DER SPIEGEL- politische Positionierung vs. Anzeigenkunden

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Re: DER SPIEGEL- politische Positionierung vs. Anzeigenkunde

von cer » 21. Aug 2017, 11:32

Der Spiegel ist tot. Schon seit 20 Jahren.
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Re: DER SPIEGEL- politische Positionierung vs. Anzeigenkunde

von Sedna » 21. Aug 2017, 12:26

GalileoHH hat geschrieben:Cool, endlich mal wieder eine Verschwörungstheorie :mrgreen:


Na ja, die realen Ereignisse (Abgasbetrug, Kartell, Korrektur von Ministerreden..) hätte auch keiner für möglich gehalten. Wenn VT zur Wahrheit wird...

GalileoHH hat geschrieben:Ich kenne sogar mehrere Spiegel-Journalisten persönlich und das Letzte, was ich denen vorwerfen würde, ist Käuflichkeit.

Wie ThomasZH zutreffend bemerkt hat: Wenn Fahrradfahrer Artikel über Autos schreiben...


Direkt käuflich vielleicht nicht, aber der latente Druck den die Autoindustrie als großer und wichtiger Anzeigenkunde ausübt/ausüben kann, hat sicher (unterschwellig) Auswirkungen auf die redaktionelle Auswahl.

Eine Industrie die auch ganze Regierungen im Würgegriff halten kann schafft auch dem Spiegel die "richtige Meinung" über E-Mobilität mitzuteilen ;)

Gruß,
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Re: DER SPIEGEL- politische Positionierung vs. Anzeigenkunde

von CarstenM » 21. Aug 2017, 13:47

Sowohl SPIEGEL als auch AutoBILD(!) haben in den letzten Wochen und Monaten sehr gute Reportagen über den Dieselskandal veröffentlicht. Ich würde denen keine Käuflichkeit unterstellen, auch wenn die sicherlich schweineteure Anzeigenstrecke von Mercedes (7 Seiten zum Aufklappen, direkt nach der Titelseite) zum Himmel stinkt. Nachdem Mercedes aber in der letzten Zeit viel mit ihrer EQ-Strategie (ja, E-Mobilität als Luftnummer) wirbt, bin ich geneigt, keinen echten Zusammenhang zu unterstellen.

Der Artikel von Christian Wüst ist zweifellos Müll, da bin ich echt enttäuscht vom SPIEGEL. Wir sollten mit Leserbriefen auf die gegenteiligen Erkenntnisse aus den von Volker verlinkten Artikeln hinweisen.
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Re: DER SPIEGEL- politische Positionierung vs. Anzeigenkunde

von OS Electric Drive » 21. Aug 2017, 14:40

Nur weil jemand eine realistische Sicht auf die Dinge hat und nicht in das Horn stößt dass ja alle morgen Früh EVs fahren können so wie wir Tesla Fahrer so hat er noch lange keine schlechten Absichten. Ein Tesla stößt ca. die Hälfte des CO2 eines vergleichbaren Verbrenners aus, da ich aber zuvor nie so große Autos gefahren habe ersetzt der Tesla bei mir auch keine S-Klasse oder einen Panamera...
Die Umweltbilanz ist für mich daher gut aber nicht so, dass man das als Lösung der Probleme unseres Planeten ansehen sollte. Ich glaube, dass die EVs wiedermal überhypt sind und den Anforderungen der Mobilität einfach nicht gerecht werden. Nur weil der Spiegel das auf den Punkt bringt finde ich nicht, dass man daraus etwas grundsätzliches ableiten kann. Da gerade der Spiegel ja das Kartell entdeckt hat und ich glaube auch beim Cayenne die Abschalteinrichtung...
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Re: DER SPIEGEL- politische Positionierung vs. Anzeigenkunde

von Volker.Berlin » 21. Aug 2017, 14:46

OS Electric Drive hat geschrieben:Die Umweltbilanz ist für mich daher gut aber nicht so, dass man das als Lösung der Probleme unseres Planeten ansehen sollte.

Genau das sagen auch die beiden von mir oben verlinkten Artikel. Daran habe ich nichts auszusetzen.

OS Electric Drive hat geschrieben:Nur weil der Spiegel das auf den Punkt bringt finde ich nicht, dass man daraus etwas grundsätzliches ableiten kann.

Das Problem ist, dass der Spiegel es eben nicht "auf den Punkt" bringt sondern im Gegenteil polemisierend eine Position bezieht, die sich aus den Fakten nicht herleiten lässt (immer bezogen auf diesen einen konkreten Artikel).
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Re: DER SPIEGEL- politische Positionierung vs. Anzeigenkunde

von OS Electric Drive » 21. Aug 2017, 14:57

Du verlangst vom einem Journalisten aber schon auch viel. Bei einer Faktenlage wie beim Verbrennungsmotor wo es viel Grau und wenig Schwarz Weiss gibt kann nicht jeder Mensch diese Fakten bis ins letze Detail kennen.

