Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

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Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von Bones » 1. Sep 2017, 11:39

Fragen und Antworten - alles wichtige zu WLTP und RDE

Was sind WLTC - WLTP - neue Abgasnormen

WLTP - realitätsnähere Ergebnisse

Neues Testverfahren soll realistischere Angaben liefern

Los geht das ab dem 01. September 2017. Allerdings nur für Fahrzeugmodelle, die ganz neu auf den Markt kommen und dazu eine neue Typgenehmigung benötigen. Ein Jahr später, ab dem 01. September 2018, muss dann jedes Fahrzeug, das zum ersten Mal neu zugelassen wird, den neuen Testzyklus bestanden haben. Ältere Neufahrzeuge müssen die Hersteller dann in der Regel noch einmal neu testen lassen, um sie weiterverkaufen zu können.


Die Testverfahren im Überblick

NEFZ (alt):
Testzeit: 20 Minuten
Testlänge: 11 Kilometer
Durchschnittsgeschwindigkeit: 34 km/h
Maximalgeschwindigkeit: 120 km/h

WLTP (neu):
Testzeit: 30 Minuten
Testlänge: 23,25 Kilometer
Durchschnittsgeschwindigkeit: 46,5 km/h
Maximalgeschwindigkeit: 131 km/h


Doch die neuen Testwerte werden viele Kunden zunächst einmal gar nicht zu sehen bekommen, denn den Autokäufern werden noch bis Ende 2018 die weniger realistischen Spritverbrauchsagaben nach dem alten Testverfahren angezeigt.


Meine Meinung:
Solange Abweichungen um Faktor 1,5 - 2,1 weiterhin problemlos sind wird sich da auch so schnell nicht viel tun.
Andersrum frage ich mich reflexartig: Wer gewinnt das Rennen um die Entwicklung von Software, Sensoren oder sonstigen technischen Kniffen, um hier wieder irgendwie zu tricksen oder zu schummeln? Denn dass eine wirkliche Einsicht bei den Herstellern eingetreten ist, daran glaube ich nicht.

Was denkt Ihr?
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von Gerdi » 1. Sep 2017, 11:57

23,25 Kilometer sind ja perfekt für die Plugin-Hybriden..... dann können die immer noch mit 1,9L/100km werben, bei einem 2,4t SUV

Finde ich total realistisch :(
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von Merlin » 1. Sep 2017, 21:57

Gerdi hat geschrieben:23,25 Kilometer sind ja perfekt für die Plugin-Hybriden..... dann können die immer noch mit 1,9L/100km werben, bei einem 2,4t SUV

Finde ich total realistisch :(


Womit du den wahren Hintergrund für die neue Norm genannt hast :mrgreen:
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von harlem24 » 1. Sep 2017, 22:29

Ist die Änderung nicht von der Bundesregierung bis zum St.Nimmerleinstag verschoben worden?
Ich meine mich erinnern zu können...
 
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von Naheris » 3. Sep 2017, 12:41

Da hat jemand aber ganz offensichtlich keine Ahnung, wie PHEV-Verbräuche ermittelt werden. Wenn die derzeitige Methode gleich bleibt, dann gehen die PHEV-Verbräuche nämlich merklich hoch.

Und so funktioniert es derzeit:
- Den NEFZ-Zyklus so lange fahren, bis der Akku leer ist. Das ist die E-Reichweite (darf auch reduziert angegeben werden).
- Mit dem leeren Akku den Zyklus einmal fahren. Das ergibt den NEFZ-Grund-Treibstoff-Verbrauch. Dieser wird nirgends angegeben. Man kann ihn aber später wieder berechnen.
- Den Akku an der Schuko voll laden. Der Strombedarf an der Steckdose geteilt durch E-Reichweite ergibt den Katalog-Stromverbrauch je km.
- Der Katalog-Treibstoff-Verbrauch ergibt sich aus dem tatsächlichen Treibsoffverbrauch im Test geteilt durch die gefahrene Zyklus-Strecke mit Verbrenner zzgl. der tatsächlich erfahrenen E-Reichweite.

Das letzte Mal, als ich darüber lass sollte diese Methode bei WLTP grundsätzlich beibehalten werden.

Erhöht sich die Zyklusstrecke wird der E-Anteil im Verhältnis kleiner. Somit steigt der Katalogverbrauch. Die E-Reichweite wird durch den härteren Zyklus zudem noch kürzer...

Aber natürlich erst Mal rumnöhlen, wie fies die Lobby es optimiert hat. Fakten sind ja so etwas von Outdated... ;)
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von CHAmp » 3. Sep 2017, 22:09

1992: Seat Marbella auf E-Antrieb umgebaut ("Solar mobil Heidenheim e.V."); 2004: Honda Insight Hybrid; 2009: Toyota Prius; 2012: Opel Ampera; 2014: PV 8,2 kWp, 10kWh Batt.; 85D mc-red, Pano, Luft, Kaltw.; VIN: FF1027XX, Ausl. 25.11.2015
 
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von volker » 5. Sep 2017, 10:42

Was haben wir uns die Köpfe heiß diskutiert, wie viel CO2 man unseren E-Autos zurechnen muss.

