Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von Bones » 12. Okt 2017, 12:58

Auto-Emissionstests: NGO verklagt EU-Kommission

ClientEarth will rechtliche Schritte gegen die EU-Kommission ergreifen. Nach Ansicht der Umweltorganisation ermöglichen deren Emissionstests es den Autoherstellern, ihre Abgasreinigungssysteme geheim zu halten und dadurch einen neuen Emissions-Skandal heraufzubeschwören.


„Um ein neues Dieselgate zu verhindern, um das weitreichende Pfuschen bei Emissionstests anzugehen, und um den schädlichen und inakzeptablen Gesundheitsauswirkungen in Europa entgegenzutreten, brauchen wir Transparenz – und keine Tests, die von in Verruf geratenen Behörden und rücksichtslosen Autoherstellern hinter verschlossenen Türen durchgeführt werden,“ erklärte der Umweltanwalt Ugo Taddei von ClientEarth.
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von Bones » 11. Nov 2017, 15:11

http://www.oekonews.at/?mdoc_id=1115955

‘Die Automobilbranche nutzt den neuen Prüfzyklus als Einfallstor, um mit der Umstellung die Ausgangswerte für die nächste Phase der CO2-Minderung aufzuweichen’, erklärt Resch. Er fügt hinzu: ‘Um die Klimaschutzziele zu erreichen, müssen sich die Kommission wie auch die deutschen Behörden nicht nur ehrgeizigere und vor allem absolute Klimaziele setzen, sondern auch die Umsetzung kontrollieren und Verstöße endlich sanktionieren. Denn eine Reduktion der Emissionen auf dem Papier schützt das Klima genauso wenig, wie eine ausschließlich im Labor funktionierende Abgasreinigung die Gesundheit der in den Städten lebenden Menschen schützt.’

Die DUH fordert gemeinsam mit den Umwelt- und Verkehrsverbänden BUND, VCD und NABU ab 2025 einen Flottengrenzwert von 70g/km auf Basis des neuen Testverfahrens WLTP. Für das Jahr 2030 sollte ein Korridor von 35 bis 45 g CO2/km auf Basis realer Emissionen festgelegt werden. Darüber hinaus fordert die DUH vor dem Hintergrund der wachsenden Lücke zwischen Herstellerangaben und Realemissionen unabhängige Kontrollen des Kraftstoffverbrauchs und damit der CO2-Emissionen im realen Betrieb. Bereits im Zulassungsverfahren müssen, ähnlich wie dies nun für Schadstoffe wie Stickoxide vorgeschrieben ist, auch CO2-Emissionen auf der Straße ermittelt werden.
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von Bones » 8. Jan 2018, 13:42

Der Weg zu den wahren Werten

DARMSTADT - Am neuen Standort im Darmstädter Europaviertel wappnet sich der TüV Hessen für einige Herausforderungen, die 2018 ins Haus stehen. 220 Mitarbeiter sind im November in den Neubau an der Robert-Bosch-Straße am Hauptbahnhof gezogen, weitere 90 arbeiten in den Zweigstellen in Stadt und Umland. Sie rüsten sich für Prüfungen neuer Art – am stärksten beachtet, das dürfte sicher sein, werden die neuen Mess-Verfahren für Abgase und Spritverbrauch bei Neuwagen sein. Schon im ersten Quartal 2018, sagt Geschäftsführer Henning Stricker, könnte der TüV Hessen damit beginnen.


Besserung verspricht das neue WLTP (etwa: weltweit einheitliches Leichtfahrzeuge-Testverfahren). Die Darmstädter haben ihren Prüfstand dafür schon flott gemacht und rund 500 000 Euro investiert. Die neuen Tests sollen nun RDE liefern: „Real Drive Emissions“. Echte Abgaswerte? Nein, immer noch nicht.