Nur muss man aber auch verstehen, dass nicht jeder einen Tesla fahren kann... Für "UNS" sieht das alles so einfach aus... Für die meisten ist das aber zu weit weg im Übrigen auch für meist sehr überschaubar bezahlte Journalisten.
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Re: DER SPIEGEL- politische Positionierung vs. Anzeigenkunde

von AxelM » 21. Aug 2017, 15:09

Habe eben auch mal den ganzen Artikel gelesen. Geärgert habe ich mich gar nicht so sehr über die durchsichtige Anbiederung bei BMW am Ende (Elektroautos sind doof - nur die von BMW nicht!), sondern eher schon über die falsch dargestellten Fakten (Energieverschwendung durch hohe Ladeleistung?, "Die Stromversorger ... sind auf eine Massenmobilität von Elektroautos nicht vorbereitet.") oder Äpfel-Birnen-Vergleiche (Autobahn-Reichweite mit der ZOE bei 96% Höchstgeschwindigkeit, für CO_2-Bilanz aber Tesla vs. Kleinwagen).

Noch ärgerlicher finde ich, dass der Artikel unter der Überschrift "Ökobilanz" steht, der Autor aber nicht nur den Energieaufwand für die Öl-Förderung, die Raffinerien, den Transport der Kraftstoffe, die Umweltschäden (CO_2, NOx) und Einfluss auf Weltpolitik und Kriege unter den Tisch fallen lässt, sondern auch verschweigt, dass bei Produktion und Betrieb der Fahrzeuge mit Energie aus reg. Quellen - was heute schon problemlos möglich ist - die Ökobilanz ganz eindeutig zugunsten der E-Mobilität ausfällt.

Zugegebenermaßen ist ein ökologisch sinnvolles Verhalten erstmal teurer. Viele von uns hier leisten sich das aus Überzeugung, und unter den Spiegel-Lesern wären sicherlich einige, die auf den Zug "E-Mobilität ist der neue Luxus" aufspringen würden, wenn ihnen solche Beiträge nicht immer wieder suggerieren würden "Es ist ok, mit einem >200-PS Auto stundenlang ohne Pause mit 200 km/h über deutsche Autobahnen zu blasen, denn: Die Ökobilanz ist ja super!". Womit wir wieder bei den Anzeigenkunden wären. ;)

Als Reaktion habe ich überlegt, den ganzen Text zu spiegeln, d.h. umzuschreiben, als wenn über Verbrennungsautos geschrieben würde. Das hätte dann so angefangen:

Nach dem Dieselskandal fordern Politiker den schnellen Umstieg auf Elektroautos. Immer mehr Modelle sind alltagstauglich - und schon lange umweltfreundlich.

Das Auto der Vergangenheit hat ein Problem: Es hat einen Tank mit einer giftigen, explosiven Flüssigkeit, die in einem Motor mit schlechtem Wirkungsgrad unter Ausstoß toxischer Gase verbrannt wird, damit wenigstens 1/3 der gespeicherten Energie über ein kompliziertes Getriebe die Räder antreiben kann.


Kommt auf meine Todo-Liste ...
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Re: DER SPIEGEL- politische Positionierung vs. Anzeigenkunde

von Abgemeldet 06-2018 » 21. Aug 2017, 17:52

cer hat geschrieben:Der Spiegel ist tot. Schon seit 20 Jahren.


Um genau zu sein seit 26 Jahren, als ich noch kleiner Schüler war, denn da wurde auf mehreren Seiten berichtet, wie die brennenden Ölquellen in Kuwait den Himmel über Europa verdunkeln würden :lol:
Das ist mir echt in Erinnerung geblieben, so ein hanebüchener und schlecht recherchierter Unsinn.


OS Electric Drive hat geschrieben:Die Umweltbilanz ist für mich daher gut aber nicht so, dass man das als Lösung der Probleme unseres Planeten ansehen sollte.


Das Problem von Verbrennungsmotoren ist aktuell doch viel eher, dass die Städte mit tödlichem Giftgas und krankmachendem Lärm überzogen werden und weniger die Tatsache ob E-Autos nun halb so viel oder noch weniger CO2 produzieren. Da ein E-Auto so dermaßen geil ist, dass auch jeder Radfahrer eines haben möchte, ist die Ökobilanz für diese Kunden in der Tat eher fraglich. Aber vielleicht verzichtet man dafür auf den einen oder anderen Inlandsflug, das bleibt natürlich zugegebenermaßen hoch spekulativ.

Mich wundert nur, dass du damit diesen vor Lügen, Halbwahrheiten, weggelassenen Fakten und offensichtlicher BMW-Werbung strotzenden Artikel verteidigst, denn der ist und bleibt unterste Schublade und würde auf dem Niveau nichtmal mehr in der Springer-Presse veröffentlicht werden.

Solange sich das bislang durch gute Artikel aufgefallene Manager-Magazin von dieser durchsichtigen Lobby-Kampagne nicht anstecken lässt, kann es mir aber egal sein, da ich den Spiegel schon seit 1991 für ein Witzblatt halte.
 
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