Wer sich früher mit den Testverfahren beschäftigt hätte, wäre darauf gestoßen, dass bei den Plugin-Hybriden für den elektrisch zurückgelegten Streckenteil 0g CO2 angesetzt werden. :twisted:
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von Bones » 5. Sep 2017, 11:43

Wissmann: „Zudem werden die Fahrzeuge durch die neuen Vorgaben nochmals deutlich sauberer, Fortschritte für die Luftqualität werden damit schneller wirksam.“

Ist dem wirklich so?
Werden neue Modelle wirklich sauberer?
Auch real?
Oder wieder nur Augenwischerei mit Ausnahmen und Schlupflöchern?

Dass es mit dem Stand heutiger Technik möglich ist und auch sein muss, dass das was hinten aus dem Auspuff kommt den Richtlinien, Grenzwerten und Gesetzen entspricht, steht ja weitestgehend außer Frage.

Aber passiert jetzt wirklich etwas?

Und auf der anderen Seite:

Werden nun die Verbräuche (in den Zulassungsangaben bzw. Prospekten etc....) steigen?
Damit einhergehend würde sich ja auch der CO2 Ausstoß erhöhen (ggü den vorher unrealistischen Werten)
Dann würden sich ja auch die Steuern erhöhen (Mehrkosten Autofahrer)
Und man würde aufgrund des erhöhten CO2 Ausstoßes in D klimatechnisch noch weiter ins Hintertreffen gelangen
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von Naheris » 5. Sep 2017, 12:00

volker hat geschrieben:Was haben wir uns die Köpfe heiß diskutiert, wie viel CO2 man unseren E-Autos zurechnen muss.

Wer sich früher mit den Testverfahren beschäftigt hätte, wäre darauf gestoßen, dass bei den Plugin-Hybriden für den elektrisch zurückgelegten Streckenteil 0g CO2 angesetzt werden. :twisted:

Schon mal etwas von "lokal emissionsfrei" oder "zero emission vehicle" gehört? :mrgreen:

Und schon einmal angesehen, wieviel CO2 ein BEV laut NEFZ und WLTP emittiert? :twisted:

*hust*phevbashing*hust*
;)
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Re: Testverfahren WLTP / RDE ab 01.09.2017

von Bones » 5. Sep 2017, 12:00

Einen Teil der Antworten dazu findet sich u.a. hier: AMS erklärt den WLTP und RDE

Für eine RDE-Runde im gemischten Verkehr Stadt/Land/Autobahn wird das Fahrzeug mit einem portablen Messsystem ausgerüstet (PEMS) und fährt damit eine 90 bis 120 Minuten lange Messrunde zweimal, wobei der Kraftstoffverbrauch um mindestens 20 Prozent über dem WLTP-Wert liegen muss, die Maximalgeschwindigkeit aber 145 km/h nicht überschreiten soll


Kritisch sind beim RDE vor allem die Stickoxid-Emissionen von Dieselfahrzeugen. Die dürfen nach Euro 6 auf dem Prüfstand maximal 80 mg/km ausstoßen. Der Gesetzgeber gewährt für die realen Emissionen im Straßenverkehr aber zunächst einen Konformitätsfaktor von 2,1:1. Somit dürfen die NOx-Emissionen im RDE-Test 168 mg/km nicht überschreiten. Für Neuzulassungen ab 2021 reduziert sich der Faktor auf 1,5, also 120 mg/km. Klingt zunächst drastisch, aber sauber konstruierte und abgestimmte Diesel-Pkw mit aktiviertem SCR-System schaffen zumindest Faktor 2,1 schon heute. Manche Modelle wie Mercedes E 220 d, BMW 520d oder Audi Q2 TDI bleiben sogar unter dem Grenzwert von 80 mg/km


Und was ist mit dem CO2-Ausstoß der Gesamt-Flotte eines Herstellers, der 2020 im Schnitt bei maximal 95 g/km liegen darf? Dieser Wert ist mit den höheren Verbräuchen nach WLTP nicht zu schaffen – erst recht nicht bei den derzeit sinkenden Dieselzulassungen und steigenden SUV-Verkäufen. Also berechnete die EU-Kommission einen weiteren Korrekturfaktor, wonach der CO2-Ausstoß bis 2021 nach einem leicht korrigierten NEFZ-Wert angegeben wird


Bei der CO2-Berechnung von Plug-in-Hybriden bleibt es zudem bei der absurden Regelung, dass der elektrisch gefahrene Teil im Zyklus die indirekten Emissionen, die bei der Stromerzeugung nach dem deutschen Strommix anfallen, schlichtweg ignoriert. Auf diese Weise können die Plug-in-Hybride weiterhin mit extrem niedrigen Verbrauchswerten den Flottenverbrauch senken. Tricksereien, ohne die die 95-Gramm-Hürde nicht einzuhalten wäre


Prost Mahlzeit
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