Zwar dauere der Testzyklus länger, erklärt Stricker, eine dreiviertel Stunde statt einer halben. Auch werde bei höherem Durchschnittstempo gemessen. Und zweimal führen die Tester mit jedem Neuwagen auch auf die Straße. Aber realistische Verbrauchsangaben? Klares „Nein“. Auch beim WLTP handele es sich „um ein Testverfahren unter Idealbedingungen“, so die offizielle Aussage. Die Herstellerangaben könnten auch weiter vom wahren Verbrauch abweichen. Das Ziel sei vor allem eine „weltweit harmonisierte Typzulassung.“

Wer vom TüV gar fordert, die Software-Updates der Autohersteller zu prüfen, um digitale Mauscheleien aufzuspüren, der geht für Strickers Empfinden zu weit: „Das könnten wir von der Manpower her gar nicht leisten.“ Was sich VW an Betrug geleistet habe, sei „nicht zu tolerieren“, ganz klar. Aber „so was könnten wir mit unseren heutigen Mitteln nicht feststellen.“
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von Bones » 6. Feb 2018, 10:31

nzz.ch: Abenteuer Weltzyklus

Mit dem neuen Testverfahren ist dafür gesorgt, dass der Autokäufer dem Datenblatt des Modells Verbrauchsangaben entnimmt, die er im normalen Fahrbetrieb erzielen kann. Der WLTP-Fahrzyklus ist mit einer Länge von rund 23 Kilometern mehr als doppelt so lang wie der NEFZ. Zudem umfasst er grössere Beschleunigungen, eine Maximalgeschwindigkeit von 131 km/h (NEFZ 120 km/h) und ein Durchschnittstempo von 46 km/h (34 km/h). Das führt laut Angaben der Abgasexperten bei Mercedes-Benz in Untertürkheim zu Verbrauchssteigerungen von rund 22 Prozent gegenüber den NEFZ-Werten. Weil die Autobauer für diese Änderung der gesetzlichen Vorgaben nicht bestraft werden sollen, können sie die WLTP-Ergebnisse in einen NEFZ-Wert umrechnen – womit die sehr strengen CO2-Emissions-Vorgaben von 95 g/km ab 2021 nicht noch zusätzlich verschärft werden.


Und dank Dringi aus dem Abgasskandal-Thread:

BMW M550i braucht einen Otto-Partikelfilter

Der 4,4 Liter große V8-Motor mit Biturboaufladung erfüllte bei seiner Homologation zwar die Grenzwerte nach dem damals gültigen NEFZ, überschreitet sie aber, wenn nach dem neuen WLTP-Zyklus gemessen wird. „Derzeit ist der BMWGünstige Leasingangebote finden Sie hier! M550i xDrive nach Euro 6c und NEFZ zugelassen“, heißt es seitens BMW. „Ab September 2018 muss der PN-Grenzwert (Anzahl der Feinstaubpartikel, Anm. d. Red.) auch unter RDE-Fahrbedingungen eingehalten werden.“ Deshalb braucht der M550i einen Partikelfilter für Ottomotoren. BMW behauptet, die „Angebotsunterbrechung wäre eine ganz normale Prozedur bei derartig aufwendigen Umrüstungen“
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von Bones » 12. Feb 2018, 12:02

Höhere Steuer durch neue Verbrauchswerte

Praxisnähere Verbrauchsmessung

Das neue Prüfverfahren misst den Verbrauch praxisnäher und damit auch den Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) der Fahrzeuge präziser. Und nach dem CO2-Wert richtet sich die Bemessung der Kfz-Steuer. Da die CO2-Emissionen der Fahrzeuge nach dem neuen Verfahren immer höher ausfallen werden als die bisherigen Angaben, müssen sich viele Autofahrer wohl auf steigende Steuerabgaben einstellen.

Bis zum Fünffachen könnte sich ab 2018 die Kfz-Steuer beim Kauf eines Neuwagens erhöhen, haben Experten errechnet. Unangenehm an dem neuen System ist nach ihrer Ansicht, dass von der Erhöhung der Kfz-Steuer voraussichtlich kleine Autos mit Benzinmotoren besonders betroffen sein werden. Auf die Fahrer großer Fahrzeuge sollen vergleichsweise geringere Steuererhöhungen zukommen. Das dürfte viele Autofahrer am Sinn des neuen Prüfverfahrens zweifeln lassen.
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von Bones » 19. Feb 2018, 15:17

Wer bislang noch nicht mitgelesen hat(te):

