte etliches weg gefressen.


Das verstehe ich nicht. Nur, weil du das Model S jetzt geleast hast, heisst das doch nicht, dass du deswegen aufhörst zu sparen bzw. weniger Geld akkumulieren würdest, als wenn du auf den Tesla sparen würdest, oder? Die Vermögenssteuern zahlst du genauso, und zwar unabhängig davon, ob du in ein paar Jahren 115k Cash oder 115k in Form eines Autos hast.

Im Gegenteil: Dank 40 % Werverlust pro Jahr kannst du in der Schweiz mit einem Auto relativ schnell Vermögen "vernichten", zumindest aus steuerlicher Sicht.

Und selbst, wenn deine Argumentation aufgehen würde, sind die Vermögenssteuern in der Schweiz mit rund einem Promille so lächerlich gering, dass einmal zu zweit Nachtessen diese "Steuerersparnis" schon übersteigt.
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