Euro-Norm (6c/6d): Das muss man wissen! Das bringt die neue Norm

Die moderne Euro-6-Norm beinhaltet Grenzwerte für Kohlenwasserstoffe (HC), Stickoxide (NOx), Kohlenstoffmonoxid (CO), Nichtmethankohlenwasserstoffe (NMHC), Feinstaub und Partikel. Besonders die Stickoxide und Feinstaub gelten als klima- und gesundheitsschädlich, weswegen die Abgasnormen hier immer strenger nachjustiert werden. Die aktuelle Abgasnorm ist die Euro 6-Norm. Aber Vorsicht, Euro 6 ist nicht gleich Euro 6: Seit dem 1. September 2017 gelten schärfere Kriterien für die Abgasmessung. Statt im bisherigen NEFZ-Verfahren werden die Emissionen im WLTP- (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) und RDE-Zyklus (Real Driving Emissions) getestet. Die neue Norm Euro 6c gilt dabei für den WLTP-Zyklus, die Norm Euro 6d-Temp bzw. 6d für den RDE-Zyklus. Die Grenzwerte der Euro-6-Norm bleiben jedoch gleich, das heißt: Im Prüfstands-Messverfahren WLTP dürfen Benziner den NOx-Grenzwert von 60 mg pro Kilometer nicht überschreiten. In der Straßenmessung RDE sind es 126 mg. Für Diesel gelten Grenzwerte von 80 mg und 168 mg. Der Unterschied zwischen Euro 6d und 6d-Temp liegt in dem Faktor, um den die Messung im RDE-Verfahren von den Prüfstands-Ergebnissen abweichen darf. Bis Ende 2019 gilt die Euro-6d-Temp, solange dürfen die Pkw im Realbetrieb noch 110 Prozent mehr Stickoxide ausstoßen als im WLTP. Ab dem 1. Januar 2020 dürfen es nur noch 50 Prozent mehr Abgase (Euro 6d) sein.
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von M3-75 » 19. Feb 2018, 16:54

Euro 7 oder 8 als Name ist natürlich kaum erträglich, demnächst Euro 6d.7a.42murks ;-)
 
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von Bones » 20. Feb 2018, 13:58

Ja, das läuft jetzt wohl mal locker bis 2020 oder 2021.

Herbst 2018 - Dank WLTP "verbrauchen" Autos 20 Prozent mehr

Interessant finde ich folgendes:

Außerdem kommt eine externe Prüfung im Realverkehr dazu. Auch unabhängige und industriekritische Organisationen können dann mit einem mobilen Schadstoffmessgerät namens PEMS Testfahrten unternehmen und ermitteln, ob Stickoxide und Rußpartikel im gesetzlich vorgegebenen Rahmen bleiben.


Keiner darf dazu eine Stunde Vollgas auf der Autobahn fahren, aber die Bedingungen der Real-Drive-Emission-Messungen sind für die Autoentwickler eine echte Prüfung: Die Tester dürfen schnell fahren (bis 160 km/h) und sich durch den Stau quälen, sie dürfen bei Hitze und Frost unterwegs sein, das Auto bergan treiben (bis auf 1300 Meter) – also eine ganze Menge von dem tun, was normale Autofahrer auch tun.


Ist es nicht das, was die DUH mit dem BMW Diesel gemacht hat?
Das, was das KBA jetzt wieder mit unrealisitscher Fahrweise abgekanzelt hat?
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von Bones » 5. Mär 2018, 13:41

WLTP - Nissan Leaf schafft in der Stadt bis zu 415 km

Das interessanteste am Test:

Eine fünfte Testphase berücksichtigt zusätzlich die Besonderheiten der vorwiegend im Stadtverkehr eingesetzten Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeuge: Im City-Zyklus spielen sie ihre Stärken aus und nutzen Rekuperation und andere Technologien. Während bei Fahrzeugen mit konventionellem Verbrennungsmotor der Kraftstoffverbrauch innerorts steigt, profitieren Elektroautos davon und gewinnen an Reichweite.

Der neue Nissan Leaf mit seiner 40-kWh-Batterie kommt im Stadtverkehr auf bis zu 415 Kilometer pro Akkuladung. Im kombinierten WLTP-Zyklus, der das überwiegende Einsatzgebiet des E-Autos allerdings nur bedingt berücksichtigt, beträgt die Reichweite bis zu 285 Kilometer.


Aber wenn sich hier keiner für das Thema und die Ergebnisse interessiert, brauche ich hier nicht den Alleinunterhalter spielen :D
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